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Litauische Autorin löst Geschichtsstreit aus: Judenmörder, Kollaborateure, KGB-Agente
AFP

Die litauische Schriftstellerin Ruta Vanagaite erschüttert das Selbstbewusstsein ihres Landes - und wird als Nestbeschmutzerin beschimpft. Was ist passiert?

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m.sielmann 02.11.2017, 18:36
1. Besorgniserregend

Wenn wieder Bücher vernichtet ist das besorgniserregend. Gegen die Sowjetunion kämpften nicht nur Freiheitskämpfer, es war ein Bündnis aus Antikommunisten. Die meisten Antisemiten waren auch Antikommunisten. Wie soll die Ermordung der Deutschen, Litauer oder Polen jüdischen Glaubens sonst möglich gewesen, wenn nicht antisemitische Nazi-Fans mitgewirkt haben. Es ist schön, dass die Autorin Ruta Vanagaite diesen sich klaren Blick bewahrt. Das macht Mut, auch wenn die Reaktion des Verlages an faschistische Praktiken erinnert.

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heiko1977 02.11.2017, 18:48
2.

Sowas ist auch nur in Osteuropa möglich. Bis heute verweigern die osteuropäischen Nationalisten und Staaten jegliche Auseinandersetzung mit ihrer Verantwortung am Holocaust. So fanden in den baltischen Staaten bereits vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht Pogrome statt angeführt durch Nationalisten. Ebenso in der Ukraine.Aber auch Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Kroatien verweigern jede Aufarbeitung ihrer Verbrechen an der Menschheit während ihres Bündnis mit Deutschland.

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Besser_Meyer 02.11.2017, 18:53
3. Beispielhaft

So wird im ehemaligen Ostblock Geschichte zurechtgeschoben. Hauptsache am Ende steht der Russe am Pranger, für Details ist da keine Zeit. Wer laut zur kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte aufruft, ist ein Nestbeschmutzer und Putinversteher. Es dauert wohl nicht mehr lange bis wieder Bücher brennen.

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markus.pfeiffer@gmx.com 02.11.2017, 19:07
4. Fehlende Aufarbeitung

Die Aufarbeitung der WW2-Zeit hat imho im gesamten "Ostblock" kaum stattgefunden: Man war ja von stattlicher Seite immer auf der Seite "der Guten", erst auf sowjetischer und ab '89 auf "westlicher" - und jeden Übergang, ob '45 oder '89 hat man als "Befreiung" inszeniert - also kein Raum für Ausarbeitung der Vergangenheit.
Nicht umsonst haben in Osteuropa nationalistische Töne Hochkonjunktur - weil das historische Bewusstsein für die "Fehler" der Vergangenheit fehlt.

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steingärtner 02.11.2017, 19:15
5. Wer wundert sich da wirklich ?

https://www.rbb-online.de/kontraste/ueber_den_tag_hinaus/diktaturen/rentenskandal--juedische-opfer-kaempfen-um-anerkennung--ss-leute.html

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dtrhnrch 02.11.2017, 19:20
6. Demokratietest

gründlich vermasselt!!!
Anders kann ich die hysterischen Reaktionen von offizieller Politik, Medienöffentlichkeit - und erst recht von selbsternannten 'Historikern' nicht bewerten. Die Büchervernichtung ist zudem derart geschmacklos, dass man sich nachträglich verblüfft fragen muss, ob dieser Verlag vielleicht sowas Ähnliches schon mal mitgemacht hat - irgendwann in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts.....
Wichtiger aber ist die Frage, was für eine Zukunft sich die Litauer eigentlich vorstellen - und ob diese in ein europaisches Haus passt.

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hotgorn 02.11.2017, 19:38
7.

Sich Erinnern und für Demokratie einstehen damit sich so etwas nicht widerholt ist wertvolles in sich gehen. Im aktuellen Spiegel ist ja eine Interessante Putin Story wie die russische Regierung mit dem Kommunismus spielt er darf glorifiziert werden aber nicht zu stark wegen des Aspektes der Rebellion. Viel wichtiger ist es aber die negativen Seiten der Geschichte aufzuzeigen alles andere hat etwas von einer historischen Verniedlichung.

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garfield53 02.11.2017, 19:41
8. mmm

Die Generalabsolution für baltische, polnische und ukrainische Antisemiten, Faschisten und Kriegsverbrecher im Dienste der deutschen Faschisten hat ja nun schon über siebzigjährige "Tradition", vor allen in der alten Bundesrepublik.
Die allerschlimmsten dieser Leute, welche sich nicht noch bis in die Fünfziger an von den USA, GB und der Bundesrepublik unterstützten und geduldeten Greueltaten in den westlichen Sowjetrepubliken und Ostpolen beteiligen wollten, sind bei uns, in den USA und GB "untergekrochen", obwohl alle über ihre "Heldentaten" gegen Juden, die Zivilbevölkerung, sowjetische und polnische Soldaten Bescheid wußten, sogar fette Renten in Deutschland kassiert haben, genauso wie alle überlebenden Faschisten aus diesen Ländern heute noch deutsche Renten erhalten und bei den Millionen überlebenden Opfern Osteuropas solange gewartet wurde, bis die biologische Lösung ein billiges, aber propagandistisch aufgebauschtes Geschäft daraus machte.
Gerade in den von uns am Leben gehaltenen "Balten-Staaten" maschieren die alten und neuen Faschisten jedes Jahr ungestraft.
Es sind eben "Unsere", wenn wir sie bezahlen und unterstützen, können wir uns leider schlecht darüber aufregen.
Was hat der Westen Adenauer damals dafür versprochen, das Deutschland schützend die Hände über die Bestien hält?
Das "Reichsgold" und schnelles Vergessen, das alte Nazis übergangslos wieder in Dienst der "alten" jungen Republik traten und als Preis für treue Gefolgschaft im "Kalten Krieg"?
Irgend wie eine Mischung daraus, nur das in den von uns am Leben gehaltenen "Ost-Frontstaaten" der tiefbraune"Geist" gerade wieder aus der Flasche kriecht und unsere derzeitigen Politiker immer noch nichts aus der deutschen Geschichte gelernt haben, außer einigen Wenigen, welche aufgrund ihres "Ablebens" politisch nicht mehr "stören", beim neuen "Feldzug" Richtung Osten.
Ruta Vanagaite hat nur Altbekanntes beim Namen genannt und zu Papier gebracht und das ist heute schon wieder "Nestbeschmutzung".
Faschismus und Antisemitismus ist keine alleinige "deutsche" Krankheit, das ist eine politische und ideologische Grundhaltung in vielen Ländern und da nie "aufgearbeitet", ein schrecklicher "Virus", welcher gerade in Europa, verursacht durch die abenteuerliche Politik des Westens, aus allen Löchern kriecht, auch bei uns.

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Besser_Meyer 02.11.2017, 19:45
9. @krauseberg

Mir ist nicht bewusst das ich mich diesbezüglich geäußert habe. Bitte lesen Sie noch einmal meinen Beitrag. Ich verbitte mir Unterstellungen in diese Richtung.

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