Forum: Politik
Logbuch al-Qaida: Großangriffchen auf den Cyber-Dschihad

Am 19. Juli rief "jveritas" im Internet dazu auf, von ihm identifizierte Pro-Terror-Websites auszuschalten. Seine Idee war simpel: Die Hostingfirmen mit massenhaften Beschwerdemails dazu zu bringen, die Seiten zu sperren. Und sie funktionierte auch – ein bisschen.

demut 16.08.2007, 11:26
1. Pro

Ich denke die Initiative ist gut. Denn wenn da auf solchen Seiten für die Unterstützung von Menschen aufgerufen wird, die Gewalt gegen andere Menschen anwenden wollen, dann gehören diese Seiten nicht ins leicht zugängliche Internet.

Das strategische Argument, dass damit die Überwachung erschwert wird, zieht in meinen Augen nicht. Wir sind kein Geheimdienst oder eine Armee, die sich durch solches Verhalten Vorteile verschaffen muss, sondern wir sind Menschen die ein berechtigtes Anliegen haben.

Demokratie verteidigt man am besten, wenn man Demokratie lebt. Und nicht wenn man aus strategischen Erwägungen demokratische Grundwerte aufgibt.

Zudem würde es diese Webseiten nicht geben, wenn sie für die Mobilisierung keine wichtige Rolle spielten, und die Ziele anders ohne die Beobachtung durch die Behörden besser funktionieren würde. Die Menschen, die dort Gewalt unterstützen, sind schließlich nicht dumm und wissen, dass die Informationen öffentlich sind.

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Silverhair 16.08.2007, 12:36
2. Demokratie vs. Demokratie

Zitat von demut
Ich denke die Initiative ist gut. Denn wenn da auf solchen Seiten für die Unterstützung von Menschen aufgerufen wird, die Gewalt gegen andere Menschen anwenden wollen, dann gehören diese Seiten nicht ins leicht zugängliche Internet. Das strategische Argument, dass damit die Überwachung erschwert wird, zieht in meinen Augen nicht. Wir sind kein Geheimdienst.....
Nicht ein grasser Widerspruch in sich selbst?
Zum Wichtigsten Demokratiegut zählt die Meinungsfreiheit, festgelegt in den USA unter First Admendum.
Wenn ich aber Seiten zensiere, oder irgendwie abschieße, dann zerstöre ich genau die Demokratie die ich da angeblich verteidigen will!

Nachrichten haben uns berichtet das der Irak-Krieg auf Lügen beruhte, Nachrichten die den Regierungen missliebig erscheinen werden ja auch schon bekämpft. Und es mag leicht sein das man alles was El-Quada macht als "böse" sieht, aber - seien wir ehrlich, sooo ehrlich sind Regierungen auch nicht immer, so ehrlich sind das eine oder andere Medium nun auch nicht.

Es mag sein das diese Seiten auch Propaganda vertreibt, aber Propaganda braucht erstmal jemand der sie auf sich wirken läßt, sie ist kein "Selbstläufer".

Also , auch wenn es schwerfällt, Zensur, auch durch "Angriffe" ist leicht ein Angriff auf die Demokratie selber.

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panda303 16.08.2007, 16:13
3. boykott ist okay

ich verweise auf das Lüth-Urteil des BVerfG, wo die Möglichkeit des Boykott unterstützt wird. finde ich gut. das mit der website ist für mich das selbe und damit gerade Ausdruck von aktiver Demokratie!
US-kritische Kunden im Nahen zum Beispiel boykottieren auch bestimmte Produkte von westlichen Firmen. Ist doch ihr gutes Recht. Das führt mindestens dazu, dass diese Menschen auch ernst genommen werden.
Ich finde die Aktion okay, da sie von vielen Menschen kommt. Es wird ja nicht vom Staat zensiert. Ich halte das für legitim. Man muss für seine Ideale einstehen, (und zwar ohne Gewalt.)

> Nachrichten die den Regierungen missliebig erscheinen
> werden ja auch schon bekämpft.
Richtig! Allen voran, wahrscheinlich die Geheimdienste der arabischen Welt. Aber natürlich auch die "westlichen" Regierungen (was soll das eigentlich sein das westliche?).

Glaube nicht, dass die Medien "unehrlich" sind. Alle Medien unterliegen den Nachrichtenwerten. Sie sind dauernd der möglichen Manipulation aller Seiten ausgesetzt. Und Terrorismus beispielsweise gäbe es ohne Berichterstattung über ihn gar nicht.

>sooo ehrlich sind Regierungen auch nicht immer
wer will schon abgewöhlt werden? :)

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Silverhair 16.08.2007, 22:19
4. Die Sicht auf die Dinge

Zitat von panda303
ich verweise auf das Lüth-Urteil des BVerfG, wo die Möglichkeit des Boykott unterstützt wird. finde ich gut. das mit der website ist für mich das selbe und damit gerade Ausdruck von aktiver Demokratie! US-kritische Kunden im Nahen zum Beispiel boykottieren auch bestimmte Produkte von westlichen Firmen. Ist doch ihr gutes Recht. Das führt mindestens dazu, dass diese Menschen auch ernst genommen werden. Ich finde die Aktion okay, da sie von vielen Menschen kommt. Es wird ja nicht vom Staat zensiert. Ich halte das für legitim. Man muss für seine Ideale einstehen, (und zwar ohne Gewalt.)
Das man für seine Ideale einsteht ist okay, und auch gut so - aber man soll einfach eben nicht dann Dinge als "Beweis" anführen wie Demokratie. Widerstand - das haben viele gemacht, Stauffenbarg oder die Geschwister Scholl, aber Widerstand ist Widerstand - und keine Demokratie, auch wenn sie das zum Ziel hat.

Zitat von panda303
> Nachrichten die den Regierungen missliebig erscheinen > werden ja auch schon bekämpft. Richtig! Allen voran, wahrscheinlich die Geheimdienste der arabischen Welt. Aber natürlich auch die "westlichen" Regierungen (was soll das eigentlich sein das westliche?).
Irgendwie unklar was du da sagen wolltest.

Zitat von panda303
Glaube nicht, dass die Medien "unehrlich" sind. Alle Medien unterliegen den Nachrichtenwerten. Sie sind dauernd der möglichen Manipulation aller Seiten ausgesetzt. Und Terrorismus beispielsweise gäbe es ohne Berichterstattung über ihn gar nicht.
Medien sind unehrlich, und - grad in Deutschland sind die "Nachtrichtenwerte" oder die Journalistische Ehtik da sogar stark dran schuld.

Ich wohne in den NL - und auch ein Blick in die Staaten lehrt das beispielsweise Nachrichten /Journalismus anders betrieben wird. In Deutschland spricht man mit den Politikern alles vorher ab, und - geschweige das man mal nachhackt - nachstochert was eigentlich dahinter steckt.
Das ist in den NL vollkommen anders, und in den Staaten ist es extrem. Dort zieht man den Politikern bei einer Unterhaltung die Zähne, vorabsprachen sind praktisch undenkbar, und wenn ein Politiker sich verhaspelt - dann wird gnadenlos nachgestochert.

Und das liegt ganz gravierend am First Ademdum - der die absolut Freie Meinungsäusserung garantiert. In den Staaten kann niemand, weder Bürger noch Journalist verklagt werden weil er seine Meinung offen vorträgt, in Deutschland ist man schon im Gefängnis wenn man in einem Forum das falsche sagt, oder es wird zensiert.
Auch dieser Aufruf ist natürlich in D. mit Sicherheit strafbar, in NL oder Amerika eben nicht.

Nun, aber natürlich sind ameri. Medien auch nicht ganz frei, so Dinge wie das man "mit dem Militär" berichtet, das Militär also wählen läßt was man sendet regt dort keinen gross auf.

Die einzige Chance - man lese immer die Nachrichten aus verschiedenen Ländern, und deren unterschiedlichen Sichtweisen. Und das ist einer der Gründe wohl warum auch Medienvertreter eigentlich nicht so begeistert sind über diese Art von Zensur, oft stehen eben auch auf diesen Seiten die "andere Seite" der Medaille - die etwas andere Sicht auf die Dinge.

Zitat von panda303
>sooo ehrlich sind Regierungen auch nicht immer wer will schon abgewöhlt werden? :)
*g* stimmt

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deli-burger 18.08.2007, 08:30
5. Freiheit für unserer Mörder?

Irgendwie verstehe ich das nicht. Warum soll man den Terroristenmördern Freiheit einräumen. Leute die nachweislich die Demokratie zerstören wollen. Ich glaube, irgendwann liberalisieren wir uns zu Tode. Wenn unsere Demokratie nicht wehrhafter werden, dann verlieren wir alles wofür unserer Väter und Grossväter in Parteien und Gewerkschaften gekämpft haben an die Islamisten. Seid doch nicht so naiv.

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Arnd Hinze 18.08.2007, 11:58
6. "Abzielen" reicht schon

Zitat von Silverhair
Zum Wichtigsten Demokratiegut zählt die Meinungsfreiheit, festgelegt in den USA unter First Admendum.
Wie wir alle wissen sagt bereits Artikel 30 der Menschenrechte: "Keine Bestimmung der vorliegenden Erklärung darf so ausgelegt werden, daß sich daraus für einen Staat, eine Gruppe oder eine Person irgendein Recht ergibt, eine Tätigkeit auszuüben oder eine Handlung zu setzen, welche auf die Vernichtung der in dieser Erklärung angeführten Rechte und Freiheiten ABZIELEN."

Zitat von Silverhair
Und es mag leicht sein das man alles was El-Quada macht als "böse" sieht
Was genau sind die guten Taten al Quaidas? Geben sie mal ein Beispiel.

Grüsse,

Arnd

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Silverhair 18.08.2007, 23:45
7. Nicht alles in eine Schublade stecken

Zitat von deli-burger
Irgendwie verstehe ich das nicht. Warum soll man den Terroristenmördern Freiheit einräumen. Leute die nachweislich die Demokratie zerstören wollen. Ich glaube, irgendwann liberalisieren wir uns zu Tode. Wenn unsere Demokratie nicht wehrhafter werden, dann verlieren wir alles wofür unserer Väter und Grossväter in Parteien und Gewerkschaften gekämpft haben an die Islamisten. Seid doch nicht so naiv.
Vielleicht sollten sie mal ein wenig wieder anfangen zu differenzieren, und nicht einfach Bush's Parolen nachlaufen.
Bush hat alles, aber auch alles was nicht seinem Weltbild entspricht als Terroristen bezeichnet, obwohl dazwischen gravierende Unterschiede sind.
Wo sein Angriff auf Bin Laden und die mit ihm assozierte El-Quaida noch durch den Anschlag auf das WTC als Terroristisch gelten kann, war dann der Angriff auf die Taliban als Regierung in Afghanistan schon nicht mehr so einfach "Kampf" gegen Terroristen, den die Taliban waren weder am WTC noch an anschlägen ausserhalb des Landes beteiligt (zumindest soweit ich weiß) - Sie waren ein Unrechtsregime nach Westlicher Auffassung, aber davon ist die Welt nie frei gewesen.
Beim Irak wurde es dann entgültig sinnentlehrend, weil hier nach der Beseitigung von Saddam eigentlich einen Bürgerkrieg vor Augen hat, wo 2-3-x Seiten ihre Machtinteressen durchzusetzen versuchen, und die Summe aller dieser Leute geht quer durch die Bevölkerung.
Ob die Bevölkerung Afghanistans jemals den Begriff oder die Inhalte "Demokratie" gehört haben ist zweifelhaft, und den Taliban dürfte das gelinde gesagt auch vollkommen egal gewesen sein bis die Amerikaner sich einmischten - Europa und Amerika waren und sind weit weg.
Auch beim Bürgerkrieg im Irak spielt "Demokratie" überhaupt keine Rolle, dort geht es um jahrhundertalte Streits, um die Vorherschaft der einen über die anderen, der Unterdrückung der Kurden und vieles mehr. All diesen Gruppen ist sind die westlichen Regierungsformen vollkommen egal, und das einzige was dort interessiert ist Macht oder Aufstand gegen Unterdrückung - je nachdem welche Seite man nimmt.
Auch die "Terroristen" die überall in "Trainingscamps" ausgebildet werden, die kann man besser unter dem Begriff Söldner zusammenfassen, die mal für die eine, mal für die andere Seite eben den Bürgerkrieg helfen sollen zu gewinnen. Keiner von denen hat irgendwo vor in Europa oder Amerika mit einem Gewehr durch die Gegend zu laufen.

Bush und El-Quaida - sie haben eines gemeinsam. Sie verwenden diese durchaus bewußte Sprachverwirrung alles und jedes inzwischen zu bezeichnen als Propaganda mittel, und - letztlich machen sie damit El-Quaida hoffähig und haben sie inzwischen wirklich zu einer beachtlichen Machtfülle gebracht.

Grad macht Bush die Revolutionsgarden im Iran (Streitkräfte) zu Terroristen - und morgen etc. werden sie in der Zeitung lesen können das Putin ja Terroristen seine Langstrecken bomber fliegen läßt. Es ist eben schon immer sehr einfach gewesen jeden und alles zum Feind zu erklären, aber ob es so sinnvoll ist der ganzen Welt pauschal Terroristmus vorzuwerfen? Ich bezweifle es, könnte wirklich dann schnell darin enden das wir in Europa beobachten wie die Langstrecken Raketen von Amis und Russen den Rest der Welt in die Luft jagen.

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roland43 13.09.2007, 07:00
8. Gewaltwerbung im Internet

Die Geschichte ist doch wirklich einfach. Wenn jemand einer Person Gewalt androht, so ist das zumindest in Deutschland ein Straftatsbestand.
Wenn Verbrecher daherkommen und mit mehr oder weniger subtilen Methoden Gewalt als probates Mittel zur Durchsetzung I H R E R
verqueren Ideen predigen, so ist das zu unterbinden.
Da ist es mit Blick auf menschliche Würde, das Recht auf Leben und Freiheit einfach erforderlich dass die Verbreitung von Gewalt Aufforderung verhindert wird.
Wer sich der Menschenwürde verpflichtet fühlt, wird nie, unter keinen Umständen, Gewalt als Möglichkeit ansehen seine Meinung, seinen Gottesglauben oder politische Einstellung derart durchzusetzen.Die die so handeln, verüben Verbrechen!

Roland Brückner

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Silverhair 13.09.2007, 20:21
9. Keine Gewalt

Zitat von roland43
Die Geschichte ist doch wirklich einfach. Wenn jemand einer Person Gewalt androht, so ist das zumindest in Deutschland ein Straftatsbestand. Wenn Verbrecher daherkommen und mit mehr oder weniger subtilen Methoden Gewalt als probates Mittel zur Durchsetzung I H R E R verqueren Ideen predigen, so ist das zu unterbinden. Da ist es mit Blick auf menschliche Würde, das Recht auf Leben und Freiheit einfach erforderlich dass die Verbreitung von Gewalt Aufforderung verhindert wird. Wer sich der Menschenwürde verpflichtet fühlt, wird nie, unter keinen Umständen, Gewalt als Möglichkeit ansehen seine Meinung, seinen Gottesglauben oder politische Einstellung derart durchzusetzen.Die die so handeln, verüben Verbrechen! Roland Brückner
Senden sie diesen Text doch bitte mal Bush. Immerhin hat er einen "Kreuzzug gegen die Islamisten" angefangen, hat durch Lügen und Betrug (Massenvernichtungswaffem im Irak) gegen den Irak einen Krieg angefangen - und Guatanamo eingerichtet - ein Foltergefängnis.
(Anmerkung: Den Irakkrieg hat er schon vor dem 9/11 geplant gehabt, das WTC und die angeblichen Waffen waren für ihn reiner Vorwand)

Ich denke er hat da über "Gewaltandrohung" scheinbar ein etwas anderes Verständnis als sie.

P.S. Ich bin auch gegen Gewalt, aber auch gegen die Gewalt dir hier von "Staatlicherseite" gepredigt wird.

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