Forum: Politik
Luftangriff in Afghanistan - Ist Jungs Verhalten richtig?

Der jetzige Bundesarbeitminister Franz Josef Jung war unter Druck geraten, weil er im Zusammenhang mit dem Luftangriff in Afghanistan während seiner Amtszeit als Verteidigungsminister Angaben über Hintergründe und zivile Opfer zurückgehalten haben soll. Wie bewerten Sie Jungs Verhalten?

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Hans Guenter 27.11.2009, 07:50
150. Benzinbomben-Fantasie

Zitat von Eliza
Für den Offizier am Boden ergab sich das Bild, dass da eine Gruppe zwielichtiger Gestalten versuchte, einen Tanklastwagen flottzukriegen, der als nächstes als Benzinbombe mit verheerender Wirkung hätte eingesetzt werden können.
Wenn sich für "den Offizier am Boden" bei so kurzer Beschau schon diese Räuberpistole ergibt, sollte man ihm mindestens noch einen Kollegen zur Seite stellen.

Tankwagen werden in der Regel nicht als "Benzinbomben" benutzt.

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weisser 27.11.2009, 07:53
151. Hier liest sich das aber etwas anders....

Zitat von Eliza
Soweit ich weiß, erfolgte das Nachsuchen um Luftunterstützung bei Nacht. Für den Offizier am Boden ergab sich das Bild, dass da eine Gruppe zwielichtiger Gestalten versuchte, einen Tanklastwagen flottzukriegen, der als nächstes als Benzinbombe mit verheerender Wirkung hätte eingesetzt werden können. Dass die Taliban da am Werke waren, konnte er voraussetzen.
http://www.spiegel.de/politik/auslan...663681,00.html

Zitat daraus:

"01.46 Uhr Der Pilot fragt per Funk, ob die Personen um die Tanker eine "unmittelbare Bedrohung" darstellen. Der Zustand des "imminent threat" ist die Voraussetzung für einen Bombenabwurf durch die Nato. Obwohl zu diesem Zeitpunkt weder Nato-Soldaten in der Nähe der Tanker sind und diese fast 15 Kilometer vom deutschen Camp entfernt feststecken, bestätigt "Roter Baron" die Anfrage und legitimiert damit den Angriff."

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Hans Guenter 27.11.2009, 07:56
152. Jung gehört zum "System Roland Koch"

Zitat von sysop
Der jetzige Bundesarbeitminister Franz Josef Jung war unter Druck geraten, weil er im Zusammenhang mit dem Luftangriff in Afghanistan während seiner Amtszeit als Verteidigungsminister Angaben über Hintergründe und zivile Opfer zurückgehalten haben soll. Wie bewerten Sie Jungs Verhalten?
Franz Josef Jung ist ein alter Seilschaftler aus der hessischen Roland-Koch-CDU-Riege. Aus dieser Szene sind aus den letzten Jahren bekannt: Probleme mit den CDU-Schwarzgeld-Kassen, Psychiatrisierung renitenter Steuerfahnder (die ihren Job ernst nahmen und z.B. in Sachen schwarze Kassen untersucht haben), jüngst Roland Kochs Schlüsselrolle bzgl. Parteieneinmischung bei der Führung des ZDF-Senders (Abwahl Brenders wahrscheinlich für heute zu erwarten).

Die Methode Kochs angesichts solcher Probleme heisst immer: Aussitzen. Auch Jung hat es nicht anders gelernt - "wie der Herr, so's G'scherr", so sagt man in Hessen.

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ntholeboha 27.11.2009, 07:56
153. Krieg!

Zitat von Willie
... Daraus folgt, dass die Regierung den Streitkraeften klare als Aufgaben gibt. Und diese auch genauso klare Definitionen von Exit-Kriterien beinhaltet. Und die Regierung dann den Soldaten die Auswahl der anzuwendenden Taktiken ueberlaesst und nicht etwa selbst das vorgehen noch . Dementsprechend hat die zustaendige militaerische Fuehrung der Regierung die zum erreichen der Ziele vorzulegen, diese mit ihr abzustimmen und dafuer Zustimmung zu erhalten. ...
Den Jung will ich nicht vordergruendig verteidigen und ob er an seinem neuen Sessel klebt oder nicht ist ebenso eher belanglos. Das eigentliche Problem ist die Haltung der dtsch. Regierung insgesamt. Waehrend schwarz/rot war das Wort 'Krieg' ein Unwort und nun erst in schwarz/gelb hat der neue 'Kriegs'-Minister das Rueckgrat zu klaren Ansagen. Der eigentliche Problemkreis liegt in der Unfaehigkeit, Unmuendigkeit und Entscheidungslosigkeit der Merkel-Regierung. Und selbst wenn Jung und Schneiderhahn Fehler gemacht haben sollten - sie sind Bauernopfer der einer Moechtegern Koenigin mitsamt ihren Verdrehungsberatern.

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reinhard_m 27.11.2009, 07:56
154. Anti-Aircraft-Hochtechnologie

Zitat von Eliza
...Aha. Wie schön, aus dem sicheren Sessel trocken und überwindig solche Forderungen zu stellen. Und wenn die Taliban den Tiefflug gerade zum Anlass genommen hätten, diese Benzinbombe sofort hochgehen zu lassen? Und dies Flugzeug dabei einschließlich des Piloten zugrundegegangen wäre? ...
Einfach Klasse! Die Geschichte der Luftabwehr muß neu geschrieben werden und Heizöllaster müssen ab sofort dem Kriegswaffen-Kontrollgesetz unterliegen.

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Roter Teufel 27.11.2009, 08:00
155.

Zitat von Willie
Man sieht es, den Taliban macht keiner einen Vorwurf.
So sieht es aus.
Diese Afghanistan-Kiste ist so verfahren, da wird dann mal gelogen, vor allem wenn Wahlen anstehen.

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Ernst August 27.11.2009, 08:00
156.

Zitat von Willie
Man sieht es, den Taliban macht keiner einen Vorwurf.
Die wohnen da.
Ist ihre Heimat.
Das kann man von der BW und den Amis nicht behaupten.

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richie 27.11.2009, 08:02
157.

Zitat von Eliza
Für den Offizier am Boden ergab sich das Bild, dass da eine Gruppe zwielichtiger Gestalten versuchte, einen Tanklastwagen flottzukriegen, der als nächstes als Benzinbombe mit verheerender Wirkung hätte eingesetzt werden können. Dass die Taliban da am Werke waren, konnte er voraussetzen.
1. vom Versuch, denn Tanklaster flottzukriegen, war nirgendwo die Rede. Dass dieser feststeckt, war bekannt.
2. Wieso konnte er denn voraussetzen, dass die Taliban da am Werke waren?
2. Selbst wenn er es konnte, legitimiert diese Tatsache alleine eben noch keinen Luftangriff. Dazu hätte eine unmittelbare Feindberührung und Bedrohung vorhanden sein müssen, was eben nachweislich nicht der Fall war. Der Angriff erfolgte nur, weil der verantwortliche Oberst Klein fälschlicherweise angab, dass Feindberührung bestand. Stand doch alles im NATO-Bericht: http://www.spiegel.de/politik/deutsc...658450,00.html
Zitat von
Dass die Taliban alle Naselang in afghanische Dörfer kommen und Zivilisten dort zu Dienstleistungen erpressen, ist bekannt. Solche hatten sie auch in diesem Fall zum Flottmachen des Tanklastwagens rekrutiert.
Und? Selbst wenn der Verantwortliche davon ausging (was ja nicht zwingend der Fall ist), rechtfertigt das definitiv keinen solchen Einsatz, sondern steht diesem im Wege.
Zitat von
Somit liegt die Verantwortung für den Tod dieser Zivilisten bei den Taliban.
Natürlich liegt die Verantwortung für den Krieg bei den Taliban. Die Verantwortung der Opfer in diesem speziellen Fall liegt jedoch ganz klar beim verantwortlichen Bundeswehrbefehlshaber, weil er zum Angriffsbefehl in dieser Situation eben nicht berechtigt war.

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dinapasch 27.11.2009, 08:03
158. Bravo

Zitat von MrBlue22
Lächerlich!! Ich finde es eine Schande wie die Politiker nicht nur die Öffentlichkeit, sondern auch sich selber belügen. Aber eins sollen wir uns klar machen: Die Politiker sind nur so gut und so schlecht wie die Gesellschaft. Wir leben in einer verlogenen und egoistischen Gesellschaft. Bevor es zu einer politischen Umwälzung kommen kann, bedarf es zunächst einer werteorientierten gedanklich-philosophischen Erneuerung der Gesellschaft.
dem ist nichts hinzu zufügen.Der Fisch stinkt zuerst am Kopf und unsere Gesellschaft honoriert das auch noch( siehe Koch in Hessen). Da werden Leute wieder ins Amt gewählt, die vorher knallhart abgewählt worden sind(weil die Yptilanti doch sooooo verlogen ist, ach wie putzig, denn Herr Koch ist ja ein ehrenwerter Mann.) Also, packe sich jeder an seine eigene Nase!!!!!!!!!!!!!!

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richie 27.11.2009, 08:03
159.

Zitat von Eliza
Nach den Regeln ist vielleicht ein Fehler passiert. Das unterstützende Flugzeug hätte zur Warnung erst mal im Tiefflug über die Tanklast-Gruppe fliegen sollen.
Das ist nicht nur ein Unterlassungsfehler. Die Anfrage des Piloten, genau dies zu tun wurde um 1:36 Uhr nämlich sogar ausdrücklich abgelehnt! (http://www.spiegel.de/politik/auslan...63747,00.html; Chronologie der Bombennacht)
Zitat von
Aha. Wie schön, aus dem sicheren Sessel trocken und überwindig solche Forderungen zu stellen. Und wenn die Taliban den Tiefflug gerade zum Anlass genommen hätten, diese Benzinbombe sofort hochgehen zu lassen? Und dies Flugzeug dabei einschließlich des Piloten zugrundegegangen wäre?
Was für ein Schwachsinn! Es ging um eine Schleife in niedriger Höhe und nicht um einen unmittelbaren Überflug!
Zitat von
Inwiefern hätte der Offizier erkennen können, dass die Unterstützer beim Losbaggern des geklauten Lastwagens MEHR Zivilisten waren als die Taliban, denn Zivil trugen die alle?
Das spielt bei der Beurteilung der Situation gar keine Rolle. Selbst wenn es sich bei den Personen ausschließlich um Taliban gehandelt hätte (wovon man allerdings nicht per se ausgehen konnte - sonst begeht man nämlich den gleichen Fehler wie die US-Soldaten in Vietnam), wäre ein Angriff ohne UNMITTELBARE Bedrohung eben nicht gerechtfertigt gewesen.
Zitat von
Inwiefern ist es ein Kapitalverbrechen, wenn Herrn Jung der Feldjägerbericht mit seinen feineren Unterscheidungen erst verspätet bekannt geworden ist?
Das ist natürlich kein Kapitalverbrechen, aber ein Indiz für mangelnde Kompetenz und Führungsvermögen - und das sind eben zwei Aspekte, die ihn auch für den Posten des Arbeits- und Sozialministers disqualifizieren.
Zitat von
Wenn solche unerfüllbaren Maximalforderungen an die Offiziere im deutschen Auftrag durch Unbeteiligte von hier aus gestellt werden können und dafür hochrangige Militärs und sogar der ehemalige Verteidigungsminister aus solch einem Anlass entlassen werden können, dann bin ich stattdessen für den sofortigen Abbruch unserer Kampagne in Afghanistan.
1. Wurde der Bundeswehreinsatz ja nur unter diesen in Ihren Augen unerfüllbaren Maximalforderungen überhaupt genehmigt.
2. Auch wenn ich ebenfalls für einen Abbruch des Militäreinsatzes in Afghanistan bin: Wie soll dieser denn praktisch umgesetzt werden?
Zitat von
Dann hat der Fall immerhin bewiesen, dass wir das eben nicht können und nicht geregelt kriegen.
Das hätte ich Ihnen sogar bereits vorher sagen können.

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