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Machtkampf in der AfD : Der Zerfall
DPA

Die AfD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag hat sich gespalten. Es geht auch um die Macht im Bund: Eine Gruppe um Parteichef Jörg Meuthen hat den Kampf gegen die Co-Vorsitzende Frauke Petry aufgenommen.

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naive is beautiful 06.07.2016, 00:01
70. ##2: Über Wasser...

Zitat von weem
Hier offeriert sich ein grausames Spiegelbild unseres politischen Weltbildes. Obwohl diese unsägliche Partei alles dafür tut, sich durch dilettantische und minderbegabte Laienschauspieler selbst das (verdiente) Grab zu schaufeln, liegt sie immer noch bei bundesweiten ca. 10%. Wie verzweifelt müssen viele Menschen sein, trotz dieser offensichtlichen politischen Unfähigkeit, noch immer an diese Egomanenpartei zu glauben? Ich verstehe es nicht..
Sie haben ja recht: Es ist längst nicht immer einfach, den 'Volkswillen' aus all diesen teils sonderbaren bis absonderlichen Gefühlschaosausbrüchen, so wie wir sie von so manchen 'aufrechten Bürgern' erleben dürfen, zu extrahieren.

Es sind übrigens exakt dieselben Mechanismen, unter deren Wirkung unsere Eltern oder Großeltern nach WKII geradezu verzweifelt zu erklären versucht haben, warum die schlimmen, doofen, hinterhältigen Nazis es irgendwie geschafft haben, sie als rechtschaffene Deutsche Bürger derart in die Irre zu leiten. Wo man doch selbst so gesetzestreu, moralisch untadelig, christlich völlig im Glauben usw. war. Stets und jederzeit.

Kennen Sie den wohl situationstypischsten Spruch eines Afd- oder auch Perfida-Anhägers? 'Endlich sagt mal jemand, was ich mich nie so richtig getraut habe von mir zu geben'...

Und die (heutigen) Mutigen sagen eben: 'Das muss man ja doch wohl auch mal sagen dürfen...'

Die Anonymen sagen noch viel mehr, anderswo aber manchmal auch hier - aber die sind ja eben nur anonym, gesichtslos (manche eher geschichtslos) und deshalb weder ernst zu nehmen noch irgendwie schuldbewusst.

Die Briten erleben übrigens gerade live und in Farbe, welche unsäglichen Ergebnisse, Lasten, Kosten, Nachteile als vaterlandstreue Gesellen verkleidete Populisten verursachen können. Aus Grobritannien wird womöglich bald Restengland - eine politische Großtat jagt die nächste ...

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blitzunddonner 06.07.2016, 00:08
71. das kernproblem ist doch, dass die einen ihre xenophobie nur an muslimen ...

das kernproblem ist doch, dass die einen ihre xenophobie nur an muslimen austoben wollen (sagen sie), während die anderen jüdische mitbürger aus historischen gründen wohl vom hass auf ausländer ausnehmen wollen, zumindest für den moment. das eine als angenehmer und das andere als unerträglich zu bezeichnen ist unmoralisch und verlogen. haha, meuthen bezeichnet die afd als staatstragende partei.

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mcgrant1 06.07.2016, 00:10
72. Es ist schon sehr seltsam,

dass die AfD Fraktion in BaWü plötzlich zu 50% aus Antisemiten bestehen soll, obwohl nur 1 Abgeordneter zweifelhafte literarische Ergüsse von sich gegeben hat. Das Ganze sieht schwer nach Sippenhaft aus. Warum frägt eigentlich niemand nach dem Grund, weshalb Meuthens Abweichler ihm die Gefolgschaft verweigern? Vielleicht, weil in Zeiten eines Heiko Maas Art. 5 GG (Meinungsfreiheit) nicht mehr den Stellenwert hat, den er haben sollte. Es ist natürlich viel einfacher eine ganze Partei wegen eines Mitglied des Antisemitismus zu bezichtigen, als sich die Frage zu stellen, wieviel Meinungsfreiheit lassen wir eigentlich zu. In den USA als auch in Russland wäre das eine Lachnummer.

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it--fachmann 06.07.2016, 00:13
73. Von Zerfall zu reden ist abenteuerlich ...

... wenn man bedenkt, welchen Zulauf Rechtspopulisten in ganz Europa zur Zeit haben. Durch so einen kleinen Streit wird die AfD nun sicher nicht zerfallen. Der Meuthen hat hier klare Kante gezeigt und das kommt bei konservativen Wählern gut an. Wenn sich Leute wie Meuthen gegen so zwielichtige Figuren wie Petry und Höcke durchsetzen, dürfte die AfD im bürgerlichen Lager gute Chancen haben.

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webdrake 06.07.2016, 00:15
74. interessant

5 Kommentare bisher - mit vergleibarem Tenor und sachlichem Blick auf das Thema. Würde der gleiche Artikel auf Focus stehen, hätten jeder ruck zuck 200 Dislikes. Von den Kommentar mal ganz abgesehen. Interessant.

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Paul Max 06.07.2016, 00:16
75. ...

es ist schom bezeichnend für die deutsche (europäische) Medienlandschaft; inkl. Spiegel Online, dass der angebliche Zerfall einer eindeutig rechtsradikalen Parteigruppierung in Deutschland mehr Aufmeksamkeit findet, als das undemokratische Verhalten der EU-Kommission (inkl. ihrer Installateure - nämlich der natonalen Regierungen Europas, ohne die Entscheidungen nicht möglich sind), indem diese Kommission ein "Unkrautvernichtungsmittel", trotz Warnung durch die WHO IARC Kommission vormöglichen Folgen gewarnt wird, zuläßt, indem diese Kommission ein Handelsgesetz CETA versucht inkraft zu setzen, ohne (oder nur nach nachträglicher Info/Abstimmung) die Bürger der EU, die von dieser Entscheidungung massiv betroffen sein könnten, zu berücksichtigen.
Das alles ist weniger wichtiger als der Rechtskurs einer deutschen (oder französichen, britischen, holländischen, .... etc.) Splitterpartei.
Wenn wir weiter schlafen, ist nicht nur der Rechtsruck unaufhaltsam, sondern auch die sog. Demokratie futsch, aus, Feierabend.

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Stäffelesrutscher 06.07.2016, 00:18
76.

Kein Problem! Die einen können sich als »Alles fürchterliche Demagogen« und die anderen als »Deppen für Adolf« konstituieren.

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m.m.s. 06.07.2016, 00:19
77. Werbung

Da wird knallhart das geplante Programm durchgezogen, die Sache bis zum Herbst untersucht, eine Entscheidung getroffen, und dann werden sich alle wieder zusammenraufen.

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plutinowski 06.07.2016, 00:19
78. ..................

Zitat von B.Buchholz
Die EU in der Form, zu der sie sich nun gemausert hat, gabs mitnichten seit 60 Jahren. Was es gab, waren demokratische Nationalstaaten mit EWG, dann langsam mit einer zentralistischen Krake, die immer mehr Macht an sich reißt. Diesen Quatsch, dass die nationalstaatlichen Demokratien, die keinen Krieg untereinander führten und führen, ihre eigene Souveränität zugunsten diesen zentralistisch-planwirtschaftlichen Superstaats aufgeben müssten, damit dieser Frieden gesichert werde, ist nichts als unhistorische Propaganda.
Die EU gibt es in dieser Form natürlich nicht seit 60 Jahren, aber der Europäische Einigungsprozess begann in den 50er Jahren, also vor 60 Jahren. Der europäische Aussöhnungsprozess, die deutsch-frz. Freundschaft 1963 usw. sind Meilensteine auf dem Weg zur europäischen Einigung gewesen, die in der Tat einen möglichen Krieg - sagen wir - extrem erschwert haben.
Bei der EU ging es nicht darum, einen "zentralistisch-planwirtschaftlichen Superstaat" zu schaffen, sondern darum, bestimmte, genau definierte Kompetenzen gemeinsam - und damit eben auf EU-Ebene - auszuüben. Warum? Weil es in zunehmendem Maß Probleme gibt, die nicht auf nationalstaatlicher Ebene lösbar sind (Klima, Terrorismus, Finanzen...) Dieser Grundgedanke ist ja durchaus sinnvoll und vernünftig. Dass hierbei auch übers Ziel hinausgeschossen wird - geschenkt. Das muss verbessert bzw. abgestellt werden.

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mmmc125303008833654 06.07.2016, 00:20
79. Welche der beiden Gruppen

Zitat von josipawa
Bei neuen Gruppierungen muss man damit rechnen, dass es Flügelkämpfe gibt, spannend ist hier der Ausgang des selben. Sollte sich die Gruppe durchsetzen, die wirklich fest auf dem Boden des GG steht, so könnte sich eine echte Alternative zu den bestehenden Parteien entwickeln. Das würde der Politikkultur und der Demokratie in diesem Land gut tun.
scheinen Ihre Meinung nicht auf dem Boden des GG zu stehen?
Die , welche die Meinungsfreiheit eines Herrn Gedeons höher bewerten, als die Parteiräson? Oder die, welche die Parteiräson akzeptieren?
Dem Parteiprogramm sind alle beide verpflichtet.
Oder ist dieses GG widrig?

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