Forum: Politik
Machtkampf in Venezuela: Jetzt oder nie
Miguel Gutierrez/EPA-EFE/REX

Mehr als hunderttausend Menschen drängten sich allein in Caracas: Im Kampf um die Macht in Venezuela mobilisierten Herrscher Maduro und sein Widersacher Guaidó am Samstag die Massen. Entscheidet sich ihr Machtkampf auf der Straße?

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butzibart13 03.02.2019, 08:26
20. Jung gegen alt

Es scheint so, wenn man sich Interviews mit Personen aus der Bevölkerung in diversen Medien anhört und anschaut, dass es sich um ein Kampf zwischen verknöcherten Alten, Militär in Führungspositionen, Milizen als Maduro-Befürworter auf der einen Seiten und jungen, perspektivlosen Leuten als Maduro-Gegner auf der anderen Seite handelt. Man sieht dies auch am Alter an den beiden Führungspersonen, Maduro und Guaido: Letzterer ist bestimmt kein Wunderheiler für Venezuela, aber man sollte ihm in dieser desolaten Lage eine Chance geben. Viele Linke halten sich aber lieber an das angeblich sozialistische, in Wirklichkeit korrupte Drogenkartell an der Spitze des Landes.

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chaosimall 03.02.2019, 08:26
21. Der Sozialismus von Chávez

hätte ein Vorbild sein können. Das Problem ist Maduro selbst. Er kann es einfach nicht. Wirtschaftet das Land in den Ruin, die Menschen in bitterste Armut und rettet sich in eine Diktatur. In dieses Vakuum wollen nun die Raubritter hineinstoßen und sich bedienen. Das kann auch nicht der Weg sein. Aber so wie es Maduro treibt geht es auch nicht weiter.

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ezet 03.02.2019, 08:26
22.

Zitat von orge
Ich muss sich schon sehr über das Demokratieverständnis beim Spiegel und in Deutschland wundern. Maduro hat die Präsidentschaftswahl gewonnen. Was sich in Venezuela und in ganz Südamerika seit mindestens 2014 abspielt sind Umsturzversuche der USA. Argentinien, Braslien, Paraguay, überall wurden demokratisch gewählte sozialdemokratische Regierungen nach massiven wirtschaftlichen Druck und Propaganda in den gleichgeschalteten us-freundlichen Medien parlamentarisch geputscht um amerika- und wallstreetfreundliche Mitterechtsregierugen zu installieren. Denken sie mal darüber nach, warum sich die Amerikaner immer dann für das funktionieren der Demokratie in anderen Ländern interessieren, sobald diese selbstbestimmt über ihre Ölvorkommen verfügen möchten.
Maduro wurde nie demokratisch gewählt. 1. Er hätte laut Verfassung als Interimspräsident gar nicht zu seiner ersten Wahl antreten dürfen.
2. Maduro ist in Kolumbien geboren. Deswegen ist er als Präsident gar nicht wählbar. Er hat nicht das Gegenteil beweisen können, weil es eben keine Beweise dazu gibt. Für seine Geburt in Kolumbien gibt es Zeugen, die allerdings untertauchen mussten.
3. Mit dem Argument, es gehe nicht um Demokratie, zuerst müsste man die kommunistische Revolution erfolgreich durchführen, wurden die Wahlen gefälscht. Die Firma, welche die Geräte zu den elektronisch durchgeführten Wahlen geliefert hatte, distanziert sich, weil ihre Geräte manipuliert wurden.
4. Als dann wegen der überwältigenden Gegnerschaft gegen Maduro und trotz der Fälschungen durch demokratische Wahlen die Opposition im Parlament die Mehrheit errungen hatte, wurde dieses von Maduro aufgelöst. Dazu hatte er gar nicht das Recht. Stattdessen hat er ein Schattenparlament mit eigenen Parteigängern ernannt und sich von diesem "Parlament" alle Vollmachten ausstellen lassen. Das ist DER Staatsstreich, der jetzt rückgängig gemacht werden muss.
5. Demokratisch gewählten Bürgermeistern und Gouverneuren wurden von Maduro und den kommunistischen Staatsanwälten umgehend fadenscheinige Prozesse angehängt, sie des Amtes enthoben, bevor sie es überhaupt antreten konnten und durch Parteikader Maduros ersetzt.
Ich frage höflich: Sieht so "Demokratie" aus?

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PeaceNow 03.02.2019, 08:32
23. @mig68

Der Brüller des Tages Ihr Bejamern der sehr schweren ökonomischen und sozialen Lage in Venezuela, aber OHNE zu erwähnen das das Land seit nun 10! Jahren massiv von USA/EU und deren südamerikanischen Vasallen sanktioniert wird und seit letzter Woche die USA die letzte Lebensader, den Ölsektor, auch noch sanktionieren, was die Not der 30 Millionen Venezuelaner weiter verschlimmert.
Ist das der westliche Humanismus?
DAS ist der Hauptgrund für die prekäre Lage, natürlich neben der üblichen Korruption und sozialistischer Misswirtschaft.

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Meconopsis 03.02.2019, 09:09
24. Wo sind die Videos ?

Zitat von ezet
Nicht nur in Caracas! Habe von Freunden in Bocono (ein Städtchen in den Anden) Videos erhalten. Tausende ziehen Fahnen schwenkend und tanzend durch die Strassen und rufen "Befreiung".
Wo sind die Videos, warum stehen sie nicht auf Youtube ? Überall sind nur die zwei großen Demos in Caracas zu sehen. Normalerweise wird doch immer gleich alles hochgeladen. Ich glaube schon, dass sehr viele Venezolaner Maduro und den Chavismus loswerden wollen, aber ich lasse mir nicht so schnell einreden, dass es die große Mehrheit ist. Die meisten Menschen (fast überall auf der Welt) sind unpolitisch, allenfalls ab einem bestimmten Punkt laufen sie irgendwo mit. Die, die als erstes auf die Straße gehen, haben meist konkrete Interessen - etwas zu gewinnen, oder etwas zu verlieren. Und das Ausland mischt sich massiv ein. Darum ist jede Meldung mit großem Mißtrauen zu begegnen, egal, von welcher Seite die Informationen kommen.

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rosskal 03.02.2019, 09:23
25.

Zitat von mig68
bekennt sich auch zum neuen Interims-Präsidenten. Tag für Tag verliert die Regierung Funktionäre, die es sich nicht mehr weiter anschauen wollen, wie das Land in den Abgrund stürzt. Jeder venezolanische Funktionär hat Familie, die leidet, keine Nahrungsmittel, keine Medizin, noch nicht mal die kubanische, da sich die kubanischen "Ärzte" über Kolumbien in die USA absetzen. Das einzige was leider bleibt, sind kubanische Militärs. Unabhängigkeit? Kubanische, Russische und Chinesische Invasion seit Jahren...
Sie können sich bedauerlicherweise gar nicht vorstellen, dass der CIA gezielt nach Funktionären sucht, um sie "umzudrehen"? Schauen Sie bitte mal in die Geschichte, dann verstehen Sie vielleicht etwas mehr von dem durch die öl- und machtgierigen USA initiierten Regime-Change.

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h.hass 03.02.2019, 09:29
26.

Zitat von PeaceNow
Der Brüller des Tages Ihr Bejamern der sehr schweren ökonomischen und sozialen Lage in Venezuela, aber OHNE zu erwähnen das das Land seit nun 10! Jahren massiv von USA/EU und deren südamerikanischen Vasallen sanktioniert wird und seit letzter Woche die USA die letzte Lebensader, den Ölsektor, auch noch sanktionieren, was die Not der 30 Millionen Venezuelaner weiter verschlimmert. Ist das der westliche Humanismus? DAS ist der Hauptgrund für die prekäre Lage, natürlich neben der üblichen Korruption und sozialistischer Misswirtschaft.
Genau, es kann ja nicht sein, dass ein Land von pseudolinken Autokraten und Diktatoren, die nur in die eigene Tasche wirtschaften, zugrundegerichtet wird. Es muss dann immer DER WESTEN schuld sein.

Eine einfache Lösung für Venezuela gibt es gewiss keine. Und eine Trump-Marionette als Präsidenten haben die Venezoelaner auch nicht verdient. Aber Maduro, der sich nur noch durch die Hilfe lupenreiner Demokratien wie Russland oder China an der Macht halten kann, hat jede Legitimation verloren.

Um die Wirtschaft des Landes zu zerstören, brauchten Chavez und Maduro gewiss nicht die pöhsen Amis und Europäer. Das haben sie von ganz alleine geschafft.

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damianschnelle 03.02.2019, 09:33
27. @PeaceNow

Komplett sanktionieren die USA nie. So auch hier nicht. Ausnahme ist das Schweröl, weil es ja verschiedene US Firmen brauchen. Genauso läuft das auch im Iran, hier mit Ausnahmeregelungen ausschließlich für US Firmen, z.B. Microsoft.

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Ontologix II 03.02.2019, 09:45
28. Wieder einmal das Öl

Zitat von r.wassmann
Deutschland und auch alle anderen Länder der Welt haben nicht das Recht, sich in die inneren Angelegenheiten von anderen Ländern einzumischen. Die USA haben sich in den vergangenen 60 Jahren in so vielen Ländern, die meistens einen demokratisch gewählten Staatschef hatten (siehe Chile) eingemischt und meistens ein Chaos hinterlassen. Die Europäer sollten endlich damit aufhören, sich zum Handlanger der USA zu degradieren! Reinhold Waßmann
Wenn sich die USA in die Politik anderer Länder einmischen, spielen oft deren Ölreserven die entscheidende Rolle. So auch diesmal. Beispiele aus der neueren Geschichte: Iran 1953, Kuweit 1990 und Irak 2003.

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mcflue 03.02.2019, 09:50
29. Busfahrer des Grauens

Wer es recht schlecht mit dem Sozialismus meint, der wünscht diesem Busfahrer des Grauens und seiner korrupten Gang noch ein langes Wirken in Venezuela. Wer es aber gut meint mit der Bevölkerung, mit den über 3 Millionen Flüchtlingen, der wünscht Maduro und seine fantasievoll dekorierten Freunde aus dem Militär nun endlich in die Wüste. Und wer an dieser Stelle oder anderswo so heftig von "Einmischung" und "Dialog" schreibt, der muss sich fragen, wie ein geknechtetes und hungriges Volk, welches obendrein von seinen Ressourcen abgeschnitten ist, seinen Diktator loswerden soll, wenn nicht mit Unterstützung.

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