Forum: Politik
Machtkampf in Venezuela: Jetzt oder nie
Miguel Gutierrez/EPA-EFE/REX

Mehr als hunderttausend Menschen drängten sich allein in Caracas: Im Kampf um die Macht in Venezuela mobilisierten Herrscher Maduro und sein Widersacher Guaidó am Samstag die Massen. Entscheidet sich ihr Machtkampf auf der Straße?

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alphajet 03.02.2019, 12:52
60. Ihr Demokratieverständnis......

Zitat von r.wassmann
Deutschland und auch alle anderen Länder der Welt haben nicht das Recht, sich in die inneren Angelegenheiten von anderen Ländern einzumischen. Die USA haben sich in den vergangenen 60 Jahren in so vielen Ländern, die meistens einen demokratisch gewählten Staatschef hatten (siehe Chile) eingemischt und meistens ein Chaos hinterlassen. Die Europäer sollten endlich damit aufhören, sich zum Handlanger der USA zu degradieren! Reinhold Waßmann
Und ich muss mich über Ihr Demokratieverständnis wundern. In Argentinien und Basilien gab es demokratische Wahlen, bei denen die rechte Opposition gesiegt hat. Und warum? Nicht wegen der bösen, bösen USA, sondern weil die Mehrheit der Menschen dort die Nase voll von den unfähigen linken Regierungen Cristina Fernández de Kirchner und Dilma Rousseff hatte. Und - jetzt müssen Sie besonders tapfer sein - weil die Menschen in Argentinien und Brasilien absolut keine Lust hatten, ihre Länder zu einem neuen Venezuela werden zu lassen. Ja, das abschreckende Beispiel Venezuelas war der beste Wahlhelfer für die Siege der Rechten in Argentinien und Brasilien und den anderen Ländern Südamerikas. Denken Sie mal darüber nach, warum wohl...…

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curious75 03.02.2019, 12:53
61. welcher Regime Change in Venezuela?

Zitat von juba39
Wer allerdings sein Wissen, incl. des Wordings, aus solchen Artikeln zieht, kann nur überall Russentrolle sehen. Sogar bei solchen Quellen wie der ARD. Warum das? Die Tagesschau brach gestern mit einer langen Tradition. Audioberichte ihrer Auslandskorrespondenten, die man am Morgen im Regionalprogramm des RBB hören konnte, waren im Tagesverlauf online nachlesbar. Nicht so gestern. Ein Bericht von Anne-Katrin Mellmann (ARD-Mexiko) ist online bis heute nicht aufgetaucht. Dafür sind jetzt die Berichte der ARD diesem hier zum Verwechseln ähnlich. Was schreibt denn Frau Mellmann so schreckliches? Sie befaßt sich sehr kritisch mit der Regimechangepolitik der USA in deren "Hinterhof" Lateinamerika, beginnend mit Guatemala 1954, über Chile, Grenada, Panama, Nicaragua bis eben Venezuela. Und das, öffentliche Kritik an den Demokratisierungsbestrebungen der USA, das geht schon mal gar nicht! Kann sich also, siehe oben, nur um russische Propaganda von Putintrollen handeln. Jetzt sogar schon in den ÖR!
Bitte belegen Sie welche Regierung(en) die USA in Venezuela ausgewechselt haben? Welche??? Mir ist keine bekannt! Oder haben die bösen Imperialisten etwa die Regierung Chavez installiert um das Land langfristig abzuwirtschaften, so dass man es dann für ein Butterbrot übernehmen kann???? Ach ja, das waren ja gar nicht die Russen oder die Chinesen, das waren die USA, die durch die Russen und die Chinesen gehandelt haben... Gehen Sie doch einfach nach Venezuela und sprechen Sie mit den Menschen vor Ort. Das kann helfen die eigene verzerrte Wahrnehmung wieder gerade zu rücken. Bitte nehmen Sie doch einfach zur Kenntnis, dass Venezuela als Beispiel von imperialer Politik in den letzten Jahrzehnte nicht taugt. (Da gibt es durchaus eindeutige Fälle, aber Venezuela zählt NICHT dazu!) DIe USA waren völlig damit zufrieden, Öl von Venezuela zu importieren, was die Regierung Chavez den bösen Imperialisten auch nur zu gerne verkauft hat. That`s it, Alles andere haben die Venezuelaner höchstselbst verusacht und das in einem Land, in dem eigentlich sprichwörtlich Milch und Honig fließt. Aber klar: Das passt ja nicht in das Weltbild derer, die die USA immer als Satan sehen. Sämtliche Groß/Weltmächte agieren häufig destruktiv und destabilisierend. Aber unter dem Schutzschirm der USA haben wir uns in Deutschland ganz prächtig entwickelt, so dass Sie, wenn Sie es nur wollen würden, sich leisten könnten in den Flieger zu steigen und sich das Drama vor Ort anzuschauen. Wenn die USA weiter so dramatisch an Einfluss verlieren, dann füllen andere das Vakuum (Russland udn China) Das wird ein Fest, da werden wir alle vor Freude weinen... (Ironie aus)

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curious75 03.02.2019, 12:56
62. Es war nicht nur Maduro

Zitat von chaosimall
hätte ein Vorbild sein können. Das Problem ist Maduro selbst. Er kann es einfach nicht. Wirtschaftet das Land in den Ruin, die Menschen in bitterste Armut und rettet sich in eine Diktatur. In dieses Vakuum wollen nun die Raubritter hineinstoßen und sich bedienen. Das kann auch nicht der Weg sein. Aber so wie es Maduro treibt geht es auch nicht weiter.
der das Land abgewirtschaftet hat. Das war auch Chavez. Zur Zeiten von Chavez gab es nur auch Phasen, in denen der Preis für Erdöl noch hoch war und die INfrastruktur nicht ganz so kaputt war. Der Fehler liegt im System Chavez. Dieses lautete. Die natürlcihen Ressourcen ohne Rücksicht ausbeuten und davon Almosen bezahlen. An Aufbau einer Infrastruktur, Landwirtschaft und Tourismus wurde nicht gedacht. Kurzum: Keinerlei Nachhaltigkeit und Idee wie man das Land entwickeln könnte

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curious75 03.02.2019, 13:02
63.

Zitat von cum infamia
...mir geht es wie ca. 90 % der Foristen: Vor kurzem wusste ich noch nicht, wie man Venezuela schreibt und wo es liegt, aber heute kann ich eine genaue Analyse der Politik abgeben und weiß genau, wer die "Guten" sind. Danke.
Ein sehr kluger Beitrag : Respekt! Ich wünsche uns allen, dass Venezuela einst wieder so stabil sein wird, dass man dorthin reisen kann. Dieses Land ist wunderschön und einzigartig, wovon ich mich 5 Mal überzeugen durfte (auch noch vor Chavez). Angesichts der Entwicklung der letzten 25 Jahre blutet mir das Herz!

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curious75 03.02.2019, 13:12
64. Sie spielen das alte Lied....

Zitat von el_flo
Wie damals in Kuba wird im Westen das alte antisozialistische Lied gespielt: der Sozialismus habe das Land heruntergewirtschaftet. Dass die USA schon seit Jahren massiv gegen Venezuela vorgeht und mit allen Mitteln versucht, das Land zu ruinieren wird natürlich verschwiegen oder als Propaganda der bösen Sozialisten abgetan. Der Fall ist klar: ein sozialistisch geführtes Land darf auf keinen Fall erfolgreich sein - was hätte das sonst für eine Signalwirkung für die Armen und Unterdrückten dieser Welt, „die stets man noch zum Hungern zwingt!“
der Sozialisten, die ihr eigenes Versagen auf die bösen Kapitalisten schieben. Ich persönlich glaube auch, dass wir auf dieser Welt vielmehr auf Fairness und Ausgleich und Schutz unseres Planeten setzen müssen und dass unser jetziges globales Wirtschaftssystem dem im Wege steht. Aber der Sozialismus a la Chavez, a la DDR , a la Kuba und a la Sowjetunion, a la Nordkorea ist gescheitert und funktioniert noch weniger. Im Gegensatz zum Kapitalismus hat der Sozialismus zur Unfreiheit und zum materiellen Niedergang breitester Schichten geführt und die Umwelt wurde wohl noch stärker zerstört als im Herzen des Kapitalismus... Kurzum: Der Sozialismus war vielleicht eine schöne Utopie, hat aber im Praxistest wiederholt versagt. Das letzte eindrucksvolle Beispiel ist Venezuela und weil das einmal mehr dem Sozialisten so richtig weh tut schiebt er reflexartig die Schuld auf die Kapitalisten und nicht auf jene, die gleicher sind als "das Volk".

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curious75 03.02.2019, 13:22
65. @maynard_k

Zitat von maynard_k.
[Deutschland hat jedes Recht, wie andere Länder auch, eine Regierung anzuerkennen oder abzulehnen. DIe Regierung Maduro ist ilegitim, da es keine freien Wahlen gab.] Klar hat sie das Recht dazu aber soll sie jetzt jedem Regierungschef die Legitimität absprechen der nicht nach westlichen Maßstäben demokratisch gewählt wurde? Was wird das denn für ein Chaos! Und das alternativ nur bei ausgewählten rohstoffreichen Staaten zu tun, nimmt dem ganzen natürlich den moralischen Anstrich!
Ich maße mir hier nicht an, die universell gültige Handlungsanweisung zu geben, welche Regierung man anerkennen sollte und welche nicht. Auch ist mir klar, dass in der deutschen Politik Doppelmoral durchaus eine Rolle spielt. Aber hier geht es darum , dass ein Parlamentsmitglied der letzten halbwegs demokratischen Wahl in einem Land die Legitimität eines Präsidenten in Frage stellt, der offensichtlich nicht frei gewählt wurde. Es gibt also einen offenen Machtkampf in Venezuela und zwei Parteien, die für sich in Anspruch nehmen legitim zu handeln. Daher müssen sich andere Länder entscheiden, wessen Anspruch sie als legitim betrachten wollen und die deutsche Regierung hat sich hier m.E. nach auch im Interesse des venezuelanischen Volkes sowohl formal als auch moralisch souverän für die richtige Seite entschieden. Die deutsche Regierung sollte nicht jeder ilegitimen Regierung die Legitimität absprechen, (das wäre unrealistisch), aber sehr wohl jenen, deren Legitimität von innen heraus per Machtkampf in Frage gestellt wird. Hier ist die deutsche Regierung durch die tagesaktuelle Entwicklung gezwungen Stellung zu beziehen.

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Melanthes 03.02.2019, 13:38
66. Korrekt, Chavez und Maduro waren erfolgreicher, als sie je erwarteten

Zitat von alphajet
Und ich muss mich über Ihr Demokratieverständnis wundern. In Argentinien und Basilien gab es demokratische Wahlen, bei denen die rechte Opposition gesiegt hat. ... das abschreckende Beispiel Venezuelas war der beste Wahlhelfer für die Siege der Rechten in Argentinien und Brasilien und den anderen Ländern Südamerikas.
Denn sie haben im Alleingang ganz Südamerika erläutert, warum sozialistische Revolutionsromantik nichts als ein Rezept für ein Desaster ist

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Emderfriese 03.02.2019, 14:28
67. Überall

Zitat von Melanthes
Denn sie haben im Alleingang ganz Südamerika erläutert, warum sozialistische Revolutionsromantik nichts als ein Rezept für ein Desaster ist
"Sozialismus" ist zunächst einmal nur ein Wort. Wenn armen Bauern aber die Großgrundbesitzer ihre Ländereien wegnehmen, wenn die ungerechte Verteilung der Bodenschätze und deren alleinige Ausbeutung durch wenige die übrige Bevölkerung arm macht, wenn Indios aus ihren Wäldern vertrieben werden, um dort die Natur auszubeuten - dann füllt sich plötzlich dieser Begriff mit fassbaren Gegebenheiten. Diese ungerechten Gegebenheiten zu ändern ist der Hintergrund des "Sozialismus", und in diesem Sinne wird er früher oder später die Welt verändern. Auch in Südamerika - oder gerade da!

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rrv.vogt 03.02.2019, 14:39
68. Mehr noch

Zitat von Melanthes
Denn sie ( die Chavisistas ) haben im Alleingang ganz Südamerika erläutert, warum sozialistische Revolutionsromantik nichts als ein Rezept für ein Desaster ist.
Die Chavistas in Venezuela haben m.E mit dazu beigetragen, dass linke Regime weltweit so sehr in Misskredit geraten sind, dass sozialdemokratische Parteien heute kaum noch mitregieren können.
(Siehe Österreich, Frankreich, Niederlande, GB, Schweden, Finnland ..................)

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korrekturen 03.02.2019, 14:47
69. @curious

Was Sie sagen hat wenig mit der Wirklichkeit zu tun. Der Wirtschaftswissenschaftler Mark Weisbrot ist ziemlich nüchtern und vernünftig und nicht alles, was er sagt wird bei der Linken Gefallen finden, aber er erklärt wohl, wie die US sich in Venezuela ständig einmischen und sich nie für friedliche Lösungen einsetzen. Weisbrot ist auch sehr gut vertraut mit der Region.

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