Forum: Politik
Machtkampf in Venezuela: Jetzt oder nie
Miguel Gutierrez/EPA-EFE/REX

Mehr als hunderttausend Menschen drängten sich allein in Caracas: Im Kampf um die Macht in Venezuela mobilisierten Herrscher Maduro und sein Widersacher Guaidó am Samstag die Massen. Entscheidet sich ihr Machtkampf auf der Straße?

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musiú39 03.02.2019, 14:52
70. zum Erdöl - Teil 1

Von der Verstaatlichung der Erdölindustrie 1976 unter C.A.Pérez und Gründung der 100% nationalen PDVSA mit dem Bau von modernsten Raffinerien bis zum katastrophalen, entscheidenden Fehler von Chávez, fast die Hälfte der hochqualifizierten Mitarbeiter zu entlassen und sie durch seine Mitläufer zu ersetzen, die vom Erdölförderung und der Raffinerietechnik kaum Ahnung hatten, aber sofort wussten, wie man sich die Taschen vollmacht, haben PDVSA und US- und andere internationale Firmen zur großen gegenseitigen Zufriedenheit profitiert. PDVSA war bis dahin eine der bestgeführten staatlichen Petroleumgesellschaften der Welt! Eigene Erfahrung, war Jahre mein bester Kunde!
Es geht mir nicht um nordamerikanische Politik in Vergangenheit oder Gegenwart, sondern um die Frage, wie den Venezolanern sofort geholfen werden kann. Das sind natürlich nötigste Hilfslieferungen (Maduro lässt bisher keine ins Land) und das Re-vamping (auf Vordermannbringen) der Ölförderung (venezolanische Quellen sind problematisch, müssen ständig gewartet werden – nicht so einfach wie in Arabien!) und der Raffinerien, die das eigentliche Geld bringen. Heute laufen diese mit kaum 25% ihrer Kapazität und der Staat importiert 75% des Benzins und subventioniert es auf so gut wie Null.

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ach 03.02.2019, 14:55
71.

Zitat von korrekturen
Dass Europa Gaido unterstützt wundert mich sehr. Hat man keine Ahnung was in Venezuela los ist? Max Blumenthal und Dan Cohen erzählen mit Details in einem grossartgem Artikel, wer Gaido ist : The making of Juan Gaido. https://consortiumnews.com/2019/01/29/the-making-of-juan-guaido-us-regime-change-laboratory-created-venezuelas-coup-leader/
Weiß nicht, ob die Vorgeschichte dort jetzt wirklich objektiv dargestellt ist - es fällt allerdings auf, daß man sonst nicht über Gaidos politischen Weg informiert wird.
So, wie man auch relativ wenig erfahren konnte, was zwischen Gaidos Ausrufung und der Demo gestern im Land passierte.

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musiú39 03.02.2019, 14:57
72. Erdöl Teil 2

Ob es passt oder nicht, die US-Amerikaner sind nun einmal die mit dem besten Knowhow für die Erdölindustrie und kennen Venezuela aus dem ff (LAGOVEN war EXXON und MENEVEN MOBIL, MARAVEN war SHELL). Natürlich würden sie mit ihrer Arbeit Geld machen, aber dass sie sich das ganze Öl dort aneignen wollen, ist hanebüchener Unsinn. Beide würden – wie zuvor schon – profitieren!
Mit ein wenig Diplomatie könnte man auch die Russen und Chinesen mit an Bord holen: immerhin müssen die von ihnen gewährten und längst verfrühstückten Kredite durch noch jahrzehntelange Öllieferungen bezahlt werden. Das geht eben nur bei sprudelnden Quellen, die heute gerade mal ein Drittel der Vor-Chávezzeit liefern.
Hier noch ein Wort zu den tollen Sozialprogrammen von Chávez, wofür ja das Öl angeblich komplett genutzt wurde: wenn ich den Mittelstand und einen großen Teil der Lebensmittelproduktion kaputt mache, muss ich die dann Arbeitslosen ernähren, lasse sie an misiones teilhaben und entferne sie so aus der Arbeitslosenstatistik. Dann glaubt sogar eine Frau Wagenknecht, Venezuela sei das Land wo der Sozialismus funktioniert (ihr Interview mit der SZ).
Das geht eben nur so lange, wie das Geld reicht....

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garfield 03.02.2019, 15:10
73.

Zitat von cum infamia
...mir geht es wie ca. 90 % der Foristen: Vor kurzem wusste ich noch nicht, wie man Venezuela schreibt und wo es liegt, aber heute kann ich eine genaue Analyse der Politik abgeben und weiß genau, wer die "Guten" sind. Danke.
Herzlichen Glückwunsch. Da haben Sie Vielen etwas voraus. Ich sehe momentan nur mehrere schlechte Optionen, deren Vertreter um die Gunst der Venezolaner buhlen. Aber zumindest die Wahl zwischen einer Regierung, die die Einnahmen, als sie noch sprudelten, wenigstens zu einem beträchtlichen Teil dazu benutzten, die Armut zu lindern (wenn auch nicht durch nachhaltige Maßnahmen) und einer in sich zerstrittenen Truppe, die mit den USA abspricht, wie man mit deren - auch militärischen - "Hilfe" die Macht übernehmen und die Einnahmequellen wieder privaten Konzernen in den Rachen schmeißen könnte, fällt auch mir nicht allzu schwer - wie gesagt, so lange sich keine besseren Alternativen bieten.

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korrekturen 03.02.2019, 15:17
74. @ach

Sie sagen, dass Sie wenig über Gaido wissen. Aber warum dann lesen Sie nicht den Artikel von Max Blumenthal über ihn? Der Artikel ist einfach großartig.

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Oliver Sprenger de Montes 03.02.2019, 15:36
75. Wirklich wahr?

Zitat von ezet
Maduro ist in Kolumbien geboren. Deswegen ist er als Präsident gar nicht wählbar. Er hat nicht das Gegenteil beweisen können, weil es eben keine Beweise dazu gibt. Für seine Geburt in Kolumbien gibt es Zeugen, die allerdings untertauchen mussten.
Wäre ja der Hammer. Wußte ich bisher auch noch nicht. Gibt es dafür Quellen/Belege?

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korrekturen 03.02.2019, 15:46
76. @ach

Entschuldigung, jetzt sehe ich, dass Sie den Artikel gelesen haben. Trotzdem verstehe ich Sie nicht. Ich glaube, dass das, was der Artikel über ihn sagt sehr relevant ist und hilft sehr die Lage in Venezuela zu verstehen.

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biesi61 03.02.2019, 16:09
77. Parteiische Berichterstattung zugunsten eines Putschisten.

Ich muss mehrmals nachsehen, aber ich bin wirklich auf der Seite von Spiegel-Online. Da laufen die US-hörigen Transatlantiker mal wieder zur Höchstform auf. Und zerstören die Glaubwürdigkeit der Gesamtredaktion! Möge es den Venezuelanern gelingen, diesen offen kolonialistischen Angriff aus den USA, der im Land nur wenige Anhänger mobilisiert (wie man hier leider nur zwischen den Zeilen mühsam suchen muss), erfolgreich abzuwehren!

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Urban Spaceman 03.02.2019, 16:25
78. Unglaublich

... wie viel Sympathie für einen Diktator manche hier zeigen. Hauptsache antikapitalistisch. Ob er Wahlen fälscht, das Volk hungert oder seine Mordbanden wüten, ist dann vollkommen unerheblich.

Diese Apologeten ignorieren auch, dass Maduro und seine Entourage vollkommen korrupt und unfähig sind.

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musiú39 03.02.2019, 17:45
79. zu Nr 73 garfield

Die in Venezuela und außerhalb erzielten Einnahmen wurden schon seit 1976 der seitdem zu 100% in Staatsbesitz befindlichen PDVSA "in den Rachen geschmissen" und so sollte es eigentlich auch bleiben!

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