Forum: Politik
Machtkampf in Venezuela: Jetzt oder nie
Miguel Gutierrez/EPA-EFE/REX

Mehr als hunderttausend Menschen drängten sich allein in Caracas: Im Kampf um die Macht in Venezuela mobilisierten Herrscher Maduro und sein Widersacher Guaidó am Samstag die Massen. Entscheidet sich ihr Machtkampf auf der Straße?

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rainbow-warrior999 03.02.2019, 17:55
80. Einspruch @ Urban Spaceman

Zitat von Urban Spaceman
... wie viel Sympathie für einen Diktator manche hier zeigen. Hauptsache antikapitalistisch. Ob er Wahlen fälscht, das Volk hungert oder seine Mordbanden wüten, ist dann vollkommen unerheblich. Diese Apologeten ignorieren auch, dass Maduro und seine Entourage vollkommen korrupt und unfähig sind.
Es geht nicht um Sympathie für eine Diktatur,- zumindest mir nicht ,- aber sehr wohl um Zusammenhänge und Hintergründe. Klar hat Maduro oder seine Entourage Fehler gemacht und ich heiße auch Repression von Opposition nicht gut. (Dasselbe gilt dann allerdings auch für Brasilien,- bin mal gespannt, wie korruptionsfrei der Tropen-Trump und selbsternannte "Saubermann" Messias Bolsonaro ist,- oder Saudi-Arabien ). Was sich für mich an der ganzen Sache von Anfang an nicht gut anfühlt, ist z.B. das sich jemand selbst zum Präsident ernennt, ohne dafür demokratisch legitimiert zu sein. Außerdem das er umgehend von den USA und anderen anerkannt wird.

Man muss kein Maduro-Fan sein , aber auch ich empfinde das fordernde Ultimatum von USA (seit wann ging es den USA je um "echte Demokratie" bei ihren Interventionen ?) und EU übergriffig - deeskalierende Diplomatie sieht anders aus.
Maduro hat insofern rein sachlich recht :
"Das ist so, als ob ich der EU sagen würde: 'Ich gebe Euch sieben Tage Zeit, um die Republik von Katalonien anzuerkennen, oder ich ergreife Maßnahmen'". Internationale Politik könne nicht auf Ultimaten basieren.

Übrigens Ihre Behauptung , einige Foristen bzw. Apologeten hier würden Sympathien für einen Diktator haben, kommt mir bekannt vor ;-)
2003 habe ich und viele andere gegen den völkerrechtswidrigen Irakkrieg von George Dabbeljuh Bush demonstriert. Mir wurde von einem verärgerten Zeitgenossen damals gesagt: "Sie verteidigen einen stalinistischen Diktator (damals Saddam Hussein) !" Finde den Unterschied...:-) !

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bürgerl 03.02.2019, 18:02
81. Venezuela

Zitat von mcflue
Wer es recht schlecht mit dem Sozialismus meint, der wünscht diesem Busfahrer des Grauens und seiner korrupten Gang noch ein langes Wirken in Venezuela. Wer es aber gut meint mit der Bevölkerung, mit den über 3 Millionen Flüchtlingen, der wünscht Maduro und seine fantasievoll dekorierten Freunde aus dem Militär nun endlich in die Wüste. Und wer an dieser Stelle oder anderswo so heftig von "Einmischung" und "Dialog" schreibt, der muss sich fragen, wie ein geknechtetes und hungriges Volk, welches obendrein von seinen Ressourcen abgeschnitten ist, seinen Diktator loswerden soll, wenn nicht mit Unterstützung.
Glauben sie wirklich im Ernst das die USA auch nur eine Sekunde ein interesse an dem Wohlergehen der Venezueler hat . Die interessiert nur die Kontrolle über das Öl Venezuelas . Die interessierensich doch sonst überall auf der WELT auch nicht ob die Leute verhungern .

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denkogel 03.02.2019, 18:38
82.

Zitat von Oliver Sprenger de Montes
Wäre ja der Hammer. Wußte ich bisher auch noch nicht. Gibt es dafür Quellen/Belege?
Das ist ja das Schöne: Viele hier benötigen für so etwas keine Belege. Oder es wird sich auf Wikipedia berufen. So oder so würde ich empfehlen, nicht nur nach Belegen für die Behauptungen zu suchen, sondern auch Gegendarstellungen, Begründungen von Skepsis usw. zur Kenntnis zu nehmen, und auf jeden Fall die Version der Beschuldigten zu hören. Hier mal ein paar Indizien für Zweifel zu einigen der genannten Punkte: Das nationale Registeramt von Kolumbien hat selbst erklärt, dass die angebliche kolumbianische Geburtsurkunde Maduros, die geleakt wurde, eine Fälschung sei. Die Firma Smartmatic, die die elektronischen Wahlgeräte geliefert hat und einen Wahlbetrug behauptet, hat keine konkreten Beweise vorgelegt. Laut Regierung hatte sie auch gar keinen Zugriff auf die erforderlichen Daten. Zudem gibt es einen zusätzlichen 'analogen' Sicherheitsmechanismus, der elektronische Wahlfälschung ausschließen soll. Die zeitweise Annulierung von Parlamentsbeschlüssen, angeordnet durch das oberste Gericht, resultierte aus dem Vorwurf des Stimmenkaufs in mehreren Fällen. Die Angeklagten hatten sich trotz anderslautender Anordnungen im Parlament vereidigen lassen und den neuen Parlamentspräsidenten mitgewählt. Daraufhin kam die Maßnahme, die in ihrem Gesamtzusammenhang sicher auch zurecht kritisch gesehen wird. Ich will und kann hier gar nicht sagen, wie die Dinge en détail tatsächlich gelaufen sind und wie sie jeweils einzuordnen wären. Mindestens müsste man aber anerkennen, dass es unterschiedliche 'Wahrheiten' gibt, zu all den angesprochenen Fällen. Und im Zweifelsfall gilt die Unschuldsvermutung. Sanktionen und Interventionen sollten zudem nicht auf Spekulationen gegründet werden und sind ohnehin nur die ultima ratio. Die Souveränität eines Landes ist ein hohes völkerrechtliches Gut. Umgekehrt sollte gewiss auch kritische Distanz bezüglich der Berichte über die Verbreitung von Chaos und extremer Gewalt durch oppositionelle Gruppen (darunter, so heißt es, Guaidós Voluntad Popular) eingehalten werden. Wobei diese Stimmen eigentlich überhaupt erstmal wahrgenommen werden müssten, im Sinne der Ausgewogenheit. Stattdessen werden aber fast immer nur gebetsmühlenartig die Behauptungen über die Regierung wiederholt, wobei keine Spekulation zu wild ist, um sie nicht umgehend als Faktum darzustellen oder wenigstens zu erwähnen. Was nicht ins Bild passt, wird gerne mit Konjunktiv II versehen oder ausgeblendet. Ein anderer Forist postete diesen Artikel über doppelte Standards bei der Darstellung der Lage in Venezuela: https://venezuelanalysis.com/analysis/13344. Lesenswert und mit vielen Beispielen!

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Knossos 03.02.2019, 18:43
83. Umstandsbereinigte Darstellung

Die Opposition erhält eine Stimme. Die gegnerischen Demonstranten derweilen sind sowieso nur mit Druck herbei gekarrt.

Da braucht man schon gar kein Größenverhältnis der Demos zueinander zu erwähnen.

Daß das Volk Maduro loswerden will, hat doch klar wie Kloßbrühe zu sein, auch wenn es dazu wieder einmal eines von den USA bestellten Strohmanns und mehr oder weniger freiwilligen Beistands (wie den erzwungenen Spaniens) bedarf. https://elpais.com/internacional/2019/01/31/actualidad/1548964137_349657.html


Den zwanzigjährigen Anteil ach so humanistischer Sabotagekoalition an der wirtschaftlichen Misere in Venezuela sowie speziell Mangel an Nahrung und Medikamenten Dank US-Sanktionsliste nur strikt nicht in der Propaganda erwähnend.
Massive Anstiftung, Unterhöhlung, Korrumpierung und vorausgegangene Mordanschläge sind ja kein Indiz für herbeigeführte Zustände. So etwas verschulden Linke stets selbst.

Muß Merkel eigentlich anrufen, um die Bestellartikel zu lancieren, oder macht das Miteigner Bertelsmann?

Das war die bloßstellendste Katzbuckelei, die ich im SPON bislang gesehen habe.

Niemand, der solch plumpe Meinungsmache aufsetzt, sollte als Journalist gelten. Das ist eine Schmach für das berichtende Metier.

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gorlois7 03.02.2019, 18:55
84.

Man kann ja nur hoffen, dass Putin langsam in die Gänge kommt und
seinen Kumpel auf einen Weg schubst, auf dem sowohl eine militärische Intervention der USA ( man mag es ja nicht glauben!) sowie auch ein Verhungern des Volkes vermieden wird.

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Melanthes 03.02.2019, 19:32
85. Quatsch

Zitat von bürgerl
Glauben sie wirklich im Ernst das die USA auch nur eine Sekunde ein interesse an dem Wohlergehen der Venezueler hat . Die interessiert nur die Kontrolle über das Öl Venezuelas . Die interessierensich doch sonst überall auf der WELT auch nicht ob die Leute verhungern .
Venezuelas Ölproduktion hat sich seit 2000 halbiert und in der gleichen Zeit haben die USA ihre eigene verdoppelt. Die OPEC fährt sogar derzeit die Produktion zurück, damit das amerikanische Überangebot den Preis nicht zu sehr drückt. Interesse der USA an venezolanischem Öl = null. Das von Russen und Chinesen geförderte Chaos in Südamerika ist das eigentliche Thema

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Melanthes 03.02.2019, 19:46
86.

Zitat von Knossos
Den zwanzigjährigen Anteil ach so humanistischer Sabotagekoalition an der wirtschaftlichen Misere in Venezuela sowie speziell Mangel an Nahrung und Medikamenten Dank US-Sanktionsliste nur strikt nicht in der Propaganda erwähnend. Massive Anstiftung, Unterhöhlung, Korrumpierung und vorausgegangene Mordanschläge sind ja kein Indiz für herbeigeführte Zustände. So etwas verschulden Linke stets selbst.
Sozialisten behaupten ja immer, dass alle Probleme von außen kommen. Haben Sie auch nur den kleinsten Beleg für Sabotageaktionen in Venezuela - außer dem Geschwafel des Regimes und natürlich von "Sputnik"?

Laut OPEC hat Venezuela 2017 für 32,075 Milliarden USD Öl exportiert.
https://www.opec.org/opec_web/en/about_us/171.htm

Übrigens auch in die USA. Also bitte, welche Sanktionen sollen eine Rolle gespielt haben? Tatsächlich hat das Regime die Ölindustrie ruiniert, indem Fachkräfte durch Militärangehörige ersetzt wurden, die von der Technik nicht die geringste Ahnung haben.

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denkogel 03.02.2019, 19:52
87. Wording (Reihenfolge des Vorkommens)

Maduro: Herrscher, Linksnationalist, seine autokratische Regierung, Schergen des Regimes, Machthaber, weigert sich, die Grenzen für humanitäre Hilfe zu öffnen, mächtiger Bauch, diktatorische Macht, Hochverrat, bedrängter Linksnationalist, autokratischer Herrscher, Diktatur /
Guaidó: Widersacher, Held, Anführer, Hoffnungsträger für einen Wandel, Chance, strahlt Zuversicht aus, langer Schlacks im (sic!) offenem weißem Hemd, Hilfe für die Hungernden und Kranken, Übergang zur Demokratie, von der westlichen Welt anerkannt /
Kurzum: ein völlig sachlicher und neutraler qualitätsjournalistischer Artikel, der fair und ausgewogen beide Seiten darstellt. :-)

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albatrosmz 03.02.2019, 20:03
88. Artikel schreibt nur vom Machtkampf innerhalb Venezuelas

da war SPON schon mal ehrlicher und korrekter, informierte von US-Unterstützung und -Einmischung, auch vom Telefonat des selbsternannten Führers mit dem US-Vizepräsidenten kurz vor Selbsternennung und US-Anerkennung Minuten nach der Selbsternennung. SPON informierte auch von der illegalen finanziellen Erpressung und Erwürgung der Venezuelas durch die USA, indem die Gelder des venezulanischen Ölverkaufs vom Staat Venezuela an den selbsternannten Führer umgeleitet werden (was, wenn nicht das ist brutale illegale Einmischung?)und die venezulanischen Goldreserven in London der venezulanischen Regierung vorenthalten werden. Bezeichnend auch für den extrem einseitigen Bericht, daß nicht die Zahlen für die Regierungs-und Gegenregierungsdemonstrationen genannt werden. Der Bericht ist weit weg von objektiver guter journalistischer Arbeit und dem guten Spruch des großen Journalisten Friedrichs, " sich nicht gemein machen mit.....,usw"

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rainbow-warrior999 03.02.2019, 20:14
89. Zustimmung @denkogel

Zitat von denkogel
Maduro: Herrscher, Linksnationalist, seine autokratische Regierung, Schergen des Regimes, Machthaber, weigert sich, die Grenzen für humanitäre Hilfe zu öffnen, mächtiger Bauch, diktatorische Macht, Hochverrat, bedrängter Linksnationalist, autokratischer Herrscher, Diktatur / Guaidó: Widersacher, Held, Anführer, Hoffnungsträger für einen Wandel, Chance, strahlt Zuversicht aus, langer Schlacks im (sic!) offenem weißem Hemd, Hilfe für die Hungernden und Kranken, Übergang zur Demokratie, von der westlichen Welt anerkannt / Kurzum: ein völlig sachlicher und neutraler qualitätsjournalistischer Artikel, der fair und ausgewogen beide Seiten darstellt. :-)
Das ist mir so auch aufgefallen. Erinnert mich an die Präsidentschaftswahl in Frankreich (Zweite Runde) . Ist zwar situationsmäßig nicht mit Venezuela vergleichbar, aber das "Wording" war ähnlich, am Beispiel
Melenchon : Linksextremer , Europafeind , Autoritär , will aus der EU austreten , Europazerstörer, Utopist, kommunistischer Spinner etc.
und Macron: Lichtgestalt, Hoffnungsträger , Sozialliberal (!) , Reformer, sieht blendend aus, überparteilich etc.
Was daraus geworden ist, sehen wir heute...

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