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Machtkampf zwischen Regierung und Präsident: Rumänien schlittert in die Krise
DPA

Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis erhebt schwerwiegende Vorwürfe gegen die Regierung - seine Gegner werfen ihm Putschpläne vor. Das Land steuert auf eine Staatskrise zu.

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archivdoktor 18.11.2018, 09:48
10. Na ja....

Zitat von pv51
wie es den durchschnits-Rumänen heute im Vergleich zu kommunistischen Zeiten geht? irgendetwas muss die eu dem Land doch, ausser die Mitgliedschaft in der Nato, doch gebracht haben. Sie berichten immer über Politiker. wichtiger aber wäre: wie geht es den Menschen?
Den meisten Menschen geht es besser als unter dem Kommunisten Nicolae Ceausescu und seiner Securitate: sie können reisen, es gibt Redefreiheit und es gibt eine sehr kritische Presse.
Finanziell geht es vielen etwas besser als früher.
Aber: fast 3,5 Millionen Rumänen haben das Land verlassen und suchen ihr Glück im Westen, denn vieles hat sich nicht geändert: die Korruption und die Vetternwirtschaft ist geblieben und noch etwas kam dazu: die Schere zwischen Arm und Reich geht immer mehr auseinander. Am schlimmsten treiben es die Politiker, egal welcher Partei - es ist schon unglaublich, dass Brüssel sich immer nur auf Polen & Ungarn konzentriert, während Rumänien immer tiefer ins Chaos rutscht! Die Menschen haben den ehemaligen Bürgermeister von hermannstadt Klaus Johannis gewählt in der Hoffnung, dass er dem Chaos ein Ende bereitet - es ist ihm leider nicht gelungen.

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Mach999 18.11.2018, 09:54
11.

Zitat von pv51
wie es den durchschnits-Rumänen heute im Vergleich zu kommunistischen Zeiten geht? irgendetwas muss die eu dem Land doch, ausser die Mitgliedschaft in der Nato, doch gebracht haben. Sie berichten immer über Politiker. wichtiger aber wäre: wie geht es den Menschen?
Ihre Forderung ist ein Ablenkungsmanöver. Es ist völlig richtig, dass über Politiker berichtet wird, wenn ein Land von Korruption gebeutelt ist und die Politiker Rechtsstaat und Demokratie zurückfahren wollen. Wenn man das nicht stoppt, geht es den Menschen am Ende auch schlechter.

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ththt 18.11.2018, 10:01
12. Die alten Zeiten

@pv51: wie es den Rumänen heute im Vergleich zu den sozialistischen Zeiten geht? Schlechter. Vielleicht sollten sie sich mal mit den Statistiken oder auch mit den Bewohnern direkt vor Ort befassen, und sie werden sehen, dass sich viele die "alten Zeiten" zurückwünschen. Mit dem Kapitalismus Ende der 80er kam, genauso wie auch in Russland, die Korruption, Privatisierung, Entrechtung der Arbeitnehmer und eine komplette Abschaffung des Sozialstaats.

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lote 18.11.2018, 10:06
13. Wie kommt

denn diese unrichtige Darstellung über Ioanidis in den Spiegel? Der versucht, den Rechtsstaat zu retten. Lesen Sie einmal die richtige Darstellung im FAZ Archiv nach!

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blabla55 18.11.2018, 10:24
14.

Im Endeffekt geht es immer um billige Arbeitskräfte, freie inflationäre Märkte. Und damit die Waffenindustrie gut verdient,die Nato!Oben werden sich die Taschen vollgestopft.Fürs Volks bleiben die Krümel.

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Yoroshii 18.11.2018, 10:33
15. Gorbi tut mir leid

Er hat es versucht. Hat die schütteren Hinterlassenschaften des Stalinismus und Spätkommunismus in eine lichtere Zukunft lenken wollen. Andere haben ihm die Suppe versalzen. Jelzin zum Beispiel, der sich einen Oggersheimer Bimbesstrategen auf den Bauch gebunden hat. Der Riese, den der Mantel der Geschichte immer noch umweht, da es nach wie vor Protagonisten seiner USA-hörigen "Politik" gibt. Er war es, der ein fürchterliches Europa zusammengerafft hat und Rumänien ist nur ein -aber drastisches Beispiel- für diese großeuropäische Resterampe, die mit 500 Mio Einwohner dem russischen Bären bedrohlich auf den Pelz gerückt ist. Weitere Katastrophenstaaten sollen einverleibt werden. Die Überbleibsel des Titoreiches sollen auch den Segen einer bedenklich bröseligen "freien" Welt erhalten. Der alte Josip Broz hat die Tschetniks und die Ustascha und die großislamischen Phantasien des Izetbegovic-Clans noch beherrschen können. Sein Tod hat den Balkan mal wieder explodieren lassen. Heute noch müssen Blauhelme dort Dienst tun und derartige failed states sollen in ein Europa nach Vorstellungen des Macron aufgenommen werden . Der ist jetzt auch allein. Merkel hat ja noch nie irgendwo Richtlinien durchgesetzt. Sie hat sich daneben gesetzt und ausgesessen. Und hereinströmen lassen. Als es passiert war: "Wir schaffen das!" meinte die mächtigste Frau der Welt. Der Herr der Frackingideologien hat den Finger auf dem Roten Knopf und man wundert sich, dass ein Putin nicht mit sich und dem Rest der gewesenen friedliebenden SU spielen lassen will. Es wird ihm gefallen, wie das ost- und südosteuropäische Verbrechen in diesem unseren Lande Fuß fasst. Korruption lassen wir mal außen vor. Die ist ohnehin allgegenwärtig.

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beobachter68 18.11.2018, 10:45
16. In der Tat, Rumänien ist ein failed state!

In Brüssel weiß man ganz genau: es war ein großer Fehler Rumänien in die EU aufzunehmen. Es fehlten fast alle Voraussetzungen dafür. In der Zwischenzeit ist noch schlimmer geworden. Die "Elite" hat sich enorme Gehälter und Pensionen gesichert (EU Gelder sei Dank!) das Volk kann reden was es will, reisen wohin es will (die Bevölkerung schrumpft massiv) und protestieren wie es will, das nennt man Freiheit. Das Ergebnis: das Vertrauen in EU schrumpft auch, die Misere ist allgegenwärtig, die Korruption ist wohl am höchsten in Europa.

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Rüdiger IHLE, Dresden 18.11.2018, 11:11
17. Rumänien schlittert in die Krise

.. ist ja wohl der Euphemismus des Jahres !
Rumänien hatte wie einige andere Staaten im Südosten Europas das Pech, vor rd 100 Jahren in den Machtbereich des ehemaligen Russlands bzw später des " Warschauer Paktes " zu geraten : Ein Schicksalsschlag, von dem sich dieser Teil Europas bis heute nicht erholt hat .

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skeptikerin007 18.11.2018, 11:19
18. Zwiespältig

Zitat von pv51
wie es den durchschnits-Rumänen heute im Vergleich zu kommunistischen Zeiten geht? irgendetwas muss die eu dem Land doch, ausser die Mitgliedschaft in der Nato, doch gebracht haben. Sie berichten immer über Politiker. wichtiger aber wäre: wie geht es den Menschen?
Ich muss auf ihre Frage antworten. Vor einer Woche kam ich aus Siebenbürgen zurück, wo ich noch aus der alten Zeiten karitativ tätig bin. Das letzte mal war ich. Vor fünf Jahren. Die Lage des durchschnittlichen rumänischen Bürger ist schlechter geworden. Eine für Deutschland unvorstellbare Korruption, eine Nationalismus mit Göbbelschen Prägung, Armut einerseits und Europamillionäre anderseits. Die Lebensmittelpreise noch vertretbar, alles andere auf westlichen Niveau. Benzin 1,20 Euro umgerechnet, bei durchschnittlichen Renten von 300 Euro, Gehälter ab 500 Euro. Trotzdem fahren viele neue Westautos, das einheimische Dacia sehen auf der deutschen Straßen öfters, als in der Stadt, wo ich war. Gas, Strom so teuer, dass Erfrierungen im starken Winter vorausgesehen werden können. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. Eine Woche in Trimester ist kostenlose Versorgung , sonst müssen die Leute nicht nur die Untersuchungen bezahlen, sondern noch im Briefumschlag Extrabakschisch geben. Dementsprechend sind manche Ärzte Multimillionäre geworden, nachdem sie noch von der EU ordentlich Geld kassierten, manche in Höhe von 150000 Euro, was sie nicht zurückzahlen müssten. Es sind Geschäftemacher,die Millionen verdienen. Ich sah Villen, die auch dort eine halbe Million Euro kosteten.
Besonders schwer haben die nationalen und religiösen Minderheiten. Johannis wird als Nazi tituliert und mit ihm der kleine Rest der dagebliebenen Deutschen. Der Magyaren geht noch eine Stufe schlechter. Die Jugend ist hoffnungslos, jede zweite, mit dem ich spreche, möchte aus Rumänien weg. Die Ärzte sind überall in Europa, aber die guten Handwerker auch.
Ich hätte nicht gedacht, dass die anfängliche Euphorie so endet. Es bleibt nur die Hoffnung, dass die Jugend sich nicht auf diese erschreckende Nationalismus reinfällt und das schöne, reiche Land wieder in Ordnung bringt.

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In Kognito 18.11.2018, 11:21
19. "Gute alte russiche Manier"? - gelebte EU-"Werte"!

Zitat von sven2016
Nach dem, was man anderswo so liest, ist ein Großteil der herrschenden Gruppe, parteiübergreifend, bestechlich und korrupt und benutzt Korruptionsvorwürfe, um die politischen Gegner zu erledigen. Gute alte russische Manier. Mit EU-Geld inzwischen nur auf höherem finanziellen Niveau.
Kommt davon, wenn EU-"Kommissare" lieber Außenpolitik machen und sich um die Rechte und Wirtschaft in Russland und China kümmern, anstelle dessen, wofür sie verantwortlich waren und sind - den Zustand der EU-Mitglieder.
Übrigens - im Gegensatz zu den "südlichen neuen" EU-Mitgliedern hat Russland (nach Gorbatschow und Jelzin) eine beeindruckende Entwicklung hingelegt und den Wohlstand und die Infrastruktur des Landes potenziert. Und ja, es gibt Armut, aber wo nicht?

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