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Machtoption Rot-Rot-Grün: So viel SED steckt noch in den Linken
Günter Schneider/ imago images

Debatten über Rot-Rot-Grün sorgen im konservativen Lager für wiederkehrende Reflexe: Die Linke, heißt es, sei im Grunde die alte SED. Doch was haben die heutigen Genossen wirklich noch mit der DDR-Staatspartei zu tun?

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damianschnelle 15.08.2019, 22:30
80. @Dave111

Ich hab mit den meisten dieser Leute wenig am Hut. Aber ein paar Quellen für Ihre Behauptungen wären nicht schlecht.

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mark.muc 15.08.2019, 22:30
81. Zweierlei Maß

Es ist legitim danach zu fragen, wieviel SED in den Linken steckt. Aber warum fragt eigentlich niemand wieviel FJS noch in der CSU steckt?

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Seraphan 15.08.2019, 22:31
82.

Ehrlich gesagt, sympathisiere ich schon seit längerem mit der Linken. Und Gysi ist einer meiner Lieblingspolitiker. Allerdings sind mir einige Positionen der Partei zu weit außen. Ich habe schon vor Jahren gesagt, es täte der Partei und der SPD gut, für einige Zeit zu koalieren. Die Grünen passen da natürlich auch gut ins Konzept. Decken sie doch das andere zukunftsbeherrschende Thema Umwelt perfekt ab - neben dem Thema Soziale Gerechtigkeit. Ich bin sicher, dass die CDU sich die letzten 15 Jahre ins Fäustchen gelacht hat, wie sich die SPD selbst beide Beine stellt, indem sie sich weigert, auf die Linke zuzugehen.

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im_ernst_56 15.08.2019, 22:34
83.

Zitat von fortelkas
...Regierungsunfähig, Mauerschützenpartei, strukturell genau so verbrecherisch wie der NS-Staat, die Liste des politischen Unsinns ließe sich beliebig fortsetzen, und es lohnt sich nicht, darauf einzugehen. Aber ein kurzer Blick in die Geschichte der DDR lohnt sich schon. Die 4 Besatzungszonen waren Ergebnis des Zweiten Weltkriegs und im Potsdamer Abkommen vertraglich geregelt. Die Rote Armee stand nicht in Berlin, weil Stalin so böse war, sondern weil Hitler-Deutschland die Sowjetunion mit einem verbrecherischen Krieg überzogen hatte. Nach dem Potsdamer Abkommen begann sehr schnell der "Kalte Krieg", und Konrad Adenauer setzte sehr schnell allein auf eine Politik mit den Westmächten. Stalin war durchaus bereit ein geeintes Deutschland (allerdings ein neutrales Deutschland) anzustreben, aber das war eben nicht mehr gewollt. Es wurde die DDR ausgerufen, nach Proklamierung der BRD. Beide deutsche Staaten entwickelten sich auseinander. Hat jemand ernsthaft geglaubt, die Sowjetunion würde sich so einfach aus Deutschland zurückziehen, wohl kaum? Und dann wurden die politischen Märchen erzählt: In der DDR permante Unterdrückung, ein Unrechtsstaat, genau so eine Diktatur wie die Nazi-Diktatur, da lebten offenbar nur völlig verzweifelte Menschen ohne Entwicklungsmöglichkeiten. Die DDR war kein Unrechtsstaat, und sie war erst recht keine Nachfolgeorganisation des NS-Staates. 1989 sind große Teile der Bürgerinnen und Bürger auf die Straßen gegangen, und wir wissen heute, dass längst nicht alle "D-Mark-besoffen" waren, sondern sich nicht unbedingt eine überstürzte Wiedervereinigung vorstellen konnten. Sie glaubten auch an eine Reformfähigkeit in der DDR. Es kam anders, dieser Staat wurde einfach abgewickelt ohne politische Rücksicht auf die Lebensleistung ihrer Bürgerinnen und Bürger. Die Linke heute hat ein Recht im wiedervereinigten Deutschland politisch zu arbeiten und auch mitzuregieren, wenn die Mehrheitsverhältnisse entsprechend sind. Und es ist ja, wie wir sehen, auch möglich, und das ist politisch richtig und gut! Erwin Fortelka
Das sehe ich etwas anders. Die DDR war jedenfalls kein Rechtsstaat und vor allem war sie nicht demokratisch. Schließlich war die führende Rolle der SED in der Verfassung der DDR festgeschrieben und diese Rolle wurde von der Staatssicherheit ("Schild und Schwert der Partei") mit Klauen und Zähnen verteidigt. Ich behaupte, dass Teile der Partei die Linke ein taktisches Verhältnis zur Demokratie haben und Sympathien für autoritäre Regime. Wie stark diese Gruppierungen innerhalb der Linken sind, kann ich nicht beurteilen. Das OVG Nordrhein-Westfalen hielt in seinen Urteil vom 13.02.2009 (Az. 16 A 845/08) den Einfluss von Gruppen mit verfassungsfeindlichen Bestrebungen innerhalb der Linken für erheblich. Allerdings ist das jetzt in 10 Jahre her und in 10 Jahren kann sich einiges verändern. Wie stark Gruppierungen wie die Kommunistische Plattform, das Marxistische Forum, Cuba Si oder die Antikapitalitische Linke sind, wird man bei Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene sehen. Wenn es denn dazu kommt.

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Aberlour A ' Bunadh 15.08.2019, 22:39
84. "Unrechtsstaat"

Zitat von leontion
Ich vermute mal, Sie waren nie in der Provinz der DDR und sprachen nie unvoreingenommen mit einfachen Bürgern. Oder Sie gehörten zur privilegierten Kaste der DDR-Nomenklatura. Unrechtsstaat? Wer gegenüber Behörden auf Einhaltung der DDR-Verfassung drängte, war schon im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Die DDR war mehr als ein Unrechtsstaat, sie war ein verbrecherischer Staat. Nehmen Sie einfach mal an einer Führung in der Gedenkstätte Hohenschönhausen teil. Sicher ist die Nähe der frühen CDU und FDP zur NSdAP größer als die der SED zur Nazi-Partei, aber die DDR übernahm genügend Schlimmes aus dem Dritten Reich. Die Stasi wurde von Gestapo-Leuten aufgebaut und übernahm deren Methoden. Sie war übrigens zahlenmäßig viel stärker. Politischer Mord war an der Tagesordnung. Ein Drittel der Abgeordneten der 1. DDR-Volkskammer hatten eine NSdAP-Vergangenheit. (Zwei Drittel bei Adenauers CDU und noch mehr bei der FDP 1949)
Sie scheinen nicht zu verstehen, was ein "Unrechtsstaat" ist. Bei einem Unrechtsstaat ist Unrecht direkt im Recht kodifiziert. Davon muss man die "nicht gewollte" Anwendung der eigenen Verfassung aus politischen Motiven klar unterscheiden. Daher war die DDR KEIN Unrechtsstaat. Denn die Gesetzte selbst waren eben in ihrer kodifizierten Form kein Unrecht.

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rosinenzuechterin 15.08.2019, 22:39
85.

Zitat von irobot
Moment! Diese Vereinigung geschah unter Zwang. Wer sich innerhalb der SPD dagegen aussprach, wurde massiv bedroht. Einige wurden wohlmöglich getötet, etliche flohen. Mit einer sprichwörtlichen Waffe im Nacken fand diese "Abstimmung" statt.
Ok, stimmt. Diesen Druck übte ja dann wohl die KPdSU aus. Die Linkspartei ist also die KPdSU. Die aber ging aus der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands hervor, einer im heutigen Weißrussland gegründeten Partei. Ist die (deutsche) Linkspartei also eigentlich weißrussisch?

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Schartin Mulz 15.08.2019, 22:40
86. Man sieht

an vielen Komentaren, dass 30 JAhre nach der Wende viele imemrnoch merh Probloeme mit alten SEDlern haben als fürher mit Altnazis.
Die konnten ungehindert selbst in höchste Staatsämter gelangen, Kanzler, Bundespräsident, Minister, Ministerpräsident. Kein Problem.
Und die Sprüche, dass Sozialismus zwangsläufig in eine Diktatur führt, können nur Leute schreiben, die nicht gemerkt haben, dass Sozialdemokraten in anderen Ländern "Sozialisten heißen. Mitterand z.B. war als Sozialist MP Frankreichs. Von einer Diktatur habe ich da nichts mitbekommen.

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wolleh 15.08.2019, 22:47
87. Die Linke ist die einzige Partei

die man guten Gewissens wählen kann. Keiner der Alt-PDS-ler hat das totalitäre System unterstützt. Die Alt-PDS-ler sind wie die Wähler der Linken, zu denen ich gehöre, Sozialisten, die wollen, dass alle Menschen gleich sind und dsss es allen Menschen gut geht. Linke sind Gerechtigkeitsfanatiker, die gerne Steuern zahlen, aber ein Problem damit haben, dass viele wohlhabende deutsche Kapitalisten keine Steuern bezahlen. Ich hoffe, dass die Scheinheiligkeit der deutschen Parteigänger, die CDU, FDP, SPD und Grüne wählen entlarvt wird. Diese Partien werden regiert von geldgeilen Kapitalisten, denen das Wort Gerechtigkeit ein Fremdwort ist und die man eigentlich nicht als Demokraten bezeichnen kann. Ich ziehe jeden Sozialisten diesen lügneridchen, unchristlichen Heuchlern vor. Links wählen ist die einzigste Alternative, die intellektuelle Deutsche haben. Ich liebe den untotalitären Sozialismus. Er ist das System, das die Welt zum Überleben braucht. Der Kapitalismzs, der zurzeit herrscht, fährt die Welt an die Wand.

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Heliumatmer 15.08.2019, 22:50
88. Angela Merkel

Ich vermisse einen kleinen Ausflug zu Angela Merkel, im Westen geboren, im Osten groß geworden, studiert bis zum Dr.. Die Arbeit soll allerdings verschwunden sein. Wendehälsig, was man vielen aus der ehemaligen DDR vorgeworfen hat, ist sie allemal. Leicht nachzulesen bei Stephan Hebel: Mutter Blamage. Jüngstes Beispiel: Autobahnmaut, gepaart mit einer merkel-willfährigen Presse. Minimum: Scheuers Rücktritt, der von den Medien einheitlich zu fordern wäre, konsequent, kenntnisreich und korrekt. Die Linke kann nicht einmal ansatzweise so viel falsch machen wie CDSUFDP.

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playintime 15.08.2019, 23:00
89.

Zitat von rosinenzuechterin
Das möchte ich so verkürzt nicht stehen lassen! In der SED waren auch sehr viele Menschen, die einfach nur ihr Leben in der DDR, aus der sie nicht raus konnten, zu Ende leben wollten, ohne Nachteile für die eigenen Kinder, die gar nichts dafür konnten, dass die Eltern keine anständig bezahlte Arbeitsstelle bekamen, wenn sie nicht in "der Partei" waren. Dass diese Menschen nach der Wende diesem Laden den Rücken kehrten, weil es erstmals in ihrem Leben gefahrlos möglich war, macht sie nicht zu "Wendehälsen" und Selbstbereicherern.
Ich hatte in der DDR eine anständig bezahlte Stelle, obwohl ich nicht in der Partei" war. Dagegen wäre ich heute Armutsrentner wenn ich nicht meine Frau hätte.

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