Forum: Politik
Machtpoker mit Russland: Alien vs. Predator

Merkel gegen Putin - das ist das Gefecht der Geo-Giganten um die Grenzen Europas. Und nun kommt Matthias Platzeck und sagt: "Der Klügere gibt auch mal nach." Seit wann das denn?

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geht-es-noch 20.11.2014, 17:01
140. Jakob Augstein, VIELEN DANK!!

Endlich eine gute Berichterstattung, die man lesen kann!Danke!

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Monty76 20.11.2014, 17:03
141. Verstehe den Ansatz nicht

Ich bin mir sicher, dass es wahr ist, wenn Herr Augstein von zwei (!) Parteien mit Expansionsinteressen schreibt. Ich würde auch dem letzten Satz zustimmen: "Der Westen" benimmt sich widersprüchlich. ABER: Wenn man davon ausgeht, dass ehemaligen Sowjet-Satellitenstaaten Selbstbestimmungsrecht zukommt und diese osteuropäischen Staaten beschließen, dass sie sich dem Westen zuwenden wollen, weil dieser für sie attraktiver ist, wer ist dann Russland, diese Entscheidung zu verhindern? Gibt es Staaten 1. und 2. Klasse? Auch wenn ich davon ausgehe, dass der Westenseine Einflusszone nach Osten hin ausdehnen möchte und ihm daher solche Entscheidungen sehr gut gefallen - was hat das mit der Frage zu tun, ob Russland sich hier einzumischen hat, auch wenn die Entscheidung dort auf missfallen stoßen wird? Wendet sich ein freier und autarker Staat dem Wetsen zu, dann soll das zum Verständnis dafür führen, dass Russland ja letztlich einmarschieren musste? Ich habe so das Gefühl, als akzeptiert da ein Spiel-Kolumnist nicht das Selbstbestimmungsrecht aller Länder.Ja, der Westen will seien Einflusszone ausdehnen. Ja, Russland will das auch. Ja, dass sich ehemalige Sowjet-Republiken dem Westen zuwenden, gefällt Russland - nachvollziehbar- nicht. Aber as hat das mit dem Verständnis dafür zu tun, was Russland da militätisch (!) treibt? möchte man russland ein historisches oder poltisches oder moralisches Recht (oder das Recht des Stärkeren) zusprechen, den kleineren Ländern eine eigene Entscheidung zu verweigern? Was hat die Expansionslust des Westens zu tun mit Putins Handlungen in der Ukraine, einem souveränen Staat (dachte ich)? ich verstehe nicht einmal den Ansatz, in der Ukrainefrage die Expansionslust des Westens anzusprechen, solande dieser seine Ambitionen (im Gegensatz zu Russland) nicht militärisch durchsetzt sondern lediglich seine Tür für Interessenten öffnet.

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Reon 20.11.2014, 17:04
142. Schwer beeindruckt

Dachte das Jornalismus in den deutschen Leitmedien schon längst der Propaganda zu Opfer gefallen sei. Ich danke ihnen, Herr Augstein, für diesen Artikel.

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thomasco 20.11.2014, 17:05
143. Merkel gegen Putin - Geo-Giganten ?

wer ist denn da Geo-Gigant? Merkel sicherlich nicht... In solchen Zeit wünscht man sich auf jeden Fall einen anderen Kanzler,mit dieser Frau wird das so oder so nichts...

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sapereaude! 20.11.2014, 17:05
144.

Zitat von peter.stein
Also sehe keine deutschen Interessen z.B. in Nigeria, Kamerun oder Ägypten. Also sofortige Einstellung jeglicher Form von Entwicklungshilfe. Sind Sie dabei?
Ja! Und ganz besonders laut JA, wenn es um die Hamastinenser geht.Ich frage mich schon seit Jahren, was der Unfug soll. Aber vielleicht können Sie mich ja aufklären ....

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gerd.lt 20.11.2014, 17:06
145. Gute und Schlechte

Die von den deutschen Hausmedien verwöhnten Landsleute mussten bestimmt stark durchschlucken, als sie durch Augstein erfuhren, dass auch Merkel alle Zurückhaltung aufgegeben hat, und mit Putin auf eine Stufe gestellt wurde, war ihnen doch bisher immer versichert worden, dass in unserer westlichen Wertegemeinschaft das Gute schlechthin der Maßstab aller Dinge ist - hier der Himmel, ab ukrainischer Ostgrenze die Hölle. Dabei hätte jeder wissen müssen, dass sich das Gute und das Schlechte gerecht auf alle verteilt. Bei den Wiedervereinigungsfeierlichkeiten wurde offiziell verdrängt, dass unsere Vereinigung nur durch die Zustimmung Russlands möglich wurde, und möglich dadurch, dass die östliche Ausbreitung der Nato an der deutschen Ostgrenze ihr Ende finden sollte. Gorbatschow war leider etwas zu blauäugig, dieses sich nicht vertraglich fixieren zu lassen, Genscher hat dankenswerterweise diese Zusage als Teil der Verhandlungen jetzt wieder bestätigt. Jede Erweiterung der Nato über die deutsche Ostgrenze hinaus ist ein klarer Wortbruch gegenüber Russland. Unter dem Motto, "was kümmert mich mein Geschwätz von Gestern", wurde die deutsche Wiedervereinigung als vollzogen abgehakt, und dann ging es mit der Nato munter weiter, mit der Scheinbegründung, dass diese Staaten das ja selbst wollten, unbeeindruckt davon, dass das zuvor Erreichte, nur erreicht wurde durch die oben beschriebene Zusicherung. Nachdem sich nun dieses Verteidigungsbündnis Nato immer näher zur russischen Westgrenze vorschob, und es aus russischer Sicht nicht unwahrscheinlich war, dass ihre Schwarzmeerflotte demnächst in einem Natohafen ihre Heimat hätte, wurde aus verständlichen Gründen gehandelt. Die Expansionspolitik des Westens ist der Auslöser dieser Entwicklung und des heutigen Ergebnisses. Da Merkel allgemein eine maßgebliche Rolle in der westliche Politik zugeschrieben wird, ist sie damit mit an erster Stelle verantwortlich, und ihre Schuldzuweisungen gegenüber Russland sollen nur die eigene Verantwortung verdecken. Wenn jetzt durch Platzeck und andere Politiker den Realitäten wieder Gehör verschafft wird, ist das nur zu begrüßen, dieses zu unterstützen war sicher ein Anliegen von Augstein - wär hätte sonst den Mut dazu?

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onlinematter 20.11.2014, 17:09
146. Ich bleibe bei Sezession

Zitat von bammy
Selbstverständlich wurde die Krim annektiert.Nur wenn keine Russische Soldaten, die Ukrainischen Sicherheitskräfte nicht blockiert hätten und die Krim jetzt nicht zu Russland gehören würde, hätte man von einer Sezession, anstatt von einer Annexion sprechen können.Putin bestreitet inzwischen nicht mehr, das es sich hierbei um eine Annexion handelt
Wäre es denn besser gewesen ukr. Soldaten hätten die Sezessionsabstimmung unterbunden? Wenn ich zB an die martialische Timoschenko denke oder diese Nazimilizen, dann wär das wohl ein Blutbad geworden. Wieso hört man eigentlich nix von dort? Wenn die sich kassiert fühlen würden, wär doch schon längst was zu hören gewesen, oder?

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hubidubi 20.11.2014, 17:10
147. .

Wissen Sie was das Problem ist? Das den sogenannten "Russland-Verstehern" pauschal unterstellt wird, Sie zeigten vollstes Verständnis für die Aktionen, die Russland gerade so veranstaltet.Es gibt aber eine zweite der Medaille, die Augstein - so verstehe ich seinen Text - anspricht. Und zwar die etwas geräuchloseren Aktionen der EU. Eine Bedingung der deutschen Einheit war, dass die Europäische Union nicht nach Osten erweitert wird. Dieses Argument wird stets entkräftet (auch hier) mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker und der Aussage, dass Polen, Tschechen, Ungarn, das Baltikum,... selbst in die EU wollte. So weit, so richtig. Aber: Die EU hat hier ganz klar die Schwäche der Russen ausgekostet und die Gunst des dauernden Augenblicks genutzt, um ihre Grenzen zu erweitern. Wirtschaftlich ist dieses Land noch heute nicht auf dem höchsten Niveau, das war vor 10, 15 Jahren auch nicht besser. Aus EU-Sicht mag der hehere Anspruch den Wirtschaftsraum zu erweitern und den Menschen Wohlstand zu bringen, richtig sein. Aus russischer Sicht sah es so aus: Die EU bricht eine Zusage. Hätte man nicht eine Partnerschaft zwischen der EU und den Osteuropäischen Staaten angedeihen lassen können, die zwar faktisch eine Mitgliedschaft, völkerrechtlich aber ein anderes Konstrukt nach sich gezogen hätte. Verstehen Sie das nicht falsch: Ich habe ganz sicher nichts gegen eine EU-Ostererweiterung, im Gegenteil. Aber tun Sie und die "Russland-Gegner" nicht so, als sei das alles "fair" gewesen [...]

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sme30 20.11.2014, 17:10
148. Lenken Sie bitte nicht...

Zitat von Gotthold
Platzeck fordert doch gar nicht die Annexion einfach anzuerkennen. Er fordert diesen Vorgang völkerrechtlich so zu regeln, so dass sie für ALLE hinnehmbar ist. Das wäre zwar ein hartes Stück Arbeit, aber das Selbstbestimmungsrecht der Völker gibt das nun mal her. Die Ukraine selbst hat der Krim dieses Recht bereits 1991 verweigert. Doch so etwas darf bei uns natürlich nicht mal angedacht werden, da sich die Krim und vielleicht auch Teile der Ostukraine am Ende doch tatsächlich unter UNO-Aufsicht für Russland entscheiden würden. Na da wär was los.
mit Fakten von Ideologie ab.

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hubidubi 20.11.2014, 17:10
149. Antwort - Teil 1

Zitat von ezb
Mir persönlich wird immer ganz anders wenn ich versuche, mich ernsthaft mit Ihren Argumentationslinien auseinanderzusetzen
Wissen Sie was das Problem ist? Das den sogenannten "Russland-Verstehern" pauschal unterstellt wird, Sie zeigten vollstes Verständnis für die Aktionen, die Russland gerade so veranstaltet.Es gibt aber eine zweite der Medaille, die Augstein - so verstehe ich seinen Text - anspricht. Und zwar die etwas geräuchloseren Aktionen der EU. Eine Bedingung der deutschen Einheit war, dass die Europäische Union nicht nach Osten erweitert wird. Dieses Argument wird stets entkräftet (auch hier) mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker und der Aussage, dass Polen, Tschechen, Ungarn, das Baltikum,... selbst in die EU wollte. So weit, so richtig. Aber: Die EU hat hier ganz klar die Schwäche der Russen ausgekostet und die Gunst des dauernden Augenblicks genutzt, um ihre Grenzen zu erweitern. Wirtschaftlich ist dieses Land noch heute nicht auf dem höchsten Niveau, das war vor 10, 15 Jahren auch nicht besser. Aus EU-Sicht mag der hehere Anspruch den Wirtschaftsraum zu erweitern und den Menschen Wohlstand zu bringen, richtig sein. Aus russischer Sicht sah es so aus: Die EU bricht eine Zusage. Hätte man nicht eine Partnerschaft zwischen der EU und den Osteuropäischen Staaten angedeihen lassen können, die zwar faktisch eine Mitgliedschaft, völkerrechtlich aber ein anderes Konstrukt nach sich gezogen hätte. Verstehen Sie das nicht falsch: Ich habe ganz sicher nichts gegen eine EU-Ostererweiterung, im Gegenteil. Aber tun Sie und die "Russland-Gegner" nicht so, als sei das alles "fair" gewesen [...]

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