Forum: Politik
Macron-Sieg bei Parlamentswahl: Der Durchmarche
AP

Triumph für Emmanuel Macron: Seine Partei République en Marche kann mit einer absoluten Mehrheit in der Nationalversammlung rechnen. Der französische Präsident hat damit freie Hand für radikale Reformen.

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naive is beautiful 12.06.2017, 01:28
40. Orakel orakelt

Zitat von epiktet2000
Radikale Reformen? Gegen die Mehrheit der Bevölkerung werden diese sich nicht mit nur knapp 20prozentiger Zustimmung der Menschen durchsetzen lassen. 50 Prozent Wahlbeteiligung ist eigentlich eine deutliche Absage der Franzosen gegen die herrschende Politik. Und da dürfte wohl auch Macron damit gemeint sein.
Nun ja, 50% Wahlbeteiligung ist wahrlich keine Meisterleistung der demokratisch legitimierten französischen Wahlbevölkerung. Dazu sollte man aber auch nicht verschweigen, dass die Wahlbeteilung vor fünf Jahren mit ca. 57% auch nicht wirklich prickelnd war... - da war allerdings auch das Wetter nicht so schön wie an diesem Wahlsonntag - auch das kann zu dem damals 'signifikant' höheren Wählerstrom beigetragen haben.

Wenn Franzosen NICHT wählen gehen, hat das bestenfalls aus Sicht des deutschen Michels irgendetwas mit 'Protest' zu tun, eher mit Desinteresse, aber auch mit der für Viele historische Erfahrung, die den Namen 'egal was ich wähle, es wird ja ohnehin nicht besser' trägt.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ja, was Herr Hollande mit seiner erheblich knapperen Mehrheit der Stimmen von 57% der damals Wahlberechtigten so alles verbockt hat. Interessant auch, was französische Wähler von selbst ernannten Sonnengöttern wie Sarkozy gehalten haben.

Wer es mit unseren Nachbarn UND mit Europa auch nur ansatzweise ernst meint, sollte nicht in Negativtümpeln herumwühlen, sondern Macron eine glückliche und geschickte Hand beim Regieren eines inzwischen schon fast unregierbaren Staates wünschen.

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naive is beautiful 12.06.2017, 01:59
41. und was wäre IHRE Wahlalternative gewesen...?

Zitat von 93160
Die Haelfte der Franzosen sind nicht waehlen gegangen. Nicht weil es ein heisser Sonntag war. Und ja, das Wahlsystem der fuenften Republick wird uns noch einmals um die Ohren fliegen. An den Autor der in Paris lebt, was glauben Sie wieviel Franzosen vertreten sind? Was glauben Sie warum man heute nicht waehlen gegangen ist? Sogar unsere Journalisten im TV schauen ganz verdattert drein. Man kann nur hoffen der Macron verdirbt es nicht, was dann kommt will man sich nicht ertraeumen und da geht es nicht nur um den FN.
Sie sind ja offensichtlich Franzose. Als offenbar auch politisch interessierter Mensch ist Ihnen sicher nicht entgangen, dass Frankreich im Grunde seit Mitterand sukzessive in eine wirtschaftliche und soziale Abwärtsspirale hineinregiert wurde - und zwar von genau solchen 'Elite-Bürgern' wie interessierte Kreise diese Eigenschaft nun auch dem neuen Präsidenten Macron vorhalten.

Der Unterschied: Macron ist nicht nur so intelligent und gebildet wie seine Vorgänger, er ist darüber hinaus vielmehr auch ein erfrischend junger und jung denkender Präsident, den - anders als als all diese verwöhnten Sorbonne-Elite-Fatzkes vor ihm - ein offenbar klar geschärfter Verstand für das Nötige, Machbare und Angemessene auszeichnet. Kurz gesagt - Macron ist ganz offenbar ein richtiger Pragmatiker, und GENAU DAS scheint es mir zu sein, was Frankreich genau jetzt wirklich, dringend und unbedingt braucht.

In Deutschland gefallen sich viele Foristen selbst mit ihrem teils unsäglichen Merkel-Bashing - nicht ahnend, wie gut es den Deutschen innerhalb Europas und im globalen Vergleich eigentlich wirklich geht. In Frankreich ignorieren nicht unbeträchtliche Teile der Wahlbevölkerung noch immer die hausgemachten, inzwischen wirklich seriösen Probleme und halten lieber die wehenden Fahnen der Streikfreudigkeit hoch, huldigen des Wunders der sozialen Füllhörner ohne wirtschaftlich solide Fundamente, glauben an Wunder - einfach weil es ja um Frankreich geht, wählen die unsäglich Le Pens, weil sie irgendwie ahnen, dass es Hollande und Co auch nicht gebracht haben...

Sie sollten als Franzose froh und dankbar sein für eine immerhin realistische Chance, das seit vielen Jahren falsch eingestellte politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ruder herumreißen zu können - weil es einen Präsidenten gibt, der die jugendliche Kraft und Überzeugung, das Charisma und offenbar auch den PLAN hat, Frankreich wieder 'great' zu machen - und zwar ganz ohne Trump'sche Primitivsprüche, Planlosigkeiten und Narzissorgien.

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arrache-coeur 12.06.2017, 02:04
42.

Zitat von epiktet2000
Radikale Reformen? Gegen die Mehrheit der Bevölkerung werden diese sich nicht mit nur knapp 20prozentiger Zustimmung der Menschen durchsetzen lassen. 50 Prozent Wahlbeteiligung ist eigentlich eine deutliche Absage der Franzosen gegen die herrschende Politik. Und da dürfte wohl auch Macron damit gemeint sein.
Die geringe Wahlbeteiligung ist zwar ein Zeichen, allerdings werden wohl auch in Frankreich nur die abgegebenen Stimmen gezählt.
Ob die Nichtwähler für oder gegen Macron sind, ist für die Auszählung irrelevant.
Macron-Gegner hätten eine der anderen Parteien wählen können, um seine Regierungsfähigkeit einzuschränken, und letztlich Neuwahlen (falls möglich) zu forcieren.

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Tschepalu 12.06.2017, 02:40
43. Na denn mal los....

jetzt bin ich mal gespannt was dieser Sonnyboy im Programm hat. Jetzt muß er liefern und kann nicht mehr mit Worthülsen um sich werfen. Ich denke für viele wird es ein böses Erwachen geben wenn sie merken wen sie sich da ins Nest geholt haben. Der Mann ist ein Neoliberaler der aus dem Bankensektor kommt. Und da kann man schon einiges erwarten. Deregulierung der Wirtschaft, Abschaffung der 35 Std.Woche, Verringerung der Sozialausgaben etc. Ich bin mir nicht mehr so sicher ob das dann vielen immer noch gleichgültig ist, vor allem auch den Gewerkschaften. Es bleibt spannend...

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golkashti 12.06.2017, 02:41
44. Agenda Macron

Zitat von ex_Kamikaze
ein regierender Investmentbanker mit absoluter Mehrheit und das alles bei Ausnahmezustand. Armes Frankreich - jetzt schlagen die Neoliberalen auch dort zu. Die Oberschicht kann sich schon mal beglückwünschen.
Mal sehen, ob die Franzosen die Agenda Macron auch ohne Widerstand schlucken wie die Deutschen die Agenda 2010 oder sich dagegen stemmen.

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taglöhner 12.06.2017, 02:56
45. Verklemmt

Zitat von ex_Kamikaze
ein regierender Investmentbanker mit absoluter Mehrheit und das alles bei Ausnahmezustand. Armes Frankreich - jetzt schlagen die Neoliberalen auch dort zu. Die Oberschicht kann sich schon mal beglückwünschen.
Neoliberal ist die neue Nazikeule. Bringt doch nix.
Man sollte sich in diesen Zeiten auch mal freuen können über Populistenblamagen und eine neue aufgeklärt-unesoterisch-unideologische Generation an der Spitze von Erstligisten, auch wenn der fundilinke Soupçon weniger vertreten ist.

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DJ Bob 12.06.2017, 04:41
46. Macon = Trump

Einige werden hier lachen aber ist das so abwegig? Beide kommen nicht gerade aus dem Proletariate. Und beide haben ähnliche Wirtschaftsordnung gegen Deutschland. Für Macon ist die EU natürlich auch wichtig aber wichtiger ist Viva La France. Und militärisch hat der Atommacht Frankreich höhere Verteidigungsausgaben wie D

Aber natürlich ist Macon der "nettere Populist" Und Macon wird seine "Agenda" nur durchsetzen wenn Deutschland "mit spielt" Wenn aber Deutschland darauf "beharrt" seinen Aussenhandelsbilanz innerhalb der EU so zu belassen well der Titel "Export Weltmeister" so toll sei wird das Macon vielleicht Teuer zu stehen kommen. Und Deutschland auch.
Ach ja am besten ist es wenn ein Land ein ausgeglichenes Aussenhandelsbilanz hat. Das weiss jeder BWLer. Einen Überschuss wie D oder China ist GENAUSO schädlich im Endeffect wie ein Defizit wie in den USA oder UK oder gar Frankreich

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matbhmx 12.06.2017, 05:44
47. Mal unabhängig davon, dass ...

... es für SPON eine Bankrotterklärung ist, am 12. Juni 2017 um 05:33 Uhr noch immer nur Hochrechnungen statt des zwischenzeitlich vorliegenden vorläufigen amtlichen Endergebnisses anzuzeigen, ist mit Erschütterung festzustellen, mit welch' albernem "Gottesglauben" Macron als der Erlöser, der Retter Frankreichs, aber nicht nur das, gleich Europas, wenn nicht gar der Welt, behandelt wird. Offensichtlich wird die Vergangenheit Macrons ausgeblendet, ausgeblendet, dass er genau aus dem politischen Establishment kommt, von welchem alle, aber insbesondere die Franzosen die Schnauze voll haben. Macron wird genauso scheitern wie seine Vorgänger. Ein Wahlbeteiligung von 49 % bedeutet, dass eine verschwindende Minderheit der Franzosen die Politbewegung des Präsidenten gewählt hat. Und wenn denn - aufgrund des albernen Wahlsystems der Franzosen - seine Partei die absolute Mehrheit erlangen sollte, heißt das nichts anderes, als dass im Parlament ihm nichts im Wege steht. Aber die Franzosen werden auf die Barrikaden gehen, wenn sich irgendetwas an den sozialen Standards ändern sollte. Insbesondere die staatlich verordnete Arbeitszeit wird niemals geändert werden können. Und das wird Macron das Genick brechen. Solange die französische Gesellschaft nicht bereit ist, sich Tatsachen zu stellen wie der, dass in asiatischen Ländern für ein Zehntel des Lohns in Frankreich die Menschen 60 Stunden in der Woche arbeiten und das im Rahmen der Globalisierung (weshalb alle Gründe gegen die Globalisierung sprechen, weil sie wenigen fette Vermögen sichern, die Masse aber ihrer Arbeitsplätze berauben) das der Maßstab für die Arbeitszeit wie auch die Höhe der Löhne in Europa ist, wird Frankreich weiter wirtschaftlich eine "lame Duck" bleiben. Und solange wird sich an der Verschuldensquote Frankreichs nichts ändern, an der Belastung, die Frankreich zunehmend für die EU wird.

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Ungarn 12.06.2017, 06:16
48. Das,was Sie schreiben....

...trifft zu : ich bin mit Ihrer Einschätzung der politischen Lage in Frankreich nach den 1. Wahlgang zu den Legislativwahlen einverstanden !
Ja, das Parlament wird zu einer
" reibungsfreien Abstimmungsmaschine " umfunktionieren
Zweitens ist die historisch niedrige Wahlbeteiligung bei diesem 1. Wahlgang -fast 50% der Franzosen haben sich der Abstimmung enthalten- wie ein böses Omen für den Präsidenten gelten.
Drittens wird sich Vieles statt im Parlament auf der Straße entscheiden.
Zum Schluss meine Ich, dass die Regierung, die daraus entstehen wird -also. eine REM-Regierung= eine Republik en Marche- eine " weder Fisch noch Fleisch-Regierung sein,...
Schlechte Zeiten stehen uns Franzosen bevor, denn die ökonomischen Maßnahmen, die Maxron in Gang setzen wird, werden dem Think-Tank Thomas More nach viel Geld kosten : zwischen 35/45 Milliarden € ! kosten.
Und wer wird dafür zahlen ? Die Minderheit der Mittelklasse, die Beamten, die Pensionierten.
Nicht zu vergessen ist die Tatsache, dass weniger als die Hälfte der frz Bürger die Einkomnenssteuer zahlen !

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kosu 12.06.2017, 06:18
49. Das Ende des sozial Staates in Frankreich

Rothschild regiert!
15% reichen um Wahlsieger zu sein, mehr Stimmen gab es nicht!
Das Wahlsystem sollte mehr als überdacht werden, wenn das, das Ergebnis ist.
Der Weg ist frei in Frankreich HartzIV einzuführen den Mindestlohn zu senken und
Endlich noch mehr Armut zu erzeugen. Die Umverteilung von Arbeit nach Reich geht so schneller.
Die Propaganda hat ein Sieg errungen?

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