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Macrons Rede zum Weltkriegsgedenken: "Patriotismus ist das Gegenteil von Nationalismu
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Frankreichs Präsident Macron hat seine Rede zum Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs zu scharfer Kritik an Donald Trump genutzt. Ein Land, das nur an seine eigenen Interessen denke, verliere seine moralischen Werte.

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Sintemale 11.11.2018, 14:43
30. Unsinn

Si tacuisses, philosophus mansisses.

Hier versucht sich ein Dummkopf als Philosoph. Patriotismus ist die Liebe zum Vaterland, Nationalismus ist die Liebe zur eigene Nation. Im Sprachgebrauch wird es synonym verwendet. Die Differenzierungen, die man anwenden könnte, sind verloren Zeit. Beiden Topoi ist "Liebe" fremd. Wie es Heinemann schon sagt: "Ich liebe meine Frau, nicht mein Land".

Man kann sein Land und dessen Bewohner und die gemeinsamen, erarbeiteten und tradierten Sitten und Gebräuche schätzen. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Sondern mit Respekt vor den Leistungen der Altvorderen und der anderen. Und der Bewahrung des Nützlichen, wie es die Denker der Aufklärung sahen.

"Ein Land, das nur an seine eigenen Interessen denke, verliere seine moralischen Werte." Dann hat Frankreich bereits 1798 seine moralischen Werte verloren. Und die USA hatte nie moralische Werte, die sie hätte verlieren können. Siehe die Negerversklavung und den Genozid an der Urbevölkerung, um Landraub zu betreiben, den amerikanischen Bürgerkrieg, wo sie sich gegenseitig wegen Herrschaft umbrachten, den Krieg gegen Spanien, um sich deren Kolonialreich einzuverleiben. Und: Guantanamo, Bagram und Abu Ghraib. Die Franzosen hatten den fürchterlichen Algerienkrieg.

Ohne die amerikanische Unterstützung wäre Frankreich noch heute Deutsch. Dann würden wir nicht über die EU reden, sondern vom Nachfolger des römischen Reiches deutscher Nation in Nachfolge des Frankenkaisers* Karl dem Grossen.


*Franzosenkaisers.

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willibaldus 11.11.2018, 14:43
31.

Zitat von hugahuga
"Ein Land, das nur an seine eigenen Interessen denke, verliere seine moralischen Werte." Dem muss man unbedingt zustimmen. Aber - dieses statement aus dem Mund eines Herrn Macron zu hören, macht die Sache nun nicht wirklich glaubwürdig. Denn - je nach Bedarf - stehen auch bei ihm die eigenen, nationalen Interessen im Vordergrund.
Nur an seine eigenen Interessen denken und eigene Interessen nicht aus dem Blick verlieren sind zwei paar Schuhe.

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heino.dengel 11.11.2018, 14:44
32.

Zitat von Argonne
Patriotismus? Stelle mir gerade vor, das ein deutscher Politiker etwas zu Patriotismus sagt bzw. diesen auch auf Deutschland bezieht. Der kann umgehend seinen Hut nehmen. Aber Sieger dürfen natürlich nach wie vor darüber philosophieren ibs. wenn es damit gegen Trump geht. Was für ein Blödsinn.
Es gab keine Sieger. Nur millionen junge Männer, die barbarisch umgebracht worden sind. Und wenn es aus Ihrer Sicht Verlierer gab, dann sollte man auch nicht vergessen, wer das Spiel eröffnet hat.

Der Unterschied zwischen einem Patrioten und einem Nationalisten ist wohl der Hass auf Andere und der latente Chauvnismus.

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SanchosPanza 11.11.2018, 14:46
33. Dankbarkeit

Die USA haben zwei Male Frankreichs Niederlagen in Weltkriegen verhindert beziehungsweise rückgängig gemacht. Da wäre ein wenig deutlicher ausgesprochene Dankbarkeit seitens Macrons durchaus angebracht gewesen.

Bei der Bewertung des ersten Weltkriegs als erste Menschheitskatastrophe des 20. Jahrhunderts und indirekter Verursacher von Faschismus, Nationalsozialismus, Stalinismus und zweitem Weltkrieg, sollte man auch erwähnen, dass der französische Nationalist Pointcarré intensiv auf die Kriegserklärung Russlands an Österreich-Ungarn und damit an die Verwicklung des Deutschen Reichs in einen Zweifrontenkrieg hinwirkte. Ziel war die Rückeroberung Elsass-Lothrigens. Der Historiker Christopher Clarcke hat das in seinem lesenswerten Buch "Schlafwandler" sehr eindrucksvoll beschrieben.

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Zapallar 11.11.2018, 14:46
34.

Nationalismus ist schlecht, da sind sich alle einig. Die meisten Linken sind gegen Patriotismus, weil sie ihn mit Nationalismus gleichsetzen, jetzt sagt ein Linker (Macron) daß Patriotismus das Gegenteil von Nationalismus ist. Darf ich dann Patriot sein und wenn Linke dagegen wettern die Kritik auf einen andern Linken (Macron) verweisen?

Oder bricht dann die Logik vieler Linken zusammen?

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willibaldus 11.11.2018, 14:46
35.

Zitat von hugahuga
Eine Veranstaltung der Sieger. Was eigentlich veranlasst den Besiegten, an der Siegesfeier teilzunehmen? Einmalig in der Welt - sehr deutsch. Und - zu welcher Gruppe zählt sich eigentlich Herr Netanjahu? Was macht dieser dort?
Eine Veranstaltung der Überlebenden oder der Beteiligten. Die Türkei war schliesslich auch vertreten und Österreich. Viele, vielleicht die meisten der Vorfahren der Israelis waren an dem Krieg beteiligt - auf allen Seiten.

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Referendumm 11.11.2018, 14:49
36. "Patriotismus ist das Gegenteil von Nationalismus"

So, so ... Zitat:

"Sozialpsychologische Studien des 21. Jahrhunderts legen nahe, dass die Unterscheidung zwischen gutem Patriotismus und kritikwürdigem Nationalismus oder Chauvinismus keine Grundlage in der Realität hat. Der Jenaer Psychologe Christopher Cohrs kommt zu dem Ergebnis:
„Menschen mit patriotischen Einstellungen lehnen Nationalismus nicht ab. Vielmehr geht beides oft Hand in Hand.“"

Oder: "Eine Studie Adam Rutlands unter Kindern zeigte, dass die Zustimmung zur eigenen Nation eng mit einer Abwertung anderer Nationen korreliert."

Aber selbstverstämdlich hat Jeder ein Recht auf seine eigene Meinung, ergo auch Frankreichs Präsident Macron -oder ein Chr. Cohrs.

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ernstmoritzarndt 11.11.2018, 14:52
37.

Zitat von Sintemale
Si tacuisses, philosophus mansisses. Hier versucht sich ein Dummkopf als Philosoph. Patriotismus ist die Liebe zum Vaterland, Nationalismus ist die Liebe zur eigene Nation. Im Sprachgebrauch wird es synonym verwendet. Die Differenzierungen, die man anwenden könnte, sind verloren Zeit. Beiden Topoi ist "Liebe" fremd. Wie es Heinemann schon sagt: "Ich liebe meine Frau, nicht mein Land". .......
Empfehle mit der Vokabel "Dummkopf" vorsichtiger umzugehen. Herr Macron hat durchaus etwas Zutreffendes zum Ausdruck gebracht: Eine patriotische Gesinnung, wie wir sie von Charles de Gaulle, Miterrand, Helmut Kohl und auch von den Buschs bzw. Herrn Regan kannten und kennen, richtet sich nicht gegen andere Nationen und Menschen, sondern ist darauf ausgerichtet, die eigene Heimat wertzuschätzen, jedoch niemanden herabzusetzen, während der Nationalismus, der Nazis, des Deutschen Kaiserreiches in seiner Schlußphase und auch der Franzosen bis zum Ende des ii. Weltkrieges überhebliche Okkupationsaspekte beinhaltete. Wir könnten tatsächlich etwas mehr Patriotismus auch in Deutschland gebrauchen - nicht jedoch derartige Überheblichkeitsvokabeln, wie sie Herr Trump produziert.

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jennerwein 11.11.2018, 14:53
38. Patriotismus - die Chance Europas

Nicht mal mit gewaltigsten Zahlungen (allein an Polen jahrein-jahraus 16 Miiliarden p.a.!!) können wir den primitivsten Nationalismus in Ländern innerhalb der EU bekämpfen. Der Patriotismus aber ist die Lösung. In ihm können Länder wie Frankreich, Deutschland, Niederlande, Österreich ihre jeweiligen Kräfte einbringen. Ohne nationalistisch zu sein. Dieses Europa der Vaterländer, also die sich kulturell, wirtschaftlich, wissenschaftlich jeweils ergänzenden und sich gegenseitig stärkenden Länder, das ist es doch, was Europa über mehr als zweitausend Jahre zu solch einzigartigen Erfolgen geführt hat. Und jetzt, nachdem die Engländer nicht mehr ihren Daumen im Pudding EU (so Helmut Schmidt über Maggi Thatcher) haben, und Trump so pauschal wütet, ist der richtige Zeitpunkt für ein patriotisch geprägte Europa-Politik. Wer kann das besser, als ein französischer Präsident?

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quacochicherichi 11.11.2018, 14:53
39.

Zitat von hugahuga
Eine Veranstaltung der Sieger. Was eigentlich veranlasst den Besiegten, an der Siegesfeier teilzunehmen? Einmalig in der Welt - sehr deutsch. Und - zu welcher Gruppe zählt sich eigentlich Herr Netanjahu? Was macht dieser dort?
Das ist keine Veranstaltung der Sieger, das ist eine Gedenkfeier zum Ende einer Katastrophe. Einmalig ist die deutsche Haltung auch nicht, denn es sind auch Erdogan, Van der Bellen oder Radew dabei, und die gehörten alle zu den ehemaligen Mittelmächten. Zu welcher Gruppe zählen Sie den Schweizer Bundespräsidenten? Ihrem Beitrag nach vermute ich zu welcher Gruppe Sie gehören.

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