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Macrons Umgang mit dem Brand in Notre-Dame: Großes Unglück, große Chance
Philippe Wojazer/ DPA

Frankreich weint um seine Kathedrale - und Präsident Macron hat die nationale Katastrophe zu seiner ureigensten Aufgabe erklärt. Er kann, er muss sich jetzt beweisen. Viel Zeit bleibt ihm nicht.

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MatthiasPetersbach 16.04.2019, 18:36
1. ...was gibts da zu beweisen?

Das Ding wird wieder "aufgebaut" - ANDERS kann Herr Macron ja garnicht entscheiden - und das ist jetzt nicht SO die große Aufgabe. Zumindest nicht für einen Präsidenten, sondern eher für dessen Arbeiterstab.
Das kann man durchaus reell und souverän angehen. Geld ist ja da - und zur Not geht man nochmal sammeln.

Hat in Dresden ja auch geklappt.

Bei aller Identifikation der Franzosen mit dieser Kirche (warum eigentlich?) sollte man nicht vergessen, daß die nur eher zufällig den Lauf der Zeit überstanden hat. Ohne Napoleon wäre die wohl abgerissen worden und ohne Victor Hugo wäre sie sowieso nicht im Blickfeld. Und ohne LeDuc im 19ten Jahrhundert hätte sie garkeinen Spitzturm. Großbrand,Riesenschaden, Katastrophe - klar - so weit so schlecht. Aber für mich ist da ziemlich viel überhöhtes Pathos und Gewese drumrum.

Klar, wenn man als Bürger das Stadtbild und den Dom so gewohnt war, vermisst man was. Aber das wird ja wieder ergänzt - Hauptsache die Stein-Struktur hat nix bis wenig abbekommen - wobei ich mir da nach nem stundenlangen feuer nicht so sicher bin. Aber das müssen - und werden - Qualifiziertere entscheiden.

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Schartin Mulz 16.04.2019, 18:36
2. Macron

hat gesagt, was jeder Präsident an seiner Stelle gesagt hätte.
Das jetzt zu nutzen, um den angeschlagenen Präsidenten wieder hochzujubeln, ist schon sehr durchschaubar.

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Hokuspokus 16.04.2019, 18:37
3. OK, wenn ich das richtig verstanden habe...

.. ist in Paris eine sehr alte und historisch wertvolle Kathedrale abgebrannt ( Vor der ich schon das eine oder ander Mal saß habe und ein Eis dabei schleckte)
Jetzt wird diese Kathedrale wieder aufgebaut - Geld fließt hierfür in Strömen - Verletzt wurde glücklicherweise auch niemand. Es war kein Terror, kein Verbrechen, einfach altes trockenes morsches Holz, dass durch Bauarbeiten oder Nachlässigkeit wie Zunder gebrannt hat.
Dann könnten wir uns doch jetzt eigentlich mal den anderen wichtigen Dingen die so in der Welt passieren.
Den kleine Spitzturm habe ich gefühlt 800 mal in Zeitlupe fallen sehen, habe sämtliche Feuerwehrleute und Sachverständige der Republik per TV kennengerlernt und auch sonst drehen sich die Kommentare in allen Medien im Kreis. Denn - eine abgebrannte Kirche ist nunmal eine abgebrannte Kirche. Nicht mehr und nicht weniger. Und wenn man sie wieder aufbauen kann - wunderschön! Dennoch brauche ich nicht noch auch die Kirchenmaus in einer Talkshow demnächst die uns erzählt, wie sie dem Inferno entkommen ist.
Oder habe ich da etwas nicht verstanden, an dem Ereignis? Ist sonst wirklich nichts los auf der Welt, das sonst noch zu berichten wäre?

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daniel.schoenpflug 16.04.2019, 18:48
4. Sacre

Dem Artikel kann ich in allen Punkten zustimmen - nur Napoleons Kaiserkrönung war nicht 1805, sondern 1804 (2.12.)

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linoberlin 16.04.2019, 18:52
5. die Franzosen

inklusive ihr Präsident, werden mit der Angelegenheit schon klarkommen. Versagt hat in Deutschland Steinmeier, Merkel, Maas. Heute wäre der Tag gewesen, den Franzosen Mut zu machen und sie zu trösten. Ein Hinweis auf die Frauenkirche in Dresden. Herrn Burger nach Paris entsenden. Und noch viel mehr, um am lebendigen Beispiel zu zeigen, dass solche Wunden verheilen können und dass gute Nachbarn sich gegenseitig helfen. Totales Versagen unserer Eliten.

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denkpanzer 16.04.2019, 18:52
6.

Notre Dame, ein schönes Gebäude mit Geschichte. Das Geld wird fließen, in vielen Jahren wird das neue Notre Dame eröffnet werden. Die Gelbwesten werden weiterhin zu wenig Geld bekommen um in Würde zu leben. Das wird sich wohl nicht ändern.

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brux 16.04.2019, 18:55
7. Quatsch

Macron ist seit langem der erste Präsident, der das macht, was er versprochen hat. Das verstört manche Franzosen, die einfach nur hören wollen, dass alles so bleibt wie es ist, aber ganz toll besser wird. Politischer Infantilismus ist leider in Frankreich recht verbreitet, auch weil der Staat fast alles macht.
Aber es gibt eben auch eine leistungs-orientierte Mittelschicht, die Macron und seine Reformen will. Macron führt in allen Wahlprognosen, was Journalisten mit ihrer Tendenz zum nieder-schreiben gerne ignorieren.
Echte Skandale gab es bislang nicht, Macron hat die Sache im Griff. Die Gelbwesten sind eher ein Medien-Phänomen. Ohne facebook gäbe es die Bewegung nicht, die im Schnitt auf 2-3 (!) Anhänger pro Gemeinde kommt. Politisch relevant sind die Gelbwesten faktisch nicht, auch wenn jede Mini-Demo in den 24h Nachrichtenkanälen bis zum Erbrechen kommentiert wird.
Es ist schade, dass deutsche Medien so unbedingt Stereotypen über Frankreich bedienen wollen. Ist das wirklich das Beste, was Spiegel und andere drauf haben?
Als Deutscher in Frankreich erkenne ich die Realität in dem Beitrag nicht. Aber es funktioniert ja auch umgekehrt: In französischen Medien ist Deutschland das Land grosser politischer Effizienz, vor allem Dank Merkel. Dass die SPD schon scheintot ist und dass Merkel nur lustlos vor sich hin regiert, wird nicht berichtet, weil das Stereotyp über die Deutschen eben Effizienz ist. Deshalb liest man auch nichts über solche Gross-Flops wie BER oder eine Armee mit Waffenschrott.

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janvanwerth 16.04.2019, 18:57
8. Typisch Spiegel

Kann sich die Reporterin wirklich nicht vorstellen, dass Macron vielleicht doch, als Franzose, vornehmlich aus Überzeugung handelt und das politische Kalkül hier einmal zweitrangig sein könnte (auch wenn man zugeben muss, dass sich die beiden hier sehr schön ergänzen)? Muss immer alles, und ausschließlich, mit Zynismus behandelt werden?

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citi2010 16.04.2019, 18:57
9. Was der Artikel nicht erklärt:

Warum ist Macron angeblich oder auch wirklich angeschlagen? Was muss er denn angeblich liefern? Sind die anderen Politiker denn besser?

Das ist politische Berichterstattung wie auf einer Pferderennbahn. Dünn und seicht. Nachplappern von angeblichen Trends. Ich bin SPIEGEL PLUS Leser, bezahlend. Aber lohnt sich das bei so dürftiger Berichterstattung?

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