Forum: Politik
Maduro gegen Guiadó: Wer erringt die Gunst der Generäle?
REUTERS

In Venezuela halten die Generäle zu Staatschef Maduro - noch. Aber der Rückhalt in den unteren Rängen scheint zu schwinden. Übergangspräsident Guiadó umwirbt Soldaten mit einem Straferlass.

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arikimau 30.01.2019, 23:03
1. Regime Change

Alle wissen was hier passiert, aber warum sprechen die Medien und die Politiker es nicht aus? Da fragt man sich wirklich nicht mehr warum kaum noch jemand den Medien vertraut. Natürlich ist Maduro keine optimale Lösung, aber ein erzwungener Regime Change ist auch nicht die Lösung.

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go-west 30.01.2019, 23:19
2. Maduro fährt genau

die gleiche Masche wie Erdogan und andere Despoten. Das Militär wird gleichgeschaltet und damit die eigene Macht zementiert. Dagegen gilt es ein wirksames Mittel zu finden.

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papa55 30.01.2019, 23:19
3. unterstütze den feind deines feindes

das beherrschen die USA sehr gut,hoffe das sich die "westlichen Werte" diesmal eine krachende Niederlage einfangen.
Das selbst der Spielel einen selbsternannten "Präsidenten" als legitimiert ansieht lässt tief blicken

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matijas 30.01.2019, 23:36
4. Legitimation interessiert doch gar nicht

Also wenn Maduro nicht legitimiert ist, dann doch Guiadó erst recht nicht! Ist Selbsternennung die neueste Errungenschaft der demokratischen Welt? Sofort wird man international anerkannt!

Durch Sanktionen auf vielen Ebenen, durch weitere Verschärfung von Engpässen soll am Wochenende ein großer Volksaufstand generiert werden mit militanten Ausuferungen; durch diese wird die Armee gezielt provoziert; wenn die Armee dann Gewalt einsetzt, um öffentliche Gebäude und Politiker zu schützen, steht sie als "Unterdrücker des Volkes“ da (so wird man das nennen).
Das gilt dann als Freibrief fürs Intervenieren.

Was den USA in anderen Staaten ziemlich egal ist - ob Diktatur herrscht -, soll im Falle Venezuela DER Grund für massives Eingreifen sein: dass die Armee die Stabilität zu garantieren sucht. Maduro wird ähnlich wie Assad in Syrien behandelt werden, man wird ihm vorwerfen, das Volk zu bekämpfen, und so legt man sich die Legitimation zurecht, rücksichtslos zu intervenieren mit Geld, "Beratern" und wenn nötig auch Waffengewalt.

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scharfekante 31.01.2019, 00:08
5. Re-Kolonisation

Auf democracynow ist John Bolton zu hoeren, wonach die USA nicht nur voelkerrechtswidrig Maduro ersetzen wollen (regime change), sondern sich auch die staatliche venozolanische Oelindustrie einverleiben wollen ("US companies producing the oil in Venezuela").
Das bietet doch eigentlich viel mehr Anlass zur Sorge als die im Vergleich dazu laecherlichen Bevormundungsversuche des US-Botschafters in Deutschland wegen Nordstream II !

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denkogel 31.01.2019, 01:15
6. Zivil-militärische Allianz

Das Bild der chavistischen Militärkonzeption ist leider nur einseitig dargestellt. Chavez etablierte in der Tradition des Bolivarismus das Konzept der sogenannten zivil-militärischen Allianz. Das bedeutete keineswegs einfach nur eine Ausweitung militärischer Macht gegenüber den politischen Organen und der Zivilgesellschaft. Zwar wurden in der Tat verstärkt Militärs mit politischen Positionen und öffentlichen Aufgaben betraut. Zudem gab es eine ideologische Rahmung und gleichsam eine Politisierung durch die Ideen der bolivarischen Revolution. Es wurde aber auch versucht, das Militär zu demokratisieren, es offener, bürgernäher und weniger elitär zu gestalten, und es vermehrt für zivile Zwecke zu nutzen. Die Bürger*innen sollten mehr Einfluss erhalten. Schichtbarrieren beim Zugang und internen Aufstieg sollten abgebaut werden. Und es wurde stark auf die Integration von Frauen gesetzt. In vielen Hinsichten war dies ein Gegenentwurf zu den in Lateinamerika üblichen elitären Militärapparaten, die den Interessen der Oligarchie dienten, repressiv gegen die Unterschicht eingesetzt wurden und ideologisch oft antikommunistisch ausgerichtet waren. Die Umsetzung einer solchen Konzeption war natürlich schwierig und voller Widersprüche. Und unter Maduro ist die Lücke zwischen Anspruch und Realität gewiss noch größer geworden, wobei auch schon das Modell problematische Punkte enthält. Aber davon abgesehen: Ich meine, wenn man die besondere Rolle des Militärs im Chavismus anspricht, könnte man doch wenigstens im Ansatz auf diese Zusammenhänge hinweisen. Denn sonst entsteht ein allzu einseitiges Bild einer Art Militärdiktatur, was heute nicht komplett falsch sein mag, aber auch wieder wichtige Teile der Realität ignoriert. Unsere Modelle und Maßstäbe passen nicht so richtig für Venezuela. Und ohnehin hat das Militär in Lateinamerika ja eine ganz eigene Geschichte, die man als Kontext berücksichtigen muss.

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HerrPeterlein 31.01.2019, 06:33
7. Für beide ist es vorbei

Eventuell hält sich Maduro noch etwas, oder der Sturz gelingt jetzt schon. Doch der eine hat viel zu viele Fehler gemacht, die Wirtschaft des Landes ruiniert und die letzte Wahl massiv gefälscht. Dem anderen fehlt dauerhaft die Legitimation und ist viel zu sehr von den USA abhängig. Eine Zukunft haben beide nicht mehr.

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letitbe 31.01.2019, 06:42
8. Venezuela

Es war schon immer die Politik der USA sich die Welt so gerade zu biegen wie sie es braucht. Und wenn DT jemand gut findet, dann ist bei mir zuerst große Skepsis angesagt. Die Macht über Venezuelas Öl wäre doch ein guter Deal für DT und die amerikanischen Ölkonzerne, oder wie war es im Irak?

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Melanthes 31.01.2019, 07:38
9. Der selbsternannte Präsident Maduro

Zitat von matijas
Also wenn Maduro nicht legitimiert ist, dann doch Guiadó erst recht nicht! Ist Selbsternennung die neueste Errungenschaft der demokratischen Welt? Sofort wird man international anerkannt!
Maduro ist ein Putschist, der das gewählte Parlament entmachtet hat.
Guaidó ist ein von der venezolanischen Bevölkerung gewählter Abgeordneter, der von den anderen venezolanischen Abgeordneten im Parlament zum Parlamentspräsidenten gewählt wurde. Jetzt gerade ist er, so wie die venezolanische Verfassung es vorsieht wenn es Unregelmässigkeiten bei der Wahl des Landespräsidenten gibt, der Übergangspräsident der Venezolaner. Seine Aufgabe besteht darin, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen bis in einer demokratischen und geheimen Wahl geklärt wird, wen sich die Venezolaner für dieses Amt wünschen.

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