Forum: Politik
Maduros Kampf um die Macht in Venezuela: Er ist noch da
Miraflores Palace/Handout via REUTERS

Der neuerliche Aufstand in Venezuela ist vorerst in sich zusammengefallen. Herausforderer Guaidó scheint sich ebenso verkalkuliert zu haben wie seine Unterstützer in der US-Regierung. Machthaber Maduro ist weiterhin im Amt.

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adal_ 01.05.2019, 23:14
170.

Zitat von adal_
Was kann ich dafür, dass Sie aus Pompeos Rede solchen Unsinn herauslesen? ...
Ergänzung: Pompeo hielt die Rede vor Vertretern der Ölindustrie. Vor Vertretern der Flugzeugindustrie (ein weitaus bedeutenderer Exportsektor) hätte er davon gefaselt, dass mit den Flugzeugen auch amerikanische Werte exportiert werden. :-)

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hdwinkel 02.05.2019, 06:14
171. Friedlicher Widerstand

Zitat von adal_
Können Sie mir für diesen Satz verfassungs- und völkerrechtliche Quelle nennen? Besonders den Passus, dass das Volk nur solange das Recht hat, sich gegen Despoten zu wehren, "solange es friedlich bleibt" finde ich total spannend. :-)
Was genau passt Ihnen jetzt nicht, daß es überhaupt Widerstand gegen Despoten geben darf, der in kaum einer Verfassung der Welt legal ist? Oder stören Sie sich an dem Wort 'friedlich'?
zu letzterem weiß ich natürlich, daß Leute wie Sie sich um die Kollateralschäden eher nicht kümmern. Hat z.B. die hunderttausend Toten in Syrien jemals einer gefragt, ob sie sich für den Regimechange in Syrien opfern wollten? Nö.
Ich würde die Frage an Sie zurückgeben: Wo hat in letzter Zeit ein gewaltsamer Umsturz für eine nachhaltige Verbesserung gesorgt?
Geht es der Bevölkerung im Kosovo besser? In Libyen? In der Ukraine?
Nachhaltig waren dagegen friedlich erzwungene Wechsel. Der z.B. gesamte Ostblock und Südafrika. Aber da herrschten offensichtlich vernünftige Diktatoren, die allesamt vollkommen freiwillig das Feld geräumt haben. Schon klar.
Für Gewalt gibt es nur eine einzige Rechtfertigung: drohender Völkermord.

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maynard_k. 02.05.2019, 16:19
172. @adal: ja was denn nun?

Steht es nun nicht im Text (Stichwort Lesekompetenz) oder haben sie es jetzt doch gefunden und jetzt ist es nur alles gelogen um der Energiewirtschaft zu gefallen? Wann immer sie sich verannt haben ignorieren sie das von ihnen Gesagte und stellen einfach irgendetwas anderes in Frage. Angefangen mit Information aus diesem Artikel dass "der Versuch scheiterte über die Lieferung humanitärer Hilfe einen Machtwechsel zu erzwingen" über ihre Fehlinformation, dass nur westliche Staaten Hilfslieferungen organisieren und dann mittels der Unterstellung ich hätte das irgendwie in einen Kontext zur russischen Abhängigkeit vom Ölpreis gestellt. So kommen wir in der Sache nicht vorwärts ... immerhin scheinen sie jetzt endlich die Rede gelesen zu haben - sollte jeder einmal tun.

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Promethium 02.05.2019, 17:36
173.

Zitat von ulrich-lr.
Gemach, die Wand, gegen die das System fuhr, wurde von den USA mit Sanktionen gebaut. Keine Frage, der Sozialismus funktioniert schlecht, aber ganz besonders schlecht funktioniert er, wenn man ihn mit Sanktionen zumauert.
Es hat bis vor kurzem überhaupt keine Sanktionen bezüglich der venezolanischen Öl-Industrie gegeben.

Es war umgekehrt! Chavez und Maduro wollten aus Antiamerikanismus kein Öl in die USA liefern.
Das hat aber nicht funktioniert, weil das meiste venezolanische Öl extrem dickflüssig ist und man es erst mit einem besonders leichten Öl verdünnen muss bevor man es überhaupt durch irgendwelche Leitungen bekommt.

Deswegen hatte sich ein Kreislaufsystem mit den USA entwickelt. Die USA lieferten dieses leichte Öl und das damit verdünnte schwere Venezolanische Öl wurde in die USA geschickt. In den USA wurde das leichte Öl wieder abgetrennt und nach Venezuela geschickt. Tatsächlich gehören einige dieser Raffinerien in den USA zumindest teilweise den Venezolanern.

Aufgrund der kurzen Entfernung funktionierte dieses Kreislaufsystem sehr gut.

Es kommt hinzu das nur wenige Raffinerien das schwere venezolanische Öl verarbeiten können und die meisten stehen in den USA.

Die venezolanische Öl-Industrie ist also stark auf die Zusammenarbeit mit den Raffinieren in den USA eingespielt. Das wollten Chavez und Maduro aber eben aus irrationalem Hass auf die USA beenden.
Deswegen haben Chavez und Maduro angefangen leichtes Öl aus anderen Ländern zu importiert, aber da dies kein Kreislauf ist, musste Venezuela dafür voll bezahlen und das wurde eben ziemlich teuer. Insbesondere da andere Abnehmer die das schwere venezolanische Erdöl verarbeiten können, weit weg in China und Indien sitzen.
Der Plan von Chavez und Maduro funktionierte nicht mal bei einem besonders hohen Öl-Preis und wurde zum finanziellen Desaster als der Öl-Preis fiel.
Das ist neben der sozialistischen Misswirtschaft einer der wesentlichen Ursachen für den Niedergang der venezolanischen Öl-Industrie.

Die USA haben es sogar die ganze Zeit geduldet das Venezuela das Öl in die USA verschifft, wo es verarbeitet und dann von dort aus wieder an andere Länder weiter verkauft wurde.
Die Gewinne aus diesem Geschäft waren aber nicht hoch genug um die Misswirtschaft und das finanzielle Desaster auszugleichen das Chavez und Maduro angerichtet hatten.

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ulrich-lr. 02.05.2019, 23:52
174. Misswirtschaft

Aha, wenn die USA einem Land erst seit einiger Zeit die Geldflüsse komplett abdrehen und die Vermögenswerte einfrieren, dann zählt das nicht? Immerhin wollten sie im Gegenzug für das eingesackte Geld ein paar Lkw mit Kopfschmerztabletten und Verbandszeug als humanitäre Hilfe schicken. Vielleicht waren ja sogar noch einige Tüten Haferflocken an Bord gegen die Lebensmittelknappheit? Wird bestimmt ein paar tausend Dollar wert gewesen sein. Bei soviel Edelmut vergisst man die blockierten Millionen und Abermillionen.

Keiner verteidigt die chaotische Wirtschaftspolitik in Venezuela. Aber das Urteil darüber steht allein den Venezolanern zu. Doch warum müssen die USA schon wieder zündeln? Aus Syrien, Libyen nichts gelernt? Auch wenn die Opposition im Unterschied dieses Mal sogar ein Gesicht und einen Namen hat, so fehlt ihr - wie schon gehabt - der überwältigende Rückhalt im Land. Dafür ist der Rückhalt in den USA umso stärker.

Der Ansatz hat natürlich etwas: Bei Misswirtschaft sollte der Westen gemeinsam stets nochmal kräftig drauftreten, damit die sich das merken und eine Regierung einsetzen, die uns passt. Was Misswirtschaft ist, das bestimmen natürlich die USA und wir schließen uns an. Niemand weiß besser, was für andere gut ist, als wir - also Donald, Mike, Heiko, Angie und überhaupt.

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