Forum: Politik
Maduros Kampf um die Macht in Venezuela: Er ist noch da
Miraflores Palace/Handout via REUTERS

Der neuerliche Aufstand in Venezuela ist vorerst in sich zusammengefallen. Herausforderer Guaidó scheint sich ebenso verkalkuliert zu haben wie seine Unterstützer in der US-Regierung. Machthaber Maduro ist weiterhin im Amt.

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Neandiausdemtal 01.05.2019, 10:27
20. Das hat auch einen Grund

Zitat von tommachtblau
Ich habe schon viele Ländern dieser Erde besucht. Aber wenn ich in sozialistischen oder kommunistischen Ländern war war eines immer gleich: Es herrschte Armut, Misswirtschaft und ein Übermass an Korruption. Ja man könnte es mit der Formel Sozialismus = Armut zusammen fassen. Aus diesem Grund kann man nur hoffen dass, dieses geschundene, ausgebaute Volk bald eine fähigere und gerechte Regierung bekommt
Die wenigen mehr oder wenigen sozialistischen Länder erkennen die USA nicht als den großen Hegemon an und werden deshalb von diesen und deren Helfershelfern bis aufs Blut bekämpft. Stichworte wie Petrodollar oder Herrschaft der Westkapitalisten sind schon häufig gefallen und erläutert worden. Sozialismus ist im Grunde die gute Utopie und Kapitalismus die widerliche Fratze, die stärker ist.

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neptun680 01.05.2019, 10:27
21. Man hilft einem Land,

in dem man dafür sorgt, dass die Menschen noch weniger zu essen haben. Das ist doch mal eine Logik! Doch es zeigt mir sehr deutlich worum es hier eigentlich geht. Die imperialen Staaten knebeln mit ihrer Diktatur der "Freiheit" ein weiteres selbstbestimmtes Land in Knie - oder haben solches vor. Allen voran die USA die alles tun würden, um den Geist von Marx von der Erde zu tilgen. Denn dieser bedroht nun mal als einziger wirklich die Grundfesten von 200 Jahren Ausbeutung, Sklavenhandel und Krieg.

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horstenporst 01.05.2019, 10:27
22.

Zitat von Brinke
Fällt mir schwer zu glauben, dass es hier hauptsächlich ums Öl gehen soll, sowohl die Amerikaner als auch die Russen haben Öl im Überfluss. Ein Kampf der Systeme wäre da wahrscheinlicher, ist schon auffällig, dass die USA vorallem sozialistische Regierungen bekämpfen, ob Demokratie oder Diktatur, mit Öl oder ohne scheint da fast zweitrangig. Und für Moskau geht es eher um mehr Einfluss in Lateinamerika und damit vor der Haustür Washingtons, vllt eine kleine Racheaktion für die Ukraine und Syrien? :-D
Die USA haben aber kein sogenanntes "Heavy crude oil". Das gibt es hauptsächlich in Kanada und Venezuela. Und genau das brauchen die Koch Brüder für ihre Raffinerien in Texas. Und solange die Keystone XL Pipeline, deren Genehmigung eine der ersten Amtshandlungen von Trump war, noch nicht fertiggestellt ist, ist man auf Öl aus Venezuela angewiesen.
https://www.vice.com/en_us/article/7be3ex/koch-brothers-hugo-chavez-and-the-xl-pipeline

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urskenner 01.05.2019, 10:29
23. Auffälligkeiten

Es ist schon seltsam das in allen nicht Pro USA Ölstaaten ein Regimechange durch diversen politischen Mitteln „erzwungen“ wird. In Venezuela ist es mal wieder das Werkzeug der Embargos/Sanktionen um über einen längeren Zeitraum das Volk hungern und somit unzufrieden werden zu lassen.
Gott sei Dank haben wir in Europa nur noch eine Handvoll von Ölreserven und die sind fest in amerikanischer Hand, daher gibt es auch kein Grund mehr aktiv im großen Stile in die Politik einzugreifen (die Ukraine mal ausgeschlossen).

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bruno_67 01.05.2019, 10:30
24.

Ihr letzter Satz: "Venezuelas Krise wird nur mit internationaler Hilfe gelöst. So lange Washington und Moskau sich nicht über die Zukunft Maduros einig sind, hat ein Regimewechsel kaum eine Chance." ist etwas anmaßend, da er inkludiert, dass die Krise nur mit einem Sturz Maduros bzw. neudeutsch einem "Regimewechsel" zu lösen ist.

Wie wäre denn die Alternative ? Da die Venezolander offensichtlich mehrheitlich hinter Maduro stehen, könnte doch auchdarin eine Lösung zu sehensein, endlich den Wirtschaftskrieg der USA und ihrer Vasallen gegen Venezuela zu beeenden, der im nicht unwesentlichen Maßstab zu den Problemen in Venezuela beiträgt. Wenn Maduro signalisier wird, dass er nicht als Paria geächtet ist und man an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit interessiert ist, öffnet er sich sicher auch gegenüber dem Westen (ähnlich Gaddaffi, bevor der weggebombt wurde).

Es wäre auf jedenfall sinnvoller, als Venezuela jetzt als Frontstaat in die Arme Russlands oder Chinas zu treiben.

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claus7447 01.05.2019, 10:37
25. Werter Forist,

Zitat von adieu2000
Wahrscheinlich hat Niemand eine genaue Vorstellung ob es eine signifikante Anzahl an Befürwortern eines Putsches in der Bevölkerung gibt. Es beschleicht einen der Verdacht das ein Volksaufstand nur herbei geredet werden soll und mit fragwürdiger Unterstützung inszeniert wird. Schnell wird dann von manipulierten Bürgern und Erpresser Banden fabuliert. Ein Großteil der Bevölkerung weiß aber das die katastrophale Lage nur eine Folge der amerikanischen Sanktionspolitik ist.
Ich wäre nicht so rasch dabei die Mängel nur auf eine Sanktionspolitik zurück zu führen.

Sie sollten nochmal ein paar Jahre zurück gehen. Das System dort wurde unter Chaves mehr und mehr auf "kommunistisches System" umgeformt. Die letzten Wahlen - da sollten sie sich selbst prüfen, waren sicherlich nach demokratischen Regeln durchgeführt. Und um ein Ergebnis herbei zu führen wurde dann ein Pseudo-Parlament berufen.

Also die Macht Maduros ist für mich nicht legitimiert. Man muss jetzt nicht gleich alles und jeden der gegen dieses Regime ist verdammen nur weil der unselige Big Orange sich geäussert hat - Wobei den USA geht es vermutlich nicht um Stabilisierung sondern schlicht um Öl. Das war unter den Busch's schon so und vermutlich bei etlichen anderen.

Ich kann keine Lösung anbieten - aber wollen Sie, das weiterhin das venezolanische Militär mit brutaler Macht sich seine Posten erhält?

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maynard_k. 01.05.2019, 10:40
26. Erstaunlich offener und ehrlicher Artikel!

"Einen Monat später scheiterte der Versuch, über die Lieferung humanitärer Hilfe einen Machtwechsel zu erzwingen."

Dass die humanitäre Hilfe der USA genau diesen Zweck hatte, war zwar irgendwie allgemeinen bekannt, konnte man bisher aber höchstens im Forum lesen. Offizielle Lesart in Artikeln war immer, dass diese zu humanitären Zwecken geliefert werden solle und die venezuelanische Regierung mit deren Blockade sozusagen das Leid der Bevölkerung unnötig verlängert. Weiter so SPON!

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Navygo 01.05.2019, 10:42
27.

Zitat von Wolfgang H.
glaubt ihr selbst was ihr da schreibt? Zitat:"US-Sicherheitsberater John Bolton behauptete, hohe Mitglieder in Maduros Kabinett, darunter Verteidigungsminister Padrino, hätten ihm zugesichert, dass sie zu Guaidó überlaufen würden." Von wem bekommt ihr solche Infos? Langsam frag ich mich warum ich eure Beiträge noch lese.
Sehr geehrter Wolfgang H.

Was gibt es daran nicht zu glauben? Sie scheinen eher ein Problem mit dem Leseverstehen zu haben.
In dem von Ihnen angeführten Zitat steht doch klar erkenntlich "BEHAUPTETE"!
Es ist ein Fakt, dass Bolton diese Behauptung (!) aufstellte. Da dies weder verifiziert noch falsifiziert werden konnte bisher ist dies genauso wie es da steht korrekt. Jeder kann sich nun selbst eine Meinung dazu bilden, was er davon zu halten hat. SO geht Journalismus.

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anja-boettcher1 01.05.2019, 10:45
28. Welcher Kampf der Systeme?

Zitat von Brinke
Fällt mir schwer zu glauben, dass es hier hauptsächlich ums Öl gehen soll, sowohl die Amerikaner als auch die Russen haben Öl im Überfluss. Ein Kampf der Systeme wäre da wahrscheinlicher, ist schon auffällig, dass die USA vorallem sozialistische Regierungen bekämpfen, ob Demokratie oder Diktatur, mit Öl oder ohne scheint da fast zweitrangig. Und für Moskau geht es eher um mehr Einfluss in Lateinamerika und damit vor der Haustür Washingtons, vllt eine kleine Racheaktion für die Ukraine und Syrien? :-D
Russland ist seit den frühen 90ern mit brachialen Methoden der "shock theory" (Naomi Klein) zu einer kapitalistischen Gesellschaft gemacht worden. Einen systemischen Konflikt gibt es nicht. Aber sehr wohl einen megalomischen Hegemonialanspruch einer selbsterklärten globalen "Führungsmacht", die ihre gigantische Militärmaschinerie dadurch finanziert, dass es ihr der Dollar als Reservewährung erlaubt, die eigenen atemberaubenden Schulden von anderen refinanzieren zu lassen, sobald sie die Dollar-Druckmaschine anschmeißen. Es geht also um die Kontrolle des Energiehandels. Dafür muss der Nahe Osten zerlegt, die Energiepartnerschaft Russlands und Europas durch einen Regime-Change entsprechend der geostrategischen Überzeugungen Mackinders/Brzezinskis zerschlagen und das Energiepotenzial des amerikanischen Kontinents unter US-Kontrolle gebracht werden. Sonst nämlich ist ganz schnell die "einzige Weltmacht" eine ehmalige Weltmacht, die unter gigantomanischer Schuldenlast zusammenbricht.

Dass durch diesen wahnhaften Anspruch vielleicht gerade die letzte Chance verspielt wird, dass globale Probleme, die die menschliche Zivilisation als Ganzes gefährden, gemeinschaftlich gelöst werden könnten, interessiert selbstdeklarierte Weltherrscher recht weinig - wie man an der Dreistigkeit der Leugnung des Klimawandels in Washington erkennen kann. Aber dass Europa, eine schwache Landbrücke zwischen zwei riesigen Kontinenten, sich selbstmörderisch an Spieler auf einem Kontinent kettet, der nicht zu unserem geographischen Umfeld gehört, ist der eigentliche Wahnsinn.

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pnegi 01.05.2019, 10:45
29. Mit Verlaub...

Zitat von Beat Adler
Warum soll ein Volksaufstand herbeigeredet werden? Stimmt, der Maduro ist vollgefressen, aber ist es das Volk ausser seinen 3000 Generaelen auch? Sind die Regale der Supermaerkte leer oder ist das leere Propaganda? Die Spitaeler ohne Medikamente? Die urspruenglich hervoragende, venezolanische Landwirtschaft ruiniert und nicht mehr faehig die eigenen Leute zu ernaehren? Alles falsch? Wenn irgendwo auf Erden ein Volksaufstand noetig ist, dann in Venezuela, wo die Chavez nun Maduro Nomenklatura alle Reichtuemer des Landes einsackten und sich trotzdem bei China und Russland massiv verschuldeten. Die Nachfolgeregierung wird diese Schulden nie und nimmer zurueckzahlen. China kann sich das leisten, bei Russland bin ich mir nicht sicher. mfG Beat
Herr Adler; 3000 Generäle hat ja nicht einmal die Schweizer Armee;-) Scherz beiseite - Von den Leuten, die man gestern auf Seiten Guaidos sah, war keiner unterernährt. Die waren alle (ihre Worte) "vollgefressen".

Und wenn Sie etwas über leere Regale in Supermärkten sehen wollen, dann gehen Sie doch mal auf YouTube und suchen nach Max Blumenthal...

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