Forum: Politik
Maduros Kampf um die Macht in Venezuela: Er ist noch da
Miraflores Palace/Handout via REUTERS

Der neuerliche Aufstand in Venezuela ist vorerst in sich zusammengefallen. Herausforderer Guaidó scheint sich ebenso verkalkuliert zu haben wie seine Unterstützer in der US-Regierung. Machthaber Maduro ist weiterhin im Amt.

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godfader 01.05.2019, 10:47
30.

Zitat von Neandiausdemtal
Die wenigen mehr oder wenigen sozialistischen Länder erkennen die USA nicht als den großen Hegemon an und werden deshalb von diesen und deren Helfershelfern bis aufs Blut bekämpft. Stichworte wie Petrodollar oder Herrschaft der Westkapitalisten sind schon häufig gefallen und erläutert worden. Sozialismus ist im Grunde die gute Utopie und Kapitalismus die widerliche Fratze, die stärker ist.
Naja, also die Geschichte zeigt, dass doch eher der gutgemeinte Sozialismus immer mit viel Blutvergiessen, Toten oder im Gulag endet. Siehe DDR, UDSSR, China, Kuba und jetzt in Venezuela. Das ganze dann den "bösen Kapitalisten" in die Schuhe zu schieben... das hat schon Walter Ulbricht in jeder Rede gemacht und es stimmt schon damals nicht.

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Artikel 5 Grundgesetz 01.05.2019, 10:48
31.

Zitat von horst01
In Venezuela wird stellvertretend der Krieg zwischen Sozialismus und Kapitalismus ausgetragen. Dabei wird schon seit einiger Zeit darüber in philosophischen Zirkeln nachgedacht, welches Modell von Wirtschaft man braucht, um Wirtschaft und Ökologie zu versöhnen auf dem Hintergrund, dass wir 7,63 Milliarden Menschen angemessen zu versorgen haben. Bei diesen Rahmendaten ist es heuchlerisch zu behaupten, die Bemühungen der USA seien lobenswert und sinnvoll! Mitnichten! Angesagt ist Wandel durch Handel und Zusammenarbeit!
Nur daß in Venezuela gar kein Sozialismus herrscht.

Nein, hier geht es schlicht ums Öl. Wenn die Förderung in dne USA nach dem aktuellen Frackingboom zurückgeht, braucht man dne Zugriff auf Venezuelas Reserven, um die bekannte öl- und militärbasierte Macht aufrechterhalten zu können.

Das ist eine Art Endkampf. Nicht Guaidos, sondern des US-Imperialismus.

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bruno_67 01.05.2019, 10:48
32.

Zitat von Beat Adler
Warum soll ein Volksaufstand herbeigeredet werden? Stimmt, der Maduro ist vollgefressen, aber ist es das Volk ausser seinen 3000 Generaelen auch? Sind die Regale der Supermaerkte leer oder ist das leere Propaganda? Die Spitaeler ohne Medikamente? Die urspruenglich hervoragende, venezolanische Landwirtschaft ruiniert und nicht mehr faehig die eigenen Leute zu ernaehren? Alles falsch? Wenn irgendwo auf Erden ein Volksaufstand noetig ist, dann in Venezuela, wo die Chavez nun Maduro Nomenklatura alle Reichtuemer des Landes einsackten und sich trotzdem bei China und Russland massiv verschuldeten. Die Nachfolgeregierung wird diese Schulden nie und nimmer zurueckzahlen. China kann sich das leisten, bei Russland bin ich mir nicht sicher. mfG Beat
Das ist Südamerika aber nichts Neues. Raten Sie mal, wie und warum Maduros Vorgänger, Chavez, an die Macht gekommen ist. Das SPON-Archiv hat da Erhellendes:

https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13679928.html

"Vor allem die überbordende Korruption hat Venezuelas Politikerklasse in Verruf gebracht. Der Putschversuch war nicht nur ein Aufstand von Offizieren gegen ihre bestechliche und präsidentenhörige Führungsclique, er sollte das gesamte verrottete Herrschaftssystem des Landes zum Einsturz bringen. ...Die Verelendung ist nicht länger zu übersehen: Wuchernde Armenviertel umschließen die Hauptstadt, viele haben weder Wasser noch Strom. Fast 80 Prozent der 21 Millionen Venezolaner gelten inzwischen als arm. Hunderttausende schlagen sich als Tagelöhner durch. Auf den Märkten in der Provinz klauben Elendsgestalten Gemüseabfälle vom Boden....."

Das beschreibt die Zustände in Venetzuela vor der "bolivarische Revolution" von Chavez. Damit geht der ständig wiederholte vorwurf Chavez bzw. Maduro hätten Venezuela zu Grunde gewirtschaftet, komplett ins Leere.

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maynard_k. 01.05.2019, 10:52
33. @BeatAdler: ein Volksaufstand entsteht in der Regel dann

wenn es einer Bevölkerung so schlecht geht, dass sie nicht mehr anders kann als alles zu riskieren. Die Tatsache dass dort trotz der bekannten Unterstützung der USA keine Millionen auf die Straße gehen lässt mich ehrlich gesagt stark daran Zweifeln inwieweit der Unmut über Maduro so groß ist wie behauptet. Und wenn sie behaupten dass kein Volk dringender einen Aufstand nötig hätte als Venezuela, haben sie keine Ahnung von der aktuellen Situation auf diesem Planeten und wie schlecht es den Menschen in einigen Staaten geht! Wie kommen sie auf so eine Annahme?!

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Beat Adler 01.05.2019, 10:52
34.

Zitat von bruno_67
Ihr letzter Satz: "Venezuelas Krise wird nur mit internationaler Hilfe gelöst. So lange Washington und Moskau sich nicht über die Zukunft Maduros einig sind, hat ein Regimewechsel kaum eine Chance." ist etwas anmaßend, da er inkludiert, dass die Krise nur mit einem Sturz Maduros bzw. neudeutsch einem "Regimewechsel" zu lösen ist. Wie wäre denn die Alternative ? Da die Venezolander offensichtlich mehrheitlich hinter Maduro stehen, könnte doch auchdarin eine Lösung zu sehensein, endlich den Wirtschaftskrieg der USA und ihrer Vasallen gegen Venezuela zu beeenden, der im nicht unwesentlichen Maßstab zu den Problemen in Venezuela beiträgt. Wenn Maduro signalisier wird, dass er nicht als Paria geächtet ist und man an einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit interessiert ist, öffnet er sich sicher auch gegenüber dem Westen (ähnlich Gaddaffi, bevor der weggebombt wurde). Es wäre auf jedenfall sinnvoller, als Venezuela jetzt als Frontstaat in die Arme Russlands oder Chinas zu treiben.
Hugo Chavez ruinierte die lokale Landwirtschaft, weil er Nahrungsmittel importierte, sie anschliessend subventionierte, um seine "armen" Waehler ruhig zu stellen und zu motivieren ihn zu unterstuetzen und wiederzuwaehlen. Die Erdoelexporte, staatlich kontrolliert, in der Hand des Praesidenten und seiner Nomenklatura, gaben ihm das Geld dafuer.

Wurde ihm von den USA befohlen seine Landwirtschaft und damit seine Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln zu zerstoeren? War das das CIA Projekt zur Zerstoerung von Venezuela? Im Vergleich dazu hat Kuba unter Fidel Castro, eben OHNE eigenes Erdoel, seine Landwirtschaft gepflegt und gefoerdert so gut er konnte, um von Nahrungsmittelimporten so gut es ging unabhaengig zu sein. Warum zerstoerte die USA denn Kuba NICHT auf gleiche Weise?
mfG Beat

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anja-boettcher1 01.05.2019, 10:53
35. Natürlich nicht.

Zitat von horstenporst
Was man nicht bei SPON liest: https://theintercept.com/2019/01/30/donald-trump-and-the-yankee-plot-to-overthrow-the-venezuelan-government/ http://cepr.net/press-center/press-releases/report-finds-us-sanctions-on-venezuela-are-responsible-for-tens-of-thousands-of-deaths https://www.independent.co.uk/news/world/americas/venezuela-us-sanctions-united-nations-oil-pdvsa-a8748201.html
Genau damit so etwas bei uns nur eine Minderheit zur Kenntnis nehmen kann, landet bei uns in journalistischen Chefsesseln nur, wer prima transatlantisch vernetzt ist (vgl. Dissertation von Uwe Krüger, Meinungsmacht, 2014). Wenn dann, dank extremer "marktwirtschaftlicher" Konzentration seit den 90ern, nur noch Meinungsingeneure sichtbar sind, die ganz freiwillig alle die gleichen Positionen einnehmen und zwar immer die der konzentrierten Kapitalmacht, und politisch niemand mehr in Machtpositionen vordringen kann, der diese Eintracht gefährdet, dann haben wir die perfekte Synthese von "Meinungskontrolle" und "Pressefreiheit" - für die Meinungsingeneure. Mit der freien und demokratischen Selbstausrichtung von Mehrheiten hat das freilig wenig zu tun - was man ja auch allethalber spürt. Das Phänomen hat Jürgen Habermas bereits 1973 in seinem Buch "Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus" dargelegt, wie auch in "Strukturwandel der Öffentlichkeit" und in seiner "Theorie des Kommunikativen Handelns" den Unterschied zwischen vermachtetem und wirklich emanzipatorisch freiem Diskurs.

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horst01 01.05.2019, 10:58
36. Das

Zitat von Beat Adler
Gerard Schroder haette den Maduro weiter unterstuetzt? Wirklich? Bisher flohen ueber 3 Millionen Venezolaner aus ihrem Land zu den Nachbarn, vorallem nach Kolumbien. Waere es in Venezuela paradiesisch, warum dann fliehen? Maduro verteilt Nahrungsmittelpackete nur an seine treuesten Fanatiker. Was passiert, wenn ihm das Geld dafuer ausgeht? Russland und China keine frischen Kredite mehr geben? mfG Beat
Schröder hatte im Irak die Konsequenzen aus den langjährigen Versuchen der USA gezogen, Wandel durch Krieg zu erreichen.

Er würde auch jetzt wieder angemessen handeln. Die USA wollen Kuba und Venezuela zu Vasallenstaaten machen, keine Frage. Es ist der ewige Versuch der USA, den Sieg des Kapitalismus weltweit, insbesondere aber vor der eigenen Haustür zu erreichen. Und "täglich grüßt das Murmeltier"! Ist das gut?

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Aberlour A ' Bunadh 01.05.2019, 11:09
37. Ein seltsames Schauspiel - oder Stellvertreterkrieg?

Mich würde mal die Absprache zwischen Maduro und Putin interessieren, warum man Guaidó immer noch gewähren lässt. Bei Putin selbst würde doch jemand, der offen zum Umsturz aufruft, schneller öffentlich hinter Gitterstäben präsentiert, als ein Eichhörnchen auf einem Baum klettern kann. Irgendwie wird mir die Logik dieses Schauspiels nicht klar. Fürchtet man im Falle einer Festsetzung von Guaidó, dass Trump die ohnehin blank liegenden Nerven verliert? Es ist jedenfalls seltsam, dass ein Diktator permanent bemüht ist, den Anführer eines Umsturzes öffentlich lächerlich zu machen, anstatt ihn aus dem Verkehr zu ziehen.

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Beat Adler 01.05.2019, 11:12
38. Castro ruinierte Kuba NICHT, Chavez tat dies in Venezuela

Zitat von bruno_67
Das ist Südamerika aber nichts Neues. Raten Sie mal, wie und warum Maduros Vorgänger, Chavez, an die Macht gekommen ist. Das SPON-Archiv hat da Erhellendes: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13679928.html "Vor allem die überbordende Korruption hat Venezuelas Politikerklasse in Verruf gebracht. Der Putschversuch war nicht nur ein Aufstand von Offizieren gegen ihre bestechliche und präsidentenhörige Führungsclique, er sollte das gesamte verrottete Herrschaftssystem des Landes zum Einsturz bringen. ...Die Verelendung ist nicht länger zu übersehen: Wuchernde Armenviertel umschließen die Hauptstadt, viele haben weder Wasser noch Strom. Fast 80 Prozent der 21 Millionen Venezolaner gelten inzwischen als arm. Hunderttausende schlagen sich als Tagelöhner durch. Auf den Märkten in der Provinz klauben Elendsgestalten Gemüseabfälle vom Boden....." Das beschreibt die Zustände in Venetzuela vor der "bolivarische Revolution" von Chavez. Damit geht der ständig wiederholte vorwurf Chavez bzw. Maduro hätten Venezuela zu Grunde gewirtschaftet, komplett ins Leere.
Castro ruinierte Kuba NICHT, Chavez tat dies in Venezuela

Auch Fidel Castro putschte in einem hochkorrupten Staat den Militaerdiktator weg, schaffte es danach aber sein Leute selbst zu ernaeren, mit Bildung und Medizin zu versorgen. Das geht auch im Kommunismus der Castro Praegung. Haette dies der Hugo Chavez von seinem Vorbild Fidel Castro kopiert, ginge es heute den Einwohnern von Venezuela viel besser.

Hugo Chavez ruinierte die lokale Landwirtschaft, weil er Nahrungsmittel importierte, sie anschliessend subventionierte, um seine "armen" Waehler ruhig zu stellen und zu motivieren ihn zu
unterstuetzen und wiederzuwaehlen. Die Erdoelexporte, staatlich kontrolliert, in der Hand des Praesidenten und seiner Nomenklatura, gaben ihm das Geld dafuer.

Wurde ihm von den USA befohlen seine Landwirtschaft und damit seine Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln zu zerstoeren? War das das CIA Projekt zur Zerstoerung von Venezuela? Im Vergleich dazu hat Kuba unter Fidel Castro, eben OHNE eigenes Erdoel, seine Landwirtschaft gepflegt und gefoerdert so gut er konnte, um von Nahrungsmittelimporten so gut es ging unabhaengig zu sein. Warum zerstoerte die USA denn Kuba NICHT auf gleiche Weise?
mfG Beat

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altais 01.05.2019, 11:14
39.

Zitat von oli69
Schade das der SPON Bericht wichtige Infos weglässt. Im Unterschied zu anderen Diktatoren hat Maduro das Militär gut eingebunden in seine Korrupten Geschäft. Das Drogengeschäft wird ja sogar ausschliessliche vom Militär abgewickelt. Warum sonst werden immer wieder kleine Maschinen im Ausland festgehalt mit Drogenladungen, welche von Venezolanischen Militärbasen gestartet sind. Und warum haben die hohen Militärs alle Konten im Ausland mit hohen Summen, welche nun zum Teil schon eingefroren wurden ?
Interessant. Können Sie das alles auch belegen?

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