Forum: Politik
Maduros Kampf um die Macht in Venezuela: Er ist noch da
Miraflores Palace/Handout via REUTERS

Der neuerliche Aufstand in Venezuela ist vorerst in sich zusammengefallen. Herausforderer Guaidó scheint sich ebenso verkalkuliert zu haben wie seine Unterstützer in der US-Regierung. Machthaber Maduro ist weiterhin im Amt.

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adal_ 01.05.2019, 12:26
60. Blöder Vergleich

Zitat von HerrPeterlein
Es ist offensichtlich, dass hinter Guaido keine Massen und Mehrheit steht. Selbst wenn er es irgendwie an die Macht schaffen sollte, dann wird diese sehr wackelig sein. Hier kam der Vergleich mit Gaddafi auf, der mit Sicherheit Verbrechen begangen hat und keinen großen Rückhalt in der Bevölkerung hatte. Nur geht es dem Land seit seinem Sturz deutlich schlechter, in jeder Hinsicht. Warum auch so ein Ziel mit Venezuela?
Der Vergleich zwischen Venezuela und Libyen ist Unfug. Libyen war ein vom Ölgeld und Gaddafis eiserner Hand zusammengehaltener Kunst-Staat aus rivalisierenden Stämmen und Regionen, das Niveau der staatlichen Bildung war erschütternd niedrig.
Bildungsstand und politische Mentalität der Venezolaner ist damit überhaupt nicht zu vergleichen.

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Ein_denkender_Querulant 01.05.2019, 12:26
61. Besonnene Bevölkerung

Die wirtschaftliche Situation in Venezuela kommt weniger aus der eigenen Politik, als durch massive Sanktionen der USA. Wenn z.B. die EU ein umfassendes Embargo gegen die USA verhängen würde, würde in den USA kein neues Auto mehr vom Band rollen, kein Flugzeug fliegen und keine Rakete starten.

Ähnlich ist es in Venezuela, deren Wirtschaft durch die USA massiv behindert wird, Die Bevölkerung weiß das und wehrt sich darum gegen weiteren imperialistischen Einfluss der USA. Sobald die USA eine Marionettenregierung einrichten würden, würde die Ausplünderung des Landes beginnen. Auch das ist der Bevölkerung bewusst. Die Kröte Maduro ist darum immer noch besser als diue Marionette Guaidó.

Anstatt mit den USA zusammen ein Land, oder besser einen ganzen Subkontinent ins Chaos zu stürzen, sollte die EU besser ebenso Besonnenheit zeigen, innere Angelegenheiten als das sehen, was es sind, nämlich innere Angelegenheiten, und der brachliegenden Wirtschaft die dringend benötigten Ersatzteil liefern, der Krankenhäusern Medikamente etc.

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damianschnelle 01.05.2019, 12:29
62. @Beat Adler

Natürlich kann man das zitieren. Nur wenn man keine Möglichkeit hat den Wahrheitsgehalt zu prüfen, dann sollte man es ausdrücklich kennzeichnen oder es weglassen. Der Pressekodex ist da ziemlich eindeutig.

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adal_ 01.05.2019, 12:31
63. Gescheiterter Whataboutism

Zitat von Emderfriese
Sie waren offensichtlich nicht in den Artmutsvierteln von Kolumbien oder auch Brasilien.
Und an Ihnen ist es offenbar vorbeigegangen, dass bereits Millionen Venezolaner in die benachbarten Armutsländer Kolumbien und Brasilien geflohen sind, wo sie zudem nicht sonderlich willkommen geheißen werden. Wie erklären Sie sich das?

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Dumpfbacke 01.05.2019, 12:35
64. korrupter Verbrecherhaufen

Zitat von bruno_67
Das ist Südamerika aber nichts Neues. Raten Sie mal, wie und warum Maduros Vorgänger, Chavez, an die Macht gekommen ist. Das SPON-Archiv hat da Erhellendes: https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13679928.html "Vor allem die überbordende Korruption hat Venezuelas Politikerklasse in Verruf gebracht. Der Putschversuch war nicht nur ein Aufstand von Offizieren gegen ihre bestechliche und präsidentenhörige Führungsclique, er sollte das gesamte verrottete Herrschaftssystem des Landes zum Einsturz bringen. ...Die Verelendung ist nicht länger zu übersehen: Wuchernde Armenviertel umschließen die Hauptstadt, viele haben weder Wasser noch Strom. Fast 80 Prozent der 21 Millionen Venezolaner gelten inzwischen als arm. Hunderttausende schlagen sich als Tagelöhner durch. Auf den Märkten in der Provinz klauben Elendsgestalten Gemüseabfälle vom Boden....." Das beschreibt die Zustände in Venetzuela vor der "bolivarische Revolution" von Chavez. Damit geht der ständig wiederholte vorwurf Chavez bzw. Maduro hätten Venezuela zu Grunde gewirtschaftet, komplett ins Leere.
Können Sie sich nicht vorstellen, dass auf ein korruptes Regime ein weiteres folgt, wo nur die Fassade gewechselt wurde? Das ist in Lateinamerika nichts ungewöhnliches. Der Vorgänger hat ja vorgemacht, wie man sich mit Korruption die Taschen voll macht. Vielleicht hat Chavez mal am Anfang auch hehre Ziele gehabt, aber von denen scheint er ggf. schnell abgekommen zu sein, und jetzt ist es nur noch ein korrupter Verbrecherhaufen. Bezeichnend, dass dieses Regime von China und Russland unterstützt wird. Übrigens halte ich die Moral der USA um keinen Deut besser.

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Promethium 01.05.2019, 12:44
65.

Zitat von Beat Adler
Die Nachfolgeregierung wird diese Schulden nie und nimmer zurueckzahlen. China kann sich das leisten, bei Russland bin ich mir nicht sicher.
Venezuela ist potentiell einer der größten Konkurrenten Russlands auf dem Öl Sektor! Chaos und Misswirtschaft in Venezuela sind Faktoren die den Öl-Preis nach oben treiben. Das bringt Russland viel höhere Profite als die Kredite. Seit die Krise in Venezuela begonnen hat, ist der Öl Preis um ca. 30% gestiegen!

Wir sehen das übrigens aktuell an den Tankstellen.

Es ist also zu erwarten das Russland Maduro mit allen Mitteln an der Macht halten wird. Und je schlimmer die Lage in Venezuela wird desto mehr profitiert Russland. Das sind keine guten Aussichten für die Venezolaner.

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adal_ 01.05.2019, 12:48
66. Das übliche Sozialismus-Desaster: Idee Klasse, Umsetzung Mist

Zitat von horstenporst
Die Versorgung der Armen war vor Chavez miserabel.
Stimmt. Allerdings wurde - noch unter Chavez - die Versorgung der meisten Armen noch schlechter als sie zuvor schon war und genau das bricht der sog. bolivarischen Revolution Venezuelas das Genick. Ich vermute, diese Revolution wird ein ganz kleines bißchen schneller abgewickelt werden als die der Castros. :-)

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kodu 01.05.2019, 12:50
67. Sie sind vom Fach, wie es scheint

Zitat von alphajet
Das morsche und durch seine kriminellen Geschäfte vollends ausgelastete Militär ist zur Verteidigung des Landes völlig unfähig. Beim ersten Einschlag auch nur eines Marschflugkörpers oder einer gezielt platzierten Bombe auf ein Gebäude des Regimes würden die Soldaten die Waffen fallen lassen und in alle Himmelsrichtungen davon rennen. Es würde vmtl. schon die demonstrative Anwendung von Waffenwirkung ausreichen ohne Opfer zu riskieren (solche demonstrativen Zielplanungen waren im Kalten Krieg von der NATO als erste Stufe des Waffeneinsatzes geplant um der Sowjetunion Entschlossenheit zu demonstrieren ohne gleich den Krieg zu eskalieren) Aber an dieser Entschlossenheit fehlt es den USA heute. Leider hat Donald Trump nicht den Mut eines Ronald Reagan oder G.W. Bush jr. Trump ist eben nur ein Maulheld. Leider. Sonst wäre das Maduro-Regime längst auf dem Müllhaufen der Geschichte.
Aber der "Kalte Krieg" ist ja zunächst vorbei und die Protagonisten der aktuellen Supermächte (Russland, China, USA) sind füreinander deutlich unberechenbarer, als damals. Ob Putin oder Xi zuschauen würden, wenn Trump zu "demonstrativer Anwendung von Waffenwirkung" greifen würden ? Das möchte ich lieber nicht wissen. Sie?

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bruno_67 01.05.2019, 12:51
68.

Zitat von HerrPeterlein
Es ist offensichtlich, dass hinter Guaido keine Massen und Mehrheit steht. Selbst wenn er es irgendwie an die Macht schaffen sollte, dann wird diese sehr wackelig sein. Hier kam der Vergleich mit Gaddafi auf, der mit Sicherheit Verbrechen begangen hat und keinen großen Rückhalt in der Bevölkerung hatte. Nur geht es dem Land seit seinem Sturz deutlich schlechter, in jeder Hinsicht. Warum auch so ein Ziel mit Venezuela?
Das war doch Pompeo äußerst deutlich:

a) Monroe-Doktrin, d.h. Südamerika ist unser Hinterhof, und jeder, der sich nicht von uns kommandieren lässt, ist unser Feind.

b) Öl. Lt. Pompeo würde es den Venezolanern (LOL) besser gehen, wenn die US-amerikanischen Ölfirmen den Zugriff auf das venezolansische Öl hätten.

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Beat Adler 01.05.2019, 12:54
69.

Zitat von horstenporst
Die Versorgung der Armen war vor Chavez miserabel. Die CIA, die wohl kaum für sozialistische Propaganda bekannt ist, schreibt: "Social investment in Venezuela during the CHAVEZ administration reduced poverty from nearly 50% in 1999 to about 27% in 2011, increased school enrollment, substantially decreased infant and child mortality, and improved access to potable water and sanitation through social investment. "Missions" dedicated to education, nutrition, healthcare, and sanitation were funded through petroleum revenues." https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ve.html Als dann 2014 der Ölpreis zu sinken begann, ging es bergab. Die Abhängigkeit vom Ölexport bestand aber schon vor Chavez. Was die Auswirkungen der US Sanktionen angeht, bitte hier nachlesen: http://cepr.net/press-center/press-releases/report-finds-us-sanctions-on-venezuela-are-responsible-for-tens-of-thousands-of-deaths https://www.independent.co.uk/news/world/americas/venezuela-us-sanctions-united-nations-oil-pdvsa-a8748201.html
"Die Versorgung der Armen war vor Chavez miserabel."

Um das zu verbessern, zerstoerte er die eigene Landwirtschaft?

Chavez verteilte Geld aus den Verkaeufen von Erdoel an die Armen durch das Subventionieren der IMPORTIERTEN Nahrungsmittel mit dem Resultat, dass die lokale Landwirtschaft einging. Das senkte die Armut. Der Preis war die Vernichtung der eigenen Landwirtschaft. Aehnliches geschah parallel in Nigeria. Der Erdoelexport liess die lokale Wirtschaft vernachlaessigen.

Vor der Castrozeit in Kuba ging es den Armen auch schlecht, nur sorgte Fidel Castro dafuer, dass es nicht noch weiter bergab geht.

Warum folgte Chavez nicht seinem Idol Castro und sorgte fuer eine Ernaehrung Aller aus eigener Scholle, Bildung und EIGENES Gesundheitswesen, statt Import von kubanischen Aerzten? Warum investierte er die Erdoeleinkommen NICHT, um LANGFRISTIG zu Gunsten seiner Bevoelkerung eine stabile, lokale Wirtschaft aufzubauen?

Versteht hier niemand die Wichtigkeit die Bevoelkerung eines Landes wie Venezuela aus eigener landwirtschaftlicher Versorgung ausreichend ernaehren zu koennen?

Stinkreich sein, massenhaft Erdoel zu verkaufen, bedeutet fuer eine Regierung NICHT, die eigene Wirtschaft gleichzeitig dabei zu ruinieren, das "nur" weil die Chavez-Maduro-Nomenklatura kleptomanisch veranlagt ist.
mfG Beat

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