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Mahnung an London: Merkel warnt Briten vor "Illusionen" beim Brexit
REUTERS

Vor dem Brexit-Gipfel der EU hat Kanzlerin Merkel eine deutliche Botschaft in Richtung London gesandt. Ein Drittstaat könne nicht besser gestellt werden als die Mitgliedsländer. Kritik äußerte sie auch an der Türkei.

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mostly_harmless 27.04.2017, 14:20
150.

Zitat von imo27
Da die EU viel stärker von einem Freihandelsabkommen profitiert als GB (115 Milliarden Handelsüberschuss der Rest-EU) ist die Frage, wie viel die EU dann an GB für ein Freihandelsabkommen zahlen soll. So sind nun mal die ökonomischen Fakten
Die ökonomischen Fakten sind: GB ist klitzeklein gegen die EU. Und wenn ein Kleiner mit einem Großen verhandelt, bestimmt der große was passiert.

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marcaurel1957 27.04.2017, 14:21
151.

Zitat von wolly21
der "Kontinent" Zugang zur "City" möchte? Die "City" hat ja wohl weiter ihre weltweiten Verbindungen, die auch von den EU Ländern genutzt werden wollen. Niemand glaubt doch wohl allen Ernstes, die EU-Banker würden auf London verzichten wollen. Möglicherweise wird die "City" OHNE Brüsseler Regulierungen noch interessanter für die Finanzwelt.
Die "City" liegt dann auf einer Insel am nördlichen Ende Europas und hat eigentlich nicht viel zu bieten.
UK Banken dürfen dann nicht mehr so einfach auf dem Kontinent Geschäfte machen, deshalb werden viel nach Dublin, Paris und Frankfurt abwandern, wo die Kunden sitzen.

Ja, ich glaube schon, dass man auf London verzichten kann....das Know How und die Menschen sind ziemlich mobil

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RenegadeOtis 27.04.2017, 14:22
152.

Zitat von imo27
Da die EU viel stärker von einem Freihandelsabkommen profitiert als GB (115 Milliarden Handelsüberschuss der Rest-EU) ist die Frage, wie viel die EU dann an GB für ein Freihandelsabkommen zahlen soll. So sind nun mal die ökonomischen Fakten
Jetzt überschätzen Sie aber mal die Relevanz von GB auf dem Weltmarkt ein bisschen. Oder droht das Vereinigte Königreich mit Abbruch aller Handelsbeziehungen zur EU wenn die EU nicht ein Freihandelsabkommen abschließt?

Im Übrigen wäre es sinnvoll, vor dem Freihandelsabkommen den Brexit an sich zu verhandeln. Sie wissen schon: Die offenen vertraglichen Verpflichtungen, die etwas über 1 Million Briten in europäischen Ruhesitzen und deren Aufenthaltsstatus, die Forschungsinstitute, deren Förderung und Zusammenarbeit, die Hunderttausenden Studierenden und deren Aufenthaltsstatus, die in der EU arbeitenden GB-Bürger, die in GB arbeitenden EU-Bürger und deren Arbeitserlaubnisse, etcpp. Und nebenbei mal an das "good friday"- Abkommen denken, deren integraler Bestandteil eine offene Grenze zwischen Nordirland (UK) und Irland (EU) ist. Da seh ich jetzt auch noch etwas Handlungsbedarf.

Ich sehe da eine höhere Priorität als das darauf folgende Handelsabkommen.

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mostly_harmless 27.04.2017, 14:23
153.

Zitat von jottessd
Die Briten wollen keine "Zugeständnisse", die wollen einfach Handel in einer freien Welt treiben, allerdings nach dem Motto: Warenfreizügigkeit braucht keine Personenfreizügigkeit. Nach diesem Motto sind ja auch nahezu alle Handelsabkommen in der Welt abgeschlossen - und funktionieren vielleicht gerade deshalb so gut, jedenfalls hinreichend gut.
Man kann sich das ganze Gekasper sparen, wenn GB akzeptiert, die gleichen Konditionen für den Zugang zum Binnenmarkt zu erhalten wie Norwegen oder die Schweiz: Pro Einwohner ca. 1000€ in die EU-Kasse abdrücken.

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RenegadeOtis 27.04.2017, 14:25
154.

Zitat von cougar60
das wird den Briten schon bewußt sein. Ich habe den Eindruck, das Merkel, Juncker & Co sich an Britannien rächen wollen. Weil die Briten es gewagt haben, sich aus dem Verein namens EU zu verabschieden. Was nach Merkel & Co natürlich ein Unding ist. Die Briten können wohl noch froh sein, das die Bundeswehr nur sehr bedingt einsatzfähig ist. Sonst würden Merkel & CO den Briten womöglich noch den Krieg erklären, lol.
Die einzige Polterei mit kriegerischer Androhung kam bisher von einem bisher mäßig aktiven Mitglied des britischen Parlamentes.

Zu fantasieren die EU oder gar Deutschland wolle jetzt GB mit kriegerischen Mitteln angreifen zeugt von völliger Verblendung.

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RenegadeOtis 27.04.2017, 14:28
155.

Zitat von mostly_harmless
Man kann sich das ganze Gekasper sparen, wenn GB akzeptiert, die gleichen Konditionen für den Zugang zum Binnenmarkt zu erhalten wie Norwegen oder die Schweiz: Pro Einwohner ca. 1000€ in die EU-Kasse abdrücken.
Das wird schwierig, weil bereits seitens GB klar gestellt wurde, dass Personenfreizügigkeit niemals akzeptiert würde. Dies ist aber ein integraler Bestandteil der Abkommen mit Norwegen oder der Schweiz.

Diese Abkommen können daher nicht als Blaupause dienen.

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marcaurel1957 27.04.2017, 14:29
156.

Zitat von wolly21
Das UK ist - nach der Bundesrepublik - die zweitgrößte Volkswirtschaft in Europa. Natürlich haben die Briten "Verhandlungsmasse". Natürlich wollen die deutschen AUTOBAUER - und nicht nur die - weiter nach UK liefern. Und man wird weder in D noch in anderen EU Ländern Exportzölle erheben. Wenn UIK so unbedeutend in der EU wäre (immerhin der zweitgrößte NETTOZAHLER), brauchte man ja gar nicht zu verhandeln. Man könnte einfach die Tür zu machen und gut wär's. Soo einfach ist's offenbar doch nicht. Man wirft den Briten immer vor, sie wollten nur die Vorteile der EU genießen, sich vor den Nachteilen drücken. Welche NACHTEILE gibt's denn in der von allen so hochgelobten EU?
Nun ja, generell ist es von Vorteil eine Verhandlungsmasse von 500 mio Menschen zu haben.

Selbstverständlich wird es auch nach dem Brexit Handel geben, selbstvestöndlich werden wir auch Auto dorthin verkaufen.....nur eben zu WTO Konditionen. Wie jedes Drittland auch. mit Zöllen in beide Richtungen.

Erschwerend kommt natürlich hinzu, dass viele Handelserleichterungen nicht mwhr funktionieren, wenn GB nicht mehr im Binnenmarkt ist....z.B. die Mehrwertsteuersystemrichtlinie

Finanzdienstleistungen unterliegen nicht den WTO Regeln....die Londoner City wird leiden....sicher wird London immer noch wichtig sein aber massiv verlieren

Uk ist ein wichtiger Partner in der Europäische Union....aber global ein unbedeutendes Land ohne Ressourcen

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Thomas Schnitzer 27.04.2017, 14:29
157.

Zitat von ldom
scheint aber eines klar zu sein: Die deutsche Bevölkerung sieht das wesentlich realistischer und ist auch bereit die Nachteile zu akzeptieren. Die britische Bevölkerung ist da noch am Träumen.
Das mag damit zusammenhängen, dass sich die Nachteile für die deutsche Bevölkerung in sehr überschaubaren Grenzen bewegen. Wir mussten bisher beim Besuch in GB einen Pass zeigen und das Geld umtauschen, und das müssen wir in Zukunft auch. Darüber hinaus kommen auf die deutsche Bevölkerung auch keine Preisänderungen im Supermarkt, im Autohaus und im Reisebüro dazu.

Das einzige was mit spontan einfällt, wären z.B. Produkte von Kenwood. Ich habe mir letze Woche eine Küchenmaschine von denen gekauft, auf der stolz "Manufactured in UK" mit dezent-grauem Union Jack prangt. Die könnten in Zukunft teurer werden...

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swingsession 27.04.2017, 14:32
158. Viel Unsinn wird hier geschrieben

Ich arbeite seit mittlerweile 14 Jahren für eins der britischen Unternehmen. Die Qualität der von den Briten hergestellten Gehäuse werden mittlerweile aus Qualitätsgründen in Polen gebaut. Für die Qualitätssicherung ist seit mehreren Jahren kein Engländer mehr zuständig, sondern jemand aus Holland. Seitdem hat sich die Anzahl der reklamierten Waren drastisch reduziert. Von den Enngländern war immer zu hören, dass man sich auf dem Festland ja wohl aus sportlichen Gründen über jede Kleinigkeit aufregt und dieselbe reklamiert. Es hat schon seinen Grund, warum man dort deutsche oder japanische Autos bevorzugt.
Auch das Urlaubsverhalten wird sich ändern müssen. In Prag wagt man sogar zu hoffen, dass die Hen- und Stag-Parties der britischen geistig Minderbemittelten jetzt weniger werden, da es denen zu teuer wird. Man sieht, der Brexit hat auch ganz praktische positive Nebeneffekte.

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mostly_harmless 27.04.2017, 14:32
159.

Zitat von zentralist
Weshalb denken Sie, es müssen unbedingt Kröten geschluckt werden? Beispielsweise hat die Schweiz ein Freihandelsabkommen mit China (im Gegensatz zur EU). Zerbrochen ist die Schweiz an diesem Abkommen offensichtlich bisher nicht.
Was ist das für ein Kriterium, dass die Schweiz noch nicht "zerbrochen" ist?
Wie das läuft bei "kleinen" Einheiten wie der Schweiz vs große konnte man wunderbar bei dem Konflikt mit den USA rund um das Schweizer Bankgeheimnis sehen. Die Amis haben gesagt: "Her mit den Daten, sonst machen wir hier eure Banken dicht.". Und - zack - hatten sie die gewünschten Daten. So kann die USA mit der Schweiz umspringen. Mit der EU kann sie das nicht

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