Forum: Politik
Mahnung an London: Merkel warnt Briten vor "Illusionen" beim Brexit
REUTERS

Vor dem Brexit-Gipfel der EU hat Kanzlerin Merkel eine deutliche Botschaft in Richtung London gesandt. Ein Drittstaat könne nicht besser gestellt werden als die Mitgliedsländer. Kritik äußerte sie auch an der Türkei.

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jottessd 28.04.2017, 23:09
270.

Zitat von Nichtraucher
und was hat Ihr Post mit dem Brexit zu tun?
Leider werden die Debatten hier im SPON-Format sehr auseinander gerissen, daher noch mal kurz:

- Ausgangspunkt war der im Artikel dargelegte Standpunkt der Merkel'schen Brexit-Politik, die ich für entgegen der deutschen Interessen halte-

- Ein Forist meinte, dass die deutsche Bevölkerung willens ist, die Nachteile des Brexit inklusive der kompromisslosen EU- bzw. Merkel-Politik zu tragen.

- Ich fragte den Foristen, wie er zu dieser Einschätzung käme.

- Ein anderer Forist (Schnitzer) sandte mir daraufhin einen Link und meinte, dort würde ich das erfahren.

- Auf meine Nachfrage, was dieser Link (der auf die Wahlprognosen geht) für Informationen seiner Ansicht bereit halte, meinte er (Schnitzer), ich könne die Prozente der EU-stützende Parteien doch zusammenzählen.

- Ich bezweifelte, dass eine solch spezifische Frage der aktuellen EU- bzw. Merkel-Politik daraus zu erhellen sei und unterlegte das mit einem Befragungsergebnis, das sich m.E. ebenso in keiner Weise in der Parteienverteilung widerspiegelt.

Fazit für mich: Ich bezweifle nach wie vor die Akzeptanz der deutschen Bevölkerung in Bezug auf die Verschlimmerung der Brexit-Folgen für Deutschland durch eine "Bestrafungspolitik" gegenüber Großbritannien.

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larsmach 28.04.2017, 02:17
271. Britische Medien träumen von der großen Vergangenheit

In einer britischen Boulevard-Zeitung schwelgte man heute von der Größe Großbritanniens - freilich nur in Bezug auf das vergangene Reich, mit all seinen Kolonien und deren seinerzeit kostenlosen Bodenschätzen usw.. Ein Hinweis zur Seefahrt vor Hunderten Jahren wurde nicht vergessen (ähnliches fand ich auch in einem Kommentar weiter oben): Große Reden über die Vergangenheit.
Wir wollen sehen, was die Zukunft bringt!
Die Löhne in China haben mittlerweile das Niveau Portugals erreicht, edle Produkte teurer Weltmarken werden dort zu 100% hergestellt - ja: Die Welt wandelt sich schnell. Länder, die früher die Weltmeere und Teile von Kontinenten mit seinen Armeen beherrschten, spielen heute in der zweiten, teilweise gar dritten Liga. Regeln werden von den Großen gemacht: Wie müssen Produkte beschaffen sein, wie sind sie zu kennzeichnen, wie hoch darf der Energiebedarf sein usw.. Die EURO-Zone, zu der Großbritannien nie gehört hat, repräsentiert als Teil der EU die Volkswirtschaft mit dem größten Bruttosozialprodukt der Erde. Die weitere Integration Europas ist insofern sinnvoll, um mit Schwergewichten wie China auf Augenhöhe in wichtigen Fragen Einigung zu erzielen. Es ist schwerlich umsetzbar, Umwelt- oder Resourcenschutz generationenübergreifend zu betreiben, wenn gewichtige Volkswirtschaften dabei nicht mitmachen.
Großbritanniens Unternehmen werden sich nach den Vorgaben aus Brüssel und Peking richten. Mitreden wird ihre Regierung dabei kaum.

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ruhrpottsonne 28.04.2017, 04:23
272.

Zitat von der-junge-scharwenka
Nein, das verwechsele ich nicht. Der Schengen-Raum ist de facto ein EU-Projekt, das die gemeinschaftsrechtlich verankerte Freiheit des Personenverkehrs realisiert. Ohne EU kein Schengen. Tatsächlich ist EU bereits seit Jahrzehnten mehr als eine bloße Freihandelszone. Sollte sie auf dieses Maß zurückgestutzt werden, so wäre das gegenüber dem Erreichten ein Rückschritt. Mir ist bewusst, dass es Menschen gibt, die das toll finden. Ich habe allerdings genug Vertrauen, dass die Mehrheit dieses Landes in der Lage ist, nachzudenken, Vor- und Nachteile nüchtern abzuwägen und vor allem Visionen zu entwickeln, wie ihre Kinder in Zukunft leben sollen. Und ich habe Vertrauen darin, dass sich die Einsicht durchsetzt, dass Regionalismus oder Nationalismus gegenüber einem offenen, grenzenlosen Europa die schlechtere Lösung ist. Vielleicht ist das auch eine Generationenfrage.
Ihre Vision klingt mir ein wenig unklar. Möglichkeit 1, Sie möchten ein offenes aber nach außen geschlossenes politsches Europa, dann ersetzen wir allerdings lediglich den deutschen, italienischen oder französischen Nationalismus gegen einen europäischen Nationalismus. Klingt mir ein wenig zu ähnlich den Ideen des berühmten Herrn aus Braunau. Hat bei ihm nicht geklappt, hat in kleinerer Version in Jugoslawien nicht geklappt und in der UDSSR ebenfalls nicht. Möglichkeit 2 Sie meinen ein nach außen offenes Europa. Dann stellt sich die Frage, wer denn alles dazu gehören soll. Ist dann am Bosporus Schluß, oder am Ural? Oder wollen Sie eine WeltEU mit Hauptstadt in Brüssel? Sehen Sie, selbst der europäische Binnenmarkt, den ich toll finde, ist weit davon entfernt ein wirklich freier zu sein gibt es doch immer noch störende tarifäre wie nicht tarifäre Handelshindernisse. Bevor man also eine politische Union weiter forciert, hielte ich es für opportun erst einmal die handwerklichen Rahmenbedingungen für einen optimalen Binnenmarkt zu implementieren.

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fördeanwohner 28.04.2017, 06:08
273. -

Zitat von kobmicha
Da fällt mir nur folgender Satz ein: Macher droht der selber zittert!
Meinten Sie: "Mancher droht, der selber zittert"?
Damit meinen Sie jetzt aber nicht Frau Merkel, oder?
Frau Merkel droht nicht, sondern sie stellt klar, dass das UK nach dem Austritt in Bezug auf die EU keine besseren Handelskonditionen haben wird als ein Mitgliedsstaat der EU. Mehr bedeutet ihre Aussage nicht.
Die EU oder Frau Merkel werden nichts tun, damit es dem UK auf jeden Fall schlechter geht, sprich es davon abhalten, nach dem Austritt irgendwelche andere Abkommen mit anderen Staaten außerhalb der EU abzuschließen. Es ist dann im Verhältnis zur EU etwa so gestellt wie Neuseeland z.B.

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