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Malaysia Airlines Flug MH17: Warum die Schuldfrage nicht weiterführt
AP

Sicher ist im Fall des abgeschossenen Flugzeugs MH17 nur: 298 Menschen sind tot. Der Rest ist Politik. Wir nennen Putin den Täter - aber sind wir seine Richter? Seien wir ehrlich: Die Frage nach der Schuld bringt nichts.

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david_hume 24.07.2014, 19:52
410. führt doch nicht weiter,

Zitat von freespeech1
Und die über 500 getöteten Zivilisten (schon vor mehr als einem Monat), sind dann nicht auch Frauen und Kinder darunter? Ach so, . Shit happens. Hätten wie 220.000 Flüchtlinge auch schon abhauen können. Selbst Schuld. Wie sagte ein Ostukrainer lt. Guardian sinngemäß: die interessieren die Welt nicht, sind ja keine Ausländer.
Wenn die Dinge nur so einfach wären! Die Wahrheit ist, dass die Worte Recht und Unrecht in der internationalen Politik nur den Status von Hilfskräften haben. Es wäre ein Fehler, ganz auf sie zu verzichten. Aber es wäre fahrlässig, sich auf sie zu verlassen.

Es wird Zeit, dass wir uns der unangenehmen Wahrheit stellen: Eine multipolare Welt bringt auch eine multipolare Moral mit sich.

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volker.reichardt 24.07.2014, 19:53
411.

Endlich mal jemand der in der Lage zu sein scheint , zu erkennen ,dass sich die Welt nicht in gut ( West, NATO, EU) und böse ( Ost ,Russland, nicht US hörig) einteilen lässt und nur verstehende Gespräche weiterhelfen.

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rwadel 24.07.2014, 19:57
412. empörend

Ein Journalist, der seinen Beitrag mit der abgedroschenen Floskel "Seien wir ehrlich..." einleitet ht für mich jeden Respekt verloren, denn er unterstellt allen anderen Unehrlichkeit und nur sich selbst sieht er davon befreit. Und wieso die Frage nach der Schuld nicht gestellt werden darf, bleibt sein Geheimnis.
Herr Augstein, das ist eine jegliches Niveau unterschreitende Position.

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Erwan 24.07.2014, 20:06
413. Es geht darum, WER ein Interesse hat, die

Lage am Rande Rußlands militärisch zu echauffieren. Niemand anders als die USA sind das. Die nutzen auch die Volksstimmung und haben zu Maidan beigetragen. Wobei man sagen muss, dass Maidan, solange es da frerdlich bliebt, berechtigt war. Die Ukraine war und ist immer noch korrupt. Aber der Westen hat zur Konfrontation mit Rußland beigetragen, statt MIT Rußland die Ukraine in stabilere Verhältnisse zu führen. Die Ukraine und das sagen viele hätte zur Brücke zwischen West und Ost werden können. Aber der Westen will das nicht, sondern nur die einseitige Westbindung. Dann soll er auch bezahlen, aber ohne mich.

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heikom36 24.07.2014, 20:09
414. Da fällt mir noch etwas ein

IR655
Itavia-Flug 870 wurde am 27.6.1980 abgeschossen. Hat ja auch nur 30 Jahre gedauert bis die Hinterbliebenen "entschädigt" worden sind. Dieses Flugzeug wurde von der NATO abgeschossen. Der Täter war sofort klar: Gaddafi.
Auch sollte man mal einen Blick auf die vielen ungewöhnlichen Todesfälle im Zuge der Ermittlungen erinnern.
http://de.wikipedia.org/wiki/Itavia-Flug_870

Bei dem Fall Ukraine - ja, es kann von Separatisten abgeschossen worden sein. Dann war es sicherlich ein schreckliches Versehen aber man darf auch mal die Frage stellen: "Wer hat denn was davon?".
Putin sicherlich nicht und die Separatisten ebensowenig. Es bleibt nur noch die USA, EU und die Regierung in Kiew übrig. Ist nur so ein Gedanke...

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Oliver.Buch 24.07.2014, 20:11
415.

Lieber Herr Augstein,
Es geht nicht darum einen Schuldigen zu finden?? Wenn ich mit 0,6 Promille ein Kind überfahre bin ich schuldig. Egal, ob die Eltern ihre Fürsorgepflicht verletzt haben. Wenn ich dann noch ein wenig zu schnell war bin ich nach unserem Strafrecht ein Mörder, der dann einsitzt und den Eltern des Kindes in die Augen schaue wird das Grausamste sein. Es ist mir noch nicht passiert und ist Fiktion. Die Ukraine ist im Kriegszustand und der Welt ist bewusst, dass wir bei der Annektion der Krim weggeschaut haben. Die WM 2014 war ja auch viel spannender. Im August 2014 haben wir 100 Jahre erster Weltkrieg und irgendwie war doch keiner Schuld, wenn man das Buch Schlafwandler liest. Machen wir Business as usual und hoffen wir dass wir niemals in MH 17 sitzen. Tolle Kommentierung Herr Augstein und Good Night Spiegel

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meinemeinung: 24.07.2014, 20:14
416. Gewalt ist keine Lösung

Zitat von sysop
Sicher ist im Fall des abgeschossenen Flugzeugs MH17 nur: 298 Menschen sind tot. Der Rest ist Politik. Wir nennen Putin den Täter - aber sind wir seine Richter? Seien wir ehrlich: Die Frage nach der Schuld bringt nichts.
Es ist bedrückend zu erleben, wie sehr es immer wieder ausschließlich darum geht, wer der Schuldige ist und wer zur Verantwortung gezogen werden soll.Kann dies zu einem Verständnis der Situation führen, den Konflikt klären oder sogar enschärfen? Ich glaube kaum. So wird nur weitere Eskalation gefördert.Augstein ist einer der Wenigen die den Mut haben darauf hinzuweisen wie sinnlos diese Suche nach Schuldigen ist. Es ist bereits sehr viel Schaden entstanden und viele Menschen sind gestorben. Wie weit wird die Eskalation noch gehen, bevor alle Beteiligten sich darauf einigen das Gewalt keine Lösung darstellt und die Suche nach Schuldigen keinen Fortschritt bringt?

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garfield 24.07.2014, 20:14
417.

Zitat von RioTokio
Hier monieren Sie mangelnde Beweise. OK. Wie sollten die wohl aussehen? Ein Zeuge der aussagt? Ein Film der gesendet wird? Vom Abschuss? Von einer BUK Batterie die über die Grenze fährt? Putin würde in jedem Fall von Fälschung reden - und Sie?
Och, keine Sorge. Wenn die ein wenig substanzieller sind, als die "Beweise", die Bush zu den Massenvernichtungswaffen im Irak präsentieren ließ - wetten, dass Sie das damals sofort geglaubt hatten! - werde sogar ich die anerkennen - auch wenn's darauf nicht ankommt.
Ich habe auch kein Problem als "Putinversteher" zuzugeben, dass ich den Abschuss durch die Separatisten für wahrscheinlich halte. Aber das Geschrei in unseren Medien, die das als erwiesen verkaufen wollen, ist fehl am Platze.
Zitat von RioTokio
Sicher ist doch - Putin hat Einfluss auf die Separatisten
Das ist alles andere als sicher - und das Ausmaß dieses "Einflusses" allemal.
Zitat von RioTokio
und er hat Symphatie für die Russen in der Ukraine die sich abspalten wollen.
Wäre auch seltsam, wenn es anders wäre. Sind ja schließlich auch Russen, die von der ukrainischen Führung nicht gerade wohlwollend behandelt wurden (Autonomie, Abschaltung russischer Sender usw. usw.) - und das lange bevor der Konflikt "heiß" wurde.
Zitat von RioTokio
Kämpfer und schwere Waffen kommen über Rußland in die Ukraine. Die einzigen die in der Gegend auf Flugzeuge schießen sind Separatisten.
Ts, ts, was Sie so alles wissen! Seit wann sind Sie denn zurück aus dem Gebiet? Aber könnte stimmen, die ukrainischen Soldaten schießen lieber auf die Russen dort - ob Soldaten oder Zivilisten, da machen die keinen großen Unterschied.
Zitat von RioTokio
Und Sie oder Augstein wundern sich über die Verdächtigungen und Beschuldigungen gegenüber Putin?
Aber nicht im Geringsten! Schließlich ist das Spiel "Gutert Westen, böser Russe" nur allzu primitiv und eigentlich für jeden zu durschauen. Es geht wie so oft um Macht und Einflussspähren. Wäre ich Ami und ähnlich skrupellos, würde ich auch jede Chance ergreifen, meine Truppen näher an Russland ranzurücken. Nur Naivlinge glauben, wir würden eine Ukrainie - auch gerade in der Zeit mit sehr fragwürdigen Elementen in der Regierung - aus "demokratischen" Erwägungen unterstützen.

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Norden 24.07.2014, 20:15
418. Kriegsrisiko?

Zitat von sysop
Sicher ist im Fall des abgeschossenen Flugzeugs MH17 nur: 298 Menschen sind tot. Der Rest ist Politik. Wir nennen Putin den Täter - aber sind wir seine Richter? Seien wir ehrlich: Die Frage nach der Schuld bringt nichts.
Augstein rät zu Besonnenheit und das zu Recht. Die Kommentare vieler (Leit-)Medien haben diese aufgegeben. So wurden schon immer Stimmungen erzeugt, die eigene Position immunisiert, die Wahrnehmung von Fakten konditioniert und letztlich Kriege von beiden Seiten vorbereitet. Zu meinem Entsetzen vertritt auch die Süddeutsche Zeitung diese Position des "koste es, was es wolle". Hat man vergessen, wie Deutschland nach den Kriegen aussah? Welche Leichtfertigkeit!

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boer640 24.07.2014, 20:15
419. frech

Herr Augstein, nehmen wir an, jemand würde Ihre Mutter töten. Ihnen wäre also egal, zu wissen, wer das war und warum? Ihnen würde das Wissen ausreichen, dass sie tot ist? Und Sie würden wollen, dass Sie jemand tröstet?! Sorry, aber ich muss kein Psychologe sein, um zu wissen, dass das Ihnen bei der Trauerarbeit nicht helfen würde. Ich will das nie durchmachen, und Sie sicher auch nicht. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es als frech empfinde, dass Sie behaupten, dass die Schuldfrage nicht weiterführt. Ich finde, das sollten Sie den Angehörigen überlassen, zu beurteilen, was sie weiterbringt und was nicht.

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