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Martin Schulz über Europa: Es ist Zeit zu kämpfen
DPA

Martin Schulz sieht die Europäische Union in Gefahr. Es geht um "das Überleben der liberalen Demokratie" - und nicht um "Milliarden mehr oder weniger in Haushalten", schreibt der Ex-SPD-Chef in seinem Gastbeitrag für SPIEGEL ONLINE.

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traurigeWahrheit 05.06.2018, 15:47
30. Peinlicher Text!

Gerade 100% Schulz steht für ein EU, die keiner haben will: Bürokratisch, bevormundend und arrogant. Wo sind die Volksentscheide? Warum gibt es soviele Kommissare? Weshalb bejaen viele Europa, verneinen aber die EU? Wegen Politikern wie Martin Schulz.

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peter.stein 05.06.2018, 15:47
31. Mein Gott,

geht's noch ne Nummer pathetischer? Sicher, wenn wir die EU nicht nach Macrons/Schulz Plänen umbauen, sind wir wir spätestens übermorgen alle arm, alternativ beginnt der dritte Weltkrieg.
Die EU ist vom Grundsatz eine gute Idee, ich sehe allerdings viele handwerkliche Fehler bei der Umsetzung. Angesichts von Beispielen wie der Schweiz oder Norwegen, muss ich immer schmunzeln, wenn mir jemand verkaufen will, dass EU und Euro alternativlos sind, um Wohlstand und Frieden zu garantieren. Und wenn ich an so manche Bilder aus Griechenland oder aktuell Italien denke, kommen mir das schon Zweifel an der friedensstiftenden Wirkung der EU bzw. des Euro.
Und die EU soll also die Antwort auf aufsteigenden Nationalismus/Populismus sein. Aha. Kann es sein, dass hier jemand Ursache und Wirkung verwechselt? Bei den im Kommentar aufgezählten Beispielen in Europa (Ungarn, Frankreich, Italien usw.) sind die Populisten doch erst aufgekommen, nachdem die EU glaubt, hier mitbestimmen zu müssen, oder irre ich mich da?
Und ein weiser Mann hat einmal zu mir gesagt: sei vorsichtig, wenn Dir jemand sagt, dass Du solidarisch sein musst. Dann will er bestimmt etwas von Dir haben. So ist es hier auch.
Lass gut sein, Martin.

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flopi3 05.06.2018, 15:47
32. Solidarität ja, aber kein Geld!

Herr Schulz hat grundsätzlich Recht in Bezug auf die Demokratie. Aber seine Schlußfolgerungen sind falsch und eben typisch für die SPD. Es geht nur um Umverteilung. Zwischen den Bürgern in Deutschland über Steuern, zwischen den Bundesländern über den Länderfinanzausgleich in Deutschland und jetzt mit Milliarden, die D. für Europa zahlen soll. Wo bitte soll das Geld denn herkommen, Herr Schulz? Ich bin die ständige Umverteilungsdebatte leid.
Ich bin durchaus für Solidarität, wenn es notwendig ist. Aber das ist es nicht! Die meisten Europäer haben ein höheres Vermögen als die Deutschen. Warum also Griechenland und andere mit Steuergeldern retten, wenn diese Staaten sich selbst finanzieren können, in dem sie a) konsequent die Steuern bei ihren Bürgern eintreiben und b) ihre Wohlhabenden per Gesetzt zu einer "Zwangsanleihe" für den Staat verpflichten. Wenn die Bürger dem Staat Geld leihen müssen, wird ev. auch die Neigung, den Staat zu betrügen, sinken da man sein Geld ja wiederbekommen möchte.
Last but not least zu den Staaten in Osteuropa: Die Deutschen haben nach Krieg 70 Jahre hart gearbeitet für den Wohlstand. Die Staaten Osteuropas sollten nun ebenfalls erstmal ein paar Jahrzehnte arbeiten!

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RioTokio 05.06.2018, 15:48
33.

Die AFD kritisiert die Euro-Risiken, das war übrigens Kernmotiv der Parteigründung.
Wie die Zuspitzung der Schuldenkrise in Italien zeigt, waren die Warnungen nicht unbegründet.
Die AFD kritisiert die offenen Grenzen und die hohe Zuwanderung.
Die Risiken dieser Politik sind fast täglich in den Zeitungen zu verfolgen.

Natürlich gibt es an Personen und einzelnen Äußerungen von AFD Politikern Kritik zu üben. An den zutreffenden Aussagen kommt man aber nicht vorbei.
Herr Schulz macht es sich zu einfach.
Auch sein Vergleich zur Weimarer Zeit ist weit hergeholt.

Er sollte endlich anfangen sich Gedanken zu einer Reform der EU Institutionen zu machen.
Die weitere Konzentration von Macht und Geld in Brüssel ist das Gegenteil von dem was wir jetzt brauchen und was die Leute wollen.

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def_schneid 05.06.2018, 15:49
34. Oops! Wo war dieser Martin im Wahlkampf

Komisch, im Wahlkampf war der Kampf für ein weltoffenes Deutschland in einem vielfältigen Europa irgendwie untergegangen als Thema. Und ist es auch richtig, dass der Kampf innerhalb der EU Bürokratie erfolgen muss und nicht alles Gold ist was glänzt (hohe Arbeitslosigkeit etc.) aber bisher konnte mir keiner ein besseres Konzept aufzeigen als Europa. Deutschland hat von der EU und Euro profitiert wie kein anderes Land in Europa und das sollte auch mal so positiv verkauft werden von unserer Politik. Mehr Europa (nicht unbedingt mehr EU) ist das Ziel.

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SenYek 05.06.2018, 15:51
35. Solidarität...

... kann keine Einbahnstraße sein und nur dann funktionieren, wenn der "Geholfene" auch seinen Teil zum Gelingen beiträgt. Ein vermittelbarer Balanceakt zwischen "Hilfe" und "Selbsthilfe" ist genau das, was die EU dringend braucht - und was in den letzten Jahren namentlich durch die Brüsseler Institutionen tausendfach mit Füßen getreten wurde.

M. Schultz hat recht: Politisch haben wir viel gewonnen und es wäre eine Tragödie, das zu verlieren. Aber wenn die einzige Rettung nach SPD-Lesart darin besteht, die vorhandenen Gräben mit deutschem Geld zuzuschütten ("es geht nicht um Milliarden mehr oder weniger im Haushalt"). Und wenn man dann die so gekaufte Zeit nutzt, um ... gar nichts ... zu machen: Dann hat Europa wirklich keine Chance mehr.

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ihawk 05.06.2018, 15:53
36. Europäische Demokratie

Ich befürchte, viele Leser (wenn nicht die meisten) verstehen den, wie ich meine, sehr guten Beitrag von Martin Schulz nicht. Dies liegt meines Erachtens am immer noch tief verwurzelten nationalen Denken.
Mit anderen Worten, wir sind noch nicht in der Lage europäisch zu denken ... oder - wir müssen schleunigst lernen europäisch zu denken.

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rambazamba1968 05.06.2018, 15:54
37. Verantwortung

Eigentum verpflichtet. Solange es die EU schafft arme Leute in die Pflicht zu nehmen, Bürokratiemonster gegen arme Leute erschafft, jedoch Reiche und Unternehmen mit Steueroasen und Steuersparmodelle davonkommen lässt, wird die EU grandios scheitern. Die Macht der Lobbyisten ist zu stark als die Wähler der EU.

Und den Schuh müssen sich die Schäubles der EU anziehen.

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Marc Müller 05.06.2018, 15:54
38. Sie sollten die Fehler Deutschlands und der EU...

...nicht auf die anderen schieben! Ein fairer Umgang von Staaten untereinander sollte sicher gelebt und eingefordert werden. Aber wer hat den seine Verteidigungsausgaben auf Kosten des Schutzes durch USA heruntergefahren? Wer hat denn damit bestehende Vereinbarungen gebrochen? Das war ja wohl Deutschland, und zwar schon lange vor Trump. Und wer läßt denn Staaten wie Italien und Griechenland allein mit ihren Flüchtlingsproblemen? Wer hat denn die Flüchtlinge in Syrien / in der Türkei alleine gelassen und damit die große Flüchtlingswelle 2015 ausgelöst? Das ist ja wohl die EU (gewesen). Die deutsche / europäische Politik und ihre Inkompetenz ist nicht die Lösung, sondern das Problem.

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spon-facebook-10000284048 05.06.2018, 15:55
39. Ich gebe zu...

... als Herr Schulz antrat , um Kanzler zu werden, habe ich gelacht. Nicht über die SPD (der ich immer nahe stand), auch nicht, weil sie den Kanzler stellen wollte, sondern über Herrn Schulz und seine Wahlkampfauftritte.
Ich muss (und ich tue es gerne) Abbitte leisten, denn mit diesem Artikel trifft Herr Schulz ins Schwarze.
Was ich hingegen nicht mehr hören kann, sind die ständigen Fragen - was kostet das -, wenn von Bildung und Ausbildung die Rede ist, wenn von den Problemen im Süden Europas die Rede ist, von der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, Italien oder Griechenland.
Am allerwenigsten kann ich den Satz hören - was kostet das -, wenn von einem im Sinn des Wortes geeinten Europa die Rede ist. Deutschland hat Europa viel zu verdanken, nicht zuletzt die Tatsache, dass man uns wieder akzeptiert. Nicht Europa hat Deutschland angegriffen, es war umgekehrt. Wie auch die Rote Armee nicht über uns hergefallen ist, sondern die Wehrmacht über die SU.
Auch wenn das alles mehr als 70 Jahre her ist, wir sollten uns erinnern. Ich weiß, wovon ich rede, ich habe als kleiner Junge 45 erlebt, auch die DDR, auch den Wiederaufbau Deutschlands. Ohne Europa und Verzeihen wäre das nicht möglich gewesen.

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