Forum: Politik
Massaker im Sudan: Der Frühling der Demokratie ist vorbei
DPA

Das Massaker an Oppositionellen in Khartum zeigt: Sudans Militär hat kein Interesse an einem Wandel zu mehr Demokratie. Stattdessen orientiert man sich am Regime des ägyptischen Diktators Sisi.

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KayYou 04.06.2019, 00:25
20. Im Sudan?

Zitat von s-achte
Auch wir sind damals dort eingefallen, haben uns bedient und haben bei dem Spiel der willkürlichen Grenzziehungen mitgespielt. Was da so los war, wie deren Verständnis war, hat uns nicht interessiert. Hauptsache, wir hatten noch Zugriffe auf deren Ressourcen. Schau Dir mal sie Grenzen der Länder in Afrika an! Natürlich gewachsen ist das nicht. Das ist wie eine schnurgerade Grenze zwischen Frankreich und Deutschland zwischen Bordeaux und Berlin, nördlich Deutschland, südlich Frankreich! ... Viel Spaß!
War es nicht eher so, dass zunächst die Ägypter in den Sudan bis ins Kongobecken eingefallen sind, und als die von den Mahdisten geschlagen worden waren, diese das gleiche ebenfalls versucht haben?
"Natürlich" sind die Grenzen in Europa auch nicht. Frankreich hat jahrhundertelang versucht, die natürliche Rheingrenze zu erobern...

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guntergunter 04.06.2019, 00:37
21. ...Sicherheitskräfte...

...soso...aha...!
Ist das die angemessene Bezeichnung für Militärterroristen und Mörder?
Ganz ehrlich: Das sind journalistische Begriffsverwirrungen, die man nur schwerlich ertragen, geschweige denn entschuldigen kann!

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chjuma 04.06.2019, 00:47
22. nichts neues

Wie so arabisch/islamische Frühlinge enden haben wir bereits ausführlichst erlebt, siehe Ägypten mit ihren superdemokratischen Muslimbrüdern oder Libyen als failed State. Diese Regionen können mit Demokratie nichts, aber auch gar nichts anfangen. Genau wie der Frosch nicht fliegen kann. Ich stelle hier mal so die Frage in den Raum... Saddam Hussein war ein Verbrecher. Gut. Allerdings nur in unseren Augen. Weite Teile der Bevölkerung dort akzeptierten die Machtverhältnisse und lebten mehr oder weniger in stabilen Verhältnissen. Apropos Verhältnismäßigkeit....ist es Verhältnismäßig, nur um der Welt unsere Denk-und Lebensweise aufzudrücken, ganze Völker zu entwurzeln und ganze Landstriche zu destabilisieren? Ist das unsere Art, den Rest der Welt zum Glück zu zwingen? Ich will hier keine Moscheen. Die gehören in den Orient und die arabische Welt. Aber dort alles zu zerschlagen um es dann hier einzunisten, das ist doch krank. Aber hey, die links Grünen Vorturner, die uns moralisieren und das alles fördern, lassen sich von Leibwächtern nach Hause fahren. Da muss man sich natürlich nicht mit den Auswüchsen befassen und kann schön behütet ein wenig herum träumen.

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go-west 04.06.2019, 03:43
23. Es wird immer offensichtlicher,

daß Demokratie nicht unbedingt und überall das Allheilmittel ist. In Ägypten beispielsweise ist die aktuelle Militärregierung allemal die bessere Option als die „demokratisch“ gewählten Muslimbrüder. Dem gemeinen, oft ungebildeten, unaufgeklärten und leicht manipulierbaren Volk die Macht zu überlassen, ist in zunehmenden Maße keine gute Lösung mehr, gerade auch aufgrund der immer komplexer werdenden Welt. Gilt übrigens ausdrücklich auch für Europa.

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der_rookie 04.06.2019, 05:35
24. Hm

Wenn ich schon wieder von Demokratie für den Sudan lese... Was haben wir aus Libyen, Irak und Co gelernt? Wer den zweiten Schritt vor dem ersten Schritt macht stolpert. Wir reden viel zu wenig vom ersten Schritt: Was sind denn die Voraussetzungen damit Demokratien funktionieren können? Wieso reicht es nicht einfach Wahlen zuzulassen?

Ich selber habe die Antworten nicht. Aber ich vermute, dass man ein Land überfordert wenn man gleichzeitig versucht von Willkür-Justiz auf Rechtsstaat umzusatteln, von absoluter Zensur auf Presse- und Redefreiheit, und auch noch von 1-Parteiensystem auf Wählen. Dann gibt es einfach zu große Risiken, dass eine ideologische Gruppe oder ein starker Mann die noch vorhandenen Reste des Unterdrückungsapparats und der zugehörigen Kultur missbraucht und sein eigenes Regime installiert. So pessimistisch es klingt, aber die größte Erfolgschance sehe ich, wenn man den Machthaber selber ködert und dieser langsam demokratischere Strukturen zulässt um eine Basis für eine Zivilgesellschaft zu bauen. Ansonsten muss man vermutlich ein Land besetzen und den Aufbau solcher Strukturen vor Ort schützen.

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joernthein 04.06.2019, 16:21
25. Oberschlaues Gelaber?

Bei all dem Gerede hier im Forum, über Kolonieaismus, unnatürliche Grenzen und Machtpolitik - werden die aktuell für eine zivile Demokratie protestierenden Menschen vergessen. Das sind, nach bisheriger Berichterstattung, keine Hardcore-Islamisten. Sie sind ernstzunehmende Bürger des Sudan, die - zu Recht - gegen eine Militärdiktatur aufbegehren. Sie sind weitgehend gebildet und versuchen mit friedlichen Mitteln eine zivile und rechtsstaatliche Entwicklungsmöglichkeit für ihr Leben zu erreichen. Dieser "Wunsch" kommt aus ihnen Selbst und nicht aus einem angeblich aufoktroyrtem Demokratie- und Menschenrechteverständnis der sogenannten westlichen Welt. Da wehrt sich ein Volk.

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