Forum: Politik
Masse und Macht: Man kann dem Volk nicht trauen

Vielleicht sollten wir zum Dreiklassenwahlrecht zurückkehren: Jeder bekommt so viele Stimmen, wie er Steuern bezahlt. Oder wir gewichten nach verbleibender Lebenszeit. So wie bisher kann das Wahlrecht jedenfalls nicht bleiben.

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dasdondel 04.07.2016, 14:53
1. Klasse !

Griechenland und Demokratie ? Klasse Beispiel : Griechenland sagt Oxy - und alles geht weiter wie bisher. Bestes Beispiel für Undemokratie. Brexit ? GB hat bisher keinen Antrag auf Verlassen der EU gestellt - werden die denn wirklich austreten ? Zitat von
Wer zum Beispiel 20 Jahre alt ist, dessen Stimme zählt dann fünf Mal so viel wie die eines 70-Jährigen.
Es ist eigentlich ziemlich egal anhand welchem Kriterium man das Wähler-Volk spalten will - diese Überlegungen sind allesamt gegen die Verfassung (hier speziell $3GG) - Ihre Publikation möglicherweise sogar strafbar.

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Duggi 04.07.2016, 14:57
2. Über die Kriterien zur Vergabe der Stimmgewichte...

könnte man noch unterschiedlicher Auffassung sein. Ansonsten wird sich jeder Despot auf diesem Planeten ihren Ausführungen anschließen können. Die Kriterien für die Stimmgewichte legt er letztendlich dann auch fest. AFAICS ;-)

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Ienz 04.07.2016, 14:58
3. Wirr?

Ein bißchen wirr der Artikel, nicht wahr? Was genau ist jetzt Herr Fleischhauers Vorschlag?

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magic88wand 04.07.2016, 14:59
4. Oder die Abgeordneten ...

... per Zufallsprinzip aus der Bevölkerung berufen. Dann kann man sich Wahlen komplett sparen, denn bei 600 Abgeordneten sind alle Bevölkerungsgruppen entsprechend Ihrer Häufigkeit in der Grundgesamtheit (Bevölkerung) vertreten - ist also demokratischer als Wahlen. OK, wird so kommen. Aber Fleischhauers Konzepte genauso wenig.

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lawlord 04.07.2016, 15:00
5. wunderbar der Kommentar

was wir nämlich brauchen, ist eine Diskussion über die Rahmenbedingungen von "direkter Demokratie" und weiterer Verbesserungsmöglichkeiten der repräsentativen Demokratie. Schon Rousseau wusste, dass die volonté générale bestimmter idealer Voraussetzungen bedarf und in größeren Gesellschaften nicht durch Akklamation zu finden ist. Robespierre dachte anders und hat bewiesen, dass Terror das Ergebnis ist.

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peterbond2 04.07.2016, 15:00
6. Man kann den Journalisten nicht trauen

Soweit ich das überblicken kann sind wir hier auf einem gutem Weg.
Dieses Thema beschäftigt mich jetzt schon recht lange, aber das Mißtrauen wächst in Bereichen.

Neben Exekutive, Legislative und Judikative gibt es danach die Medien, die zwar keine eigene Gewalt zur Änderung der Politik oder zur Ahndung von Machtmissbrauch besitzen, aber durch Berichterstattung und öffentliche Diskussion das politische Geschehen beeinflussen können.
Allein der Glauben fehlt.

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geando 04.07.2016, 15:04
7. Erschreckende Kampagne gegen die Demokratie

Ich bin offen gesagt ein wenig schockiert, was in den letzten Wochen (besonders nach dem Brexit) zum Thema "direkte Demokratie" so aus der SPON-Redaktion sickert. Fleischhauer reiht sich ein in die Phalanx neben Augstein, Diez, Lobo und Co.: Mehr Demokratie, so schallt es nun aus allen Kanälen, sei Schädlich und Gefährlich. Wovor habt ihr denn Angst? Wenn die Mehrheit der Menschen anders denkt, als die Regierung oder gewisse Eliten, haben die sowieso ein Problem. Wer Angst vor der Meinung des Volkes haben muss, kann über kurz oder lang sowieso nur noch per Autokratie regieren- das ist ein Fakt, da helfen auch Brot und Spiele irgendwann nicht mehr weiter. Volksabstimmungen bedeuten übrigens auch keine Abstimmung der Masse, sondern eine Abstimmung eines jeden- also die Stimme des Individuums. Die Stimme der Masse spricht hingegen in der repräsentativen Demokratie: der Repräsentant meint zu vernehmen, was seine Vertretungsgruppe will- die Meinung des Einzelnen wird dabei übergangen.

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Mvk 04.07.2016, 15:04
8.

Da ist sie wieder, die Angst der Besitzenden vor der Demokratie (und durch den Brexit aktueller denn je).
In der BRD werden Teile der Bevölkerung systematisch kleingehalten, das fängt schon im Mutterleib an, geht über KiGa, Schule, Ausbildung, Studium und setzt sich in der Arbeitswelt fort, sofern man nicht in H4 landet..
Und jetzt besitzt dieser Fleischhauer die Frechheit dieses Kastensystem noch öffentlich weiter zu bewerben. Aber das entlarvt auch eine der Schwächen der parlamentarischen Demokratie, die Abgeordneten sind nämlich nicht ihren Wählern, sondern niemandem - faktisch aber ihrer Partei - verantwortlich.

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bruduhu 04.07.2016, 15:04
9. irgendwie unlogisch auf den ersten blick

warum sollte ein 20-jähriger mehr stimmen haben?
dann müsste man aber auch nach themen unterscheiden.
bei verkehrspolitischen themen haben fahrradfahren keine stimme, 300-ps-fahrer dann 20. in umweltfragen haben biolebensmittel-verzehrer 100 stimmen, fluggäste keine. bei kulturellen abstimmungen haben hauptschüler 1 stimme, kunststudenten 20.

das ist nicht machbar.

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