Forum: Politik
Masse und Macht: Man kann dem Volk nicht trauen

Vielleicht sollten wir zum Dreiklassenwahlrecht zurückkehren: Jeder bekommt so viele Stimmen, wie er Steuern bezahlt. Oder wir gewichten nach verbleibender Lebenszeit. So wie bisher kann das Wahlrecht jedenfalls nicht bleiben.

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the great sparky 04.07.2016, 17:45
180. antidemokraten!

solange die ergebnisse bei wahlen oder abstimmungen den eliten "passen" bewegen wir uns in einer vorzeigedemokratie, da ja die leistungen der eliten bestätigt werden.

aber vorsicht wenn die ergebnisse nicht mehr "passen" hinterfragen die eliten auf einmal das wahlsystem statt ihre eigenen leistungen zu hinterfragen.

politiker, wirtschaftslobbyisten oder journalisten, die auch ansatzweise so argumentieren, sind die wahren antidemokraten und trauen sich auch noch auf die politischen ränder zu zeigen, um vor demokratiefeinden zu warnen. widerwärtig!

die eu ist keine gottvorgegebene einbahnstraße - nein, sie sieht das verlassen der gemeinschaft ausdrücklich als möglichkeit vor. und wenn dies nun angeblich mit soviel horrorscenarien verbunden sein sollte, dann ist das ein eu-imanentes problem. dann sind die verträge halt schlecht ausgearbeitet, wenn diese möglichkeit nur unter inkaufnahme größerer schäden umgesetzt werden kann. also der nächste selbstverschuldete bock!

ich bin schon ein wenig verwundert, wie tief diese alternativlos-darstellungen vom volk als normal empfunden werden. eigentlich müsste man alle einbahnstraßenbeschreiter zum teufel jagen, da sie uns ohne not von einer krise in die nächste führen und immer noch glauben, wahrheit und recht auf ewigkeit gepachtet zu haben.

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johann-sailer 04.07.2016, 17:45
181. Wahlrecht

Bitte kein zwei-, oder gar dreiklassen Wahlrecht. Aber jeder der 18 ist und wählen will sollte zumindest in Staatsbürger kunde eine kleine Prüfung machen müssen.
Wurde nicht der Adolf 1933 von der Mehrheit der Bürger gewählt? Dies allein sollte uns zu denken geben.

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Heinzi Heinz 04.07.2016, 17:45
182. Und morgen kommt der Weihnachtsmann ...

Zitat von marcaurel1957
Glücklicherweise leben wir in einer repräsentativen Demokratie! Profis machen, unterstützt von Fachleuten, Gesetze und der Bürger sagt in regelmäßigen Abständen, ob die betreffenden einen guten Job gemacht haben!
Wo sind denn die Profis? Doch nicht etwa im Bundestag? Es gibt beratende Fachleute, doch die Masse der Profis, die über unsere Gesetzte abstimmen, haben nicht einen blassen Schimmer, für was sie das abstimmen. Das ist schlimm! Wirklich schlimm ... genauso gut könnte man ihnen Blankogesetze vorlegen und die Lobbisten aus Automobil- und Pharmabranche füllen dann als Fachleute getarnt die Gesetze aus. - Das ist leider die traurige Realität!

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Jöel L. 04.07.2016, 17:45
183. Das täuscht

Zitat von macfan
ist auf lokaler Ebene sicher sinnvoll. Auf Landes- oder gar Bundesebene droht schon immer die Populismusfalle. Es muss nur wieder einmal ein schlimmer Kindermörder herumlaufen, schon würde die Todesstrafe wieder eingeführt usw. Das hat nichts mit links und rechts zu tun, die Eltern unseres Grundgesetzes haben sich schon zurecht Gedanken gemacht.
Nein, nein, so simpel ist das nicht. In der Schweiz hat es es ein Grüppchen Fehlgeleiteter nicht einmal geschafft, eine Initiative zur Einführung der Todesstrafe einzureichen. Dazu wären 100 000 Unterschriften nötig gewesen. Unsere Rechtsaussen-PopulistenPartei SVP hat schon einige seltsame Betriebsunfälle zustande gebracht, aber die Stimmbürger sind tatsächlich lernfähig. In der Schweiz läuft das auf Bundesebene recht gut. Es ist natürlich Übung nötig. Wenn ein Potentat einem ungeübten Volk ein Plebiszit vor die Nase knallt, das sonst nur alle vier Jahre ein Kreuzchen malen darf, dann ist es klar, dass dem aufgestauten Ärger Luft gemacht wird und dass sich viele überhaupt nicht mit der Frage auseinandersetzen.

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der_ridcully 04.07.2016, 17:46
184. Direkte Demokratie funktioniert einfach nicht.

Als einfaches Beispiel sei hier meine Erfahrung mit dem Volksentscheid zum Rauchverbot in Bayern argumentiert.
Es gab viele Leute die sich drüber erregten, dass sie jetzt gar nicht mehr rauchen dürfen, sondern raus müssen. Es wäre doch viel besser, wenn man NACH dem Essen dann drinnen rauchen könne. Während des Essens ist das Nichtrauchen ja ok....
Auf die Frage für welche Vorlage diese gestimmt haben, war in der Regel die Antwort für den der Initiative.
Warum nicht der von der CSU? Weil ich man jetzt die Möglichkeit habe, der CSU was reinzuwürgen. Der Hinweis, dass deren Vorlage aber genau dem gewünschten Ergebnis entsprochen hätte, wurde mit Achselzucken quittiert: "Wenigstens ist die CSU nicht mit ihrem Vorschlag durchgekommen".
Wenn ich bedenke, dass es um ECHTE Probleme geht und wir abstimmen sollen, wird mir himmelangst.

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geando 04.07.2016, 17:47
185. @olicrom

Zitat von olicrom
Ich denke, Sie haben da etwas nicht ganz richtig verstanden: Niemand der von Ihnen Erwähnten hat glaube ich Angst vor mehr Demokratie. Ich auch nicht. Aber ich habe Angst vor sogenannten Volksabstimmungen über Themen, die von einem hohen Anteil der Wähler schlicht - und zwar noch nicht mal im Ansatz - verstanden werden. Dieses Mittel der Demokratie ist nichts anderes als ein Sprungbrett für Populisten. Je komplexer das Thema, desto schlichter und in der Folge desaströser deren Lösungsvorschläge. UKIPs dementsprechende Brexit-Kampagne war Desinformation pur. Und es ist eben kein Zufall, dass immer die nachweislich schlechter Informierten und Gebildeten darauf reinfallen - siehe Brexit. Und ihre These, Mehrheiten im Volk würde für so etwas wie "Qualität" oder "Wahrheit" stehen, ist absurd und seit dem Nationalsozialismus hinreichend widerlegt. Am Ende sollte kluge Politik von klugen Leuten gemacht werden. Und klar sein, dass Demokratie kompliziert ist, anstrengend zudem und jede Menge Arbeit macht. Worauf ein Großteil der Bevölkerung schon mal gar keinen Bock hat. Aber dann soll man deren Einfluss auf Politik auch si klein wie möglich halten. Möglichkeiten, sich selbst zu informieren, gibt es heutzutage wie nie zuvor. Aber macht kaum jemand. Es ist halt leider so: Die Grundidee der Demokratie basiert auf Bildung und persönlichem Engagement. Von beidem brauchen wir viel mehr. Und erst dann kann man auch über Volksabstimmungen sprechen.
Es ist eine völlige Fehlannahme, das politische Inhalte für "den gemeinen Bürger" zu komplex wären. Wissen Sie, wie Abstimmungen über Vorlagen in den Parlamenten aussehen? Die jeweilige Fraktion gibt eine Positionspapier heraus, und die Parlamentarier nicken dies ab- Eine eingehende Beschäftigung mit der Thematik ist mitnichten die Normalität. Die direkte Demokratie kann diesen Vorgang mindestens genauso gut leisten. In der Schweiz wird vor einer Volksabstimmung eine Broschüre versendet, in der die Abstimmungsfraktionen ihr Anliegen darlegen können. Ich habe schon einige dieser Broschüren gelesen und kann ihnen sagen: kein politischer Inhalt ist so komplex, das er das intellektuelle Niveau einer Führerscheinprüfung übersteigen würde. Wenn es Aspekte in der Politik gibt, die den Bürgern zu kompliziert erscheinen oder die unbekannt sind, liegt das einzig und allein an Intransparenz. Ein schönes Beispiel ist TTIP, über das tatsächlich nicht abstimmbar wäre, da keiner die Inhalte kennt. in einer direkten Demokratie würde dieses Abkommen allerdings auch nicht ratifiziert werden, bevor die Inhalte offengelegt wären. Wer weiterhin glauben möchte, das er oder seine Mitbürger zu doof zum Entscheiden seien, bitte- der braucht aber auch keine repräsentative Demokratie. Das Beispiel der Nazis können Sie sich übrigens auch sparen- weder deren Machtergreifung, noch deren Herrschaftsmodell hatte irgend etwas mit direkter Demokratie zu tun. Wer dort einen Zusammenhang herstellen will, hat im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst.

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gehirngebrauch 04.07.2016, 17:47
186. herr fleischhauer,

dann bekommen ja die politpfeiffen und bankster das sagen und machen was sie wollen, wahlen sind dann überflüssig und verfassungen werden auch gleich abgeschafft. sie hätten bestimmt auch mehr stimmen als ein arbeiter bei bmw oder porsche. und was denken sie welches gewicht ein paar leute haben würden, die zwar keine steuern zahlen aber mit maschinenpistolen ins parlament einmaschieren ? außerdem bin ich auch nicht dafür in jede "tretmine" zu latschen, aber es gibt fragen da sollte man schon die stimme des volkes mal erhören. wann geschah das eigentlich in deutschland das letzte mal ? alle unmündig ?

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geando 04.07.2016, 17:50
187. @Thomas Schnitzer

Zitat von Thomas Schnitzer
Da können sie getrost den Einbürgerungstest nehmen. Der stellt sicher, dass die meisten AfD-Anhänger niemals wählen werden. Die Fragen daraus können die meisten Deutschen, allen voran die Biodeutschen, nämlich mangels Allgemeinbildung nicht beantworten.
Ach so, die Allgemeinbildung von "Bio-Deutschen" ist also schlechter, als diejenige von Einwanderern? Haben Sie dafür Belege, oder meinen Sie das einfach mal so?

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prophet88 04.07.2016, 17:50
188. Unfug

....so ein unfug, jeder mensch sollte die gleichen rechte haben, jeder mensch sollte gleich viel wert sein. ...wo kommen wir dahin, wenn bestimmte ´wichtige´ leute drei stimmen haben und der einfache arbeiter nur eine. ...der arbeiter bleibt dann erst recht der wahl fern. ....jeder der für das dreiklassenwahlrecht ist, sollte einen bussgeldbescheid erhalten!

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twister13 04.07.2016, 17:50
189. Keine optimale Entscheidung

Natürlich muss alle Macht vom Volke ausgehen. Von wem den sonst?

Aber wie in jeder Gruppe gibt es auch im Volk Schlaue und weniger schlaue. Und eine Mehrheitsentscheidung ist mit 100%iger Gewissheit nicht die schlaueste Entscheidung auch wenn es die demokratischste Entscheidung ist.

Sie glauben das nicht? Kurzes Beispiel.

Ein Schachgrossmeister spielt gegen das deutsche Volk Schach. Der Zug mit den meisten Stimmen wird ausgeführt.
Wer gewinnt? Natürlich der Grossmeister weil die Masse der Menschen natürlich nicht auf den besten Zug kommt, sondern nur eine Minderheit die das am besten kann.

Und genauso ist es mit politischen Entscheidungen. Die Masse generiert nicht die beste Entscheidung, aber für den Volksfrieden muss man den Preis zahlen.

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