Forum: Politik
Massenprotest in London: Hunderttausende Briten fordern neues Brexit-Referendum
Facundo Arrizabalaga/E PA-EFE/ REX

Kann der Druck auf Theresa May noch wachsen? Er kann. Hunderttausende forderten bei einer Massendemo in London ein neues Brexit-Referendum, Millionen unterstützen eine Internet-Petition gegen den EU-Ausstieg.

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bushmills 23.03.2019, 22:45
120. May zieht ihrerseits an den letzten verbliebenen Schrauben

Gezogen wird üblicherweise an Fäden, wohingegen Schrauben eher zum Drehen ausgelegt sind.

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adieu2000 23.03.2019, 22:53
121. Das Problem ist das man in GB keinen Deal will

aber nicht weil man keinen Brexit will, sondern weil man sich erpresst sieht von der EU und die Mehrheit der Brexit Befürworter die EU ohne Deal verlassen will. Wer für den Brexit in GB ist, hat kaum ein Interesse, auch noch nach dem Exit sich über Jahre der EU zu unterwerfen. Und warum zeigt sich plötzlich die EU so nachgiebig wenn es um eine Verlängerung geht? Weil man einen Deal will. Denn wenn GB durch den Brexit wirtschaftlich profitieren und aufblühen würde, wäre die EU ernsthaft bedroht, und Länder wie Italien und Spanien wären die nächsten.

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schwaebischehausfrau 23.03.2019, 22:56
122. @Nordschwabe: Ist ja noch schlimmer.....

Zitat von Nordschwabe
schwaebischehausfrau heute, 20:13 Uhr: "Die Briten wählen ihr Parlament auch alle 4 Jahre neu. Und bereits gerade mal 11 Monate nach der Brexit-Abstimmung hatten die Briten am 08. Juno 2017 eine von Teresa May vorgezogene Parlamentswahl und damit die Chance, eine Partei zu wählen, die sich für einen EU-Verbleib einsetzt und den Brexit stoppt." Mich interessiert nun ungemein, welche Partei Ihres Wissens nach das war, die sich entschlossen FÜR einen Verbleib in der EU in dieser Parlamentswahl ausgesprochen hat. Ich kenne keine.
Die Liberal-Demokraten haben sich vor dem Brexit-Votum und auch vor der Unterhaus-Wahl 2017 definitiv für einen Verbleib in der EU ausgesprochen. Von den britischen GRÜNEN, die schon beim Brexit-Votum 2016 für einen EU-Verbleib waren, ist mir ebenfalls nicht bekannt, dass sie danach ihre Meinung geändert haben.
Aber selbst wenn es bis zum Brexit-Votum keine einzige Partei gegeben hätte, die für einen Verbleib in der EU gekämpft hätte: Dann ist es ja noch viel schlimmer, das sich danach (bis zur Unterhaus-Wahl waren es immerhin noch 11 Monate Zeit) keine Partei gegründet hat mit "EU-Verbleib" auf der Fahne, obwohl dieses Thema das beherrschende Thema in UK war seit dem Brexit-Vote und eine neue Partei mit dem Pro-EU-Wahlkampfthema doch mit einem Erdrutsch-Sieg als stärkste oder zweitstärkste Partei ins Parlament hätte einziehen können - angesichts ca. 49% der britischen Bevölkerung, die angeblich UNBEDINGT in der EU bleiben wollten. Mag ja sein, dass die Brexit-Gegner ihre Anhänger sehr stark mobilisieren können für Demos und Online-Petitionen. Aber daraus abzuleiten, dass sie "die Mehrheit" in GB stellen, ist immer noch eine sehr gewagte These.

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schwaebischehausfrau 23.03.2019, 23:15
123. @cobaea: Mag Ihnen nicht gefallen...

Zitat von cobaea
Haben Sie schlecht geschlafen und Albträume gehabt oder woher kommen diese irren Visionen von Sowjetunion 2.0? Wieso fällt mir gerade jetzt der Aphorismus von Georg Christoph Lichtenberg ein: Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf - es kommt nur auf die Entfernung an.
...aber was sonst ist eine EU als "Vereinigte Staaten von Europa" anders als eine Sowjet-Union 2.0 Reloaded. Was glauben Sie, wieso Ungarn , Polen und Slowaken so vehement gegen jede EU-Maßregelung aufbegehren und, die sie als Einmischung in ihre staatliche Souveränität ansehen (Migrationspolitik, Justiz-Reform etc.)? Weil diese Länder nach über 40 Jahren als sowjetische Satelliten-Staaten und Gängelung durch die Sowjet-Union auf sowas absolut allergisch reagieren. Und was glauben Sie, wieso sich gerade auch die baltischen Staaten Estland , Lettland und Litauen (ehemalige Sowjet-Republiken) im Frühjahr 2018 an einem Protestbrief (zusammen mit den Skandinaviern , Irland und den Niederlande) gegen noch mehr EU-Vertiefung ausgesprochen haben? Weil diese Staaten, nachdem sie nach 45 Jahren Sowjet-Union endlich ihre nationale Souveränität wieder erkämpft hatten, nicht sofort wieder das Gleiche in Grün (bzw. Blau) erleben möchten.

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normalversiffter 23.03.2019, 23:15
124. Beim letzten mal wurde von den Brexitiers gelogen

Vor der letzten Volksabstimmung wurde gezielt von den Populisten gelogen. Diese zogen nach der Abstimmung ihre Aussagen zurück oder wurden entlarvt. Jetzt, nachdem jeder die wahren Konsequenzen kennt, ist erst eine wirklich faire Abstimmung möglich. Deswegen ist es Zeit für ein neues Referendum.

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christerix 23.03.2019, 23:24
125. Brexit-Entscheidung war undemokratisch

Ich widerspreche hier bewusst allen, die meinen, das Referendum sei demokratisch gewesen und brauche nicht wiederholt zu werden. Das ist definitiv falsch. Das Referendum war nicht für das britische Parlament bindend. Zu keinem Zeitpunkt. Die Brexit-Befürworter im Parlament haben es hochstilisiert, um ihre dumme Ansicht zu legitimieren. Man kann im Nachhinein diese Meinungsumfrage eben nicht zur generellen Abstimmung machen! DAS ist total undemokratisch.
Zum anderen ging diesem Referendum eine Lügenkampagne voraus, die definitiv Einfluss auf das Ergebnis hatte. Folglich hätte jeder ehrliche Demokrat auch schon aus dem Grund das Referendum wiederholt.
Und dann muss man sich klarmachen, dass die Frage bereits falsch gestellt war, da hier nur ein genereller Ausstieg abgefragt wurde - kaum jemand vom Volk wusste, was diese Frage überhaupt impliziert - nicht einmal die Abgeordneten wissen es zum Teil bis heute.
Die Briten haben es dermaßen vergeigt, dass ich auch in meinem Umfeld für diese einstige "Weltmacht" (immerhin hat sie Spanien und Portugal überlebt) nur noch Hohn und Spott übrig habe - wie lächerlich sind die Parlamentarier, die offenbar absolut keine Ahnung von wirtschaftlichen Zusammenhängen besitzen.
Und sie glauben immer noch, die mehrfachen Abstimmungen im Parlament sei demokratischer, als das unseriöse Referendum zu wiederholen.

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die-metapha 23.03.2019, 23:28
126.

Zitat von schwaebischehausfrau
Nur: In einer Demokratie entscheiden Wahlen und Abstimmungen - und nicht die Straße. Und in Demokratien ist auch der demokratische Prozeß festgelegt, wann und wie oft diese Wahlen stattfinden und unter welchen Voraussetzungen (z.B. erfolgreiches Mißtrauensvotum) Neuwahlen stattfinden.
Es geht ja nicht darum, Neuwahlen zu erzwingen.
Aber irgendwie mutet das schon etwas grotesk an wenn man gestern noch das "vox populi" zum Maß aller Dinge in Sachen Demokratie erklärt und heute so argumentiert, als müsse man den Willen des Volkes plötzlich nicht mehr berücksichtigen, weil man ja sein Ziel bereits erreicht hat.
Das ist einfach eine verlogene Debatte.

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ghdstz 23.03.2019, 23:32
127. #3 : Liebe Bots aus St. Petersburg ...

Zitat von tiropites
Die Briten hatten ihre Gelegenheit und sie haben sich gegen die EU entschieden! Es wäre gegen jedes Demokratieverständnis, wenn man solange wählt, bis das Ergebnis stimmt. Wenn es dazu kommt, braucht sich die EU auch nicht mehr als eine demokratische Institution bezeichnen
Liebe Bots aus St. Petersburg, die ihr immer gleich als Erste auf eine neue Diskussion zu einem Spon-Artikel springt: Bitte schickt euren Programmierern eine Fehlermeldung des Inhalts, dass euer jetziger Algorithmus dringend an die Realität angepasst werden muss. Seitdem im britischen Unterhaus immer wieder versucht wird neu abzustimmen bis vielleicht irgendwann mal das gewünschte Ergebnis herauskommt, ist diese Vorgehensweise der Inbegriff demokratischer Prinzipien und daher lauthals zu loben !!! (;-))

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ziehenimbein 23.03.2019, 23:34
128. Die 52 Prozent Befürworter

Zitat von s.l.bln
...sind mir ja ein ganz Zynischer. Sie meinen, die Biologie könnte in den vergangenen drei Jahren die Mehrheitsverhältnisse zu Gunsten der meist jungen Stay-Fraktion gedreht haben? Das ist im Prinzip nichtmal abwegig, wär aber mit Abstand die schrägste Brexit-Exit-Strategie, die mir einfiele. Hut ab.
sind halt nicht (mehr) die 52 Prozent, die es noch betrifft, in 5 Jahren wird es noch gravierender sein. Zynisch? Vielleicht, aber es ist nunmal genau so. Die Zukunft sollte vorrangig von denen gestaltet werden, die sie auch (noch) erleben werden! Das gilt sowohl für Familienbetriebe, wie auch für die Politik.

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ghdstz 23.03.2019, 23:43
129. Zu "May zieht an Schrauben" ...

Zitat von bushmills
Gezogen wird üblicherweise an Fäden, wohingegen Schrauben eher zum Drehen ausgelegt sind.
Da es bekanntlich Schraubenzieher gibt, schlussfolgern suboptimal programmierte Bots natürlich das Schrauben gezogen werden. Bitte sehen sie es diesen Blechtrotteln nach, zumindest solange bis der nächste Programmupdate kommt ... (;-))

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