Forum: Politik
Massenprotest in London: Hunderttausende Briten fordern neues Brexit-Referendum
Facundo Arrizabalaga/E PA-EFE/ REX

Kann der Druck auf Theresa May noch wachsen? Er kann. Hunderttausende forderten bei einer Massendemo in London ein neues Brexit-Referendum, Millionen unterstützen eine Internet-Petition gegen den EU-Ausstieg.

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Stefan1Sonic 24.03.2019, 02:33
140. Wir können alle erdenklichen Verschwörungstheorien bemühen..

Zitat von Trollflüsterer
Wie schnell ein Volk mit den Füßen einen Wandel erreichen kann, hat man z.B. 89 in DDR gesehen. Wenn die Briten jetzt aber bitte schnell, die Zeit wird knapp, mal RICHTIG demonstrieren, Schüler mit Schulschwänzen usw., dann kann da noch was gehen. Die Briten sind beim Referendum komplett betrogen und belogen worden! Da ist gar nichts rechtmäßig. Es wurde mit Lügen, Fake News, Cambridgew analytica Kram, und besonders mit dubiösem Geld aus Russland gearbeitet. Frontal 21 hat es gezeigt: https://www.zdf.de/politik/frontal-2...exits-100.html oder: https://www.sueddeutsche.de/politik/...land-1.4202533 Kein Wunder, dass die Fans des Russland Satelliten "Agentur für Desinformation", kurz AFD, hier Zeter und Mordio rufen. Ihr schöner Plan wäre im Eimer.
aber es nutzt ja doch nichts. Abgesehen davon, dass ein erneutes Votum die Gräben nur vertiefen würde: Es gibt keine Umfrage, die eine halbwegs sichere Mehrheit für eine Seite prognostiziert - es wäre wiederum mit einem knappen Ergebnis zu rechnen, obwohl die Argumente nun schon seit langem einer intensiven Überprüfung unterzogen wurden - trotz vermeintlicher Manipulation dürften sie offenbar bei der Entscheidung keine allzu große Rolle gespielt haben, wesentlicher war wohl eher die grundsätzliche Haltung zu der Institution EU. Die herablassende Verhandlungsführung der verbliebenen EU-Mitglieder hat in diesem Zusammenhang wohl auch eher eine Trotz-Reaktion bewirkt. Der Vergleich mit der DDR ist hier im Übrigen grotesk.
Möchte man einen Partner (zurück)gewinnen sollte man zunächst mal damit beginnen, dass man sich an die Spielregeln der Demokratie hält und eine getroffene Entscheidung respektiert - die "Tür" für einen Wiedereintritt sollte natürlich weit offen gehalten werden. Ein erneutes Referendum wäre daher frühestens nach dem vollzogenen Brexit politisch verantwortbar.
Nebenbei: Gerade die EU-Kritiker, die die Union weniger als politische denn als Wirtschaftsgemeinschaft verstehen und die souveränen Nationalstaaten erhalten möchten, bedauern den Brexit zutiefst. Notwendige Reformen werden ohne das Vereinigte Königreich nur schwer durchzusetzen sein.

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Stefan1Sonic 24.03.2019, 02:42
141. In Anbetracht der britischen Demografie

Zitat von cobaea
Je älter desto höher die Zustimmung - so sah das Altersgefüge aus. Genaugenommen so: von den 18- bis 24-Jährigen waren 20% für den Brexit, von den 25- bis 49-Jährigen waren es 45%, von den 50- bis 64-Jährigen 56% und von den über 65-Jährigen 63%. Gleichzeitig stimmten umsomehr Leute für den Brexit, desto schlechter ihre Bildung war und je weiter sie von einer Grossstadt entfernt lebten (Ausnahmen: Leeds und Birmingham, die Pro Brexit stimmten).
- mit der unseren vergleichbar und sich daher tendenziell auf eine Gerontokratie zuentwickelnd - und der dortigen Bildungsmisere müsste demnach der Vorsprung der "Leave"-Fraktion bei einem erneuten Referendum noch größer werden.
Ehrlich, Leute: So eine Diskussion führt doch zu nichts.

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new#head 24.03.2019, 03:00
142.

@pepebe
Natürlich versteht das keiner. Eine Geissel unserer demokratischen Regierungen ist ja, dass getroffene Entscheidungen, sind sie einmal getroffen, notfalls gegen jeden Verstand durchgezogen werden. So verhalten sich Menschen häufig und solche Typen argumentieren so. Ich denke ja nicht, dass es in diesem Forum Teilnehmer gibt, die von den Machenschaften im politischen Hintergrund profitieren.

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thobie2 24.03.2019, 03:33
143.

Zitat von langenscheidt
Auf die Straße gehen und neues Referendum fordern, ist eine Konterrevolution zur Demokratie. Wer Mehrheitsentscheidungen nicht gut findet, sollte Diktatur oder Autokratie fordern.
Nein. Sie vergessen dabei, dass das Referendum gezielt manipuliert wurde. Die Menschen wurden von vorn bis hinten belogen. Schon von daher fehlt es dem Referendum an der notwendigen demokratischen Legitimation.
Dazu kommt, dass das Referendum nicht bindend war. Damit wurde vielen Briten vorgegaukelt, dass eine Teilnahme halt nicht so wichtig ist.

Ich bin allerdings auch gegen ein weiteres Referendum. Ich schätze mal, dass in GB so etwa 45% hart für einen Brexit sind und etwa 45% hart für einen Verbleib. Die restlichen 10% schwanken mal in die eine, mal in die andere Richtung. Ein neues Referendum würde auch angesichts des Chaos in London vermutlich mit 52% zu 48% für einen Verbleib ausgehen.

Die britische Gesellschaft ist zutiefst gespalten. Ein Verbleib in der EU würde diese Spaltung fundamentieren. Die Wut würde wachsen. Und ich fürchte, dass das auch in die EU hineinstrahlen würde. Aus meiner Sicht ist ein Brexit unvermeidbar. Ein Austrittsabkommen hat schlechte Chancen. Vermutlich wird es zum harten Brexit kommen. Der wird Wohlstand auf beiden Seiten des Kanals kosten. Aber die EU besteht aus 27 Staaten und ist auf des Vereinigte Königreich nicht angewiesen. Aus der Sicht der Briten sieht das ganz anders aus. Ein harter Brexit würde bei einigen Unternehmen richtig Geld verbrennen. Aber Airbus und BMW können sich das leisten. Dann werden zukünftig die Tragflächen für Airbus halt in einem anderen EU-Staat produziert. Und BMW wird die Produktion von Motoren und dem Mini in die EU verlagern. Vielleicht mit Ausnahme der Anteile, die den britischen Markt bedienen. Mit einem harten Brexit verliert GB ja nicht nur den Zugang zum gemeinsamen Markt, sondern auch zu allen Handelsabkommen der EU. Interessant fand ich ein Interview mit einem Landwirt. Der befürchtet im Falle eines harten Brexit den Markt EU zu verlieren, weil möglicherweise Zölle bis zu 40 % auf sein Schaffleisch drohen. Und 80% seines Umsatzes macht er mit der EU. Gleichwohl will er den Brexit. Nach dem Motto: Es wird schon weitergehen.

Vermutlich wird das VK tatsächlich einen ganz harten Brexit mit allen negativen Konsequenzen durchleben müssen. Ich gehen davon aus, dass die Wut der Menschen ganz schnell überlaufen wird. Die Proteste heute werden da erst der Anfang sein. Allerdings wird sich das auch wieder beruhigen. Und möglicherweise wird auch die britische Gesellschaft wieder zusammenwachens. Allerdings wird den Preis der kleine Mann bezahlen müssen. Reallohnverluste machen sich durch die Schwäche des Pfunds schon heute bemerkbar. Dazu wird die Arbeitslosigkeit steigen. Und möglichweise wird nach einer Dekade ein erneuter Beitritt, aber aus Überzeugung beantragt. Und dann wird man sehen müssen. ob GB dann noch die Beitrittskriterien erfüllt. Denn vergessen werden darf nicht, dass GB während seiner Mitgliedschaft in der EU vom kranken Mann Europas zum wirtschaftlichen Musterschüler geworden ist.

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gibraldo 24.03.2019, 03:36
144. dann möchte ich künftig auch eigenmächtig den Bundestag auflösen...

...weil ich mich im Nachgang falsch informiert gefühlt habe.

So geht es einfach nicht und ist abseits jeglicher Demokratie, aber es hat sich schon an vielen Stellen gezeigt, welch geistig Kind diese EU ist, wenn ihr demokratische Entscheidungen zuwider laufen.

Man hat es beim Referendum der Katalanen gesehen, beim Staatsstreich in Venezuela und man hat es gesehen, als sich Serbien und Kosovo auf neue Grenzverläufe einigen wollten und die EU dagegen losgepoltert hat.

Nein, diese EU ist eine Diktator. Sie will anderen Staaten ihren Willen aufzwängen. Und beim Brexit sagen Sie es halt mit vorgehaltener Hand bzw. es wird alles versucht und signalisiert um UK zu zeigen: "Also wir, die EU, von uns habt ihr den Segen für ein 2. Referendum". Das ist eben undemokratisch.

Braucht mir auch keiner mit dem Bundestag kommen, der regelmäßig neu gewählt wird. Der Unterschied ist hier, dass das was gewählt wurde, für 4 Jahre auch zum Faktischen wird und danach die Möglichkeit besteht, dies zu korrigieren.

Man stelle sich vor, hierzulande würde man sagen: Wählen wir einfach noch einmal bis das Ergebnis passt. Ups, hätten Sie ja beinahe, als mangels Koalitionsoptionen Neuwahlen diskutiert wurden. Wie demoktratisch unser Bundespräsident das empfand, hat er ja dann kund getan.

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widder58 24.03.2019, 03:41
145. 62 Millionen

haben demnach NICHT unterschrieben. Das Wahlergebnis des Referendums ist ja hinreichend bekannt - und somit auch die Tatsache, dass ein großer Teil gegen den Brexit war. Das sich daraus heute Millionen Unterschriften generieren dürfte wohl logisch sein.
Man sollte aufhören aus 4 Millionen Unterschriften oder ein paar Hunderttausend Demonstranten irgendwelche Mehrheiten zu konstruieren. Wenn die britische Politik nicht fähig ist das Referendum umzusetzen, dann müssen Leute ans Ruder, die dazu fähig sind. Dem Druck derer nachzugeben, die am lautesten schreien, ist kein keine demokratische Option.

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rondemon23 24.03.2019, 04:40
146. Brexit Gegner haben recht, aber...

Ihr Lieben, die Mehrheit der Bevölkerung hat sich nunmal für den Austritt entschieden. Das Votum steht! Das jetzt durch die Medien und auch hier durch Einige in Frage zu stellen und nicht zu akzeptieren ist eine eindeutige Beugung der Demokratie. Der Spiegel kann noch so von Millionen Pro schreiben. Noch mehr haben sich für einen Austritt entschieden. Eine absolute Frechheit der Medien ständig das Wählervotum in Zweifel zu ziehen. Wir brauchen eine EU für die Bürger, nicht für die Groß-Konzerne, dann tritt auch niemand aus.

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newage85 24.03.2019, 04:58
147. Wenn sich eine Mehrheit findet...

...um den Brexit nachhaltig zu widerrufen, und der Wunsch nach einem EU-Verbleib offiziell geäußert würde...nur mal angenommen...natürlich sollte man dann auch von Seiten der EU den Brexit unkompliziert abblasen. Da sehe ich, entgegen einiger anderlautender Kommentare, keinen Grund für irgendeine Härte, der Brexit müsse unbedingt bleiben.

Aber angenommen das geschieht nicht? dann sollte die EU den Brexit rechtlich konsequent vollziehen...auch wenn es weh tut... Abgesehen von den Europawahlen sind dieses Jahr auch noch etliche Landtags- und Kommunalwahlen. Und da gehen die schlechten Stimmungen genauso mit rein.

Und Unfälle geschehen immer wenn viele ungünstige Faktoren sich vereinen.

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nite_fly 24.03.2019, 05:50
148. nur mal so...

Zur Zeit des Brexit-Referendums im Jahr 2016 war es noch ziemlich neu, wie einfach man die Massen per Facebook und Co manipulieren kann.
Die Bürger wurden manipuliert, belogen und betrogen!
Diese Art der Meinungsbildung hat inzwischen Schule gemacht! Man sehe nur die Muller-Ermittlungen in den USA... Das wird nächste Woche auch sehr spannend werden...
Doch zurück zu Theresa May: Sie war eigentlich eine erst mal Brexit-Gegnerin.
Und sie hat sich auf die Fahnen geschrieben: Das Volk hat abgestimmt, und Sie wird das umsetzen!
Doch jetzt, nachdem inzwischen allseits bekannt ist, wie das britische Volk vor dem Referendum manipuliert wurde, will sie das Ergebnis des Referendums durchdrücken, koste es was es wolle... Das Volk hat entschieden!!
Was will sie damit eigentlich erreichen?
Meiner Meinung nach sollte ein neues Referendum kommen! Und dabei sollte auch ganz klar kommuniziert werden: Es muss dann auch definitiv Schluss sein, mit der Sonderbehandlung des britischen Empire!
Die haben sich schon immer die Rosinen rausgepickt! Nach einen neuen Referendum, mit dem Ergebnis des Verbleibs in der EU, sollten die sich auch endlich mal richtig in die EU einfügen!
Bedanken, können die Briten sich hinterher bei James Cameron und bei Theresa May...

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s.l.bln 24.03.2019, 06:07
149. Unfug

Zitat von adieu2000
aber nicht weil man keinen Brexit will, sondern weil man sich erpresst sieht von der EU und die Mehrheit der Brexit Befürworter die EU ohne Deal verlassen will. Wer für den Brexit in GB ist, hat kaum ein Interesse, auch noch nach dem Exit sich über Jahre der EU zu unterwerfen. Und warum zeigt sich plötzlich die EU so nachgiebig wenn es um eine Verlängerung geht? Weil man einen Deal will. Denn wenn GB durch den Brexit wirtschaftlich profitieren und aufblühen würde, wäre die EU ernsthaft bedroht, und Länder wie Italien und Spanien wären die nächsten.
Nur eine winzige Minderheit der Briten ist für den harten Brexit.
Was bei den Ausstiegswilligen derzeit so chaotisch wirkt, ist der innere Konflikt, welcher durch das Aufeinandertreffen von Realität und Wunschdenken ensteht.
Farage, Johnson, die Murdoch- Presse und die ganze restliche verlogene Bagage haben im Verlauf der Brexitkampagne den Mythos von der für die EU unverzichtbaren Großmacht Großbritannien aufgeblasen, der man jedes Zugeständnis machen und jeden Wunsch von den Augen ablesen werde, nur um weiter irgendwie mit ihnen verpartnert zu sein.
Daß die Realität diese Luftschlösser für die Briten nicht bereit hält und die EU Artikel 50 strikt nach Regelwerk umsetzt, so ganz ohne dicke Rosinen und man im Zweifel sogar bereit ist, die Briten ganz ohne Abkommen ziehen zu lassen, während die imaginierten goldenen Handelsabkommen mit aller Welt auf sich warten lassen, das trifft die verträumten Brexiteers hart.
So hat man sich das Ganze nicht vorgestellt und es ist zu befürchten, daß diese Leute bis zum Schluß nicht aufwachen.
Die wollen einen Deal, ganz unbedingt. Allerdings hatten sie einen im Sinn, der ihnen weiterhin vollen Zugang zum EU Binnenmarkt erhält, ohne die lästigen Gegenleistungen, welche die EU auch allen Anderen abverlangt. Daß sie geglaubt haben, das bekommen zu können, hat viel mit Autosuggestion zum Thema eigene Rolle in der Welt zu tun.

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