Forum: Politik
Massenprotest in London: Hunderttausende Briten fordern neues Brexit-Referendum
Facundo Arrizabalaga/E PA-EFE/ REX

Kann der Druck auf Theresa May noch wachsen? Er kann. Hunderttausende forderten bei einer Massendemo in London ein neues Brexit-Referendum, Millionen unterstützen eine Internet-Petition gegen den EU-Ausstieg.

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theoripp 23.03.2019, 19:46
40. Eine zweite Abstimmung ist gut für die direkte Demokratie

Die Brexit-Entscheidung war unklar. Es wurde nicht über eine konkrete Gesetzesvorlage abgestimmt oder einen konkreten Vorschlag, wie das zukünftige Verhältnis Großbritanniens zur EU aussehen soll. Jetzt da die breite Öffentlichkeit Großbritanniens sich intensiv mit dieser wichtigen Frage beschäftigt hat, ist nur zu verständlich, dass viele Briten die Möglichkeit haben möchten, erneut mitzuentscheiden, wenn es konkret wird. Das ist direkte Demokratie und das ist nur gut so. Diesmal werden Steve Bannon, Rupert Murdoch und die Russische Föderation auch nicht mehr so leichtes Spiel mit den britischen Wählern haben. Die britische Öffentlichkeit ist jetzt umfassender informiert.

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Generica 23.03.2019, 19:50
41. Jedes Argument hat mehr als eine Konsequenz

Jedes Argument, dass für ein zweites Referendum spricht, spricht auch für ein drittes Referendum in weiteren drei Jahren. Die Meinung kann sich bis dahin wieder ändern, die Leute wären noch informierter, das Parlament ignoriert die andere Hälfte der Bevölkerung, etc. Wenn man also konsequent ist, würde ein zweites Referendum eine endlose Reihe an weiteren Volksabstimmungen nach sich ziehen. Die sinnvollere Alternative ist das ganze jetzt endlich hinter sich zu bringen und wenn es sein muss in dreißig Jahren wieder über einen EU Beitritt nachzudenken - genau wie diejenigen, die 1975 das allererste Referendum über einen Austritt forderten, sich auch dreißig Jahre lang geduldeten anstatt schon nach drei Jahren einen Aufstand zu proben. Es ist wirklich schwer Remain nicht einfach als schlechte Verlierer zu sehen.

PS: No-Deal wird inzwischen von einer Pluralität der Briten bevorzugt:
https://www.euronews.com/2019/03/10/support-for-no-deal-brexit-growing-as-mps-gear-up-to-vote-on-may-s-deal-poll

PPS: Genau wie manche Leave-Campaigner gelogen haben, so wurde auch die heute sehr Reale Idee einer EU-Armee von manchen Remainern als "Verschwörungstheorie" bezeichnet. In einem Wahlkampf gibt es auf beiden Seiten skrupellose Elemente.

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fischmops 23.03.2019, 19:50
42. Der Witz dabei ist

Zitat von obstroc
Rein faktisch gesehen ist die EU undemokratisch. Das Parlament stimmt über Gesetzesvorschläge ab die ausschließlich die Lobbyisten aus der Kommission machen. Kein Kommissar wurde demokratisch gewählt.
dass es die Briten waren, die jede Demokratisierung jahrzehntelang vehement abgelehnt haben. Und jetzt treten sie deswegen aus. Interessant finde ich auch, dass ein wesentlich grösserer Teil europäischer Entscheidungen mit Zustimmung der Briten getroffen wurden als der Brexit an Zustimmung der Briten erhalten hat. Wären EU-Entscheidungen 48:52 ausgegangen und danach unumstösslich durchgezogen worden, ich mag gar nicht dran denken, was die Briten dann gemacht hätten. Womöglich hätte sie behauptet, das sei aber undemokratisch.

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Adrianstein 23.03.2019, 19:51
43. Das mögen Journalisten: Jede Woche ein Cliffhanger

Und nun wieder Drama auf den letzten Drücker. Die bemühten Demonstranten sollen uns glauben machen, dass kurz vor dem Ultimo plus 14 Tage noch ein 2. Referendum durch Protestieren auf den Strassen möglich wäre.

Ich hasse Verschwörungstheorien, aber zumindest hat T.May alles getan, um roboterhaft den Eindruck vermitteln zu können , es gäbe einen "harmlosen und erfolgreichen " Brexit für die Bevölkerungsmehrheit im UK. Sie hat es entweder bewusst oder fahrlässig nicht geschafft, das Parlament hinter sich zu bringen. Schon fast eine Obstruktion des Referendums. Jetzt ist es zu spät, dies noch entscheidend zu korrigieren.


Die Bevölkerung jenseits des Ärmelkanals sollte abwarten wie
sich bei einem harten Brexit die Wirtschaft und ihre eigene Situation entwickelt. Nicht die Eton Boys und die Pub Nostalgiker sollten dann zählen. Aber dies muss man mit Neuwahlen, nicht mit einem Referendum regeln.


Und , selbstgewisse EU Bleiber, wir Deutschen bleiben mit den Gelbwesten und den identitären Niederländer auf dem Kontinent und werden unsere eigenen Abstimmungen im Mai auszubaden haben. Garantiert, liebe Demonstranten, es bleibt im Jahre 2019 nichts so wie wir es kannten In der EU.

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as@hbx.de 23.03.2019, 19:51
44. ok, da mein erster Beitrag,

wahrscheinlich weil zu persönlich, gelöscht wurde, bitte ich SPON doch diese hier durchgehen zu lassen: Schön ist, wenn Antidemokraten Demokraten erklären, wie Demokratie geht.
Das bezieht sich auf Argumente wie, *so oft abstimmen zu lassen*

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Trollflüsterer 23.03.2019, 19:53
45.

Zitat von schwaebischehausfrau
... Davon unabhängig sind Ihre Links von ZDF und SZ sind in puncto Objektivität genauso beeindruckend wie wenn ich Ihnen ein paar Links von Fox-News, The Sun und Russia Today zum Brexit schicken würde.
Frontal21 und die renommierte SZ mit RT und Fox News zu vergleichen, diskreditiert sie doch nur komplett selbst. Ich weiß ja von wem es kommt.

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zeisig 23.03.2019, 19:57
46. Von mir aus gerne.

Von mir aus dürfen die Briten gerne noch mal abstimmen. Ich wäre froh, wenn sie am Ende in der EU blieben. Aber ich denke die Engländer selbst hätten natürlich ein riesiges Problem damit. All dijenigen, die für den Austritt gestimmt haben und wiederholt stimmen würden, kämen sich natürlich grandios verarscht vor, käme es bei einer Wiederholung des Rerendums zu einer Niederlage für die Brexitbefürworter.

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Indigo76 23.03.2019, 20:00
47.

Ich habe nie die Argumentation verstanden, nach der eine erneute Befragung des Volkes undemokratisch sein soll. Wir haben doch auch alle 4 Jahre Bundestagswahl. Wenn sich der Wille des Volkes nicht ändern könnte und würde, dann kann man auch den Kanzler auf Lebenszeit ernennen.

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kaltmamsell 23.03.2019, 20:00
48. Wer profitiert, wer verliert?

Britische Vermögenseliten könnten eventuell von einem Brexit profitieren, vielleicht auch so einige Aktienanleger, die überall in der Welt sitzen können und gerade die richtigen mittelgroßen FTSE-Papiere gekauft oder in ihrem Depot haben.
Die britische No-Name-Jugend mit soweit mittlerer bis guter Bildung hat im Rahmen eines EU-Remains (Verbleibs, also No Brexit) nebst allen sonstigen Fähigkeiten einen Supertrumpf: die Sprache in Wort und Schrift.

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lanzelot72 23.03.2019, 20:04
49. @oldmax (16)

Wieso "ohne Zweifel"? Nachdem das erste Austrittsreferendum ja schon nicht bindend war - welche angeblichen Regeln könnte man da denn jetzt noch verletzen? Und wie wäre es mit einem Referendum mit nur zwei Optionen: Deal or No Deal? Wäre das in Ihrem Weltbild auch undemokratisch? Und selbst bei einer Remain-Option - warum sollte man seine Meinung nicht ändern dürfen? Wie Adenauer schon sagte: "Wollen Sie mich etwa daran hindern, jeden Tag klüger zu werden?"

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