Forum: Politik
Matteo Renzi nach dem Referendum: Strafe für den "Verschrotter"
DPA

Ministerpräsident Matteo Renzi ist mit dem Volksentscheid über seine Parlamentsreform gescheitert. Er kündigt seinen Rücktritt an, Italien und die EU stehen vor stürmischen Zeiten.

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held_der_arbeit! 05.12.2016, 12:23
180. @renegadeOtis

Ich habe Ihre Zahlen angesehen und betont, dass Ich Ihrer Argumentation nicht zustimmen kann weil die Zahlen zwar inflations-, aber nicht kaufkraftbereinigt sind (33.000? haben nicht die Kaufkraft von 66.000DM, sie hatten es schon 2001 nicht). Der Median ist kein Schlagwort sondern einfach ein statistisches Maß von dem ich mir wünschen würde, dass es öfter benutzt wird, da der Mittelwert soziale Ungerechtigkeit verschleiert, indem massive Vermögenszuwächse kleiner Schichten ausreichen um Landesweit einen Zuwachs zu suggerieren, auch wenn die Löhne der meisten Menschen stagnieren oder sogar sinken.

Da ich grade auf meinem Smartphone schreibe, ist es kompliziert mehrere Einzelquellen zu zitieren, aber schon der Wikipediaartikel zum Medianeinkommen erklärt es recht gut und erhält weitere Quellen

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mittleres_Einkommen

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Putin-Troll 05.12.2016, 12:27
181. Populisten

Wenn man also für die bestehende Verfassung ist, ist man bereits ein Populist. Neusprech?

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nixkapital 05.12.2016, 12:28
182. Na ja...

Zitat von fluxus08
geht eher gegen Reformen auf die Straße, als gegen die Mafia.
Na, um mal in Ihrer Klischee-Welt zu bleiben (obwohl Sie daneben liegen: http://www.dw.com/de/zehntausende-protestieren-gegen-mafia/a-4116974) : Der Durchschnittsdeutsche geht gegen was auf die Straße? Gegen raffgierige Banken? Gegen Hartz IV? Für gerechte Steuern? Fehlanzeige, oder? Da sind mir die Italiener doch ein wenig engagierter (s.o.)....

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view3000 05.12.2016, 12:32
183.

Ich empfehle in diesen wirren Zeiten als Gedankenanregung das Buch "Haben oder Sein" des Sozialpsychologen Erich Fromm zu lesen. Schon vor 40 Jahren beschäftigte er sich mit den heute brandaktuellen Themen. Eine verantwortungsvolle Politik muss endlich Antworten auf Themen, wie eine rasant voranschreitende Rationalisierung durch Digitalisierung, eine immer fremder werdende Globalisierung, eine Entsolidarisierung der Gesellschaft und eine immer ungerechter werdende Vermögensverteilung liefern. Ansonsten treibt die gerade praktizierte Vogel-Strauss-Politik die Menschen scharenweise zu den vermeintlichen Problemlösern. Nach den aussagekräftigen Ergebnissen des Brexits, der US-Wahlen und des italienischen Referendums kann und darf die Politik nicht zur Tagesordnung übergehen.

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nixkapital 05.12.2016, 12:32
184. ...

Zitat von fluxus08
nur reformunwillige Länder werden diese Zukunft nicht mehr haben.....
Können Sie denn den Inhalt der Reform wiedergeben? Und welchen Vorteil Italien (insgesamt und nicht nur eine Minderheit) davon gehabt hätte? Und können Sie sich vorstellen, dass warum 60% der Wahlbeteiligten diese Reform abgelehnt haben? Weil die so vorteilhaft war? Vielleicht haben die Menschen in den vergangenen 20 Jahren keine guten Erfahrungen mit "Reformen" gemacht?

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bartsuisse 05.12.2016, 12:39
185. Fûrstengruft - stimmt nicht

die kritische Schwelle liegt bei etwa 7-8 % also weit davon enfernt. Die Börsen sind nicht zusammengebrochen.....

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böseronkel 05.12.2016, 12:41
186.

Zitat von RenegadeOtis
Ich nenne es "völlig faktenfreie Lüge". Allein seit 2008 sind die Reallöhne inflationsbereinigt um knapp 10% gestiegen. Wie Sie da für 36 Jahre (!) ein Absinken feststellen ist mir ein Rätsel. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/VerdiensteArbeitskosten/RealloehneNettoverdienste/RealloehneNettoverdienste.html Das Durchschnittsgehalt betrug 1980 rund 30.000 DM, jetzt sind es 33.000 Euro (gerundet) - eine Steigerung um 100% oder jährlich 2,2% bei 36 Jahren. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164047/umfrage/jahresarbeitslohn-in-deutschland-seit-1960/ 2,2% pro Jahr mag nicht viel klingen, ist aber über 36 Jahre und mit der Behauptung es wäre unter 0% gewesen einfach eine komplette Umkehrung der Tatsachen.
Die Einkommen der zwangsweise in billige Leih- und Scheinwerkvertragsarbeit und wie die zwangsweise Billigarbeit alle so heißen mag sind zweifelsfrei drastisch gesenkt worden. Die Einkommen der Multimilliardäre sind dagegen längst bei den Sternen angekommen. Wenn die Einkommen derer da unten und die nicht mehr fassbaren derer da oben in einem Topf verrührt werden, kommt schon ein vorzeigbares Ergebnis zustande.

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sabrina74 05.12.2016, 12:47
187. Gehts noch?

Zitat von i.dietz
und nicht die EU ! Die EU ist nicht der Nabel der Welt ! Und unsere Bundeskanzlerin sollte endlich aufhören, die ganze Welt retten zu wollen !
Das Merkel-Bashing geht einem so tierisch auf den Geist! Stand in dem Beitrag irgendwo, dass Frau Merkel die Welt retten will? Stand das schon überhaupt irgendwo? Hat sie das einmal gesagt? Ist ja schön, dass Sie ein absolutes Feindbild haben, aber wachsen Sie mal auf. Auch, wenn Frau Merkel keine Politik mehr macht, werden sich nicht alle Probleme (vor allen Dingen die eigenen) in Luft auflösen. Das ist wirklich naivstes Denken, alles an einer Person festzumachen. Die Welt ist nunmal komplex und kompliziert geworden und sie wird nicht einfacher, wenn man alle Schuld bei einem einzigen sieht.

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Nandiux 05.12.2016, 12:48
188. Nichts Neues in Italien

Renzi hätte das Referendum niemals mit seiner politischen Karriere verknüpfen dürfen. Nun hat er die Quittung bekommen. Die Opposition hat das Geschenk dankend angenommen.

Italien bleibt schwer regeirbar. In diesen stürmischen Zeiten ein Grund mehr zur Sorge.

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DerBlup 05.12.2016, 12:49
189. habs gelöst ;-)

Zitat von joes.world
Oder sehe nur ich, im Augenblick, an allen wichtigen Schlüsselpositionen, innerhalb der EU, dilettantische Politiker? Da lässt ein britischer Premierminister, ohne Not, aus rein innenpolitischen Gründen ein EU-Austrittsreferendum zu. Weil er glaubt, dass die Briten doch nicht austreten werden. Denkste. Und anstatt dass die Rest-EU sofort mit seiner Nachfolgerin eine, für beide Seiten zufriedenstellende, Lösung sucht, rächen sich die Kleingesiter in der EU in dem sie die Briten lieber im Regen stehen lassen. Nicht verstehend, dass sie dann mit im Regen stehen. ....
Genau dasselbe habe ich mich lange Zeit auch gefragt.
Ich denke, man unterstellt einfach die falsche Motivation. Wir unterstellen, dass Politiker den Willen haben, Probleme zum Wohle der Allgemeinheit zu lösen. Das ist ja schliesslich ihr Job, dafür wählen wir sie, dafür werden sie bezahlt.

Wenn man einfach mal in einer Karriere- Kategorie denkt, wird vieles klarer. Mal angenommen, ich arbeite seit 30 Jahren in der Politik, habe nie etwas anderes gemacht und stehe jetzt an der Spitze. Was ist jetzt meine Motivation? Will ich komplizierte Probleme lösen und riskieren, Fehler zu machen und damit meinen Posten zu verlieren oder will ich Stabilität, also die momentane Situation "einfrieren", um so lange wie möglich die Vorteile meiner Stellung zu geniessen?

Wofür würden Sie sich entscheiden, wenn Sie in Ihrer bisherigen politischen Karriere zigmal erlebt hätten, dass Leute, die den Finger in die Wunde legen ganz schnell weg vom Fenster sind? Oder anders gefragt, wofür haben Sie sich bisher entschieden, wenn Sie jetzt an der Spitze stehen?

Betrachtet man die Situation mal so herum, wird einem einiges klar, mir zumindest. Jetzt in der Krise sehen wir, welche Leute uns regieren, sie sind unfähig zur Problemlösung. Wenn alles gut läuft, ist es egal, wer regiert, aber wenns um die Wurst geht, braucht es halt Leute, die persönlich nicht viel zu verlieren haben und die viel gewinnen können, wenn sie die anstehenden Probleme versuchen zu lösen.

Merkel kann man mit dieser Sichtweise sehr gut verstehen. Alle ihre wichtigen politischen Entscheidungen waren direkte Reaktionen auf drohenden Machtverlust. Keine Agenda, keine Vision, nix.

Hypo Real Estate kaputt= unübersichtliche Situation= Gefahr fürs Amt. Lösung: Alternativlose 120 Milliarden Steuergeld, um "systemrelevante" Bank zu stabilisieren.

Stuttgart 24+KKW durch Taifun am Ende der Welt explodiert= grüne Gefahr= Gefahr fürs Amt. Lösung: Politischem Gegner die Grundlage entziehen und gleich alle KKW abschalten.

Versuchen Sie mal, es so zu sehen. Ich weiss, das ist irgendwie erschreckend, aber so ergibt die Politik wieder Sinn für mich.

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