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Mauerfall-Gedenken: Biermann nennt Linke "Drachenbrut"
REUTERS

Der Liedermacher Wolf Biermann teilt im Bundestag kräftig gegen die Linke aus. Bei der Feierstunde zum Mauerfall bezeichnet er die Partei als Drachenbrut. Die Abgeordneten zeigen sich empört.

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gegenpressing 07.11.2014, 14:21
520.

Wenn ich mir noch in Erinnerung rufe, wie damals die Konservativen Parteien gegen die Wehrmachtssaustellung gehetzt hatten, kommts mir schon ziemlich heuchlerisch vor, dass gerade diese Personen jetzt mit sehr viel Eifer die Vergangenheitsbewältigung bei der Partei Die Linke kritisieren.

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harald_maier 07.11.2014, 14:21
521.

Zitat von keinereiner
Ich weiß nicht wo das Problem ist. Muss man die BRD glorifizieren und die DDR total als Unterwelt darstellen?
Ja, offenkundig muß man das. Und zwar, je schlechter die BRD wird, um so mehr. Das hat Tradition beim "Bürgertum": sich selbst zu überhöhen, indem man den anderen erniedrigt. Fragt sich nur, wie tief sie die DDR noch zu erniedrigen gedenken. Die liegt ja schon im Staube! Und irgendwann fällt auch dem Dümmsten trotz all der "Wir sind die Besseren!"-Propaganda auf, daß das Niveau der BRD nicht wirklich viel höher ist. Es gibt ja schon Dinge, wie die Totalüberwachung der Bürger, in denen die BRD die DDR haushoch überbietet.

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Izmir..Übül 07.11.2014, 14:21
522.

Zitat von enni3
Mein Vater war als NVA-Offizier und Elekriker für die Instandhaltung von Funkanlagen auch Mitarbeiter der Stasi .... Wissen Sie, was der Witz ist? Er wettert gegen die Linke, weil die die DDR verraten hätten und wählt lieber AfD, während ich auf Grund des Parteiprogrammes längst von Rot/Grün bei den letzten Wahlen zur Linken geschwenkt bin.
Solche Differenzierungen interessieren aber die Wenigsten, weil es sich mit den eigenen Stereotypen & Ressentiments, die man seit Jahrzehnten liebevoll gepflegt hat, bequemer lebt.

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Der Held vom Erdbeerfeld 07.11.2014, 14:22
523.

Der Herr Biermann hat da was durcheinander gebracht: Die Linke ist keine Drachenbrut, sondern maximal ein Drachenfossil, also ein Überbleibsel.
Drachenbrut ist das, was heranwächst, also sämtliche anderen Parteien, die mit Eifer an einem Staat arbeiten, welcher der DDR in Sachen Überwachung und Gängelung seiner Bürger in nichts nachsteht, ja aufgrund besserer Überwachungs- und Zwangsmittel sogar übertrumpfen kann.

Und paradoxer- oder eher peinlicherweise ist es unter den Bundestagsparteien Die Linke, die sich solchen Bestrebungen am stärksten entgegen stellt. Nun muss man nur noch überlegen, ob es Geläuterte sind, die selbst keine Wiederholung damaliger Verhältnisse wünschen oder ob sie nur verhindern wollen, dass ihnen jemand den Titel "Bester deutscher Unrechtsstaat nach 1945" streitig macht.

Ich habe da so eine Theorie, was wahrscheinlicher ist, aber die verrate ich hier nicht, um mittig bis mitte-rechts situierten Reflexbeißern auch was zum Nachdenken übrig zu lassen.

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JohnC. 07.11.2014, 14:22
524.

"Laß dich nicht verhärten in dieser harten Zeit. Die allzu hart sind, brechen, die allzu spitz sind, stechen und brechen ab sogleich." Wolf Biermann

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rainerheinrich 07.11.2014, 14:22
525. Kurze Frage.

Zitat von RedKore
Was hat so ein Spinner, der von "Gottesurteilen" spricht, denn bitte schön im Bundestag zu suchen? Ach ja, er wurde ja von Lammert eingeladen und aus welcher Fraktion kommt der? genau aus der CDU, dem scheinheiligsten Haufen den.....
Würden Sie ihren Beitrag auch mit vollem Namen und Anschrift ins Netz stellen? Herr Biermann hatte offensichtlich den Mut. (Offensichtlich, weil ich den Beitrag nur hier im Internet gelesen habe.)

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wqa 07.11.2014, 14:23
526.

Zitat von Eliza
Gauck war ein echter Bürgerrechtler. Informieren Sie sich bitte.
Sind Sie sicher. Herr Gauck hatte das Privileg reisen zu können, fuhr ein Westauto und seine Kinder waren im Westen und konnten trotzdem in die DDR reisen.
Es gibt DDR Bürgerrechtler die es so ausdrücken. Wäre jeder DDRler in den Umständen wie Herr Gauck gewesen, dann wäre niemand weg gelaufen.
Was diese Hackerei auf die Linken betrifft. Vergessen wird, dass die PDS entscheidend dazu beigetragen hat, dass kein Schuss viel und dass in Reihen der CDU etliche Blockflöten der Ost CDU untergekommen sind ist auch eine Tatsache.

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spiegelneuronen 07.11.2014, 14:23
527. Holla die Waldfee

Zitat von Wunderläufer
Aus Biermanns Biographie ist das Verhalten verständlich. Mit der unsäglichen Debatte um die "DDR als Unrechtsstaat" hat "Die Linke" im Vorfeld diese Debatte nochmals angefeuert. Ich finde die klaren Worte von Biermann ein Wohltat
Biermann hat nur ein Programm: sich selbst zu profilieren.

Egal in welchem System.
Bundestagsgeschäftsordnung? Nicht für Biermann, er sieht sich über allem.
Nina Hagen, die er mit erzogen hat, sieht abwechselnd UFo´s oder indischische Götter. Biermann sieht sich selbst als "Drachentöter".

Tja, was soll man da noch kommentieren?
Die gesangliche Leistung?
Sein Gitarrenspiel?

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diderot_2013 07.11.2014, 14:23
528. Rumpelstilzchenkunst

Ich bezweifele, dass sein "Lied 'Ermutigung' [...] bei den Oppositionellen in der damaligen DDR populär war."

Ich selbst würde mich zwar nicht als "Oppositionellen" bezeichnen, aber als damaliger Bausoldat bekommt man heute so einen Stempel aufgedrückt. Dagegen kann man sich schlecht wehren. Ich war auch durchaus politisch interessiert und verkehrte in Kreisen, die heute zur Opposition hochstilisiert werden. Dennoch kann ich mich nicht daran erinnern, dass "Ermutigung" oder irgend ein anderes Werk von Biermann jemals populär oder wenigstens halbwegs bekannt gewesen wäre. An meiner eigenen Unbedarftheit kann das nicht liegen. Ich habe Literaturwissenschaft studiert und gehöre sicherlich zu den kulturell überdurchschnittlich Gebildeten. Zu Biermanns Werken fallen mir eigentlich nur zwei Stichworte ein: "Die Drahtharfe", ein Lyrikband, an deren Inhalt sich wohl kaum jemand erinnert, und eine Nachdichtung des "Großen Gesangs" des jiddischen Dichters Jizchak Katzenelson. Die Nachdichtung ist verdienstvoll, hat jedoch die unverdiente Unbekanntheit des hervorragenden Katzenelson nicht beendet.

Um Biermann richtig einzuschätzen, sollte man ihn nicht als politischen Sänger, sondern als singenden Politiker verstehen. Etwas künstlerisch Bleibendes wird er nie schaffen. Seine Bedeutung liegt in seiner unfreiwilligen Rolle als Ausgebürgerter, als zeitgeschichtliches Objekt. Vielleicht lassen sich auch seine Provokationen als Kunst auffassen. Mich stört daran allerdings, dass es keine produktiven Provokationen sind. Sie sind einfach nur Geschimpfe und Beleidigungen. Rumpelstilzchenkunst. Insofern passt er zum alltäglichen Parteiengezänk im Bundestag.

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nixkapital 07.11.2014, 14:24
529. ...

Zitat von robert2005ffm
Wählen Sie ruhig weiterhin die Kommunisten! Wolf Biermann hat Geschichte geschrieben, ja, auch heute im Plenarsaal.
Ja, der Mann ist seit 1976 im Westen und - sorry - ist ein Ewig-Gestriger, der 25 Jahre nach dem Verschwinden der DDR immer noch ganz gut von ihr lebt.

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