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Mauerfall-Gedenken: Biermann nennt Linke "Drachenbrut"
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Der Liedermacher Wolf Biermann teilt im Bundestag kräftig gegen die Linke aus. Bei der Feierstunde zum Mauerfall bezeichnet er die Partei als Drachenbrut. Die Abgeordneten zeigen sich empört.

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enni3 07.11.2014, 15:05
580.

Zitat von hornisse.04
DAS sollte Sie nicht hindern, denn Sie könnten ja gewiss sein, dass Sie Ihre Freunde und Familie jederzeit wiedersehen dürften, man würde Ihnen nicht die Einreise nach Deutschland verweigern. Ihren Freunden und Verwandten würde auch nichts geschehen, sie würden nicht endlose Verhöre über sich ergehen lassen müssen oder Rückschläge im Beruf Ihretwegen erleiden. Merken sie wenigstens ein bißchen den Unterschied zu den von Ihnen so vergötterten Linken?
Was glauben Sie denn bitte, was mit "Westlern" und den Familien zu Zeiten des kalten Krieges passierte, wenn sie sich gen "Osten" absetzten.
Kennen Sie die Uhr. Auf 6Uhr ist die Diktatur, auf 12Uhr Anarchie, auf 9Uhr links und auf 3Uhr rechts. Die Mitte ist das Ideal.

Die DDR stand auf 7Uhr mit Tendenz zur Mitte des Kreises, das Naziregime komplett auf 6Uhr ganz am Rand, nur von der anderen Seite angenähert. Die BRD zu Zeiten des Kalten Krieges stand auch auf 4-5 Uhr.
In den USA und Deutschland reichte es bis weit in die 70iger auch aus, dass Sie nur ansatzweise mit sozialdemokratischen (nicht mal kommunistischen) Ideologien sympatisierten oder nur eines Ihrer Familienmitglieder, um verdächtig zu sein.
Wahre Demokratie herrschte weder in Ost noch West. Das war ein kalter Krieg. Die Geschichtsschreibung durch den Sieger verlangt nur danach, dass nur die Untaten der Verlierer betrachtet werden, die anderen werden unter den Teppich gekehrt.

Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen.

Und auch Herr Biermann, ein glühender Verfechter des Sozialismus zu seinen besten Zeiten, wird heute in seiner senilen Alterssturheit dazu missbraucht, dass Pendel ein klein wenig von der Mitte zu einer Seite auschlagen zu lassen. Er selber steht ganz links auf 10 Uhr, ist mit seinen Vorstellungen viel näher an der Linken als an den Vorstellungen der CDU und wettert gegen die SED weil die im Kreis unter ihm standen (mehr gegen Diktatur). In seiner Verbohrtheit merkt er aber gar nicht, dass er zugunsten des politischen Standpunktes seinen sozialen Standpunktes aufgegeben hat.

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lituma 07.11.2014, 15:08
581. DIE LINKE und SED, die CDU und....

Wer sich NUR darauf beschränkt die Linke als Nachfolgepartei der SED zu sehen, sollte mal nicht vergessen, dass die CDU die Nachfolge jener rechtskonservativer Parteien ist, die der NSDAP in den 1930er Jahren nur allzu gerne die Mehrheit im Reichstag verschafft hat.
Herr Biermann: Wissen Sie überhaupt für was die Linke heute steht?, oder haben Sie die letzten 25 Jahre einfach keine Zeitung mehr gelesen?

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katzenheld1 07.11.2014, 15:09
582.

Zitat von chrisof
Die 4o Jahre DDR waren sicher auch ein installiertes Unrechtsregime. Die 12 Jahre III.Reich waren um Welten schlimmer. Beide deutschen Irrwege sind maßgeblich durch die Sowjetunion beendet worden. Biermännchen soll davon ablenken, denn klarsichtig war man in Berlin selten.
Maßgeblich durch die Sowjetunion – kleiner Witz zum Wochenende, was? Maßgeblich im WK2 war auch die Unterstützung der Sowjetunion durch die Amerikaner, nämlich mit der Lieferung von Panzern, Zugmaschinen, Güterwagen, Lokomotiven, LKW, Flugzeugen und vor allem Lebensmitteln. Und ohne die Sowjetunion hätte es kein 108.179 km² großes Gefängnis namens DDR gegeben. Das durch die Revolte der Gefängnisinsassen und durch die systembedingte Mißwirtschaft sowohl in der SU als auch des Gefängnisstaates beendet wurde, natürlich mit Billigung von Gorbatschow, dem dafür auch Dank gebührt. Allerdings: ob er auch so entschieden hätte, wenn es der SU und ihren Untertan-Staaten so gut gegangen wäre wie dem Klassenfeind?

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P.Delalande 07.11.2014, 15:09
583.

Zitat von Spiegelkritikus
Traurig, daß so viele Bürger auf diese eigentlich durchsichtige Propaganda- und Diffamierungsmasche des bürgerlichen Establisments hereinfallen.
Ich denke eher, dass diese Bürger sich eben nicht von propagandistischen Unfug einlullen lassen, sondern vielmehr die Tatsache nicht aus den Augen lassen, dass die "Linke" nach wie vor eine Ideologie als ihre Basis bezeichnet, die die größten Massenmörder der Geschichte der Menschheit hervorgebracht hat.
Und die Geschichte diffamiert nicht, die Geschichte erinnert an die Realität.

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Luscinia007 07.11.2014, 15:09
584.

Zitat von JohnC.
"Laß dich nicht verhärten in dieser harten Zeit. Die allzu hart sind, brechen, die allzu spitz sind, stechen und brechen ab sogleich." Wolf Biermann
Ein guter Kommentar für Biermanns heutigen Auftritt. Ein verhärteter und verbitterter Liedermacher, der seiner besten Zeit hinterher trauert, überspannt den Bogen und seine Spitzen fallen wirkungslos zu Boden und sorgen für Kopfschütteln und Unverständnis ob dieser unangemessenen und unangebrachten Entgleisung beim feierlichen Anlass.
Ein sehr kontraproduktives Ereigniss, denn Biermann zeigt hier deutlcih und shconungslos den lächerlichen ewiggestrigen Altersstarrsinn eines zu Recht Vergessenen.

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Bondurant 07.11.2014, 15:09
585.

Zitat von tüttel
Ich habe großen Respekt vor einstigen Oppositionellen wie Biermann, weil sie den Zusammenbruch des Systems mit befördert haben. Ihre entschiedene Oppositionsrolle in der DDR verzerrt aber, scheint mir, ihren Blick auf die politische und gesellschaftliche Komplexität der weltpolitischen und ....
#162
Wenn Sie - schon - zwanzig Jahre alt waren und also erwachsen, als die Diktatur jener zu Ende ging, die nicht das geringste Problem hatten "feindselige Elemente" psychisch und manchmal auch physisch zu zerstören - da kann ich nicht verstehen, dass sie "froh" sind, wenn es die alte Organisation dieser Menschen nach wie vor gibt, wenn auch unter anderem Namen. Bedaure.

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otelago 07.11.2014, 15:18
586. Des einen Augen sind des anderen Scheuklappen

Zitat von shooop
In meinen Augen war die DDR ein Unrechtsstaat. In anderen Augen offenbar nicht. Das Herumhacken auf dieser Frage ist obsolet.
Je weiter man die Perspektive spannt, desto schwieriger wird die Abgrenzung.
Die DDR hatte andere Gesetze, also auch ein anderes Recht, in dem sich ihre Staatlichkeit unter dem sowjetischen Diktat entfaltete.

Wir müssen nicht danach urteilen was wünschenswert wäre, sondern nach dem was möglich war.
Welchen Spielraum gab es, sich mehr oder weniger menschenfreundlich positiv zu entfalten?

Ich kann niemandem vorwerfen, NVA Offizier geworden zu sein.

Ich persönlich, im Westen, habe den Wehrdienst verweigert, primär weil ich wusste es gibt genug andere dee es machen, weil ich lieber Rettungsdienst machen wollte und weil ich nicht glaubte etwas Sinnvolles zu tun wenn ich mich auf einen Waffengang mit DDR Soldaten, worauf es hinausgelaufen wäre, vorbereite.

Aber die Wahrheit ist ja daß es es vor allem machte, weil das gesellschaftliche Klima mich dazu eingeladen hatte.

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nixkapital 07.11.2014, 15:19
587. ...

Zitat von thunderstorm305
Wenn einer es verdient hat gehört zu werden dann Herr Biermann. Danke für diesen Auftritt. Recht hat er. Und an alle die ihn hier kritisieren sei gesagt das er für eine Sache eingetreten ist die es Euch ermöglicht Eure Kommentare hier zu posten.
Stimmt nicht. Erstens komme ich aus dem Westen, den er 1953 in Richtung Osten verlassen hat und in den der selbsternannte "Drachentöter" (wie lächerlich) dann vom DDR-Regime wieder ausgespuckt wurde. Dann hat er auch nicht den Osten kaputtgeklampft, wie hier manche meinen. Bewegt haben das viele andere Menschen, die heute zurecht von der Entwicklung enttäuscht sein dürften und nicht, wie Herr Biermann, nun saturiert im Westen leben und per 1. Klasse zum Gastspiel fahren (ich habe das am Hamburger HBF vor einigen Jahren erlebt). Hm. Und etwas priveligiert war er als Bürger der DDR ja wohl auch, denn als "Regime-Kritiker mit Berufsverbot", durfte er ja immerhin noch in den Westen reisen und dort auftreten. Auch zum so genannten "Köln-Konzert", dass ihm dann die Ausbürgerung eingebracht hat. Und letztendlich entpuppt sich der ewige Systemkritiker als Undemokrat, wenn er die "Linke" derart beschimpft, eine Partei, die demokratisch gewählt wurde, auch wenn das nicht in seinen Verstand will. Dass Gysi ihn ignoriert hat, wird den alten, eitlen Mann geschmerzt haben, der es ja gewohnt ist, dass man sich gefälligst an seinem altklugen Singsang berauscht.

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kiramolski 07.11.2014, 15:22
588. das Gewissen dieser Republik

wortgewaltig, unerschrocken, nur der Wahrheit verpflichtet: Wolf Biermann ist einer von wenigen Gründen, um gerne in Deutschland zu leben!

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