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May nach Unterhauswahl: Die eiernde Lady
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Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat hoch gepokert - und fast alles verloren. Nach einer denkwürdigen Nacht ist das Land politisch gelähmt. Und es ist völlig unklar, wie es weitergeht.

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testuser2 09.06.2017, 08:53
1. Brexit wurde bestätigt - Spaltung in der Brexitfrage und Terror machen Wahlergebnis plausibel

Die Neuwahl 10 Tage vor Beginn der Brexit-Verhandlungen war mit dem Brexit verbunden. Die Konservativen sind wieder stärkste Kraft geworden, der Brexit ist damit in meinen Augen bestätigt. Da es in England bisher Entweder-oder-Schwenks zu Labour oder Tories gab, ist, war das kein Erdrutschsieg von Labour. Dass die klare Bestätigung der Konservativen nicht kam war angesichts der Spaltung in der Frage des Brexits und angesichts dem Druck, dem May durch die Terrorattentate ausgesetzt war, zu erwarten. Also insgesamt eher eine erneute Zustimmung zum Brexit. Die anderen Parteien sollten den Mumm haben, jetzt die Tories zu unterstützen und sich nicht aus der Verantwortung ziehen.

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thomas.kistler 09.06.2017, 08:55
2. Schadenfreude ...

... ist ein auch im englischen durchaus bekanntes deutsches Wort. Und genau die habe ich jetzt, und zwar richtig. Frau May symbolisiert für mich den Prototypen eines rückgratlosen Politikers. Sie war immer aus Überzeugung gegen den Brexit und hat dann aus Postengeilheit ihre eigene Überzeugung üder den Haufen geworfen. Und dafür hat sie jetzt die Quittung bekommen!

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tmhamacher1 09.06.2017, 08:57
3. Endlich gestoppt!

Die Briten können froh sein, dass diese Verrückte gerade noch rechtzeitig gestoppt wurde und das sie nicht das Mandat bekommen hat, um das zukünftige Klein-Britannien in die Katastrophe zu führen. Selbst dieses merkwürdige Wahlrecht konnte nicht verhindern, dass die Vernunft sich langsam wieder behauptet!

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schoggifuezli 09.06.2017, 09:05
4. Wähler lassen sich nicht gerne erpressen

Die Briten haben nachdem knappen Brexit-Entscheid Zweifel und Ängste. Die Argumentation May's wurde als opportunistischen Missbrauch der Situation gewertet und abgestraft. Rücktritt May's ist unausweichlich, sonst würde sie ihre eigene Argumentation (starke Verhandlungsposition) in Frage stellen und damit ihre Glaubwürdigkeit.

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haresu 09.06.2017, 09:09
5. Schlechte Imitation

Mays Politik leidet schon seit längerem daran, dass sie sich Thatcher zum Vorbild genommen hat. Aber im Gegensatz zu der interessiert sich May vor allem für ihre Macht. Ihre konfrontative Politik gegenüber Brüssel zielt auf die Zustimmung der Wähler, ist aber nicht in deren Interesse sondern benutzt sie. Die Bedeutung des Brexit für das Wahlergebnis sollte man aber nicht überschätzen und es bedeutet ganz sicher nicht den Anfang vom Ende des Brexit.

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paraibu 09.06.2017, 09:13
6. Die spinnen, die Briten!

Erst das Votum für den Brexit. Dann, als es darum geht, die Regierung für die Brexit-Verhandlungen mit einem starken Mandat auszustatten, die Degradierung der Konservativen zu einer schwachen Minderheitsregierung - im britischen Mehrheitswahrechtssystem mit seinen normalerweise systembedingt klaren Ergebnissen ein echtes Kunststück.

So kann man sich als Bevölkerung selbst ins Aus manöverieren.

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Sal.Paradies 09.06.2017, 09:13
7. Der Weg zur Schlachtbank?

Vermutlich ahnen viele Wähler inzwischen, dass May sie nicht, wie versprochen, zur Sonne, sondern wohl eher zur "Schlachtbank" führt! Man kann über so viel Ahnungslosigkeit nur staunen, dass die Engländer glaubten "Isolationismus" würde sich lohnen. In den USA haben sie ja den großen Bruder der seinen Wählern ja auch glauben machen möchte sie könnten "alleine" weiterhin ihr Dasein im Paradies frönen. Die USA und vor allem England sollten darauf achten, dass sie nicht allzu forsch ehemalige politische/wirtschaftliche Partner vor den Kopf stoßen, denn wenn die Meute eines Tages bemerkt, dass sie ganz gut "ohne" die USA+ENGLAND klar kommen, dann werden sich auch die Rahmenbedingungen für beide ändern. Auch Trump wird, so wie May jetzt, als Bettvorleger landen. Da möchte ich jetzt mal sehen wie May mit diesem katastrophalen Ergebnis ihre Forschheit gegenüber der EU aufrecht erhalten möchte? May ist böse angezählt und der nächste Treffer kann schon ihr Ende bedeuten und die Brexit-Gegner haben jetzt Blut gerochen und werden ihren Druck auf May und die Conservativs nochmals mächtig erhöhen. Die Engländer können wegen mir sehr gerne wieder in den warmen Schoss der EU zurück, aber dann "ohne" Extrawürste, die sie ja ohne Ende hatten. Aber wenn es der Kuh zu gut geht möchte sie auf das Eis zum tanzen, da aber sind noch alle auf ihrem Hintern aufgeschlagen...

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steinbock8 09.06.2017, 09:14
8. Frau may

Ist das sinnbild für die ganze Nation Arroganz und Selbstüberschätzung die ganzen englischen Medien haben
Über Jahre dafür gesorgt das jeder im Lande das Empire zurück haben wollte das erwachen ist um so schlimmer die Niedergang um so schneller der Fall um so tiefer

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jowitt 09.06.2017, 09:15
9. @testuser2

Zitat von testuser2
Die Neuwahl 10 Tage vor Beginn der Brexit-Verhandlungen war mit dem Brexit verbunden. Die Konservativen sind wieder stärkste Kraft geworden, der Brexit ist damit in meinen Augen bestätigt. Da es in England bisher Entweder-oder-Schwenks zu Labour oder Tories gab, ist, war das kein Erdrutschsieg von Labour. Dass die klare Bestätigung der Konservativen nicht kam war angesichts der Spaltung in der Frage des Brexits und angesichts dem Druck, dem May durch die Terrorattentate ausgesetzt war, zu erwarten. Also insgesamt eher eine erneute Zustimmung zum Brexit. Die anderen Parteien sollten den Mumm haben, jetzt die Tories zu unterstützen und sich nicht aus der Verantwortung ziehen.
Ihre Einschätzung in Ehren, aber der Brexit stand nicht zur Wahl. Sowohl die Tories als auch Lavor sind in der Frage des Brexits gespalten. Es konnte also gar nicht um Brexit oder nicht Brexit gehen. Auch waren das nicht die hauptsächlichen Themen im Wahlkampf.

Die konzepte und politischen Strömungen der anderen Parteien liegen teils so weit auseinander, das man von denen nicht verlangen kann sich selbst zu verleugnen und nun plötzlich die Tories zu unterstützen. Das ist ein unredliches Anliegen. Wie soll das gehen, wenn man in den wichtigen innenpolitischen Feldern teils völlig gegenteiliger Meinung ist?

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