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May nach Unterhauswahl: Die eiernde Lady
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Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat hoch gepokert - und fast alles verloren. Nach einer denkwürdigen Nacht ist das Land politisch gelähmt. Und es ist völlig unklar, wie es weitergeht.

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Pless1 09.06.2017, 09:39
20.

Zitat von testuser2
Die Neuwahl 10 Tage vor Beginn der Brexit-Verhandlungen war mit dem Brexit verbunden. Die Konservativen sind wieder stärkste Kraft geworden, der Brexit ist damit in meinen Augen bestätigt. Da es in England bisher Entweder-oder-Schwenks zu Labour oder Tories gab, ist, war das kein Erdrutschsieg von Labour. Dass die klare Bestätigung der Konservativen nicht kam war angesichts der Spaltung in der Frage des Brexits und angesichts dem Druck, dem May durch die Terrorattentate ausgesetzt war, zu erwarten. Also insgesamt eher eine erneute Zustimmung zum Brexit. Die anderen Parteien sollten den Mumm haben, jetzt die Tories zu unterstützen und sich nicht aus der Verantwortung ziehen.
Sowohl die Tories als auch Labour waren und sind in der Brexit-Frage tief gespalten, insofern kann kein Ausgang der Unterhauswahl als erneute Zustimmung oder aber Ablehnung des Brexit-Votums gesehen werden. Wo sich letztlich beide Lager einig sind: Das Votum der Briten im Referendum als nun getroffene, demokratische Entscheidung zu respektieren.

Die Frage des "ob" stellte sich somit bezüglich des Brexits ohnehin nicht mehr, er wäre auch bei einem Wahlsieg Labours vollzogen worden. Es ist die Frage des "wie", die noch offen ist. Und dem "harten Brexit" a la May haben die Briten gestern durchaus eine Abfuhr verpasst. Sie wollte gerade dafür ein klares Wählervotum und das wurde ihr ganz, ganz deutlich versagt.

May ist die klare Wahlverliererin, im Grunde bleibt ihr nur der Rücktritt. Sie sollte jetzt schnell Platz machen für jemanden, der weniger beschädigt als sie in die Verhandlungen mit Brüssel ziehen kann. Mit May können die Briten keinen Blumentopf mehr gewinnen.

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regiles 09.06.2017, 09:41
21. Aufgewacht

Ich denke die Briten sind nach der Brexitabstimmung aufgewacht. Zu leichtfertig sind z. B. die jungen Wähler mit ihrer Verantwortung des Wahlrechts umgegangen. So haben sie nun gelernt und und gezeigt, was Demokratie bedeutet: Kompromisse suchen und finden. Und das geht nur mit starker Opposition. Erfreulich, dass es knapp in London geworden ist. Ähnlich knappe Verhältnisse sind auch in Deutschland von Nöten - haben wir durch die GroKo im Prinzip doch eine kaum wahrnehmbare Opposition.

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tkedm 09.06.2017, 09:41
22.

Tja, vielleicht hätte sie nicht mit dem Verlust von Menschenrechten drohen sollen, das wird wohl auch, gerade bei den jungen Menschen, Stimmen gekostet haben. Was hat so etwas eigentlich noch mit "konservativ" zu tun?

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lesheinen 09.06.2017, 09:42
23.

Ich glaube, es wird immer deutlicher, wie unverantwortlich und auf welch dünnem Eis Taschenspieler wie Boris Johnson und Nigel Farall Politik gemacht haben. Auf deren Zug ist May bedingungslos aufgesprungen. Sie bekommt nun die Quittung. Mag sein, dass das Wahlergebnis auch mit ihrer Person zu tun hat, mag sein, dass ihre Kampagne alles andere als gut war, aber so doof ist das Volk nicht, als dass es sich mit Plakaten, Fensterreden oder sonstigen Wahlkampfhandlungen manipulieren lässt.

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latrodectus67 09.06.2017, 09:44
24. Verbindungsverlust

Der Verbindungsverlust zu den Wählern scheint in GB noch sehr viel weiter zu sein als in Deutschland. Erst macht Cameron ein völlig unnötiges Referendum, um die UKIP auszuschalten, und verliert. Nun macht May völlig unnötige Neuwahlen, um noch mehr Mehrheit zu bekommen, und verliert. Man muss sich vor Augen halten, May HATTE die absolute Mehrheit, bis vor der von ihr initierten Wahl.

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Spirit in Black 09.06.2017, 09:45
25. Das schnelle Geld

Schon erstaunlich, wie in solchen historischen Entscheidungen immer mit der kurzfristigen Wirtschaftsentwicklung argumentiert wird: Da zieht eine Bank ein paar Mitarbeiter ab, dort entfallen ein paar Ingenieurstellen... Dabei geht es hier und in ganz Europa um viel Wichtigeres! Die Entscheidungen, wie sie die Briten getroffen haben mögen richtig oder falsch sein, aber auf jeden Fall wurden sie getroffen. Die EU hingegen betäubt sich noch mit der angeblich guten Wirtschaftslage und könnte noch viele böse Überraschungen erleben...

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Schlachtkreuzer 09.06.2017, 09:46
26. Schdenfreude hilft hier gar niccht

Die Schadenfreude in dem Artikel ist unverkennbar. Lösungen sind wie immer damit nicht verbunden, sieht man mal von den üblichen Belehrungen und abstrusen Vorstellungen ab, die SPON so zu Welt hat und verbreitet. Allein May hat recht, wenn sie sagt: "Das Land braucht eine Phase der Stabilität" ...

Und wo kommen diese Anschläge letztlich her und wo steht Merkel, wenn bei uns noch ein einziger größer Anschlag vor der Bundestagswahl passiert? Und wählen wir dann alle Schulz, weil der das dann sofort besser macht, die EU-Grenzen noch einmal als extra geöffnet sichert?

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Luscinia007 09.06.2017, 09:46
27.

Zitat von testuser2
Die Neuwahl 10 Tage vor Beginn der Brexit-Verhandlungen war mit dem Brexit verbunden. Die Konservativen sind wieder stärkste Kraft geworden, der Brexit ist damit in meinen Augen bestätigt. Da es in England bisher Entweder-oder-Schwenks zu Labour oder Tories gab, ist, war das kein Erdrutschsieg von Labour. Dass die klare Bestätigung der Konservativen nicht kam war angesichts der Spaltung in der Frage des Brexits und angesichts dem Druck, dem May durch die Terrorattentate ausgesetzt war, zu erwarten. Also insgesamt eher eine erneute Zustimmung zum Brexit. Die anderen Parteien sollten den Mumm haben, jetzt die Tories zu unterstützen und sich nicht aus der Verantwortung ziehen.
Bestätigt? Das ist doch ein Witz! Das war eine krachende Niederlage für die Konservativen. Sie haben keine mherheit im parlament mehr, pbwphl die Wahl gerade wegen dem Brexit anberaumt wurde. Und der Brexit selbst hatte nur eine knape Mherheit, deutlisch wäre etwas anderes gewesen.
Aber wie auch immer die Briten jetzt meinen, brexiten zu müssen. Sie sind jetzt raus. Definitiv. Und das ist auch gut so!
Endlich kein Gejammere mehr, keine Extrawürste und Britenrabatte, ken das wollen wir nicht, aber da sind wir dabei! De EU ist diesen Klotz am Bein los, kann sich weiter entwickeln - und weg mit Schaden! Besser ein Ende mit Schrekcen als ein Schrecken ohne Ende.

Der Brexit ist gestartet, der Countdown läuft. Das Ende (und derwirtschaftliche Ruin Britanniens) naht.

Wahrscheinlich könnten die Briten wieder zurück zu Mama EU, wenn sie wollten. Da müüste aber jeder der restlichen EU-Staaten zustimmen. Also unwahrscheinlich. Die EU wäre dazu noch selten blöd, einer Rückkehr ohne deutliches überwältigendes Ja in einer Volksabstimmung mit deutlcich über 70 Prozent zuzustimmen. Sonst wäre das Dauergenörgel und das Extra-Wurst-Verlangen schlimmer als zuvor.
Und dass eine Rückkehr nicht zu den supergünstigen Konditionen, die die Briten bislang hatten, zu machen würe, versteht sich von selbst.

Im Übrigen hat sich May die krachende Niederlage selbst zuzuschreiben: EinWahkampf mit sozialem Kahlschalg als Heilsversprechen zu führen, ist schon verwegen.

Und dass May diese nette, ältere Dame mit den bunten Kleidernd und Hüten an diesen Pussy-Grabscher verschachert hat, wird ihr bei der Bevölkerung nicht gerade Sympathepunkte eingebracht haben.

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Ontologix II 09.06.2017, 09:46
28. Genau

Zitat von paraibu
Erst das Votum für den Brexit. Dann, als es darum geht, die Regierung für die Brexit-Verhandlungen mit einem starken Mandat auszustatten, die Degradierung der Konservativen zu einer schwachen Minderheitsregierung - im britischen Mehrheitswahrechtssystem mit seinen normalerweise systembedingt klaren Ergebnissen ein echtes Kunststück. So kann man sich als Bevölkerung selbst ins Aus manöverieren.
Bisher galt Großbritannien als DER Hort politischer Stabilität in Europa. Nach dem überflüssigen Brexit-Referendum Camerons und der schief gegangenen Snap Election Mays kann man nur den Kopf schütteln. Vermutlich werden die Franzosen am kommenden Sonntag ihrem Macron eine deutliche Mehrheit verschaffen. Dann wird die Achse Paris-Berlin die europäischen Geschicke lenken.

P.S.: Der von Ihnen zitierte "Asterix in Britain" ist übrigens in GB höchst unpopulär und nur schwer zu bekommen. Die Briten machen gerne Witze über sich selbst. Aber wehe, ein Ausländer tut das.

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pascht 09.06.2017, 09:48
29. Man kann sich alles schönreden

Zitat von testuser2
Die Konservativen sind wieder stärkste Kraft geworden, der Brexit ist damit in meinen Augen bestätigt.
auch diese krachende Niederlage, die May, unbeliebter als Thatcher, persönlich zu verantworten hat. Von wegen Bestätigung des Brexits, die UKIP, die "britische Unabhängigkeitspartei", hat 0% bei den Wahlen bekommen.

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