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May nach Unterhauswahl: Die eiernde Lady
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Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat hoch gepokert - und fast alles verloren. Nach einer denkwürdigen Nacht ist das Land politisch gelähmt. Und es ist völlig unklar, wie es weitergeht.

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latrodectus67 09.06.2017, 10:15
50. Ukip

Zitat von pascht
auch diese krachende Niederlage, die May, unbeliebter als Thatcher, persönlich zu verantworten hat. Von wegen Bestätigung des Brexits, die UKIP, die "britische Unabhängigkeitspartei", hat 0% bei den Wahlen bekommen.
UKIP war eine Partei mit genau einem Thema, Austritt aus der EU für GB. Da dieser im März 2018 durch Artikel 50 von May gestartet wurde gibt es kein Thema für UKIP mehr. Was vielleicht, ich bezweifle es, einigen Leuten die Augen öffnet, dass UKIP eben nicht die britische Version der AfD war. Bezeichnenderweise hatte UKIP auch in GB innenpolitisch fast keine Bedeutung, sehr viel aber bei EU Wahlen in GB.

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Nichtraucher 09.06.2017, 10:18
51.

Zitat von Schlachtkreuzer
Die Schadenfreude in dem Artikel ist unverkennbar. Lösungen sind wie immer damit nicht verbunden, sieht man mal von den üblichen Belehrungen und abstrusen Vorstellungen ab, die SPON so zu Welt hat und verbreitet. Allein May hat recht, wenn sie sagt: "Das Land braucht eine Phase der Stabilität" ... Und wo kommen diese Anschläge letztlich her und wo steht Merkel, wenn bei uns noch ein einziger größer Anschlag vor der Bundestagswahl passiert? Und wählen wir dann alle Schulz, weil der das dann sofort besser macht, die EU-Grenzen noch einmal als extra geöffnet sichert?
". Allein May hat recht, wenn sie sagt: "Das Land braucht eine Phase der Stabilität" ... "

Natürlich hat May recht, wenn sie das sagt. Nur mit IHR wird es jetzt keine Stabilität mehr geben. Ihre Aktion mit den Neuwahlen war noch dümmer als das von Cameron angeleierte Referendum im letzten Jahr. Die Tories haben sich mit ihren letzten 2 Vorsitzenden selbst abgeschossen. Mit ihr als PM wird das UK in den bevorstehenden Verhandlungen mit Brüssel keinen Blumentopf gewinnen können.
Wenn sie nicht schon heute Vormittag geht, wird sie spätestens im Herbst gehen. Dann gibt es Neuwahlen. So oder so, bei den Brexit-Verhandlungen hat das UK jetzt noch schlechtere Karten als vorher.

Und das ist für BEIDE Seiten nicht gut. Für UK allerdings, fast schon eine totale Bankrott-Erklärung.

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mhwse 09.06.2017, 10:19
52. Und exakt warum genau sollten sie das tun?

Zitat von testuser2
Die Neuwahl 10 Tage vor Beginn der Brexit-Verhandlungen war mit dem Brexit verbunden. Die Konservativen sind wieder stärkste Kraft geworden, der Brexit ist damit in meinen Augen bestätigt. Da es in England bisher Entweder-oder-Schwenks zu Labour oder Tories gab, ist, war das kein Erdrutschsieg von Labour. Dass die klare Bestätigung der Konservativen nicht kam war angesichts der Spaltung in der Frage des Brexits und angesichts dem Druck, dem May durch die Terrorattentate ausgesetzt war, zu erwarten. Also insgesamt eher eine erneute Zustimmung zum Brexit. Die anderen Parteien sollten den Mumm haben, jetzt die Tories zu unterstützen und sich nicht aus der Verantwortung ziehen.
Wenn die Opposition jetzt zustimmt, macht sie sich für alle Folgefehler zum Prügelknaben.

Die werden einen Teufel tun, da irgend wem zuzustimmen.

Besser abwarten, Neuwahlen im Herbst. Dann die Sache komplett neu aufziehen.

Es ist doch offensichtlich, dass der Ausstiegs Euphorie, jetzt der Ausstiegskater folgt.

Wohin hätte man aussteigen wollen - in die Nordsee?

Über den Atlantik oder gar nach Indien - da hat eine andere Dame nicht so lange gewartet .. Indien wird sich auch lieber mit einem starken Festlandeuropa einlassen, als eine vor dem Bankrott stehende Insel, am Ende noch durchfüttern zu müssen ..

Aufbruchsromantik im 21 Jh. gibt es, z.B. zum Mars - das erfordert aber internationale Bündnisse und Zusammenarbeit ..

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rambazamba1968 09.06.2017, 10:19
53.

Zitat von touri
Aber genau dazu wird es jetzt vermutlich kommen, weil niemand die Mehrheit hat um richtig verhandeln zu können. Außerdem sieht das Wahlergebnis für mich sehr gespalten aus.
das Land ist gespalten. Ja. May, Johnson und Farage haben das Land gespalten mit einer Lügenkampagne, mit Versprechungen, die sie nicht gehalten haben und Brexitsieger, die sich anschließend in die Büsche geschlagen haben. Und das alles auf dem Rücken, der Ausländer, die nach dem Referendum vermehrt angefeindet wurden. Und daher haben jetzt viele enttäuschte Wähler vermehrt Labour gewählt, weil die Bevölkerung den Konservativen nicht mehr vertrauen. Zu recht.

Die Briten wollen keinen harten Brexit. Das ist doch das Ergebnis dieser Wahl. May steht doch für Spaltung der Gesellschaft und für den harten Brexit, der die Möglichkeit bietet, ohne jegliche Vereinbarung mit der EU in die Zukunft zu gehen. Viele haben dies zum Glück als fatales Signal gewertet.

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view3000 09.06.2017, 10:20
54.

Mit wem wird Trump nun bald medienwirksam Händchenhalten? Die Wähler in GB scheinen einen größeren Sachverstand zu haben als die Politik. Die Demokratie lebt und das ist ein gutes Zeichen.

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mainstreet 09.06.2017, 10:22
55. Nur ein schwacher Austritt...

Das Wahlergebniss belegt aus europäischer Sicht das Großbritannien die Personenfreizügigkeit behalten soll um den Freihandel zu bekommen. Dennoch sind gerade für die EU mit diesem Wahlergebniss einige Fallstricke verbunden. Immer vorausgesetzt das Großbritannien die eingegangen Verpflichtungen der EU einhält die Personenfreizügigkeit doch noch gewährt und so den Freihandel bekommt, verliert Großbritannien letztich die Mitsprache in der EU den Finanzsektor aber bei letzterem lauern Fallstricke denn Großbriannien könnte über den Freihandel den Finanzsektor behalten wollen um so kommisarisch für die EU tätig zu sein was die EU einem Nichtmitglied aber wohl kaum erlauben könnte und wollte. Der Freihandel stellt in dieser Hinsicht Risiken für die EU dar da die Trennung so immer verschwommer werden könnte und letzlich auch von einem Land das nicht mehr MItglied der EU ist des Finanzsektors beraubt werden könnte und die EU letztlich anfälliger für Außeneinflüsse wäre. Die EU sollte sich nicht hinter das Licht führen lassen und auch die Austrittsverhandlungen von den Briten mit immer neuen Sachen die da passieren verzögern lassen.!

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Snoopy60 09.06.2017, 10:23
56. Der Brexit ist für mich alles andere als beschlossene Sache...

Ich teile die Einschätzung von Oettinger, der heute früh im Deutschlandfunk sinngemäß geäußert hat, daß das britische Volk derzeit noch nicht wirklich die Folgen des Brexit beurteilen kann. Dieser sei gefühlt letztlich noch weit weg und nicht konkret. Sobald aber die Verhandlungen aufgenommen worden sind und dann laufend deren Teilergebnisse bekannt werden, werden auch die Folgen deutlicher und sichtbar, und daran könnten Diskussionen in der britischen Gesellschaft aufflammen. Ist es so völlig ausgeschlossen, daß daraus eine Bewegung erwächst, die Johnson und Farage zum Teufel jagt und den Brexit-Prozeß umkehren will? Die Tatsache, daß die Jungen diesmal offenbar vermehrt zur Wahl gegangen sind, stimmt mich optimistisch, daß die Messe in dieser Hinsicht längst noch nicht gelesen ist. M.E. wäre Europa gut beraten, sich auf den Fall vorzubereiten, daß GB anfragt, unter welchen Umständen die Austrittserklärung zurückgenommen werden kann. Und es wäre gut beraten, GB auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, das britische Cherrypicking bei der Gelegenheit zu beenden, in der Sache dieses Ansinnen aber wohlwollend zu behandeln. Zu May: Lame Duck, diese Frau ist politisch mausetot und sollte im Interesse ihrer Nation zurücktreten.

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decathlone 09.06.2017, 10:24
57. Little Britain steuert auf den CHExit zu...

Statt Brexit wird das ein Chaotic Exit. UK wird in seine Bestandteile zerfallen und da Thatcher die industrielle Basis des Landes zerstört hat und seither hauptsächlich mit Spekulatius und Manipulation von Märkten und Zinsindizes Geld verdient wurde (D.h. die Oberschicht, aus der sich die City rekrutiert, hat Geld gemacht und ein paar Brosamen an die Lower Classes weitergereicht...), werden sich die Überbleibsel dieser Katastrophe aufgrund selbstgerechter Hybris dann auf Steuerdumping und das Beherbergen zweifelhafter Finanzjongleure verlegen... Die EU kann darauf nur reagieren, indem sie diese auf der Insel erdachten Finanzprodukte auf dem Kontinent verbietet und insgesamt die Zügel bei der Zockerei fester anzieht. Es gibt keinen Spielraum mehr, um noch einmal den Meltdown des vielfach überdimensionierten Finanzsektors mit Steuergroschen zu verhindern...

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shooop 09.06.2017, 10:26
58. Opportunistin oder taktisch gewieft?

Ich habe mich immer schon gefragt, ob das Verhalten von Frau May - die ja einst gegen den Brexit war - eigentlich darauf zielt, den Leuten klar zu machen, dass es jetzt 'ernst' wird, um so vielleicht einen Rest Vernunft zu wecken und die ganze Sache noch abzubiegen. Das wäre für mich eigentlich die einzige politische Erklärung dieser Frau. Sollte das nicht zutreffen, ist sie wohl eine üble Opportunistin.

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alexander72 09.06.2017, 10:29
59. Es gibt eine absolute Regierungsmehrheit - kein Chaos

Die Tories haben mit ihren treuen Unionisten aus Nordirland 326 Sitze und damit eine knappe Mehrheit. Es wird also keinen Regierungswechsel geben, sondern nur den Austausch von Frau May und vielleicht ein paar anderen Positionen.

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