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May nach Unterhauswahl: Die eiernde Lady
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Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat hoch gepokert - und fast alles verloren. Nach einer denkwürdigen Nacht ist das Land politisch gelähmt. Und es ist völlig unklar, wie es weitergeht.

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schwester arno 09.06.2017, 10:31
60.

Zitat von latrodectus67
UKIP war eine Partei mit genau einem Thema, Austritt aus der EU für GB. Da dieser im März 2018 durch Artikel 50 von May gestartet wurde gibt es kein Thema für UKIP mehr. Was vielleicht, ich bezweifle es, einigen Leuten die Augen öffnet, dass UKIP eben nicht die britische Version der AfD war. Bezeichnenderweise hatte UKIP auch in GB innenpolitisch fast keine Bedeutung, sehr viel aber bei EU Wahlen in GB.
Was am Wahlrecht liegt, Ukip hatte über 10 % bei den letzten Parlamentswahlen. Bei Europawahlen gilt auch in GB das Verhältniswahlrecht und nicht das Mehrheitswahlrecht.

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pragmat 09.06.2017, 10:32
61. Darf man lachen?

Zitat von guy
Wenn man die Wahlbeteiligung von 70% beim Referendum berücksichtigt haben "nur" 37% der britischen Wähler für den Brexit gestimmt. 63% haben nicht für den Bresit bestimmt.
Das Rechenbeispiel ist natürlich Unsinn. Sehen Sie sich lieber das Ergebnis der Parlamentswahl an

Die einzige Partei im UK, die den Brexit rückgängig machen will, sind die Liberaldemokraten. Die haben gerade mal 12 Sitze von 650 bekommen.
Die anderen Parteien sind für den Brexit, die Tories und nordirische DUP für den "harten" und Labour und die anderen für den "weichen".

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schoggifuezli 09.06.2017, 10:33
62. Gefährliche Versuchung für die EU

Die EU könnte nun versucht sein, die geschwächte Verhandlungsposition von GB auszunutzen und ein möglichst schlechtes Ergebnis für GB anzustreben - mit dem Ziel künftige Austrittskandidaten abzuschrecken (Friss oder stirb Position). Genau diese hässliche Fratze der EU ist aber ihr grösstes Problem; man begeistert sich nur schlecht für ein kleineres Übel. Die EU muss GB einen fairen Deal machen und danach die EU derart anpassen, dass GB aus Überzeugung für eine verbesserte EU (nach den notwendigen Reformen in Sachen Finanzgebahren der einzelnen Mitgliedstaaten, Migrationspolitik etc.). wieder beitreten will.

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Lische 09.06.2017, 10:34
63. Nochmal wählen

Ganz unbedingt muss ja vor wichtigen Entscheidungen "das Volk" befragt werden. Am besten mehrmals im Abstand von einigen Monaten. Da kommen dann gerne wechselnde Ergebnisse heraus. Also: am besten noch ein wenig rumeiern und dann noch eine Brexit Volksabstimmung oder eine Unterhauswahl. Frau May scheint mir einfach nicht mutig genug zu sein, einen politischen Auftrag umzusetzen. Statdessen nochmal die völlig unnötige Frage: Habt ihr mich auch alle noch lieb? Und jetzt diese Antwort. Selbst schuld.
Es wäre ein Akt "politischer Hygiene", wenn sie nun ihr Amt abgibt. Vielleicht ist sie ja dazu mutig genug?

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unbekanntgeblieben 09.06.2017, 10:35
64. Mit dem Vorwurf der Arroganz würde ich noch warten ...

Zitat von steinbock8
Ist das sinnbild für die ganze Nation Arroganz und Selbstüberschätzung die ganzen englischen Medien haben Über Jahre dafür gesorgt das jeder im Lande das Empire zurück haben wollte das erwachen ist um so schlimmer die Niedergang um so schneller der Fall um so tiefer
Der Fairness halber ist das ganze, wenn man das auf eine Person eingrenzen will/kann, primär Cameron's Machtgeilheit zu verdanken ...

Tatsächlich ist das eigentliche Problem, dass die Parteien über Jahrzehnte versagt, aber sich dabei weiter die Taschen gefüllt haben. Korruption im Endstadium. Auf Nachfrage der Allgemeinheit, wo denn nun eigentlich das Problem ist, wurden dies entweder geleugnet oder dann auf andere geschoben (EU) ...

Das Volk hat auf Basis des von der Regierung gestellten 'Wissens' und im Vertrauen auf diese gehandelt/abgestimmt/gewählt.

Und jetzt seien wir mal ehrlich, ist Deutschland soweit von diesem desaströsen Zustand der Politik entfernt? Merkel hat mehr als einmal unter Beweis gestellt, was sie für die eigene Position zu opfern bereit ist (ich beziehe mich hierbei übrigens nicht auf Flüchtlinge, die sind das harmloseste was sie in ihrer Verblendung angerichtet hat :( ).

Deutschland hat den 'Vorteil', dass wir bei einem Absturz alle anderen mit uns reißen. Wir sind durch den Exportfokus auch von Ländern wie Griechenland abhängig! Das endet aber, wenn sich der Rest einigt und die Chancen dafür steigen drastisch ...

Eine weitere Amtszeit Merkel's oder allg. dieses verlogenen und korrupten Regierungsstils verkraftet weder EU noch Deutschland ...

Wer sich über Leute wie Trump oder auch AfD aufregen will, sollte sich fragen, wer wie sowas erst ermöglicht hat ...

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Kradfahrer 09.06.2017, 10:38
65. Herrgott, wirf Hirn

Zitat von testuser2
Die Neuwahl 10 Tage vor Beginn der Brexit-Verhandlungen war mit dem Brexit verbunden. ... Dass die klare Bestätigung der Konservativen nicht kam war angesichts der Spaltung in der Frage des Brexits und angesichts dem Druck, dem May durch die Terrorattentate ausgesetzt war, zu erwarten. ... Die anderen Parteien sollten den Mumm haben, jetzt die Tories zu unterstützen und sich nicht aus der Verantwortung ziehen.
Dass die Konservativen angesichts der Terroranschläge keine absolute Mehrheit erringen konnten, ist schon ein echtes Kunststück und widerlegt m.E. Ihre Thesen. In einer Bedrohungssituation rücken sozial organisierte Wesen IMMER zusammen und stehen zu ihrem Führer. Das ist bei Rindern so, bei Löwen, Pferden, Wölfen, ..., ja, und schlussendlich auch beim Menschen, der ebenfalls in Herdenverbänden lebt.

Ihren Schlusssatz verstehe ich nicht. Es ist Aufgabe der Regierung zu führen und Aufgabe der Opposition auf Fehler der Regierung klar und deutlich hinzuweisen. Wenn Regierung und Opposition ohne wichtigen Grund zusammenarbeiten, dann ist das wie eine Kungelei zwischen Vorstand und Aufsichtsrat eines Wirtschaftsunternehmens. Dafür können zumindest die Aufsichtsräte ganz schnell juristisch belangt werden. Oder deutlich formuliert: Sie verlangen von der Opposition kriminelles Handeln!

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Entsetzen 09.06.2017, 10:39
66. Die eiserne Lady hatten die Briten bereits,

May war nur die Lady mit der eisernen Maske. Nun ist sie m. E. Im Strudel von Johnson und Farrage untergegangen. Die Konservativen sind die stärkste Partei, aber May ist nun geschwächt. Der hausgemachte Untergang von Great Britain wird weitet betrieben. Johnson wäre ein "guter" Kandidat dafür. Aber der verweigert sich ja, seine Verantwortung zu übernehmen. Wie die meisten Demagogen.

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schoggifuezli 09.06.2017, 10:40
67.

Zitat von regiles
Ich denke die Briten sind nach der Brexitabstimmung aufgewacht. Zu leichtfertig sind z. B. die jungen Wähler mit ihrer Verantwortung des Wahlrechts umgegangen. So haben sie nun gelernt und und gezeigt, was Demokratie bedeutet: Kompromisse suchen und finden. Und das geht nur mit starker Opposition. Erfreulich, dass es knapp in London geworden ist. Ähnlich knappe Verhältnisse sind auch in Deutschland von Nöten - haben wir durch die GroKo im Prinzip doch eine kaum wahrnehmbare Opposition.
Die fehlende Oppostion in der GroKo in Deutschland ist systembedingt. In der Schweiz funktioniert die Koalitionsregierung erwiesenermassen sehr gut, weil dort eben das Volk - der Souverän - mittels direkter Demokratie die Oppositonsrolle wahrnehmen kann. Nicht mehrheitsfähige Entscheide und Zustände würden verhindert oder korrigiert (Einführung Euro, Energiewende, Migrationspolitik) und dies ohne, dass die verantwortlichen Parteien oder Politiker zurücktreten müssten. Wann endlich erhält auch das deutsche Volk die Möglichkeit, zu entscheidenden Sachfragen mitreden zu dürfen?

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Papazaca 09.06.2017, 10:41
68. Großbritannien kann einem leid tun

Nach einem ersten Anflug von Schadenfreude muß man feststellen, das GB so instabil ist wie lange nicht. May ist faktisch abgewählt worden, Labour hat aber auch keine überzeugende Mehrheit. Eben eine Hängepartie. Obwohl es sich verrückt anhört: Mit diesem Ergebnis kann niemand überzeugend regieren, eigentlich braucht es Neuwahlen, obwohl, ich weiß, sich das verrückt anhört.

Meine Prognose: Die nächste Regierung wird mehr schlecht als recht vielleicht ein Jahr regieren, dann gibt es Neuwahlen. May kann nicht mehr als ein Übergang sein, ihre Zeit ist vorbei.

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mhwse 09.06.2017, 10:42
69. bis vor ca. 12 Monaten hatten sie Stabilität

Zitat von Schlachtkreuzer
Die Schadenfreude in dem Artikel ist unverkennbar. Lösungen sind wie immer damit nicht verbunden, sieht man mal von den üblichen Belehrungen und abstrusen Vorstellungen ab, die SPON so zu Welt hat und verbreitet. Allein May hat recht, wenn sie sagt: "Das Land braucht eine Phase der Stabilität" ... Und wo kommen diese Anschläge letztlich her und wo steht Merkel, wenn bei uns noch ein einziger größer Anschlag vor der Bundestagswahl passiert? Und wählen wir dann alle Schulz, weil der das dann sofort besser macht, die EU-Grenzen noch einmal als extra geöffnet sichert?
ohne Not haben sie funktionierende über Jahrzehnte verhandelte und gewachsene Verträge (die zum Grossteil auf Britisches Geheiss genau so gestaltet waren) aus national romantischen Gefühlen infrage gestellt und schliesslich aufgekündigt - vor allem ohne einen Plan B. (OK damals war Obama noch Präsident - bei Trump zählt aber nur Geld, das scheint jedoch langsam knapp zu werden ..).

Wäre es ein Smartphone Vertrag, der einfach nicht mehr erfüllt werden soll - könnte man noch auf einen Prepaid Vertrag umsteigen - der geht auch bei einer 'negativen Schufa' - auch das ist jetzt verloren.

Scherbenhaufen wäre vermutlich das richtige Wort.

Wer jetzt immer noch verzweifelt denkt, dass Deutschland das auch können müssen müsste - der vermeidet halt, der Realität ins Gesicht zu sehen.

Das Terror Gedöhne ist out - die Leute gehen immer noch raus, auf Konzerte etc.

Ich gehe immer noch beim OEZ Einkufen obwohl da gegenüber mal geschossen wurde.

Fragen Sie die US Amerikaner - wenn die sich einsperren würden weil da täglich Schiessereien sind, wären die längst verhungert ..

(Der Onkel meiner Frau war Polizist an der Ostküste; ausser Dienst weil er sich im Dienst verletzt hat - viel im Innendienst von einer Tritt-Leiter .. Familienwitz ..)

Die EU ist trotz allen Medienrummels, eine der sichersten Grossflächen auf dem Planeten - wissen Sie, weiss ich, (wissen die Terroristen). Die Terroristen sind die, die inzwischen verzweifeln und das ist doch gut so.

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