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May nach Unterhauswahl: Die eiernde Lady
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Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat hoch gepokert - und fast alles verloren. Nach einer denkwürdigen Nacht ist das Land politisch gelähmt. Und es ist völlig unklar, wie es weitergeht.

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Gotthold 09.06.2017, 10:43
70. Das Ergebniss ist katastrophal,

vor allem, wenn man bedenkt, dass die UKIP nicht angetreten ist und damit ihre 8 Millionen Wähler aus der letzten Wahl den Torries quasi überlassen haben. Das Brexit-Lager bekommt keine absolute Mehrheit mehr. Vor einem Jahr wäre der Brexit mit diesem Ergebnis abgelehnt worden!

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guy 09.06.2017, 10:44
71.

Zitat von pragmat
Das Rechenbeispiel ist natürlich Unsinn. Sehen Sie sich lieber das Ergebnis der Parlamentswahl an Die einzige Partei im UK, die den Brexit rückgängig machen will, sind die Liberaldemokraten. Die haben gerade mal 12 Sitze von 650 ......
Das ist kein "Unsinn" sondern das sind dir Fakten.
Beim Referendum haben "nur" 37% der stimmberechtigten Briten für den Brexit gestimmt.

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olli08 09.06.2017, 10:45
72. Alles auf Anfang?

Ich fasse mal kurz zusammen:
1.
Es hat ein Referendum für den Brexit stattgefunden, dass sehr knapp entschieden wurde. Im Nachhinein verdichten sich die Anzeichen dafür, dass ein viele Wähler sich von Lügen und falschen Versprechungen der (jetzt weitgehend abgetauchten) Agitatoren haben beeinflussen lassen und überdies viele potentielle Wähler der Abstimmung ferngeblieben sind, da sie nicht mit einem Sieg des Brexit-Lagers gerechnet hatten. Es deutet also einiges darauf hin, dass die Mehrheit aller WahlBERCHTIGTEN den Brexit nicht befürwortet.

2.
Die Partei, die sich die zügige Durchführung des Brexit unter Mitnahme aller erreichbaren Vorteile für GB auf die Fahnen geschrieben hat, hat gestern Federn lassen müssen.
Sollte man wirklich etwas durchziehen, bei dem so deutliche Zweifel an der Zustimmung der Bevölkerung bestehen, oder sollt man sich vielleicht erst mal um dringendere Probleme kümmern?

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biobayer 09.06.2017, 10:47
73. 317 : 261 ist keine Niederlage

Zitat von HerrPeterlein
May ist eine von den typischen Politikern, die nie eine Wahl durch Wähler gewonnen haben ...
Premierministerin May hat doch soeben eine Wahl gewonnen - mit einem deutlichen Vorsprung von 56 Abgeordneten gegenüber Corbyn.

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schwester arno 09.06.2017, 10:48
74.

Zitat von alexander72
Die Tories haben mit ihren treuen Unionisten aus Nordirland 326 Sitze und damit eine knappe Mehrheit. Es wird also keinen Regierungswechsel geben, sondern nur den Austausch von Frau May und vielleicht ein paar anderen Positionen.
Sie sollten dabei aber berücksichtigen, dass die Unionisten keinen harten Brexit wollen, sie sind sich durchaus bewusst, dass ein harter Brexit verheerende Folgen für Nordirland hätte und sie so einer Wiedervereinigungsidee Aufschwung geben würden und das kann nicht im Interesse der DUP sein

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georgbuehl 09.06.2017, 10:50
75. Dilettanten

Nach der ersten Aufregung wird alles so bleiben wie bisher. Corbyn war keine Alternative, May hat das Charisma einer Verwaltungsbeamtin. Das Ergebnis spiegelt dieses Dilemma wider. Was mich sehr wundert, ist, dass die "Remainer", immerhin bis vor kurzem noch 49% der Briten, keine politische Stimme mehr haben. Jetzt wäre die Chance gewesen, den Wahnsinn Brexit noch aufzuhalten.
Erschreckend bleibt, wie naiv die Briten an den Austritt herangehen. Da werden sich die Verantwortlichen noch anschauen. Frei nach Trump: "You cannot believe, how complicated this subjelt is". Sure, WE can.

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Schlachtkreuzer 09.06.2017, 10:53
76. Sicher zweite Wahl

Zitat von Nichtraucher
". Allein May hat recht, wenn sie sagt: "Das Land braucht eine Phase der Stabilität" ... " Natürlich hat May recht, wenn sie das sagt. Nur mit IHR wird es jetzt keine Stabilität mehr geben. Ihre Aktion mit den Neuwahlen war noch dümmer als das von Cameron angeleierte Referendum im letzten Jahr. Die Tories haben sich mit ihren letzten 2 Vorsitzenden selbst abgeschossen. Mit ihr als PM wird das UK in den bevorstehenden Verhandlungen mit Brüssel keinen Blumentopf gewinnen können. Wenn sie nicht schon heute Vormittag geht, wird sie spätestens im Herbst gehen. Dann gibt es Neuwahlen. So oder so, bei den Brexit-Verhandlungen hat das UK jetzt noch schlechtere Karten als vorher. Und das ist für BEIDE Seiten nicht gut. Für UK allerdings, fast schon eine totale Bankrott-Erklärung.
Ja sicher und die Stabilität kommt dann von Labour?! Die spinnen doch genau so, wie bei uns die Roten und Grünen. Und es geht dabei auch nicht um Liberalität, denn liberal sind die Roten und Grünen zuletzt, als Schulmeister und Besserwisser. Es geht um Realitätsbezug und den sehe ich eher bei den konservativen Kräften zurzeit eher. Dass May darüber hinaus nur zweite Wahl ist, dazu gibt es wohl keine zwei Meinungen. Aber wo gibt es in diesen Tagen überhaupt noch eine erste Wahl unter den Politikern?

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kumi-ori 09.06.2017, 10:54
77.

Zitat von touri
Dafür gehts jetzt richtig in die Katastrophe, weil die englische Regierung kaum noch Handlungsfähig sein wird bei den Verhandlungen. Was Sie Vernunft nennen, nenne ich Wahnsinn und im Gegensatz zu manch anderen Foristen hier empfinde ich keine Schadenfreude an der Stelle.
Ich persönlich hielt das Brexit-Votum selbst eher für eine Katastrophe. Aber natürlich sind die Menschen in England frei, über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden. Ich wünsche Ihnen von Herzen Glück, habe jedoch meine Zweifel.

Wäre Theresa May eine verantwortungsbewusste Politikerin, hätte sie, nach dem sich der erste Schock über das Brexit-Votum gesetzt hatte, ein umfängliches Informationsprogramm für das Volk initiiert und dann das Referendum wiederholt. Die Leute scheien ja überhaupt keine Ahnung gehabt zu haben. Wenn sie dann immer noch für den Brexit sind, dann ist ihnen eben nicht zu raten. Die zweitverantwortungsbewussteste Option von Frau May wäre jetzt, den Rücktritt einzureichen und den Weg für einen Nachfolger freizumachen, der vielleicht nicht ganz so wahnhaft Brexit-fixiert ist.

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Luscinia007 09.06.2017, 10:55
78.

Zitat von hartmannulrich
Nach Wählerstimmen haben die Tories deutlich zugelegt und ein Ergebnis erzielt (42,4%), das bei früheren Wahlen für eine satte Mehrheit gereicht hätte. Daß es anders gekommen ist, liegt an der Stärke von Labour (40,1%). Wenn ich ein Tory wäre, würde ich allerdings auf den Rücktritt Mays dringen, denn sie ist höchstpersönlich für das Schlamassel verantwortlich.
Man ist eben nur so gut, wie der Gegner es zulässt. Und wenn man die Prognosen betrachtet, wegen der May einen Urnengang angesetzt hat, welche überwältigenden Erfolg sie vor 2 Monaten noch hätte erwarten könen, dann ist das so, als ob Bayern München das Elfmeterschießen n,V. gegen eine Drittliga-Mannschaft verloren hätte.
Im Übrigen: die Tories haben zwar 5 Prozentpunkte gewonnen, aber UKIP hat 10 Prozent verloren: Macht in Sachen Wählerwanderung ein Minus von 5 Prozent, denn es ist wohl kaum anzunehmen, dass die Hardcore-Brexiteers der UKIP der Brexit-means-Brexit-May die Unterstützung versagt haben und sich einen Besseren besonnen haben ;-)
Und: das britische Wahlsystem inst nunmal kein proportionales System, sondern ein The Winner Takes it all-System. Und die Tories haben nun mal ihre absolute Mehrheit, die sie dazu noch deutlich ausbauen wollten, verloren. Wahlziel krachend verfehlt. Das ist der Super-Gau, an dem es nichts schönzureden gibt.

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mhwse 09.06.2017, 10:58
79. Gestartet?

Zitat von latrodectus67
UKIP war eine Partei mit genau einem Thema, Austritt aus der EU für GB. Da dieser im März 2018 durch Artikel 50 von May gestartet wurde gibt es kein Thema für UKIP mehr. Was vielleicht, ich bezweifle es, einigen Leuten die Augen öffnet, dass UKIP eben nicht die britische Version der AfD war. Bezeichnenderweise hatte UKIP auch in GB innenpolitisch fast keine Bedeutung, sehr viel aber bei EU Wahlen in GB.
2018? Wir schreiben immer noch das Jahr 2017 a.d. (ist leider so - hätte es auch lieber ohne Religion, das nur nebenbei).

Also bisher gab es nur 2 Abstimmungen das Schreiben zu erstellen.
Also, dass die Regierung es erstellen soll.

Dazu wurde jetzt zunächst neu gewählt, um eine Legislatur-Periode Zeit zu haben, das ganze per (vieler - es war die Rede von 20000) Gesetzen umsetzen zu können und nicht etwa mittendrin einen Wahlkampf führen zu müssen - das hatte ich vor ca. 12 Monaten schon mal angedeutet.

Jetzt ging die Sache in die Binsen.

Zwar haben alle im Wahlkampf zugestimmt der BREIXT sei OK.

Aber wie wird jetzt bei den Gesetzen abgestimmt?

20000x wochenlange Verhandlung vor jeder Abstimmung?

Da sind 2 Jahre doch etwas kurz.
Dann steht man in 2 Jahren mit leeren Händen da.

in der Haut der Partei, die jetzt das Schreiben nach Brüssel schickt, will keiner stecken - es wird also vermutlich unterschrieben, aber nie in die Mailbox geworfen.. schlicht weil sich keiner traut.

Selbst wenn, wird man so in 24 Monaten um Wirtschaftshilfe bitten müssen - wen könnte man dann wohl fragen?

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