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May nach Unterhauswahl: Die eiernde Lady
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Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat hoch gepokert - und fast alles verloren. Nach einer denkwürdigen Nacht ist das Land politisch gelähmt. Und es ist völlig unklar, wie es weitergeht.

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charlybird 09.06.2017, 11:07
80. Die Briten sollten eigentlich froh sein,

dass dieser ''Thatcher 2.0 Ausgabe'' die Flügel gestutzt wurden. Thatcher hat ja schon viel Unrecht angerichtet, aber diese Dame wollte auch noch ganz offiziell an die Menschenrechte.
Aber letztlich, wie einige Kommentatoren ja auch erkennen, bleiben die Konservativen führend, wenn auch nicht mehr als Partei. Große Veränderungen stehen also nicht wohl nicht an.
Muss also doch noch mehr als 30 Prozent Millionäre, die wählen gehen, im Königreich geben, na dann brauchen sie ja auch keine Angst vor einem Brexit zu haben.

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fördeanwohner 09.06.2017, 11:10
81. -

Was mich wieder einmal wundert, ist die recht niedrige Wahlbeteiligung von 68,74%. Man sollte doch annehmen, dass die gestiegen wäre, da es ja viele Gesichtspunkte gibt, die alle Briten betreffen. Innere Sicherheit, das Gesundheitswesen, die Brexit-Verhandlungen ... Fast einem Drittel der britischen Wahlberechtigten geht also alles am Popo vorbei, oder wie soll man das deuten?

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chardon 09.06.2017, 11:14
82. @#73 biobayer

Zitat von biobayer
Premierministerin May hat doch soeben eine Wahl gewonnen - mit einem deutlichen Vorsprung von 56 Abgeordneten gegenüber Corbyn.
Hat sie. Aber sie wollte ein ueberragende Mehrheit, d.h. das gesamte Volk hinter sich. Eine starke Premier Ministerin, um der EU einen harten Brexit aufzwaengen zu koennen. Sie hat nun nicht das gesamte Volk hinter sich. Die Verhandlungen werden sehr viel schwieriger sein, Zugestaendnisse von Seiten GB werden gemacht werden muessen. Erneutes Referendum in absehbarer Zeit?

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leberecht27 09.06.2017, 11:16
83. Wahlverlierer?

Nach letzten Informationen haben die Konservativen 5% der Stimmen und 3 Sitze im Unterhaus hinzugewonnen.
Da von einer krachenden Wahlniederlage zu reden, schaffen auch nur die staatstreuen deutschen Medien. Verlierer sind die Brexit -Gegner, wie Liberale und schottische Nationallisten. Die Verfechter der Befreiung von der europäischen (deutschen) Wirtschaftsdiktatur sind noch einmal nachdrücklich bestätigt worden. Bleibt die Hoffnung, dass auch die Franzosen sich von den Wahl-Ergebnissen auf der Insel inspirieren lassen und dem Zögling des Kapitals, Macron, die rote Karte zeigen.

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schwaebischehausfrau 09.06.2017, 11:18
84. @tmhamacher1: Gestoppt?

Zitat von tmhamacher1
Die Briten können froh sein, dass diese Verrückte gerade noch rechtzeitig gestoppt wurde und das sie nicht das Mandat bekommen hat, um das zukünftige Klein-Britannien in die Katastrophe zu führen. Selbst dieses merkwürdige Wahlrecht konnte nicht verhindern, dass die Vernunft sich langsam wieder behauptet!
Was ist "gestoppt"? So wie's aussieht, haben die Tories ein paar Sitze verloren, sind aber immer noch mit großem Abstand die stärkste Partei und werden mit einem kleinen Partner als Minderheits-Regierung weiter regieren. Ob mit May oder einem anderen Premier -
das wird nichts daran ändern, dass der Brexit durchgezogen wird. Wer das als "in die Katastrophe führen" bezeichnet, lebt durch zu einseitigem Konsum unserer sog. öffentl.-rechtlichen TV-Sendeanstalten in einem Zustand, den man gemeinhin Filterblase nennt.
P.S.: Wer soll sonst regieren in UK? Labour hat sich gegenüber den Tiefstständen in den Meinungs-Umfragen vor ein paar Monaten wieder ein wenig erholt, aber letzten Endes den europaweiten, seit Jahren anhaltenden Niedergang der Linken nur erneut bestätigt. Wenn die sich jetzt anbieten, eine Regierung in London zu bilden, fragt man sich nur, was bei Labour geraucht wird.g

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der-junge-scharwenka 09.06.2017, 11:20
85. aufgewacht

Zitat von lesheinen
So doof ist das Volk nicht, als dass es sich mit Plakaten, Fensterreden oder sonstigen Wahlkampfhandlungen manipulieren lässt.
Na ja, bei der Entscheidung über den Brexit hat das noch ziemlich gut geklappt: Da haben Johnson, Farage und Konsorten die britische (Land-) Bevölkerung noch mit einer Leichtigkeit für dumm verkaufen können, über die sie am Ende des Tages selbst überrascht und vielleicht sogar entsetzt waren. Ich denke, die Briten sind nach dem Brexit-Fiasko, das viele inzwischen als ein solches erkannt haben, ganz einfach aufgewacht. Wir sollten hoffen, dass es für einen vernünftigen Ausgang der Geschichte nicht zu spät ist. Für Schadenfreude, die hier immer wieder mal durchscheint, ist jedenfalls kein Raum. Dafür ist die Sache für die Insel, aber auch für den Kontinent zu wichtig.

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reflexxion 09.06.2017, 11:20
86. sorry falsch gedeutet!

Zitat von paraibu
Erst das Votum für den Brexit. Dann, als es darum geht, die Regierung für die Brexit-Verhandlungen mit einem starken Mandat auszustatten, die Degradierung der Konservativen zu einer schwachen Minderheitsregierung - im britischen Mehrheitswahrechtssystem mit seinen normalerweise systembedingt klaren Ergebnissen ein echtes Kunststück. So kann man sich als Bevölkerung selbst ins Aus manöverieren.
Das Votum für den Brexit lag auf Grund von gezielter Lügen durch die Konservativen bei gerade mal 53%. Mal abgesehen dabven das dann 47% dagegen waren, solche Entscheidungen brauchen doch aus Gründen der Vernunft eine 2/3 Mehrheit, damit sie breit abgesichert sind. Unser Grundgesetz kann man auch nicht mit einfacher Mehrheit verändern weil es zu wichtig ist.

Speziell Boris Johnson hatte vor der Brexit Abstimmung gelogen das sich die Balken biegen.

Nun hat das Volk trotz weiterer massiver "fake news" durch May massiv gegen sie gewählt, das reicht zwar so nicht für eine alternative Mehrheit, ein Mandat zum harten Brexit ist das aber auf keinen Fall.
Die immer mehr vermerkelnde May ist gestern voll auf die Fresse gefallen und das ist auich gut so. Möge es dem Vorbild auch passieren.

Die Bevölkerung hat gewählt, das ist das einzig wahre an ihrem Beitrag. Im "Aus" ist sie nicht, das ist nun mal der Haken an der Demokratie - nicht der Ministerpräsident wählt für das Land - sondern umgekehrt. Wer das nicht will der sollte den Erdogan machen. Ich habe jetzt hier in Berlin schon einige Familien die nach Jahrzehnten in Deutschland wieder in die Türkei gezogen sind - weil bei Erdogan die Verhältnisse so schön klar sind haben sie gesagt.

Nach dem früher üblichen Ehrencodex in UK müsste May kapitulieren und sich aus der Politik zurückziehen. Ob ausgerechnet die das nun tun wird ist fraglich. Sie ist wie ein Rabe im Tower, dem man einen Flügel gestutzt hat, damit er nicht wegfliegen kann - nichts Halbes und nichts Ganzes

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moistvonlipwik 09.06.2017, 11:23
87.

Das einzige, was wir jetzt sicher wissen, ist die Tatsache, dass sie vorher eine Mehrheit hatte und jetzt nicht mehr. Das dürften die Tories, die (wie alle konservativen Parteien) gegenüber derlei nicht sehr tolerant sind, ihr wohl nicht verzeihen. Wir müssen also davon ausgehen, dass sie demnächst vielleicht im House of Lords, jedenfalls nicht mehr in 10, Downing Street, sitzt.
Alles andere liegt im Dunkeln. Es ist derzeit nicht ersichtlich, ob eine Koalition (mit wem überhaupt?) gebildet werden kann. Vielleicht kommt es daher zu Neuwahlen. Das muss man abwarten.

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tyfooniii 09.06.2017, 11:24
88. Jetzt bloß kein Mitleid!

Mögen die Britten doch untergehen. Und ich sage bewusst nicht Großbritanien. Das sind sie schon lange nicht mehr. Diese Premierministerin und Donald Trump sind heilsam für den Rest von Europa endlich sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und dem Volk zu zeigen was passiert wenn Lügner und Populisten an die Macht kommen. Spätestens wenn der letzte Brite merkt das er sich seinen Billigurlaub in Spanien nicht mehr leisten kann wird er endlich erkennen das er nicht über den Rest von Europa steht.

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HAJ 09.06.2017, 11:24
89. Politik made by spindoctors, paid for by billionaires

Die britische Politik folgt der US-Politik darin, von Profi-Politikmachern, von von Milliardären kontrollierten Medien und raffinierten Werbefirmen mit Big-Data Methoden für Papp-Kameraden-Kandidaten gemacht zu werden. Das Problem ist, dass die politischen Strategien dahinter immer fadenscheiniger werden. So billigen Politramsch wollen nicht alle Wähler kaufen. Keine der britischen Parteien hat sich die Mühe gemacht, inhaltlich realistische, sinnvolle und konsistente Strategien zu entwickeln und zu präsentieren. Die Frage ist, ob das britische politische System wieder eine stabile Grundlage finden kann. Auf alle Fälle nimmt das internationale Gewicht des Vereinigten Königreichs weiter ab. (Der Film - The Candidate, 1972 - illustrierte schon, wie dieses System zufällige Wahlergebnisse und am Ende Ratlosigkeit produziert.)

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