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Mays Auftritt beim EU-Gipfel: Nice try
REUTERS

Theresa May versucht, in den Brexit-Verhandlungen die Stimmung zu verbessern - bietet aber nichts Neues an. Auf dem Gipfel in Brüssel zeigt sich: Die EU bleibt hart.

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MisterD 20.10.2017, 19:39
1. Man kann nur hoffen...

dass die junge Generation ab 2019 schnell begreift, wohin die ältere Generation sie hinein manövriert hat... und dass die junge Generation dann darauf drängt, der EU schnellstmöglich wieder beizutreten. Dann allerdings ohne Rosinenpickerei, sondern als normales Vollmitglied... ansonsten sehe ich schwarz für die Zukunft des UK. Wirtschaftlich hat ein 60 Millionen-Volk in einer globalisierten Welt schon längst nichts mehr zu lachen...

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BurpyUk 20.10.2017, 19:53
2. Very british...

diese Art der Verhandlungsführung. Das haben wir über Jahrhunderte in Oxford / Cambridge studiert und im Commonwealth erfolgreich umgesetzt. Mal abwarten, wann die Continentals in Bruxelles mit ihren unterbelichteten EU-Eliten weich geklopft sind und klein beigeben. God Save the Queen.

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capote 20.10.2017, 19:57
3. Ziele

Der EU ist das Wichtigste, dass es keine Nachahmer gibt, die dann auch austreten wollen. Dafür ist die EU bereit jeden Preis zu bezahlen.

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hansulrich47 20.10.2017, 20:00
4. Na ja,

Briten sehen pokern offenbar als normal an, siehe EasyJet bei der Übernahme von Teilen der Air Berlin. Wenn sie der Meinung sind, das lohnt sich: Bitte, gern. Thatcher hat Kanzel Kohl ja auch 1 Milliarde Rabatt rausgeleiert. Aber das war ja auch nur unser Geld, nicht seines. Da sind unsere Politiker immer großzügig. Ich hoffe nur die EU wird nicht nervös, wieso auch? Hart bleiben lohnt sich für die EU. Die Briten können nur verlieren, denn die Zeiten des rule Britannia sind vorbei, auch wenn Johnson u.a. das noch nicht kapiert haben.

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schwaebischehausfrau 20.10.2017, 20:02
5. Tja, GB bleibt aber genauso hart....

..und deshalb wird dieses Chicken Race (wer zuerst bremst/nachgibt, der verliert) wohl sowohl für GB als auch für die EU am Ende mit einem "harten Brexit" ändern. Also kein Freihandel, weder für die Briten in die Rest-EU noch für die Rest-EU nach GB. Eine Fortführung der Personenfreizügigkeit stand für die Briten eh nicht zur Debatte, denn dann könnten sie gleich in der EU bleiben. Für viele der über 2,1 Mio. EU-Bürger, die bisher noch aufgrund EU-Freizügigkeit in GB leben (das sind deutlich mehr als umgekehrt Briten in der EU leben) , wird bei einem harten Brexit (mit beidseitigen "Vergeltungsmaßnahmen") besonders bei einem Konjunktur-Einbruch mit hoher Arbeislosigkeit der Aufenthalt in GB aber sicher schneller zu Ende sein als gedacht. Besonders für Polen, die mit über 750.000 polnischen Bürgern die größte EU-Ausländer-Fraktion in GB stellen, wäre das äusserst unerquicklich, wenn nicht nur die Überweisungen dieser Menschen aus GB in die Heimat ausbleiben würden, sondern ein paar hunderttausend Polen ohne Job in GB plötzlich die polnischen Sozialkassen belasten würden. Im Gegensatz dazu belasten die britischen Banker in Frankfurt und die britischen Rentner in Spanien und auf den Balearen die Sozialsysteme ihrer Gastländer wohl kaum - im Gegenteil. Ob die Briten dann überhaupt noch einen Cent zahlen werden für den Zeitraum ab März 2019, ab dem sie dann nicht mehr EU-Mitglied sind, ist wohl eher zweifelhaft bei einer eher blutigen Scheidung. Wird für beide Seiten große Schäden für Wirtschaft und Konjunktur zur Folge haben. Mittel- und langfristig wird sich der EU-Austritt aber für GB klar auszahlen. Wie schon die weise Entscheidung, sich aus dem Euro rauszuhalten und somit Euro-Rettungspakete und Schuldenvergemeinschaftung den Deutschen zu überlassen.

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collapsar 20.10.2017, 20:06
6. Übersetzungsversuch

EU-Diplomat:
Wir sind nicht zuversichtlich, wir sind hoffnungsvoll.

Deutsch:
Wir haben nicht den geringsten Zweifel, daß May die Verhandlungen gegen die Wand fahren wird. Nachdem ihre Parteifreunde sie gestürzt und die Dilettantentruppe der Brexiteers mit Schimpf und Schande in den innerparteilichen Untergrund gejagt haben, also etwa ab Weihnachten, erwarten wir im partnerschaftlichen Umgang mit unseren neuen realistischen Kontakten den zügigen Abschluß der Gespräche in Form von Regelungen zu unseren Bedingungen.

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taglöhner 20.10.2017, 20:13
7.

Zitat von capote
Der EU ist das Wichtigste, dass es keine Nachahmer gibt, die dann auch austreten wollen. Dafür ist die EU bereit jeden Preis zu bezahlen.
Welchen Preis denn?
Und wieso sollte es Nachahmer geben, wenn jemand aus dem Fenster springt?

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seamus.q.draide 20.10.2017, 20:15
8. Very British?

Zitat von BurpyUk
diese Art der Verhandlungsführung. Das haben wir über Jahrhunderte in Oxford / Cambridge studiert und im Commonwealth erfolgreich umgesetzt. Mal abwarten, wann die Continentals in Bruxelles mit ihren unterbelichteten EU-Eliten weich geklopft sind und klein beigeben. God Save the Queen.
Maybe.
Aber wie sieht das Szenario für GB aus, wenn Brüssel sich nicht weichklopfen läßt?

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spmc-12355639674612 20.10.2017, 20:33
9. God save the Queen

Zitat von BurpyUk
diese Art der Verhandlungsführung. Das haben wir über Jahrhunderte in Oxford / Cambridge studiert und im Commonwealth erfolgreich umgesetzt. Mal abwarten, wann die Continentals in Bruxelles mit ihren unterbelichteten EU-Eliten weich geklopft sind und klein beigeben. God Save the Queen.
Um die Queen wird Gott sich schon kümmern, so, wie er das immer getan hat. Sie und ihr Gemahl sind sowieso größtenteils deutscher Abstammung - so weit zum "very British". Aber die "unterbelichteten EU-Eliten" brauchen gar nicht zu verhandeln. Sie können sich aufs Zurücklehnen, Zuhören, nett Lächeln und Kommentieren beschränken. Die gegenwärtige Taktik des Zappelnlassen ist nämlich super: Je näher der harte Brexit rückt, desto nervöser werden alle Firmen, die noch keinen ausreichend großen Sitz auf dem Festland haben. Die Immobilienpreise in Frankfurt wird's freuen - der Zeitraum, an dem dort auch das letzte Kellerloch vermietet wird, rückt näher. Wenn dann endlich irgendwelche "Durchbrüche" erzielt werden, wird schon so viel britisches Porzellan zerschlagen sein, dass die nächste Generation von Oxford- und Cambridge-Absolventen ihr ganzes Leben lang mit dem Aufräumen beschäftigt sein werden - falls sie nicht in die USA auswandern.

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