Forum: Politik
Mays Brexit-Abstimmung: Abgeschmettert
AFP

Schlimmer hätte es für sie kaum kommen können: Das britische Parlament bereitet Theresa May und ihrem Brexit-Deal eine historische Niederlage. Muss sie jetzt gehen?

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trpaul65 16.01.2019, 16:36
170. Naja, niemand ist Fan der EU ...

Zitat von almeo
Das will ich ja auch gar nicht abstreiten. Es geht mir nur darum, dass die Kampagne der Brexiteers durchaus auf recht fruchtbaren Boden gefallen ist. Die Briten die ich kenne, waren zumindest nicht wirklich Pro-EU, es war eigentlich immer eher eine Zweckehe, Mittel um auf dem Kontintent Handel zu treiben. Meine Bekannten in Großbritannien - nicht mal die, die mit Remain gestimmt haben - sind wirkliche "Fans" der EU. Liegt vielleicht an der Insellage. Hier fahren Jugendliche auf Abschlussfahrt nach Prag, zum Zelten nach Spanien oder mit dem alten Camper der Eltern im Sommer durch Frankreich, machen günstig in Kroatien Party, das hilft eventuell, das hier auf den Festland "fassbare" Vorteile wie die Reisefreiheit und die gemeinsame Währung mehr im Gedächtnis sind? Vielleicht ist es daher richtig, dass Großbritannien für ein bis zwei Jahre aus der EU Austritt. Die daraus resultierenden Nachteile könnten dann vielleicht dafür Sorgen, dass die Briten die Vorteile der EU direkt vor Augen geführt bekommen und die EU nicht nur als notwendiges Übel betrachten, was dafür sorgt, dass am Anfang des Monats Geld auf das Konto kommt.
... also der Idee schon, aber der Ausführung?
Kenne auch praktisch keinen Deutschen der die EU richtig gut findet.
Kann man auch nicht richtig gut finden, ist nämlich nicht wirklich gut.
Ist wie so oft, ist halt so gut wie wir.
Und wir sind nicht so toll.
Aber und da liegt der Unterschied, man kann wissen das etwas nötig ist, wissen das man es nicht hinkriegen wird perfekt ...und es trotzdem machen, weil NIX machen ist auch keinen Lösung.
Und wenn man was erreichen will ist man meistens alleine recht schnell am Ende seiner Kapazitäten.
Also muss man es mit Anderen zusammen tun.
Tja, da könnt ich jetzt einen Roman drüber schreiben.
Aber brauch ich nicht, was das heißt kann jeder jeden Tag in seinem eigenen Leben nachvollziehen.
Muss ich mehr sagen?
Also, man kann etwas wollen UND akzeptieren das es nicht perfekt sein wird, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die beste denkbare Lösung. Und dann versuchen es schrittweise zu verbessern
Dazu gehört Dialog und Wille .... und auch wenns keiner glauben will .... Liebe. Ohne Liebe geht nix. Nirgends. Nichtmal in Banken.
Und Liebe verzichtet ... Vernunft auch und wahre Intelligenz erst Recht.
Weil alleine ist scheiße.
Die Natur mag alleine nicht. Gar nicht.
Denkt mal drüber nach.

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Illoinen 16.01.2019, 17:36
171. Die Edelfedern vom Spiegel stempeln mal eben Corbyn zum Geisterfahrer

Die Opposition in Großbritannien wird angeführt von Jeremy Corbyn, einem Linken, der vom Spiegel-Mann mal eben zum Geisterfahrer abgestempelt wird, weil er nicht die nötigen Stimmen für eine Mehrheit organisiert. Eine seltsame Vorstellung von Demokratie ist das, die sich der Journalist da zurechtgebastelt hat.
Sie wird offenbar von der irrigen Annahme einer staatspolitischen Verantwortung getragen, die eine SPD hierzulande in drei Große Koalitionen unter Merkel und damit an den Rand der Bedeutungslosigkeit geführt hat. Was Leute wie Michael Sauga vom Spiegel, aber auch Stefan Kornelius von der Süddeutschen Zeitung offenbar nie kapieren werden, ist die Tatsache, dass Parlamente eben nicht die Abnickerbuden der Regierungen sind und die Opposition eben nicht der Mehrheitsbeschaffer in der Not, um einen Karren aus dem Dreck zu holen, den andere da hineingesteuert haben.
Jeremy Corbyn bezeichnet man nun als Geisterfahrer, weil er die Chance wahrnehmen möchte, eine fürchterliche Regierung endlich abzulösen, die den ganzen Schlamassel zu verantworten hat. So herablassend können nur deutsche Edel-Journalisten urteilen, die seit Jahren darin versagen, eine ähnlich katastrophale Regierungsbilanz hierzulande der Gott-Kanzlerin in Rechnung zu stellen. Die darf den Rekord des Dicken in aller Seelenruhe auch noch einstellen, während die deutsche Hauptstadtpresse sich lieber darüber den Kopf zerbricht, welche Rolle Friedrich Merz künftig unter oder neben der neuen CDU-Chefin einnehmen wird. Quelle Nachdenksetien

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toninotorino 16.01.2019, 19:01
172. @almeo

Zitat von almeo
Das will ich ja auch gar nicht abstreiten. Es geht mir nur darum, dass die Kampagne der Brexiteers durchaus auf recht fruchtbaren Boden gefallen ist. Die Briten die ich kenne, waren zumindest nicht wirklich Pro-EU, es war eigentlich immer eher eine Zweckehe, Mittel um auf dem Kontintent Handel zu treiben. Meine Bekannten in Großbritannien - nicht mal die, die mit Remain gestimmt haben - sind wirkliche "Fans" der EU. Liegt vielleicht an der Insellage. Hier fahren Jugendliche auf Abschlussfahrt nach Prag, zum Zelten nach Spanien oder mit dem alten Camper der Eltern im Sommer durch Frankreich, machen günstig in Kroatien Party, das hilft eventuell, das hier auf den Festland "fassbare" Vorteile wie die Reisefreiheit und die gemeinsame Währung mehr im Gedächtnis sind? Vielleicht ist es daher richtig, dass Großbritannien für ein bis zwei Jahre aus der EU Austritt. Die daraus resultierenden Nachteile könnten dann vielleicht dafür Sorgen, dass die Briten die Vorteile der EU direkt vor Augen geführt bekommen und die EU nicht nur als notwendiges Übel betrachten, was dafür sorgt, dass am Anfang des Monats Geld auf das Konto kommt.
Almeo, ich kritisiere Sie ja auch gar nicht. Stimmt ja auch einiges, was Sie schreiben. Ein paar Vorteile, die junge Leute nutzten haben Sie ja schon genannt. Wenn GB erstmal aus der EU raus ist, wird es meiner Meinung nach länger als 2 Jahre dauern, ansonsten wäre es ein teurer Spass. Mir fällt leider keine andere Umschreibung ein. Aber ganz ehrlich: So, wie die Brexit-Kampagne gelaufen ist, mit dieses fadenscheinigen Versprechungen von Ferrage, Johnson & Co.und dieser Dilletantismus (noch nett ausgedrückt) von David Cameron und dann die Zeit danach bis heute, das ist doch unfassbar. Da wird ja eine ganze Bevölkerung verrückt gemacht. Und nebenbei gesagt, der Corbyn, dieser Meister der guten Laune, der will doch auch nur sein eigenes Süppchen kochen, scharf auf den PM-Posten. Ist doch selbst kein überzeugender Europärer. Ich empfinde es als ein Versagen der politischen Elite. Das sollte den Leuten Sorgen bereiten. Ich sehe niemanden weit und breit, der oder die im Sinne von Vernunft und Verantwortung handelt. Es ist ein Referendum durchgeführt worden, welches schon in der Art und Weise, wie es durchgezogen wurde äußerst bizarr gewesen ist. Mit dreisten Lügen, Scharlatanerie und dem bewussten Schüren von Stimmungen. Wider erwarten setzten sich die Brexiteers knapp durch. In einem Referendum zu einer der wichtigsten Fragen überhaupt, dessen Tragweite, behaupte ich, nur wenigen klar war. Das ist nicht mal so kurz Ex oder Hopp. Und nun sind Leute wie May und sonstige damit beschäftigt, gegen ihre inneren Überzeugungen, dieses Ergebnis eines fragwürdigen Referendums umzusetzen, nachdem sich die Hauptprotagonisten der Kampagne vom Acker gemacht haben? Das ist crazy! Ich nenne es Verarsche. Da wird eine ganze Bevölkerung von einer Elite am Nasenring durch die Manege getrieben. Und diese Elite wird nicht verlieren. Es ist traurig, das mitansehen zu müssen. Ich war auch ein paar Mal in GB. Ich wünschte, es wäre den Leuten dort erspart geblieben. Es geht um Verantwortung. und daran mangelt es zu vielen.

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