Forum: Politik
Mays Brexit-Pläne: Ich will, ich will, ich will
REUTERS

Theresa May wollte nett und hart sein zu den europäischen Freunden. Doch ihre Brexit-Rede zeigt vor allem eins: Die britische Premierministerin ist realitätsblind.

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haresu 17.01.2017, 21:47
60. Schöne Überschrift

Tatsächlich erinnert manches mehr an eine Heirat als an eine Scheidung. Vor allem die Illusionen.

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Listkaefer 17.01.2017, 21:49
61. Was heißt hier, ...

... Bestrafung der Briten! Sie wollen nicht das Schweizer Modell, auch nicht das der Norweger - damit haben sie sich feiwillig für das Modell der Türken entschieden.

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53er 17.01.2017, 21:49
62. Was bitte

macht einige von uns Deutsche nur so überheblich, zu glauben, dass nur wir Deutschen den richtigen Weg kennen?

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der-junge-scharwenka 17.01.2017, 21:50
63. Realpolitik

Seien wir bitte realistisch: Niemand von den politisch Verantwortlichen in London und in Brüssel will den Brexit. Cameron wollte ihn erklärtermaßen nicht; er hat ihn lediglich als Wahlkampfmittel eingesetzt und sich furchtbar verzockt. Johnson war der Brexit in der Sache völlig egal; für ihn war es nur ein Spiel um des Spiels willen. Und Theresa May war bis zum Sommer letzten Jahres noch eine glühende Remain-Anhängerin. Bei aller Vehemenz ihrer öffentlichen Bekundungen: Wie wahrscheinlich ist es, dass sich ihre persönliche Grundüberzeugung seitdem ernsthaft geändert hätte? Eben. Und auch Brüssel will, das können wir ruhig glauben, UK nicht loswerden. Die politisch Verantwortlichen in beiden Lagern wissen sehr genau, dass bei einem Ausstieg keine Seite gewinnt.

Was wir haben, ist ein Votum der Bevölkerung, das - wie auch immer es zustande gekommen sein mag - dieser Erkenntnis diametral entgegensteht. Damit muss nun umgegangen werden, sprich: Es muss erst einmal verwaltet werden. Das genau passiert gerade in London und in Brüssel. Das, was Frau May bislang abgeliefert hat, ist das Gegenteil von dem, was man einen stringenten Fahrplan nennt. Sie schafft ihrem Land immer neue Exit-Strategien - heute nun die Forderung, das Parlament möge über den künftigen Deal abstimmen -, die geeignet sind, die Sache doch noch zu Fall zu bringen. Warum macht sie das? Nur äußerst schlichte Geister können ernsthaft glauben, das läge daran, dass sie zu doof sei, die Sache ordentlich abzuwickeln (auch das liest man ja zuweilen in Foren...). All das, was jetzt aus London kommt, hat ein Ziel: KEINE festen Resultate, KEINE verbindlichen Aussagen. Oder umgekehrt: Zeit schinden, so lange es irgendwie geht. Jemand, der unbedingt ein Ziel erreichen will, verhält sich anders.

Letzten Endes werden UK und die EU zusammenkommen, weil beide es wollen. Die Zeitschiene, die Frau May spielt, dient dazu, den Druck zu nehmen und Lösungen zu entwickeln. Wo ein politischer Wille ist, wird sich eine Lösung finden. Dem steht auch Art. 50 EUV nicht entgegen. Man wird eine Möglichkeit finden, den angeblichen Automatismus zu beenden, sei es durch juristische Auslegung der Vorschrift, sei es dadurch, dass man sie ändert. Ja, das bedarf der Einstimmigkeit. Aber nochmal: Wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg. Denn allen Voten der Bevölkerung zum Trotz: Keiner in den politischen Etagen will den Brexit. Weil er allen schadet. Das ist Realpolitik.

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kontra-aus-Wien 17.01.2017, 21:51
64. Souveränität kann sehr bitter sein

Ein Freihandelsvertrag mit der EU soll also her! Gleichzeitig wird in halb Europa gegen CETA demonstriert. Und May glaubt, dass 27 Parlamente und (belgische Regionalparlamente) alle ohne Ausnahme irgendeinem Deal zustimmen werden?
Also selbst wenn Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, etc., die Kommission das EU-Parlament dafür sind, irgendwer bringt das Ding sicher zu Fall. Freihandelsverträge werden in der EU keine mehr finalisiert.

forget it!

Und Trump? Wenn ihr die "City" nach New York verlegt, ok, denn der Deal muss den USA schon was bringen! Good Luck!

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wallot10 17.01.2017, 21:51
65.

Genauso wie der zweite Weltkrieg für Deutschland zum Trauma wurde, wird der Brexit für die Briten zum Trauma. Bei Deutschland hat er zum Motto "Nie wieder Krieg" geführt. Bei GB wird er zum Motto "Nie wieder weg von der EU" führen. Die EU ist für GB der wichtigste Absatzmarkt. Dazu kommt der Brexit für die Briten kommt einfach zum falschen Zeitpunkt (sofern es überhaupt einen guten Zeitpunkt gibt). Vor ein paar Jahren war die EU durch Griechenland noch extrem geschwächt und hätte womöglich noch Zugeständnisse gemacht. Weiterhin leben wir in einer protektionistischen Zeit. Viele Länder wollen die (Waren)Grenzen hochziehen. Da Handelsabkommen abzuschließen, das müssen die Briten erst einmal schaffen. Dazu macht die chinesische Wirtschaft Probleme. Auch die anderen Schwellenländer (Brasilien, Russland,......) konnten die Erwartungen nicht erfüllen, die man noch vor ein paar Jahren hatte. Auf diese Absatzmärkte können die Briten auch nicht mehr setzen.

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mats73 17.01.2017, 21:51
66. Lassen Sie mich raten

Zitat von parrotadvice4u
für die Deutschen, die hier OHNE wirklichen Fakten aus GB, mit Cherry picking Artikeln "versorgt" werden. Meine eigene Mutter sendet mir Artikel aus Deutschland, mit großer Sorge um meine Person, weil laut deutschen Medien ja nun alles so schrecklich hier in GB für EU Bürger sei. Ich kenne kein offeneres Land und toleranteres Land als GB und je mehr ich hier lese, desto britischer werde ich als Deutscher hier lebend.
Sie wohnen im Großraum London und haben einen eher qualifizierteren Job.
Versuchen Sie es mal mit polnischem Akzent in der Provinz...

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ansv 17.01.2017, 21:53
67.

Die Briten haben abgestimmt und entschieden - Frau May macht also einfach nur ihren Job. Und ob es den verbleibenden Ländern gefällt oder nicht, sie haben einfach keine Argumente. Ungarn hat gezeigt, wenn es Herausforderungen wie eine Flüchtlingswelle zu meistern gilt, kann man auf andere nicht zählen und auch sonst gelten nur die eigenen Wirtschaftsinteressen.

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quoveritas? 17.01.2017, 21:54
68. Wenn May realitätsfremd ist , ist Merkel schon lange im BUnker

Brexit heisst Wiederstand . Brexit heißt Stop an die Übermacht von Merkel und Berlin . Berlin will aus 27 % der Wirtschaftskraft eine 100% POlitische Macht , das geht nicht . Wann werden die Deutsche Medien und die Merkel das verstehen ? EU soll nicht in Großdeutschland umgenannt werden , und Brüssel nicht Berlin . Das Umdenken sollte in den Deutsche Medien geschehen und zwar sehr bald , bevor die Eu in EU-Exit umgenannt wird .

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nilux 17.01.2017, 21:54
69. Abwarten

Ich kann dem Artikel nicht ganz zustimmen und zwar aus zwei Gründen: Zum einen hat Theresa May innenpolitisch nahezu freie Hand. Eine Volksabstimmung (egal wie dumm das Ergebnis auch ist) verschafft ihr nach innen einen nahezu unbegrenzten Spielraum. Die Briten wollten es so und sie werden es so bekommen, egal wie schmerzhaft das Ganze für die Bürger verläuft. Zum Anderen hat sie mit Trump inzwischen einen Mitspieler der alles daran setzen wird, dass die Entscheidung der Briten zum Erfolgsmodell wird. Wir werden letztlich also nicht nur mit den Briten, sondern auch mit den Amerikanern verhandeln. Die Reihen der verbleibenden EU-Mitglieder sind weder geschlossen, noch ist die EU stark genug oder überhaupt legitimiert, um als starker Verhandlungspartner zu fungieren.

Ich ahne nichts Gutes, insbesondere für Deutschland. Schon jetzt scheinen alle zu erwarten, dass Deutschland die fehlenden Einzahlungen aus London übernimmt.

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