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Mazedoniens Premier zu Namensstreit: "Ein Scheitern ist undenkbar"
Government of the Republic of Macedonia

Mazedoniens neuer Premierminister Zaev will den Jahrzehnte alten Namensstreit seines Landes mit Griechenland endlich beilegen. Die Regierung sei bereit, vielen Forderungen nachzukommen - mit einer Ausnahme.

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Alkor 27.02.2018, 13:37
30.

Zitat von yogtze
Ich hoffe, Sie merken es selber, es steht im 1. ZUSATZ. Nun raten Sie mal, auf wessen Druck dieser Zusatz überhaupt eingefügt wurde? Weiter vorne in der Verfassung steht (bis heute), dass die Grenzen nach Volksabstimmungen geändert werden können, dies ist bezogen auf slawische Bewohner Nordgriechenlands. Und wenn Sie sich Karten von Mazedonien ansehen, die sogar der Präsident bei sich im Büro hängen hat, werden Sie sehen, dass nach deren Weltbild ihr Land bis nach Saloniki reicht.
Wo genau es steht und warum es dort steht ändert nichts an der Gültigkeit und ist somit egal.

Weiter vorne in der Verfassung heißt es über die Grenzen und das Territorium der Republik Mazedonien (auf Englisch):
"Article 3
The territory of the Republic of Macedonia is indivisible and inalienable. The existing borders od the Republic of Macedonia are inviolable.The borders od the Republic of Macedonia may
be changed only in accordance with the Constitution. "

dazu ergänzend:
"Article 68
The Assembly of the Republic of Macedonia
...
- makes decisions concerning any changes in the borders of the Republic;
..."

und:
"Article 74
The Assembly makes decisions on any change in the borders of the Republic by a two-thirds majority vote of the total number of Representatives.The decision on any change in the borders of the Republic is adopted by referendum, in so far as it is accepted by the majority of the total number of voters."

sowie weiter im 1. Verfassungszusatz:
"2. The borders of the Republic of Macedonia can only be changed in accordance with the Constitution and on the principle of free will, as well as in accordance with generally accepted international norms. "

Das sind soweit alle übrigen Artikel, die sich mit den Grenzen und dem Territorium der Republik Mazedonien beschäftigen. Wie Sie sehen, kommen nirgends Gebietsansprüche gegenüber Nachbarländern, insbesondere Griechenland, zum Ausdruck.
Ihre Behauptung "dies ist bezogen auf slawische Bewohner Nordgriechenlands" ist ein reines Phantasieprodukt.

Im Übrigen geht es hier nicht um irgendwelche Landkarten, sondern allein um die Verfassung, da sich götterbote2012 über diese mokiert hat und ich auf diesen und nur diesen Beitrag geantwortet habe.
Was aber diese ominöse Landkarte betrifft: zeigen Sie mir mal ein aktuelles Foto (und keines von anno dunnemal) des Büros des mazedonischen Präsidenten (zur Zeit: Gjorge Ivanov), in der sie zu sehen ist. Ich konnte nämlich nirgends im Netz eines finden.

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Alkor 27.02.2018, 13:42
31.

Zitat von yogtze
Aber Sie scheinen ja diesbezüglich leider ziemlich ignorant zu sein und wollen das Problem nur bei Griechenland sehen.
Ich weiß nicht, wie es zu zeiten Titos war, aber was die Gegenwart angeht, so ist es wohl für jeden Nichtgriechen offensichtlich, daß das Problem hauptsächlich bei Griechenland liegt, da sich die Republik Mazedonien bereits bewegt hat, die Griechen aber nicht.

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k.Lauer 27.02.2018, 23:23
32. die beste Lösung wäre eine ganz andere

Das slawische Mazedonien mit seinen 1,6 Mio slawischen Einwohnern sollte auf seine Eigenstaatlichkeit verzichten und als Provinz Mazedonien in Bulgarien aufgehen, der molemische Teil zusammen mit dem Kosovo zu einem Groß-Albanien vereinigt werden. Das war übrigens auch einmal angestrebt (und vom dänischen Kommissar Elmar Janssen positiv begleitet wurde), weil eine bulgarische Provinz Mazedonien problemlos den Anschluß an die EU gehabt hätte, alle Probleme mit Griechenland obsolet gemacht hätte und die balkanesische Klein-Staaterei nicht weiter befördert worden wäre, ganz zu schweigen von den Minderheitenprobleme der moslemischen Bevölkerung, die damit auch zu einem Ende geführt worden wären. Leider hat der Egoismus von Polikern, die ihre persönliche Karriere und ihre Pöstchen im Auge hatten, diese Lösung verhindert. Bezeichnend dass der mazedonische Präsident Trajkovski von der VMRO, der diese Politik vertrat, mit seinem Hubschrauer "abgestürzt wurde". Sollen sie weiter machen mit schlechten Lösungen. Schon Bismarck hatte sich 1988 mit seinen Lösungsvorschlägen verrannt.

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k.Lauer 27.02.2018, 23:46
33. Veränderbar nur friedlich, wie bei der DDR geschehen - why not?

Zitat von yogtze
Ich hoffe, Sie merken es selber, es steht im 1. ZUSATZ. Nun raten Sie mal, auf wessen Druck dieser Zusatz überhaupt eingefügt wurde? Weiter vorne in der Verfassung steht (bis heute), dass die Grenzen nach Volksabstimmungen geändert werden können, dies ist bezogen auf slawische Bewohner Nordgriechenlands. Und wenn Sie sich Karten von Mazedonien ansehen, die sogar der Präsident bei sich im Büro hängen hat, werden Sie sehen, dass nach deren Weltbild ihr Land bis nach Saloniki reicht. Aber Sie scheinen ja diesbezüglich leider ziemlich ignorant zu sein und wollen das Problem nur bei Griechenland sehen.
Und wenn sie die Geschchte mit dem ersten und zweiten Balkankrieg kennen würden, in welchem Griechen, Serben und bulgarische/Mazedonier zuerst zusammen gegen die Türken gekämpft haben und dann die Griechen und Serben gemeinsame Sache gegen den Verbündeten bulgarisch-Mazedonien gemacht haben und Teile bulgarische Teile von Mazedonien - das halbe Trakien - sich genommen, die slawische Bevölkerung vertrieben haben (über 2 Mio leben heute in Australien und Neunseeland) und soweit sich diese nicht vertreiben haben lassen, heute als zwangshellenisierte, aber immer noch bulgarisch sprechende "slavophone Griechen" einen quasi-Minderheitenschutz mit zwei Abgeordneten in der Nationalversammlung genehmigt bekommen haben .... dann verstehen sie vielleicht den von ihnen zitierten Verfassungszusatz und vielleicht auch, warum die Griechen in der gesamten mazedonischen Frage so herumeiern und alles blockieren.

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yogtze 28.02.2018, 11:16
34.

Zitat von Alkor
Wo genau es steht und warum es dort steht ändert nichts an der Gültigkeit und ist somit egal. Weiter vorne in der Verfassung heißt es über die Grenzen und das Territorium der Republik Mazedonien (auf Englisch): "Article 3 The territory of the Republic of Macedonia is indivisible and inalienable. The existing borders od the Republic of Macedonia are inviolable.The borders od the Republic of Macedonia may be changed only in accordance with the Constitution. " dazu ergänzend: "Article 68 The Assembly of the Republic of Macedonia ... - makes decisions concerning any changes in the borders of the Republic; ..." und: "Article 74 The Assembly makes decisions on any change in the borders of the Republic by a two-thirds majority vote of the total number of Representatives.The decision on any change in the borders of the Republic is adopted by referendum, in so far as it is accepted by the majority of the total number of voters." sowie weiter im 1. Verfassungszusatz: "2. The borders of the Republic of Macedonia can only be changed in accordance with the Constitution and on the principle of free will, as well as in accordance with generally accepted international norms. " Das sind soweit alle übrigen Artikel, die sich mit den Grenzen und dem Territorium der Republik Mazedonien beschäftigen. Wie Sie sehen, kommen nirgends Gebietsansprüche gegenüber Nachbarländern, insbesondere Griechenland, zum Ausdruck. Ihre Behauptung "dies ist bezogen auf slawische Bewohner Nordgriechenlands" ist ein reines Phantasieprodukt. Im Übrigen geht es hier nicht um irgendwelche Landkarten, sondern allein um die Verfassung, da sich götterbote2012 über diese mokiert hat und ich auf diesen und nur diesen Beitrag geantwortet habe. Was aber diese ominöse Landkarte betrifft: zeigen Sie mir mal ein aktuelles Foto (und keines von anno dunnemal) des Büros des mazedonischen Präsidenten (zur Zeit: Gjorge Ivanov), in der sie zu sehen ist. Ich konnte nämlich nirgends im Netz eines finden.
Ich bezog mich, ebenso wie sicherlich auch Götterbote2012, auf die URSPRÜNGLICHE Verfassung aus dem Jahr 1992.

Dort wurde ausdrücklich von einer nationalen "Wiedervereinigung" mit den anderen "mazedonischen" Gebieten gesprochen.

Auch mein Verweis auf die Karte im Büro des Präsidenten bezieht sich auf den damaligen ersten Staatspräsidenten.

Dass die Griechen das nicht vergessen haben (ebenso wie das provokante Projekt "Skopje 2014"), ist mehr als verständlich. Die Skopjer versuchen bis heute, sich die Geschichte Makedoniens einzuverleiben und werden ihre Gebietsansprüche bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit wieder aufgreifen. Griechenland will dem einfach einen Riegel vorschieben.

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Alkor 28.02.2018, 18:58
35.

Zitat von yogtze
Ich bezog mich, ebenso wie sicherlich auch Götterbote2012, auf die URSPRÜNGLICHE Verfassung aus dem Jahr 1992. Dort wurde ausdrücklich von einer nationalen "Wiedervereinigung" mit den anderen "mazedonischen" Gebieten gesprochen. Auch mein Verweis auf die Karte im Büro des Präsidenten bezieht sich auf den damaligen ersten Staatspräsidenten. Dass die Griechen das nicht vergessen haben (ebenso wie das provokante Projekt "Skopje 2014"), ist mehr als verständlich. Die Skopjer versuchen bis heute, sich die Geschichte Makedoniens einzuverleiben und werden ihre Gebietsansprüche bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit wieder aufgreifen. Griechenland will dem einfach einen Riegel vorschieben.
Und ich beziehe mich auf die Gegenwart = Realität. Was vor einem Vierteljahrhundert mal in der Verfassung stand oder im Büro hing ist heute vollkommen obsolet, da es ja im griechischen Sinne geändert wurde.
Das beste Mittel gegen diese ominösen Gebietsansprüche sind enge freundschaftliche Beziehungen, da man an befreundete Staaten keine obskuren Ansprüche stellt. Um das zu erreichen muss Griechenland aber auch Zugeständnisse machen, nachdem FYROM das bereits getan hat. Geben und nehmen. Ich kann verstehen, dass die Griechen keinen Staat namens "Makedonien" wollen, aber es gibt eigentlich keine rationalen Argumente, die gegen einen Kompromiss wie "Nordmazedonien" oder "Obermazedonien" sprechen. Zu glauben, diese Gebietsansprüche würden bei nächster Gelegenheit wieder aufgegriffen, wenn das Land nur irgendwo ein "- mazedonien" im Namen führt, grenzt jedenfalls schon an Paranoia.

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ioannis_kamp 12.06.2018, 01:13
36. Frage

Wie würdet ihr in Deutschland reagieren wenn beispiel Österreich ab morgen sein namen auf Bayern ändern gesamt Geschichte Sprache und in den Schulen ihre Kinder lernen das ein stück ihres Landes von Deutschen besetzt wird weil das genau der Fall ist für euch kein großes Thema für uns sehr wichtig.

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ioannis_kamp 12.06.2018, 01:17
37. Frage

Wie würdet ihr in Deutschland reagieren wenn beispiel Österreich ab morgen sein namen auf Bayern ändern gesamt Geschichte Sprache und in den Schulen ihre Kinder lernen das ein stück ihres Landes von Deutschen besetzt wird weil das genau der Fall ist für euch kein großes Thema für uns sehr wichtig.

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