Forum: Politik
Medien und Politik: Die Rechtspublizisten der AfD
DPA

Die AfD fabuliert von der Pinocchio-Presse, dabei sind viele ehemalige Journalisten in der Partei. Nun soll auch noch ein Medienpreis verliehen werden - benannt nach einem DDR-Chefkommentator.

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kuschl 06.11.2016, 23:44
130. Nichts verstanden? Tallin1960

Sie haben die Berichterstattung nicht verstanden oder wollen sie nicht verstehen wenn es um die AfD geht. Zitate werden, wie das Beispiel Gauland über Boateng zeigt, was die AfD angeht, bewusst verkürzt dargestellt.
Und reduzieren Sie nicht die Gegner von Flüchtlingscamps auf vermutete AfD Anhänger oder Wähler. Das sind, wie auch in Blankenese Leute, die sich unheimlich tolerant geben aber wehe der Flüchtling wird ihr Nachbar, dann ist Schluss mit lustig. Das wollte Gauland sagen. DAS ist der Grund, warum auch die AfD mit Recht darauf bestehen kann, daß Journalisten auch Zitate ihrer Politiker erklären ohne zu verkürzen. Tut man das nicht, betreibt man eben keine ausgewogene Berichterstattung.

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tallinn1960 06.11.2016, 00:28
131.

Zitat von yugorette
Claus Kleber kann das noch toppen: Bei Maybrit Ilner am Donnerstag fing er mit seinem Kommentar der US Wahl so an : Hillary ist die unbeliebteste Kandidatin der Demokraten, aber Trump ist THANK GOD noch unbeliebter. Von einem Herrn der durch GEZ Gebühren ein Jahreslohn von 480.000 € bezieht erwarte ich Neutralität in politischen Fragen, und nicht seine eigene Meinung. Wie kann ich dann eine faire neutrale Berichterstattung erwarten?
I feel your pain. An und für sich schätze ich auch das Credo von Hans-Joachim Friedrichs, sich nie mit einer Sache gemein zu machen, auch nicht mit einer guten.

Andererseits: kann man bei Trump wirklich neutral bleiben? Wir erleben heutzutage im selbsternannt aufgeklärten, fortschrittlichen Westen ein Erstarken von politischen Kräften, die an den Grundüberzeugungen unseres politischen Systems rütteln. Eine ganz wichtige Grundüberzeugung in der Demokratie ist die: jeder Mensch ist gleich zu behandeln. Ohne diese Gleichheit kann es keine Demokratie geben, sie ist ein konstitutives Element.

Trump, Le Pen, die AfD, Geert Wilders, sie alle verletzen das Gebot der Gleichheit mit ihren Forderungen, in dem sie bestimmte Menschengruppen ausgrenzen, ihnen Fähigkeiten absprechen usw. Diese Menschen sind dann anders zu behandeln, und zwar schlechter, zum Schutz der "eigenen" Menschen.

Im ÖR ist politisch, per Verfassung und Staatsvertrag ein Bildungsauftrag festgeschrieben, der u.a. die demokratische Grundhaltung der Bevölkerung fördern, festigen und bewahren soll. Tatsächlich machen ÖR-Journalisten ihren Job, wenn sie sich über diese demokratiefeindlichen Kräfte entsetzen. Es ist schlicht nicht jede Meinung mit unserem demokratischen System kompatibel, man bewegt sich ausserhalb dieses Systems, wenn man Menschen aufgrund von Gruppenmerkmalen gering schätzt (konkret den in Art 3 Abs. 3 GG genannten Merkmalen).

Auch in den Redaktionen etlicher privatwirtschaftlicher Medien sitzen Journalisten, die die Prinzipien der Demokratie kennen. Bei denen geht sowohl der Alarm als auch der Jagdtrieb an, wenn sie demokratiefeindliche Kräfte am Werk wittern.

An und für sich gibt es daher auch nichts zu beklagen, wenn Journalisten demokratiefeindliche Politik anprangern. Das Problem liegt IMHO darin, dass viele Anhänger dieser Politik ihre Demokratifeindlichkeit nicht erkennen. Sie wähnen sich auf dem Boden des Grundgesetzes, sind aber schon längst im freien Fall (da merkt man auch noch nichts). Und da haben wir wirklich ein sehr ernstes Bildungsproblem.

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tallinn1960 06.11.2016, 01:00
132.

Nur, zu welchem Zweck?

Ich habe heute abend, bei ein wenig Internet-Recherche zum Buch "Finale Deutschland", die These eines AfD-Politikers entdeckt, der Merkel vorwirft, sie habe einen Plan, erst Deutschland und dann die EU zu zerütten. Das ist jetzt auf Anhieb einleuchtend, dass das Merkel PLAN ist, weil.... Man kann ja, wenn man will, beklagen, dass die Zerrüttung Deutschlands oder der EU oder beidem die FOLGE von Merkels Politik ist, aber dass das auch noch ihre Absicht ist? Da merkt man dann, wer da bei der AfD so durch die Gegend läuft - in parlamentarischem Amt und Würden.

Und so ist das dann auch mit dieser Presseschelte. Es gibt Mechanismen, die Profipolitiker kennen und mit denen sie gewünschte Botschaften unters Volk mischen können - aber auf der Absicht von Journalisten beruhen die nicht. Was ich in meinen jetzt schon mehr als fünfzig Lenzen stets in Westdeutschland beobachtet habe, ist der Wandel vom berichtendem Journalisten zum Welterklärer. Das fiel mir als erstes beim ARD-Auslandsjournal auf. Faktenorientiertes Reporting ala Peter Scholl-Latour fand man da immer weniger, dafür immer mehr Bewertungen von Entwicklungen anhand unserer westlichen Maßstäbe. Ich behaupte, das hat nicht wenig dazu beigetragen, dass wir hier miitlerweile wieder ziemlich arrogant über Menschen aus dem nicht-europäischen Ausland denken.

Dann gab es mehr und mehr so typische Narrative, für die die Tatsachen nur noch als Stichwortgeber hergenommen wurden. Ein typisches Narrativ ist: hier agiert eine Dikatur. Und wenn dann ein Staat dieses Etikett abbekommen hat, dann kann der gar nicht mehr anders, als konsistent zu diesem Narrativ zu agieren. Alles ist dann eine autoritäre Zwangsmaßnahme.

Aktuelles Beispiel: die Berichterstattung über die Türkei. Erdogan errichtet ohne Zweifel, das lässt sich an Fakten belegen, eine nur noch sehr eingeschränkt funktionierende Demokratie. Aber seine Motivation wird überhaupt nicht beleuchtet, weil ein Diktator eben einfach ein Diktator ist. Komplexe Narrative verkaufen sich schlecht. Dass die Türkei neben der steten Gefahr eines Militärputsches (ist historisch halt so) auch noch die Gefahr eines ggf. entstehenden Kurdistan hat, das dann ihre territoriale Integrität bedroht, wird überhaupt nicht thematisiert. Und aktuell ist aufgrund der Vorgänge im Irak und Syrien das Thema Kurdistan so aktuell wie schon lange nicht mehr. Deshalb bombardieren die Türken nicht nur den IS, sondern auch die Kurden. Hier wäre mal ein wenig Verständnis angebracht für die Situation eines Staatsführers, der um die territoriale Integrität seines Landes fürchtet, sowie die Sicherheit seiner Leute, weil die Gründung eines Staates Kurdistan auf dem Gebiet Syriens und des Irak automatisch PKK-Terrorismus in der Türkei befürchten lässt. Das gefühlt schon so lange wie das Israel-Palästina-Problem virulente Kurden-Problem wäre mal dringend international zu lösen.

Viel zu kompliziert für unsere Mainstream-Medien. Und das ist das Problem.

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EiligeIntuition 06.11.2016, 03:35
133. @Mara Cash - frei erfundene, verzerrte Tatsachen, nichts als üble Hetze

"Zahlen über die Kriminalität durch Migranten werden in Deutschlands Medien hingegen nicht veröffentlicht. Dazu muss man z.B. in die Presse nach England schauen, um lückenlos über die Zustände im eigenen Land informiert zu werden: 142.500 Kriminaldelikte im 1.Halbjahr 2016.
Es kamen vorwiegend ungebildete Menschen in Deutschland an mit hohem kriminellem Potential."

@Mara Cash - frei erfundene, verzerrte Tatsachen, nichts als üble Hetze

Hier die überall lesbaren Tatsachen:

"Im vergangenen Sommer kamen deutlich mehr Flüchtlinge nach Deutschland als zuvor. Schnell wurde diskutiert, ob und wie gut die Hilfesuchenden integrierbar sind und ob und wie sehr wohl die Kriminalität ansteigen werde. Im Netz überschlugen sich bald die (Falsch-)Meldungen von Übergriffen und Raubzügen.
Nun hat das Bundeskriminalamt (BKA) erstmals deutschlandweite Zahlen zur "Kriminalität im Kontext von Zuwanderung" vorgelegt. Die wenig überraschende Kernaussage: Flüchtlinge sind genauso wenig kriminell wie Deutsche (Hier die Studie als PDF). Untersucht wurden alle Straftaten von Zuwanderern zwischen Januar und März
Wie viele Straftaten begehen Deutsche?
Eine Vergleichszahl mit Straftaten von Deutschen gibt es für das erste Quartal 2016 derzeit nicht. Für das Gesamtjahr 2015 waren in der Polizeilichen Kriminalstatistik deutschlandweit laut BKA aber 6,3 Millionen Straftaten gezählt worden – also rund 1,57 Millionen Straftaten je Quartal.
Was bedeuten die Analysen?
Das BKA erhofft sich so eine "Versachlichung" der Debatte um Flüchtlinge. Immer wieder kursieren Falschmeldungen von Vergewaltigungen oder Diebstählen im Netz.
Die Kölner Silvesternacht zum Beispiel wird in Foren oft mit "1000 Vergewaltigungen" gleichgesetzt. Tatsächlich handelte es sich bei den meisten der mehr als 1000 gezählten Straftaten um Taschendiebstahl, danach folgen Sexualdelikte wie Anfassen oder Beleidigen ("Die Welt" I). Insgesamt wurden drei Vergewaltigungen in der Nacht angezeigt ("Die Welt" II)!

Das BKA warnte vor dieser Verdrehung übrigens schon im vergangenen Herbst."


http://www.bento.de/today/fluechtlinge-sind-nicht-krimineller-als-deutsche-neue-bka-statistik-621013/

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maxbee 06.11.2016, 03:57
134.

Na ja, wenn zur AfD gewechselte Journalisten die Mainstream-Medien besonders aufs Korn nehmen, dann wird dies wohl daran liegen, dass sie deren auf Meinungsmache zielende Arbeitsweise zur Genüge kennen.

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maxbee 06.11.2016, 05:17
135.

Zitat von fördeanwohner
Das gute "Volk" muss schon wieder herhalten. Das "Volk" liest vielleicht SPON, wodurch sich das Phänomen vielleicht erklären ließe, wenn dem denn wirklich so ist. Was den SPIEGEL angeht, würde ich dem widersprechen. Außerdem war der SPIEGEL nie ein Informationsblatt wie eine Tageszeitung, weshalb ich die Kritik, dass nicht neutral genug berichtet würde, nicht nachvollziehen kann. Ich hätte es allerdings gut gefunden, wenn man hier auf SPON nicht wieder über die "A"fD berichtet hätte. Mir wäre es sehr lieb, verschwände diese Partei möglichst schnell wieder. Und das geschähe eben schneller, wenn man sie ignorierte.
Sie haben den journalistischen Trend der Zeit richtig erkannt!
Wenn Die Medien es schon nicht schaffen die AfD nieder zu schreiben, dann sollen sie diese einfach ignorieren. Schließlich sind die Medien nicht dafür da, über das politische Geschehen zu berichten, sondern Politik zu machen. In diesem Falle den arrivierten Parteien eine unliebsame Konkurrenz durch totschweigen vom Hals zu schaffen.

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hapeschmidt2 06.11.2016, 07:17
136. Um....

Zitat von kuac
Aber, die AfD heisst doch die alternaive. Also, wo ist die Renten und andere alternative? Kritisieren alleine reicht nicht. Wenn ich die Geschichte von DE nach Hitler und bis heute betrachte, dann habe ich nicht den Eindruck, dass wir Richtung GR marschieren. Eher werden die Länder, wie von Orban, in diese Richtung marschieren, falls die EU Gelder ausbleiben sollte. Politik ist nicht Mathematik. Es geht nicht um 100% richtig oder falsch. Wenn mir eine Regierung nicht passt, kann ich gegen sie votieren und eine andere wählen. Die AfD haut immer nur auf den Stammtisch und ist gegen alles, aber bietet keine Lösungen an.
Um Ihre Frage zu beantworten....

"AfD will Rente nach Schweizer Vorbild"
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/was-wird-aus-der-rente/renten-debatte-afd-will-rente-nach-schweizer-vorbild-14188844.html

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davornestehtneampel 06.11.2016, 07:43
137.

Zitat von Mara Cash
http://www.dailymail.co.uk/news/article-3893436/Angela-Merkel-pressure-refugee-policy-revealed-migrants-committed-142-500-crimes-Germany-six-months-2016.html Die Medien sollen derzeit beschwichtigen, das merkt man ganz deutlich.
Putzig, dass Sie ausgerechnet einen Artikel der Daily Mail als glorreiches Beispiel füe "ausgewogene Berichterstattung" zitieren, der an Schlamperei kaum zu überbieten ist: 1) Alle darin enthaltenen Zahlen sind auch in Deutschland frei zugänglich, Sie können sich die Kriminalstatistiken des Innenministeriums jederzeit kostenfrei herunterladen. 2) Die Daily Mail addiert stumpf die Gesamtzahlen für zwei Quartale, ohne die sinkende Tendez zu erwähnen - auch Auslassungen sind tendeziös... 3) Die Daily Mail erwähnt mit keinem Wort, dass über 60% der Delikte im Diebstahls- und Betrugbereich liegen; soll heissen: Die meisten "Schwerkriminellen" tauchen wegen Schwarzfahrens in der Statistik auf. 4) Den ausdrücklich bespielsweise in der Kriminalstatistik für das erste Quartal zu findenden Hinweis, dass die überwiegend große Mehrheit der Migranten nicht strafällig wird (man es also nicht mit vielen Einzel-, sondern wenigen Mehrfachtätern zu tun hat), lässt die Daily mail elegant unter den Tisch fallen. 5) Dass Gewaltdelikte sich meist unter Beteiligten, die jeweils der gleichen Volksgruppe angehören, abspielen, ist da dann auch schon keine Erwähnung mehr wert.

"Die Medien sollen derzeit beschwichtigen, das merkt man ganz deutlich." Nein, was man hingegen ganz deutlich merkt, ist, dass "die Medien" vom Wutbürgertum derzeit entweder gar nicht gelesen, nicht verstanden oder bewusst ingoriert werden.

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fördeanwohner 06.11.2016, 08:31
138. -

Zitat von yugorette
Claus Kleber kann das noch toppen: Bei Maybrit Ilner am Donnerstag fing er mit seinem Kommentar der US Wahl so an : Hillary ist die unbeliebteste Kandidatin der Demokraten, aber Trump ist THANK GOD noch unbeliebter. Von einem Herrn der durch GEZ Gebühren ein Jahreslohn von 480.000 € bezieht erwarte ich Neutralität in politischen Fragen, und nicht seine eigene Meinung. Wie kann ich dann eine faire neutrale Berichterstattung erwarten?
Hat er Kleber sich im heute-journal so geäußet? Nein. Und sogar diese Sendung kann nicht neutral sein. Sie verwechseln heute oder Tagesschau mit einer Talkshow, wo es explizit um Meinungen geht? Sehen Sie da keinen Unterschied? Ich schon. Und ich erwarte vom Menschen Claus Kleber auch nicht, dass er keine Meinung hat. Das wäre geradezu absurd.

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fördeanwohner 06.11.2016, 08:37
139. -

Zitat von kuac
Was versteht man unter Kriminaldelikte? zB. Kaugummi klauen oder Übergriffe gegen Menschen oder anzünden von Heimen mit Kindern und Frauen?
Verstöße gegen Aufenthaltsbestimmungen sicherlich. Wenn ein Flüchtling aus Boostedt seine Verwandten in Celle besucht. Also so richtig üble Delikte.

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