Forum: Politik
Medien und Terror: Wer kann am besten Apokalypse?

Wer von "Weltkrieg" redet, macht den Feind größer, als er ist. Und wenn die Deutschen "Weltkrieg" hören, verlässt sie jeder Mut. Doch was spricht gegen einen begrenzten Einsatz von Elitesoldaten gegen fanatische Zauselbärte?

Seite 2 von 26
zeichenkette 17.11.2015, 13:14
10. Das fing 2001 in New York an?

War es nicht eher einfach so, dass 2001 der Krieg zum ersten Mal bei "uns" ankam? War das Morden der Franzosen in Algerien, der Italiener in Libyen, der Russen und Amerikaner in Afghanistan und so weiter und so fort etwa kein Krieg und kein Terror? Und die Unterstützung von mordenden Diktatoren überall? Auch kein Terror? Und der eifrige Verkauf von Waffen in Millionenstückzahlen? Man muss kein Islamist sein, um zu verstehen, dass "die" nicht angefangen haben. Wir waren das. Der islamistische Terror im Westen ist ein hausgemachtes Problem und die Opfer auf unserer Seite verschwindend wenige im Vergleich zu den unzähligen Menschen, die wir dort ermordet haben.

Beitrag melden
Onkel_Fester 17.11.2015, 13:15
11.

Vom Grundgedanken her völlig d'accord. Der Haken: die Zauselbärte "neutralisieren" ist bestimmt keine falsche Maßnahme, aber was kommt dahinter? Den IS von der geographischen Platte putzen dürfte militärisch nicht das allergrößte Problem sein, zumal das Gebiet allseits umschlossen ist. Nur: wer hat dann hinterher das Sagen in dieser Zone? Rückkehr zu den alten Staatsgebieten, mit einer halbfunktionalen Regierung im Irak und einer dysfunktionalen in Syrien? Schwierig. Gebietsbesatzung, bis stabile Strukturen entstanden sind? Im Mittleren Osten undenkbar, außer vielleicht durch eine panarabische Friedenstruppe. Die aber sind sich ja noch nicht mal untereinander grün. Man stelle sich vor: sunnitische Soldaten versuchen, ein Alltagsleben in schiitischen Gebieten zu organisieren. Oder moslemische bei den Christen. Oder den Jesiden.
Der nahöstliche Wirrwarr und all die ungelösten Territorial-, Religions- und Ethnienfragen sind zurück auf der westlichen Tagesordnung. Die Zauselbärte sind nur deren bösartigste Metastase.

Beitrag melden
paulvernica 17.11.2015, 13:16
12. Wir brauchen keinen Krieg zuführen weil...

man zwar Menschen töten kann aber keine Gedanken.
Wir werden den Salafismus nicht ausrotten können.

Was wir können ist uns an Militärschlägen zu beteiligen,
aber es ist wohl auch jedem klar dass wir dann töten,
und zwar nicht nur IS-Kämpfer sondern auch Unschuldige.Nennt man wohl Kollateralschaden.

Was wir tun können ist Muslime die zum Extremismus neigen oder kriminell sind oder integrationsunwillig sind konsequent abschieben und zwar aus der ganzen EU.

Dies würde unser Töten in Syrien unnötig werden lassen, und in Europa deutlich mehr Sicherheit erzeugen und
Menschenleben retten.

Beitrag melden
keith61 17.11.2015, 13:16
13. Premiere!

Ich muss hier und an dieser Stelle zum ersten (und wahrscheinlich letzten) Mal Jan Fleischhauer zustimmen. Was es alles gibt...

Beitrag melden
MarkusW77 17.11.2015, 13:17
14. Er hat auch ein bißchen Recht

alle haben irgendwie ein wenig Recht mit Ihren Argumenten, man möchte gefühlt jetzt "alle platt" machen da unten, man will aber auch keine Bodentruppen schicken. Die Briten sind scheinbar ruhiger, führen aber auch regelmäßiger Krieg als wir.
Ich will nur nicht, das sich die "normalen" Menschen radikalisieren und anfangen Muslime oder sonstwen zu hassen, oder umgekehrt die Muslime uns.
Und das wird im Kriegsfall passieren. Wir werden islamische Symbole zerstören (müssen), was widerum Anschläge provoziert was widerum Hass schürt.
Die Sorge wird man haben dürfen.

Beitrag melden
unter_linken 17.11.2015, 13:17
15.

Zitat von sachse78
Ausbeutung führt zu Armut -> Armut führt zu Verzweiflung -> Verzweiflung ist der Nährboden für Extremismus -> Extremismus führt zu Anschlägen. Heißt...schafft für alle Menschen ordentliche Lebensbedingungen und Anschläge sind Geschichte. Die Begründung von Gewalt durch Religion war und ist immer nur der Vorwand, um die dummen Massen zum Töten zu motivieren. (PS.: Zauselbärte ist keine nette Formulierung)
Das funktioniert bei vielen, aber eben nicht in diesem Fall. Dem IS geht es wirtschaftlich wohl sehr gut, da ist wenig von Verzweiflung. Und die im "Westen" rekrutierten leidern wohl auch nicht anVerzweiflung wie Sie es darstellen.
Wo Ideologie alles ersetzt, auch das Individuum und das eigene Denken, hilft alles andere nicht. Die Lebensumstände die Sie den Menschen geben möchten, sind leider nicht, was diese Menschen unter Leben verstehen. Wenn deren Ziel es ist, alle Ungläubigen zu töten, möchte ich den Vorschlag für eine ordentlich Lebensgrundlage sehen.

Beitrag melden
diego666 17.11.2015, 13:17
16.

Der Tenor des Artikels mag richtig sein, aber zur Sache mit den Elitesoldaten hab ich denoch einen Einwand.
Afghanistan und der Irakkrieg zeigten doch sehr gut, dass die gezielte Jagd auf Extremisten am Ende wenig Erfolg hat.
Zu mehr taugen Eliteeinheiten nicht, denn um die "gesäuberten" Gebiete dann auch sauber zu halten, muss man eine ständige Präsenz von Einheiten haben, die als Zwischending zwischen Militär und Polizei dienen.
Selbst, wenn die USA, Frankreich, England, Deutschland und Russland ihre DELTAs/Seals, Fremdenlegion, KSK, SAS und Speznas gemeinsam dahin schicken, werden es nicht genug sein, um da mehr zu machen als Jagen und Töten. Das muss einem schon klar sein, wenn man diese Forderung stellt.

Und das man die IS auf ein paar verstreute Gewalttouristen reduziert, wird auch nicht hinhauen. Da sind viele ehemalige trainierte Soldaten Saddams drunter und die haben Erfahrung und auch schweres Gerät.

Beitrag melden
tipsylaird 17.11.2015, 13:17
17. Fleischi mein Held!

Genau so sehe ich es auch - mit blau-weiss-rot gefärbten Eifeltürmen lösen wir das Problem nicht. Das bewirkt nur, dass beim nächsten Mal ein paar Franzosen mehr als ohnehin das Brandenburger Tor in schwarz-rot-gold auf ihrer Facebook-Seite posten werden. Ein KSK-Einsatz gegen 30.000 fanatische (von mir aus auch schlecht ausgebildete) IS-Soldaten ist natürlich rein rechnerisch Unfug (KSK besteht doch nur aus ein paar Hundertschaften oder?), das muss schon ein NATO-Einsatz im größeren Stil sein. Der polnische Vorschlag, syrische Flüchtlinge auszubilden und zu bewaffnen und gegen IS zu schicken, ist doch mal was Konstruktives! Die Gemengelage ist aber brisant, schließlich geht es auch um Iran und Irak und das ganze Schiiten/Sunniten-Schlamassel.

Beitrag melden
frontalhirn 17.11.2015, 13:19
18. Auflage,Auflage

Kann Herrn Fleischauer nur zustimmen. Mit Hysterie kann vielleicht die Auflage gesteigert werden, sie taugt allerdings nicht zur sinnvollen Reaktion und vernebelt nur die Sinne. Eine Reaktion auf den Terror kann nur mit klarem Kopf gelingen. Diesmal machen es die Politiker vor, nur die Medien reagieren wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen.

Beitrag melden
Ralf Müller 17.11.2015, 13:23
19.

Es sind vor allem die Medien, die durch exzessive Berichterstattung diesen Terroristen erst eine Plattform geben. Seit den Anschlägen von Paris geht es 24 Stunden rund um die Uhr auf allen Kanälen nur noch um den Terror.
Ganz Europa wird in Lethargie geschrieben und gesendet.
Es gibt nur ein Zeichen: Schnellstmögliche Rückkehr zum Alltag (auch wenn es schwer fällt).
Das Zeichen an die Terroristen muss lauten: Ihr beeinduckt uns nicht. Wir werden euch trotzdem alle töten.....

Beitrag melden
Seite 2 von 26
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!