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Medienbericht: US-Vorwürfe gegen Assange offenbar schwerer als bekannt
Jack Taylor/ Getty Images

Die US-Justiz wirft Julian Assange auch den "unerlaubten Erhalt und Verbreitung geheimer Informationen" vor. Dadurch müsste der WiKiLeaks-Gründer bei einer Auslieferung im schlimmsten Fall mit der Todesstrafe rechnen.

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zeichenkette 16.04.2019, 19:03
1. Das wäre taktisch unklug

Wenn die USA jetzt darauf bestehen, Assange lebenslang hinter Gitter oder gar auf den elektrischen Stuhl zu bringen, würden sie damit im Nachhinein bestätigen, dass Assange völlig richtig damit lag, sich mit Händen und Füßen gegen jede Festnahme auch wegen weniger schwerwiegender Vergehen zu wehren. Er hat das ja nach eigener Aussage deswegen getan, weil er damit gerechnet hat, in die USA ausgeliefert zu werden. Würden die USA das jetzt einfach auf sich beruhen lassen, wäre der schwarze Peter bei Assange und er wäre genau der Trottel, als der er erscheint: Er hätte sich für nichts und wieder nichts 7 Jahre lang in einem Zimmer eingesperrt und würde allen bestenfalls als ein armer Irrer erscheinen. Naja, taktische Klugheit ist nichts, was man der derzeitigen US-Regierung nachsagen kann...

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otto_lustig 16.04.2019, 19:23
2. Kein demokratischer Staat

liefert jemanden aus, wenn ihm in einem anderen Land die Todesstrafe droht. In den USA gibt es viele Staaten, in denen es keine Todesstrafe mehr gibt oder diese nicht vollzogen wird. Das Rechtssystem in den USA ist liberal und selbst Trump wird sich nicht trauen für Assange die Todesstrafe zu fordern. Vielmehr wird er ihn überhaupt nicht haben wollen. Wer weiß schon, was Assange noch alles weiß? Die Anhänger von Assange provozieren? Dann kommt sicher einiges auf den Tisch, das Trump sicher nicht gefallen wird.

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hahtse 16.04.2019, 19:45
3.

Es ist keine Paranoia wenn sie wirklich hinter dir her sind.

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CorpRaider 16.04.2019, 19:45
4.

Zitat von otto_lustig
liefert jemanden aus, wenn ihm in einem anderen Land die Todesstrafe droht. In den USA gibt es viele Staaten, in denen es keine Todesstrafe mehr gibt oder diese nicht vollzogen wird. Das Rechtssystem in den USA ist liberal und selbst Trump wird sich nicht trauen für Assange die Todesstrafe zu fordern. Vielmehr wird er ihn überhaupt nicht haben wollen. Wer weiß schon, was Assange noch alles weiß? Die Anhänger von Assange provozieren? Dann kommt sicher einiges auf den Tisch, das Trump sicher nicht gefallen wird.
Verglichen mit dem europäischen Rechtssystem, ist das US-amerikanische knallhart. Auch können die USA als Gesamtstaat nach wie vor die Todesstrafe verhängen und anwenden, auch wenn diese in vielen einzelnen US-Staaten ausgesetzt oder abgeschafft wurde. Da Assange nicht eine Straftat in einen bestimmten US-Staat, sondern gegen die USA als ganzes vorgeworfen wird, kann gegen ihn eben die Todesstrafe ausgesprochen und auch vollstreckt werden. Ich glaube allerdings nicht, dass ihm die Todesstrafe droht, aber eine längere Haftstrafe mit Sicherheit.

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s.l.bln 16.04.2019, 19:56
5. Sie meinen also...

Zitat von zeichenkette
Wenn die USA jetzt darauf bestehen, Assange lebenslang hinter Gitter oder gar auf den elektrischen Stuhl zu bringen, würden sie damit im Nachhinein bestätigen, dass Assange völlig richtig damit lag, sich mit Händen und Füßen gegen jede Festnahme auch wegen weniger schwerwiegender Vergehen zu wehren. Er hat das ja nach eigener Aussage deswegen getan, weil er damit gerechnet hat, in die USA ausgeliefert zu werden. Würden die USA das jetzt einfach auf sich beruhen lassen, wäre der schwarze Peter bei Assange und er wäre genau der Trottel, als der er erscheint: Er hätte sich für nichts und wieder nichts 7 Jahre lang in einem Zimmer eingesperrt und würde allen bestenfalls als ein armer Irrer erscheinen. Naja, taktische Klugheit ist nichts, was man der derzeitigen US-Regierung nachsagen kann...
...man sollte Straftäter zukünftig nicht mehr anklagen, weil es besser ist, sich an deren Paranoia wegen möglicher Strafverfolgung zu erfreuen, als Sie für ihre Straftaten zu belangen?
Was für ein schräges Rechtsverständnis.
Wen juckt denn, ob der mit seiner Einschätzung Recht behält, daß die USA ihn anklagt? Dämlich war seine Vermeidunglösung ohnehin, denn auf alles, was ihm da möglicherweise blüht, hat er seine freiwillige siebenjährige Inhaftierung in der Botschaft draufgepackt, welche ihm erkennbar nicht allzu gut bekommen ist.
Vielleicht wär längst auf freiem Fuß, hätte er sich von Anfang an kooperativ gezeigt.

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Dr. Kilad 16.04.2019, 20:10
6. Damit ist eine Auslieferung nicht mehr möglich

Wie der Strafrechtler Nikolaos Gazeas am Freitag bei DLF ausführte, ist eine Auslieferung an die USA nur denkbar, wenn es sich um keine politische Straftaten handelt. Ein Staat der Zivilisten brutal ermordet und dies dann als ein Staatsgeheimnis deklariert har keinen Anspruch auf Auslieferung. Das ist hier nachweislich der Fall, wie Mannings veröffentlichte Beweise zeigten. Auch ist der Bezug auf den Espionage Act unzulässig, weil der nicht Gedacht war völkerechtswidriges Verhalten einer Regierung (wie im Irak) zu schützen. Auch nach demUS-Rechtsverständnis beinhaltet eine Beihilfe zu Mord Widerstand gegen solche Regierung.

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kuac 16.04.2019, 20:14
7.

In diesem Zusammenhang würde mich interessieren, ob die US Justiz die Mörder, die unschuldige Zivilisten getötet hatten, auch ermittelt? Oder, waren diese Morde nach US Gesetz legal?

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altais 16.04.2019, 20:36
8.

Zitat von zeichenkette
Wenn die USA jetzt darauf bestehen, Assange lebenslang hinter Gitter oder gar auf den elektrischen Stuhl zu bringen, würden sie damit im Nachhinein bestätigen, dass Assange völlig richtig damit lag, sich mit Händen und Füßen gegen jede Festnahme auch wegen weniger schwerwiegender Vergehen zu wehren. Er hat das ja nach eigener Aussage deswegen getan, weil er damit gerechnet hat, in die USA ausgeliefert zu werden. Würden die USA das jetzt einfach auf sich beruhen lassen, wäre der schwarze Peter bei Assange und er wäre genau der Trottel, als der er erscheint: Er hätte sich für nichts und wieder nichts 7 Jahre lang in einem Zimmer eingesperrt und würde allen bestenfalls als ein armer Irrer erscheinen. Naja, taktische Klugheit ist nichts, was man der derzeitigen US-Regierung nachsagen kann...
Als der gute Assange unter den Augen der aufgewühlten Weltöffentlichkeit in die Botschaft von Ecuador "floh", gab es keinen US-Haftbefehl. Herr Assange hätte also zwanglos nach Schweden zu seiner Verhandlung reisen können. Vielleicht hätte er einen Freispruch erreicht, vielleicht eine Bewährungsstrafe. Wahrscheinlich keine Jahre lange Haft. Im Anschluss hätte er ein Flugzeug nach Australien besteigen und ab da glücklich in seiner Heimat leben können. Das wollte er wohl nicht. Oder seine Paranoia war ihm im Weg oder seine Anwälte nicht klug genug. Oder was auch immer. Bei einem bin ich mir sicher, die Situation, in der er jetzt ist, hat er sich redlich verdient.

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otto_lustig 16.04.2019, 20:45
9. Sorry,

Zitat von CorpRaider
Verglichen mit dem europäischen Rechtssystem, ist das US-amerikanische knallhart. Auch können die USA als Gesamtstaat nach wie vor die Todesstrafe verhängen und anwenden, auch wenn diese in vielen einzelnen US-Staaten ausgesetzt oder abgeschafft wurde. Da Assange nicht eine Straftat in einen bestimmten US-Staat, sondern gegen die USA als ganzes vorgeworfen wird, kann gegen ihn eben die Todesstrafe ausgesprochen und auch vollstreckt werden. Ich glaube allerdings nicht, dass ihm die Todesstrafe droht, aber eine längere Haftstrafe mit Sicherheit.
aber sie haben den Text nicht verstanden. Bevor Assange an die USA ausgeliefert wird, müssten die USA erklären, dass Assange keine Todesstrafe droht. Ansonsten ist keine Auslieferung in die USA möglich. Ich fände es übrigens sehr spannend, wenn Wikileaks mehr über Trump berichten würde, um Assange zu schützen. Vielleicht haben die ja auch bereits die Steuererklärung von Trump?
Ein Krieg zwischen Trump und Wikileaks wäre wirklich spannend. Trump würde ihn nicht gewinnen.

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