Forum: Politik
Medienberichte: Iranische Kriegsschiffe sollen britischen Tanker bedrängt haben
JOEL ROUSE/ BRITISH MINISTRY OF DEFENCE / DPA

In der Straße von Hormus sollen iranische Militärschiffe laut US-Berichten versucht haben, einen britischen Öltanker zum Stoppen zu bringen. Erst als eine ebenfalls britische Fregatte mit Beschuss drohte, hätten sie abgelassen.

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christian.kalvelage 11.07.2019, 11:44
150. Schiiten sind keine Söldner

Zitat von Olaf
Leider bestätigen Sie da meine Meinung. Ein Beispiel für die moralische Überhöhung gegenüber den USA und Israel, während man dem aktuellen Hinrichtungsweltmeister Iran auch das aufhängen von Jugendlichen wegen homosexualität verzeihen kann oder die Destablisierung des Nahen Ostens durch Söldnertruppen oder den Bruch des Atomwaffensperrvertrages. Da wird mit zwei verschiedenen Maßstäben gemessen und das liegt eben an der tief sitzenden Kränkung durch diese beiden Länder, die in Deutschland nie richtig aufgearbeitet wurde.
Moralische Überhöhung kann auch eine Übertreibung von Ihnen sein, um eine andere Meinung zu diskreditieren.

Ja, im Iran gibt es die Todesstrafe, was zu verurteilen ist - gleiches trifft aber auf die USA und vor allem Saudi-Arabien zu, die auch bei Kindern kein Erbarmen zeigen.

Die Söldnertruppen, von denen Sie Sie sprechen, sind Schiiten - und damit Glaubensbrüder der Iraner. Informieren Sie sich einfach mal über die Entstehungsgeschichte z.B. der Hisbollah im Libanon oder die jahrhundertelange Unterdrückung der Schiiten im Irak. Im Libanon sind die Schiiten an der Regierung beteiligt - und im Irak (dank freier Wahlen) haben die Schiiten sogar das Sagen, da die Mehrheit der Bevölkerung Schiiten sind. Es ist eindeutig, dass die Schiiten im Libanon, im Irak und auch in Syrien vom Iran unterstützt wurden, aber von Söldnern zu sprechen ist deshalb völlig überzogen, da diese durchaus eigene Ziele verfolgen. Die Politik von Israel (Besetzung West-Libanon) und den USA (Krieg im Irak und eklatante Fehler bei der Machtverteilung) sind die wahren Gründe dafür, dass die Schiiten in diesen Ländern wieder eine Stimme habe.

Der Iran hält sich auch heute noch an den Atomwaffensperrvertrag - aber eben nicht mehr an den 5+1 Atomwaffenvertrag, in dem die Höhe der Anreicherung und die Menge festgelegt wurde (inkl. Kontrollen). Im Atomwaffensperrvertrag (1968 unterzeichnet und 1970 ratifiziert) hat sich der Iran lediglich zu friedlichen Nutzung der Atomkraft verpflichtet - und Gegenteiliges ist bisher nicht erwiesen.

Mehr Angst hätte ich bei Saudi-Arabien, die dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten sind, und mittlerweile über Anreicherungsanlagen verfügen. Kurz- bis mittelfristig wird das Land über Raketen mit Atomsprengköpfen verfügen werden - und das mit ausdrücklicher Billigung der USA. Dass Saudi-Arabien die Ausbreitung der Staatsreligion (Wahhabismus) weltweit aktiv mit Finanzmitteln unterstützt ist bekannt - weniger bekannt scheint zu sein, dass der Wahhabismus für viele islamische Terroristen die geistige Plattform bildet. Sollte das Saud-Regime in Saudi-Arabien fallen, dann haben wir weltweit (aber auch die gemäßigten islamischen Religionen) ein großes Problem - und das nur dank der kurzfristigen Sichtweise der amerikanischen Politik.

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ulrich-lr. 11.07.2019, 11:47
151. Nichts Genaues

Zitat von navidus
Bei dieser Berichterstattung gefriert mir das Blut in den Adern. Gegen welches Recht soll denn der Öltransport verstoßen haben? EU-Recht? Das gilt doch nicht für Länder außerhalb der EU. Illegal war einzig und allein die Festsetzung des Tankers durch die Briten. Aber anstatt die Rechtslage ehrlich zu diskutieren, wird hier lediglich berichtet, dass irgendjemand behauptet, die Öllieferung sei illegal. Hauptsache, es bleibt bei vielen Lesern hängen, dass der Iran irgendein Recht bricht. Dass das kompletter Stuss ist, spielt ja wohl keine Rolle.
weiß man nicht.
Wenn man die Berichterstattung von SPON selbst verfolgt, dann ist überhaupt nicht klar, ob überhaupt irgendetwas am iranischen Öltanker oder seiner Ladung illegal ist. Die Behörden prüfen ja noch.
Am 4.7. 2019 meldete SPON übrigens, lt. spanischem Außenministerium hätten die britischen Kriegsschiffe den Tanker auf Ersuchen der USA festgesetzt, um zu prüfen, ob der Tanker gegen US-Sanktionen verstößt.

https://www.spiegel.de/politik/ausland/gibraltar-britische-marine-beschlagnahmt-oeltanker-auf-dem-weg-nach-syrien-a-1275781.html

Ein Verstoß gegen EU-Sanktionen wäre völkerrechtlich wohl noch lange kein Grund ein fremdes Schiff aus einem Drittstaat mit militärischer Gewalt zu konfiszieren. Der Iran ist keineswegs an EU-Sanktionen gebunden. Also illegal wäre daran wohl nur das Festsetzen des Tankers.

Meine Diagnose: Da haben dpa, AFP und Reuters voneinander abgeschrieben und vergessen (machen wollen), dass die Prüfung der angeblichen "Illegalität" noch gar nicht abgeschlossen ist. Bärendienst am Journalismus.

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leontion 11.07.2019, 11:56
152. Ähm ...

Zitat von radlrambo
man sollte nicht vergessen, dass dieser Konflikt nur deswegen existiert, weil ein dummer alter weißer Mann meint er könne alles besser, er habe alles unter Kontrolle und er müsse unbedingt das Lebenswerk eines Schwarzen Präsidenten zerstören. Nur deshalb! Mit Rassismus hat das ganz gewiss nichts zu tun, ganz bestimmt nicht. Bei einem Krieg trifft es doch eh nur die Araber..
Sie wissen aber schon, dass die Iraner zwar Muslime, aber keine Araber sind.
Und ganz so friedlich ging es unter dem klugen (relativ) jungen schwarzen Präsidenten Obama nun auch wieder nicht zu. Denken Sie nur an die Destabilisierung Libyens und an den Drohnenkrieg.

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Farhad 11.07.2019, 12:02
153. London kann nur verlieren.

Die Staatspiraterie von London kann für Briten zum Verhängnis werden. London leidet unter Halluzination oder verfügt nicht über eine konsistente Einschätzung, wenn London sich vorstelle, bei den Verhandlungen mit den USA und dem Wunsch der Erzielung eines großen USAUK-Pakts mit der Karte Iran zu spielen und im Gegenzug irgendwelche Vorteile zu erzielen. Eine gemeinsame geostrategische Vorgehensweise zum Teil gegen Interessen und unter Ausschluss von Europa wird ebenfalls fehlschlagen. Die Think-Tanks in den USA wissen Bescheid, dass UK auf die USA angewiesen ist und nicht umgekehrt. Die USA beabsichtigen offenbar, London bei Themen Russland, Syrien, Konflikte in Mittleren Osten u.A. Iran, politische Auseinandersetzung mit Europa, Handelskonflikt etc. als Handlanger zur Erledigung der Dreckarbeit auszunutzen, ohne London im Gegenzug Profite zu gewähren. Die Insel darf es nicht vergessen, dass diese auf eine konstruktive und friedensvolle Koexistenz mit Europa angewiesen ist. London muss den Traum begraben, eine Allianz mit den USA gegen Interessen von Europa zu schmieden. Die einseitigen Versuche von London werden nicht zu erhoffter kumulativer Gewichtserhöhung Gegen China, Russland und bei einigen Themen gegen Europa führen. Die Kalkulation und Zielsetzungen der USA sind mit Wünschen und Bedürfnissen von London nicht vereinbar. Was die aktuelle Krise mit dem Öl-Tanker anbelangt, ist die Handlung von London in keiner Weise rational. Die Gefährdung der eigenen Interessen in der Region kann nicht im Interesse von London sein. Solche Versuche bei der Beschlagnahmung eines britischen Öl-Tankers können sich wiederholen. Demnächst können gewaltsame Einnahmen erfolgen, wo man versucht, die Kontrolle eines Tankers gewaltsam zu übernehmen und Richtung eigener Küste zu steuern. Eine britische Fregatte lässt sich unschädlich machen, sollte diese auf iranische Kräfte schießen. Sollten solche Versuche bei der Beschlagnahmung der britischen Öl-Tanker fruchtlos bleiben, könnten diese durch nicht identifizierbare Quellen in Rauch und Feuer gesetzt werden. Britische Wirtschaft und Industgrie sind in der Region auch weit vertreten. Als Gewinner wird London aus der Situation nicht heraus gehen. Für die Bewahrung eigener Interessen ist London gut beraten, den Mist schnellstmöglich zu beenden.

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cyananeo 11.07.2019, 12:05
154. unglaubwürdige Qualitätsmedien!

Die transatlantischen Qualitätsmedien wirken wie die PR-Abteilung von dem US-Kriegsministerium und seinen Nato-Vasallen. Erst wird ausführlich das propagandistische Narrativ verbreitet, dann irgendwo zwischen den Zeilen wird angemerkt, dass der Iran den Vorwurf dementierte. In diesem Bericht hat sich das Qualitätsmedium SPON nicht einmal die Mühe gegeben, die Reuters Bericht zu prüfen und die Stellungnahme Irans zumindest irgendwo dazwischen zu platzieren. Die Medien sind unglaubwürdig und in den Verschwörungen verwickelt.

Zur Erinnerung: 20 Minuten vor dem Kollaps vom 3. Gebäude am 11. September, nämlich WTC 7, berichtete BBC live darüber, dass das Gebäude bereits kollabierte! Als man später BBC nach dem Grund fragte, hieß die Antwort: Die Korrespondentin hatte lediglich vom Teleprompter die Meldung Reuters wiedergegeben! Na ja, nicht nur berichten die Reuters, sondern können auch Ereignisse vorhersagen, also eine Art futuristischer Journalismus! Hier kannte der Moderator im Vorfeld sogar den Grund des Kollapses! Aber Hallo!
https://youtu.be/lRTap8vUf7o

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Ganswadl 11.07.2019, 12:06
155. Könnte sogar mal stimmen.

In diesem Wust an Propaganda, mit der die Journalisten der Atlantik-Brücke e.V. die deutschen Bürger eindecken.

Wegen des beschlagnahmten iranischen Tankers vor Gibraltar durch britische Piraten erscheint mir dies nachvollziehbar, dass die iranischen Revolutionsgarden das Gleiche in der Strasse von Hormuz versuchten.

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claus7447 11.07.2019, 12:12
156.

Zitat von christian.kalvelage
.... Mehr Angst hätte ich bei Saudi-Arabien, die dem Atomwaffensperrvertrag nicht beigetreten sind, und mittlerweile über Anreicherungsanlagen verfügen. Kurz- bis mittelfristig wird das Land über Raketen mit Atomsprengköpfen verfügen werden - und das mit ausdrücklicher Billigung der USA.
nicht nur mit Billigung! Nein - offensichtlich haben Experten der USA S.A. auf Anweisung Trumps auch klare Anweisungen und Instruktionen übergeben müssen.


Der noble Herr im Weißen Haus überlässt anderen die Technologie. Er und seine Fans behaupten immer er sei Friedensfürst edel und gut. Dabei ist er erstmal ein Dummkopf und zum zweiten ein Intrigant.

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K:F 11.07.2019, 12:13
157. Iran ist nicht USA willig

und bezieht Öl auf nicht Petrodollarbasis. Hussein und Gadafi, beides sicherlich Masenmörder, wurden von den USA, Frankreich und den GB beseitigt, weil die es gewagt haben Petrodollar nicht mehr als Verrechnungsbasis anzuerkennen. Diese Machthaber wurden nicht beseitigt, weil sie Massenmörder waren, sondern aus wirtschaftlichen Gründen. Die USA sucht auch jetzt im von ihnen provozierten Iran Konflikt "Willfähige" die den Krieg gegen den Iran führen. Und GB ist aufgrund ihrer Unterwürfig keit den USA gegenüber willig in den völkerrechtswidrigen Krieg zu ziehen. Saudi Arabien und Israel werden sich anschliessen. Ohne die Kriegsverbrecher USA traut sich niemand in den Konflikt. Israel hat Atombomben, die Saudis über kurz oder lang. Also wäre es nur gerecht, dem Iran sein Atombombe zu gewähren. Dann wäre Ruhe im Schacht. Wer die Bonmbe wirft wird selbst zerstört. Nordkorea hat das clever angestellt. Kim hat gesehen, wie die USA mit "Unwilligen" Staaten, Irak und Lybien umgeht. Nordkorea hat die A-Bombe und der Potus ist kleinlaut!

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vici46 11.07.2019, 12:14
158. Usa - iran

Dank Mr. Trump glaubt man den USA kein Wort mehr. Auch wurden bisher keinerlei Beweise vorgelegt, welche belegen das der Iran die Abkommen gebrochen hat. Bis heute ist es lediglich die USA die sich nicht an Verträge hält. Warum: weil dort ein Präsident selbstgefällig alles besser kennt als die übrige Welt.

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christian.kalvelage 11.07.2019, 12:15
159.

Zitat von Beat Adler
Warum kann sich niemand in das Jahr 1953 zurueckversetzen? Z.B. nach Ost-Berlin im Juni? Wer das tut, versteht die handelnden Verantwortlichen, warum sie und wie sie agierten, am Anfang des Kalten Krieges, Testexplosionen von immer staerkeren Atombomben links und rechts, um ihre Einflusssphaere zu schuetzen. Als das Weisse Haus davon ueberzeugt war, dass der Iran unter dem gewaehlten Praesidenten im sovietischen Lager landen koennte, sorgten sie fuer den Putsch, der den Shah ans Ruder brachte. Damals, im Jahre 1953, hatte jeder Staat die Wahl, entweder unter sovietischen Fittichen oder unter denen von US - NATO zu sein. Der Iran mit einer damals extrem starken kommunistischen Partei, die laermend und Fahnen schwingend durch die Strassen Teherans zog, haette der Umklammerung durch die grossen Brueder im Kreml nicht widerstehen koennen. Unabhaengige Demokratie im Iran haette es auch damals nur als Traeumerei gegeben. Wer die heutige Situation des Irans auf das Jahr 1953 zurueckbezieht, damit das Mullahregime, seit 40 Jahren an der Macht, entschuldigt, macht sich laecherlich oder zeigt wie naiv er oder sie ist. mfG Beat
"Damals, im Jahre 1953, hatte jeder Staat die Wahl, entweder unter sovietischen Fittichen oder unter denen von US - NATO zu sein."

Schon 1953 war es nicht richtig einen Staatsstreich zu initiieren, nur weil es eine starke Kommunistische Partei im Iran gab und Kommunisten lärmend und Fahnen schwingend durch die Strassen Teherans zogen. Fakt ist, dass der Iran damals demokratisch legitimiert und das Vorgehen der USA rechtswidrig war. Die McCarty-Ära in den USA mag ein Sinnbild der amerikanischen Denkweise damals gewesen sein - das entschuldigt aber auch heute noch keinen Regime-Change in einem anderen Land.

Es gibt viele ernstzunehmenden Stimmen, die darauf hinweisen, dass ohne den Umsturz 1953 es wohl später auch kein Mullahregime gegeben hätte. Für die Iraner war das Mullah-Regime sicherlich nicht die beste Wahl - aber die einzige Institution, die damals in der Lage war, das bestehende Schah-Regime zu beenden. Wenn das jetzige Regime fallen soll, dann durch die Iraner selber. Deshalb sollten die progressiven Kräfte im Iran gestärkt werden - die Politik der USA bewirkt aber genau das Gegenteil. Ich erinnere nur an dem damalige Staatsprädidenten Rafsandschāni (1989-1997), der den USA weitreichende Vorschläge zu einer Normalisierung der Beziehung gemacht hat - und diese pauschal von den USA ohne überhaupt ein Gespräch zu suchen abgelehnt wurden.

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