Forum: Politik
Medienschelte nach Trump: Die dunkle Seite der Macht
AP

Was hat der Wahlsieg Donald Trumps mit katholischen Nonnen und Herrenmagazinen zu tun? Sind Medien wirklich blind, weil sie den Wahlsieg des Republikaners nicht vorausgesehen haben?

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ausmisten 28.11.2016, 10:20
1. Medienkritik?

Weil sie den Trump Sieg nicht voraussahen? Das greift nicht weit genug. Man muss die Frage stellen, wieso berichten die Medien aus einen Paralleluniversum? In D scheinen die Medien mit der Politik fusioniert und sich mit der Rolle des "Hofberichtserstatters" zufrieden zu geben. Investigativer, neutraler Journalismus findet nicht mehr statt. Kostengruende? Denn haette etwa der Spiegel einen Reporter quer durch die USA geschickt, Scheuklappen ab, waere das Ergebnis der US-Wahlen auch in Hamburg zu erahnen gewesen. Stattdessen war der Sieg von Hillary Clinton, ganz im Sinne der eigenen Ideologie, reine Formsache, wie schon weiland beim Vorwahlkampf gegen Obama. Ich fuer meinen Teil, inzwischen geschult im Lesen zwischen den Zeilen, habe den Trump Sieg schon Monate im voraus in anderen Foren angesprochen und wurde, lol, als "Phantast" gescholten. Da scheint mir das Problem zu liegen, Phantasten halluzinieren in den Redaktionsstuben an der Realitaet vorbei.

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Freidenker10 28.11.2016, 10:21
2. Medienselbstkritik?

Das Problem werter Herr Fleischhauer ist, dass Sie ( die Medien ) nicht mehr informieren, sondern Meinung machen darin unterscheiden Sie sich in keinster weise von den von Ihnen bekämpften Populisten! Ob jetzt Rechtspopulismus oder Linkspopulismus bis auf den Inhalt sehe ich ansonsten keinen Unterschied in der herangehensweise. Das die Medien bei der Trumpwahl versagt haben kann ich nicht sehen, da wurde nur nach dem Motto agiert" was nicht sein darf, kommt auch nicht". Auch die aktuelle Berichterstattung über Trump mit den immer gleichen dümmlichen Bildern von ihm soll dessen Unfähigkeit suggerieren und eine Meinung bilden, die natürlich derer des Spiegels gleichkommt. Das Problem ist nur, die Leute haben keinen Bock mehr darauf sich von den Medien eine vorgekaute Meinung präsentieren zu lassen! Lange Zeit dachte auch ich die deutschen Medien seien objektiv und unterscheiden sich fundamental von zensierten, bzw. Populistischen Meiden wie beispeilsweise in China, aber die Berichterstattung über die Flüchtlingskrise hat mich eines besseren belehrt, da haben die Medien enorm an vertrauen verspiel und merken es noch nicht mal. Also, alle für Merkel und alle gegen rechts funktioniert einfach nicht mehr so einfach wie früher...

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eldoloroso 28.11.2016, 10:31
3. Medien waren blind

Tach,

Und zwar weil sie die Nichtwahl Clintons nicht auf dem Radar hatten. Hätte die Wahl zwichen Clinton, Trump und einem Kartoffelsack stattgefunden hätte der Sack gewonnen. Clinton wurde dermassen zur Lichtgestalt und heiligen Schützerin gegen Trump erhoben, dass niemand bemerkte wie schlussendlich nur noch Minderheiten positiv auf sie reagierten. Und bedaure, mit Minderheiten lässt sich in einer Demokratie nicht gewinnen.

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hasimen 28.11.2016, 10:37
4. Bei allem Respekt ...

Sehr geehrter Hr. Fleischauer.
Es gab auch schon "katholische Nonnen" in Herrenmagazinen (LoL).
Kritik an div. Medien ist nicht "in Mode", es gab sie schon immer, in letzter Zeit eben berechtigt und vermehrt. Die Verwunderung Seitens der Medien darüber ist ja nur Ausdruck der Entrückung zur Realität,
des nicht erfüllten Anspruches an sich selbst, der fehlenden Kritikfähigkeit, Bemerken der eigener Fehler.
Die Anmaßung nicht nur zu Berichten, sondern auch Inhalte und Aufnehmende dessen zu bewerten, ist zu einem Bumerang geworden.
Viele Bewertungen, um nicht zu sagen "das Leser in eine Ecke zu stellen", sind schlicht falsch und die Reaktion zeigt ja das die Überheblichkeit so mancher Berichterstatter und Journalisten sich negativ auswirkt.
Die Rolle eines Herrn Roger Köppel und die Auswirkung dessen sollten Sie dem Betrachter überlassen, hier wie auch so oft in anderen Fällen, erledigt sich vieles von selbst. Der Medienkonsument weis wo der Ausschaltknopf bzw. ein alternatives Printmedium ist. Mache mehr andere weniger ! Die Entscheidung wie damit umzugehen ist, das kann sicherlich journalistisch begleitet aber nicht bestimmt werden.
Im Übrigen ... meinen Sie nicht das die Geschehnisse in Europa ( u.a. in der Türkei ) mehr Aufmerksamkeit verdienen als die ständige Berichterstattung über TRUMP und U.S.A.? Auch das empfinde ich als Journalistenpflicht zu ermessen wie und was um uns herum passiert, denn in keinem anderen Land wird in der Presse so intensiv auf diesem "toten Gaul" geritten.

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BettyB. 28.11.2016, 10:38
5. Seltsam...

Im Gegensatz zu Köppel hatte ich das Gefühl, dass in den deutschen, aber auch den von mir gelesenen internationalen Medien geradezu unkritisch mit Trumps Äußerungen umgegangen wurde. Wer hinterfragte, ob er auch seine Frau, seine Tochter den Griffen "selbstbewusster" Männer überlassen wollte, wer zeigte andere Konsequenzen seiner wahrlich vielen "seltsamen" Aussagen an, Das die Köppel das nicht tat, hat mich nicht gewundert und von Fleischhauer hätte ich es auch nicht erwartet...

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spontanistin 28.11.2016, 10:39
6. Wes Brot ich eß, des Lied ich sing!

Für komplexe Systeme wird es gerade den Journalisten nicht gelingen, alle Fakten objektiv zusammen zu tragen. Die Auswahl der Fakten und Themen verhindert bereits jede möglich Objektivität. Statt dessen sollten Journalisten zumindest - wie auch seriöse Wissenschaftler bei ihren Vorträgen und Publikationen - angeben, wer sie bezahlt und welcher Religion und Ideologie der Geldgeber und sie selbst anhängen. Im übrigen wird ein System, das immer weiter Vermögen von unten nach oben verteilt, früher oder später diktatorische Züge annehmen und dann zusammen brechen. Dauert halt noch etwas.

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Leser161 28.11.2016, 10:40
7. Nein

"Was die Kritiker sagen wollen, wenn sie die Voreingenommenheit der Medien beklagen, ist, dass sie sich mehr positive Berichterstattung wünschen."

Wie kommen Sie darauf, sind Sie einer dieser Kritiker? Wenn ich das alles recht lese wünschen sich die Kritiker eine neutrale sachliche Berichterstattung. Kurz wenn Sie lang und breit die Nachteile der einen Seite auflisten sollten Sie das in gleicher Breite mit der anderen Seite tun. Und auch die Proargumente nicht vergessen.

"Die "Frankfurter Allgemeine" wird sich niemals für die Anliegen der Linkspartei stark machen, jedenfalls nicht solange Berthold Kohler oder Jasper von Altenbockum dort das Sagen haben."

Da haben Sie recht. Aber sind diese "linken" und "rechten" Zeitungen nicht eine Ausprägung von diesem Filterbubbletum von dem man immer wieder hört? Da liest man nur was man hören will und setzt sich nur mit Leuten seiner Meinung auseinander. Ein gutes Medium ist eines das neutral und sachlich berichtet und versucht Filterbubble-Effekte zu bekämpfen.

SPON ist hierbei übrigens auf dem richtigen Weg denke ich.

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ruhepuls 28.11.2016, 10:42
8. Erziehungsauftrag?

In den letzten Jahren drängt sich mir immer öfter der Eindruck auf, dass viele Journalisten (oder deren Chefs?) neben dem Informationsauftrag auch einen Erziehungsauftrag wahrnehmen. Der - aus Sicht vieler Journalisten - offensichtlich eher ungebildete, eher spießige, eher leichtgläubige, eher was auch immer Leser muss nicht nur informiert werden, sondern man muss ihm auch beibringen, wie er die Informationen zu bewerten hat. Leider bemerkt das Wild die Absicht des Jägers und reagiert verschnupft. "Die" Medien haben versucht, Trump totzuschreiben, ebenso wie sie bei uns versucht haben, mögliche (zu erwartende) Probleme mit den Flüchtlingen zu negieren, statt sachlich zu berichten und ggf. auf Lösungen hinzuweisen. Der Schuss ging nach hinten los: Trump wurde auch gewählt, WEIL einige Leute den Menschen im Elfenbeinturm ans Bein treten wollten - und bei uns vermuten die Menschen mehr Probleme, als tatsächlich mit den Flüchtlingen verbunden sind, WEIL sie spüren, dass "die" Medien ihnen eine Welt ohne Probleme vorgaukeln wollten. Man fragt sich unwillkürlich, wer eigentlich dümmer ist: Die, die angeblich belehrt werden müssen, oder die, die so dumm sind, zu glauben, dass das funktioniert..?

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ulmer_optimist 28.11.2016, 10:46
9. Medienkritik

Mich stört an den Medien mittlerweile ganz grundsätzlich, dass immer weniger objektiv informiert wird und immer mehr die Meinung irgendeines Schreiblings dargestellt wird. Hier steht wenigstens "Kolumne" darüber. Inhalte von Trump oder der AfD werden kaum dargestellt, sondern sie werden pauschal in irgendeine (gerne rechte) Ecke geschoben. Das ist unglaubwürdig und beschert Trump und AfD reichlich Wählerstimmen. Der Leser erkennt sofort, dass der Schreibling sich überhaupt nicht mit Inhalten auseinandersetzt, sondern pauschal allgemeine Meinungen nachplappert. Das Ganze wird dann als "postfaktisch" Trump oder der AfD angelastet. Die Medien sind insgesamt "postfaktisch" mittlerweile.
Die persönlichen Differenzen mit Herrn Köppel könnte der Autor ja auch per Telefon bereinigen, die interessieren eigentlich niemanden. Die Qualität von dem, was in Onlinemedien geschrieben wird, sinkt immer weiter. Bezahlen würde für pure (und zum Großteil qualitativ minderwertige) Meinungsmache wohl auch kaum jemand. Ich warte darauf, dass die ersten Medien schlicht pleite gehen.

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