Forum: Politik
Medienschelte nach Trump: Die dunkle Seite der Macht
AP

Was hat der Wahlsieg Donald Trumps mit katholischen Nonnen und Herrenmagazinen zu tun? Sind Medien wirklich blind, weil sie den Wahlsieg des Republikaners nicht vorausgesehen haben?

Seite 10 von 25
irobot 28.11.2016, 13:43
90.

Zitat von tpro
Da die Wenigsten den Stadtanzeiger oder Express in Hamburg, München und dem Rest der Republik lesen können, hat der Vorredner recht. Im Fernsehen und Printmedien wurde erst 4 Tage später darüber berichtet. Wo sonst über jeden kleinen Furz berichtet wird, wurde im Fall Köln solange geschwiegen, bis es nicht mehr ging.
Ersten war das auch online verfügbar. Zweitens hat der WDR auch sehr früh darüber berichtet. Da wurde nichts verschwiegen, es hat wegen der Feiertage einfach nur länger gedauert. Die Einzigen, die sich blamiert haben, waren die Damen und Herren vom ZDF.

Beitrag melden
stefan.p1 28.11.2016, 13:47
91. Das genau ist das Problem

Zitat:
Die Medien hätten in der Trump-Berichterstattung kläglich versagt, weil sie Trump bekämpft hätten, statt einfach über ihn zu berichten, erklärte er. Was die "Mainstream-Medien" abliefern würden, allen voran der SPIEGEL, habe mit Journalismus nichts mehr zu tun."
Besser kann man den Zustand der deutschen Journalie heutzutage nicht beschreiben.
Vielen dank Herr Fleischauer für das Zitat! Und bitte denken Sie darüber mal nach.

Beitrag melden
Bondurant 28.11.2016, 13:50
92.

Zitat von IB_31
Wenn denn die Welt nicht mehr zum Journalisten-.Weltbild passt, könnten man ja ggf. mal am Weltbild etwas feilen....
Gott behüte! Selbstverständlich hat sich die Welt den hehren Idealen jener anzupassen, die nach dem Gesamtschulabschluß irgendwas mit Medien gemacht haben und jetzt ihre Befindlichkeiten zum Ausdruck bringen wollen. Da kann die Realität nur stören.

Beitrag melden
stonecold 28.11.2016, 13:53
93.

"Was die Kritiker sagen wollen, wenn sie die Voreingenommenheit der Medien beklagen, ist, dass sie sich mehr positive Berichterstattung über die rechte Sache wünschen."

Ich denke, die Kritiker wollen sagen, dass die positive Berichterstattung über die "rechte Sache" (und zwar die Kandidatin Clinton) im Gegenteil Überhand genommen hat. An Trump war ja tatsächlich mehr als genug zu kritisieren und auch negativ zu berichten. Bei Clinton wurde auf eine genauso kritische Perspektive weitgehend verzichtet.

Beitrag melden
Rikyu 28.11.2016, 13:54
94.

Nun, irgendwie gefällt mir Herrn Fleischhauers Artikel, immerhin hat er erkannt, was da schief gelaufen ist - viele seiner Kollegen haben das offenbar bis heute nicht realisiert. Und ich habe mich klammheimlich - die älteren unter uns werden noch wissen, in welchem Kontext dieses Wort populär wurde - über Trumps Wahlsieg gefreut, nicht weil ich ihn für so gut hielt, sondern weil ich mir die langen Gesichter in den Redaktionen der neoliberalen Medien vorstellen konnte. Mittlerweile lese ich die so genannten Nachrichten eh nur mehr quer und wende mich dann den diversen Foren zu, denn Meinungsvielfalt, interessante Nebenaspekte, kritische Gedanken finde ich eher dort als im redaktionellen Teil.

Beitrag melden
bammy 28.11.2016, 14:03
95.

Zitat von franke08
Wer ist denn heute noch so naiv zu glauben, dass Medien objektiv über alle Facetten eines Geschehens berichten würden. Spätestens seit der Flüchtlingskrise, aber auch durch die Berichterstattung über die Ukraine, weiß der gebildete Bürger, dass es hier nur noch um "Volkserziehung" geht. Alles was nicht ins Bild passt wird schlichtweg nicht berichtet, alles andere jedoch, und sei es aus noch so dubiösen Quellen, wird dagegen ausgebreitet als sei dies die absolute Wahrheit. Man muss eben nur den richtigen Klassenstandpunkt haben, so hieß es in der DDR immer. Und Mit ARD und ZDF ist es genau das Gleiche, zum Glück ist wenigstens Herr Roth nicht mehr dabei, der war ein rotes Tuch für mich.
Da muß ich Ihnen eine selektive Wahrnehmung bescheinigen.
Ich lasse zu jedem Thema die Gesamtheit der Medien mehrere Tage auf mich wirken, bevor ich anfangen zu bewerten.
Und man kann natürlich nur den Schwachsinn herausfiltern und dann behaupten, das die Medien nur Schwachsinn berichten.
Klar das geht.

Beitrag melden
claara 28.11.2016, 14:05
96. Gutes Stichwort

Einerseits wird "die Presse" wegen verspäteter Berichterstattung über Köln kritisiert (zu Unrecht, übrigens), andererseits soll sie über einen Präsidentschaftskandidaten "neutral" berichten, der sich freimütig zu frauenverachtenden Grabschereien bekannt hat und der nicht nur gewählt wurde, sondern DENNOCH hierzulande von einschlägigen Parteien als Heilsbringer für die eigene Position beklatscht wird?

Sorry, aber diese Forderung nach "neutraler" bzw. "objektiver" Berichterstattung bedeutet für mich viel zu häufig, "schreib, was ich will und bestätige mich".

Beitrag melden
newbie99 28.11.2016, 14:09
97.

Zitat von nixkapital
Aber was man den Medien durchaus vorwerfen kann, dass - auch der SPIEGEL - seit einiger Zeit fast so etwas wie Hofberichterstattung betrieben wird, wenn es darum geht, die Stimmung im Lande zu beschreiben. Uns gehe es ja gut, oder variiert, uns ginge es noch nie so gut wie heute. Exportrekorde, Jubel über angeblich so geringe Arbeitslosigkeit, AfD-Wähler werden als tumbe Menschen abqualifiziert und eine......
Gut, also was ich da erst einmal herauslese ist, dass Sie davon ausgehen, es ginge uns allen derzeit total schlecht, Wirtschaftserfolge i. F. v. "Exporten" sind nicht vorhanden oder spielen keine Rolle und die Gesellschaft leidet anders als üblich vermeldet doch noch unter massiver Arbeitslosigkeit. Des weiteren sei der IFO-Klimaindex unerheblich, weil zu wirtschaftsnah oder so und die SPD sei nicht (mehr) Mitte-Links verortet. Auch wenn ich Ihnen da in keinem einzigen Punkt zustimmen kann, ist es natürlich völlig ok, so eine Meinung zu haben.

Nur sollten Sie nicht vergessen, dass es eben genau nur das ist: Ihre persönliche Meinung! Es ist nicht die objektive Wahrheit, jetzt gefälligst als solches auch von den "Mainstream-Medien" zu verbreiten ist, sondern nur ihre Meinung - und das nicht selten gegen belegbare Zahlen!
Es ist eine unsagbar arrogante Haltung zu glauben, dass natürlich jeder weiß, dass ihre Ansichten die eigentlich objektiv richtigen sind, bspw., dass die Arbeitslosigkeit noch immer extrem hoch sei o. ä.. Dass dies aber verschwörungsmäßig keiner Schreibe, weil der große Masterplan der Eliten das verhindert.

Wenn Sie fordern, man möge die AfD und ihre Anhänger ernst nehmen, dann möchte ich Sie auffordern, vielleicht auch einmal denjenigen Teil unserer Gesellschaft ernst zu nehmen, der Ihren Ansichten nicht folgen kann. Glücklicherweise ist das noch immer eine recht deutliche Mehrheit!

Und wenn Sie objektive Berichterstattung fordern, dann verstehen Sie darunter doch bitte nicht, dass ab sofort alle Medien auf AfD-Kurs umschwenken mögen.

Beitrag melden
mostly_harmless 28.11.2016, 14:10
98.

Zitat von tpro
Da die Wenigsten den Stadtanzeiger oder Express in Hamburg, München und dem Rest der Republik lesen können, hat der Vorredner recht. Im Fernsehen und Printmedien wurde erst 4 Tage später darüber berichtet. Wo sonst über jeden kleinen Furz berichtet wird, wurde im Fall Köln solange geschwiegen, bis es nicht mehr ging.
Im Fall Köln war entgegen der grassierenden VT's ganz schlicht und ergreifend Wochenende. Und ab Montag wurde berichtet. Ende der Legende.

Beitrag melden
h_jahn 28.11.2016, 14:12
99. Als Abonnent...

Zitat von claara
(Als Journalistin) stelle ich fest, dass Leser überwiegend nur noch das lesen wollen, was ihre eigene Meinung bestätigt. (...) Aber auch nicht, Populismus wider besseren Wissens zu repetieren. Wie etwa in Ostdeutschland, wo die AfD mit dem Schreckgespenst hausieren geht, dass die Ausländer den Menschen die Arbeitsplätze wegnehmen würde. Bei einem Prozent Ausländeranteil ist das kaum anzunehmen. Und Unternehmen suchen händeringend Mitarbeiter. Sollte ich die AfD-Panikmache also nicht reflektieren? (...) Ach ja, übrigens: Auch für Journalisten gilt die Meinungsfreiheit.
...stelle ich fest, dass es schon immer so gewesen ist. Warum sollte ich für eine Zeitung bezahlen, deren Inhalt mir nicht gefällt? Es ist also Unsinn, wenn man davon spricht, dass die Leute sich wegen Social Media in einer Informationsblase einschließen. Das haben sie schon immer gemacht, geht heute nur leichter.

Was Ostdeutschland angeht: So wenige Ausländer und trotzdem Probleme? Allerdings! Fragen Sie mal in Ostsachsen nach der Grenzkriminalität. Aber bitte die Anwohner, nicht den Innenminister. Oder wenn Sie glauben, da wohnen nur in der Wolle gefärbte Nazis: Fragen Sie mal die Schwestern vom Kloster St. Marienthal, wie oft deren Dachrinnen schon über Nacht verschwunden sind. Und nein, es waren nicht die deutschen Nachbarn.

Und wegen der Arbeitskräfte: In der Tat werden in Ostsachsen teilweise Polen oder Tschechen eingestellt. Ist auch nicht zu beanstanden. Aber welche Probleme das mit sich bringt, könnten Sie als Journalisten herausfinden, ist sicher nicht schwer. Fragen Sie halt mal nach.

Was ich damit sagen will: Ja, der/die Journalist/-in darf und soll eine Meinung haben. Aber diese Meinung sollte dann auch als solche gekennzeichnet und nicht als Tatsache dargestellt werden. Das wäre ja schon mal was.

Beitrag melden
Seite 10 von 25
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!