Forum: Politik
Medienschelte nach Trump: Die dunkle Seite der Macht
AP

Was hat der Wahlsieg Donald Trumps mit katholischen Nonnen und Herrenmagazinen zu tun? Sind Medien wirklich blind, weil sie den Wahlsieg des Republikaners nicht vorausgesehen haben?

Seite 11 von 25
charlybird 28.11.2016, 14:14
100. Herrn

Fleischhauer scheint irgendwie doch nicht entgangen zu sein, dass die westliche kapitalistische Hemisphäre gerade einen signifikanten Rechtsruck erfährt. Trump ist dabei die Krönung der Dummelei und ich bin sicher, wir werden noch einige Überraschungen erleben. Aber waren deshalb die Medien blind ? Fakt ist, die Ursachen sind vielfältig, aber sie können durchaus auch einem Scheitern des Kapitalismus als geschäftliche Grundlage der Demokratien zugeordnet werden. Die bürgerliche, mittenorientierte Journaille hat natürlich Hebel und Gewerke in Bewegung gesetzt, um diese Strömungen kritisch zu beleuchten. Leider hat sie dabei aber auch die linken und oft genug sogar die linksmitte Alternativen mit in die Pfanne gehauen, da man sich offenbar genug Substanz in der gottvollen Mitte versprach, wo sich mittlerweile die ganze etablierte Parteienlandschaft, zumindest in D, tummelt.
Exakt aber das führt zu nicht mehr konstruktiven politischen Debatten, geschweige denn Lösungen, weil man nur noch wahltaktisch und schlimmer noch, großkoaltionär denkt. Ich sage nur Nahles bei Will. Dieser politische Gleichschritt verwirrt den erzkonservativen Menschen, auch ist ihm der Zerfall des nationalen Wertekanons ein Dorn im Auge und wirtschaftliche Einseitigkeiten besorgen den Rest. Da wird `Braun´ dann wieder gemütlich.

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kritischer-spiegelleser 28.11.2016, 14:18
101. Mediendienste und der Journalismus

Früher gab es mal den "investigativen Journalismus", unter dem Journalisten um die Wahrheit kämpften. Heute ist Political Correctness wichtiger, die Rücksicht darauf, was man wie sagen darf. Und bei einigen politischen Themen merkt man sogar eine Medienpolitik, die dem Bürger vorgeben will, was und wie er zu denken hat. Eine bedenkliche Entwicklung, die Rückgriffe auf Methoden einer nicht allzu entfernten deutschen Vergangenheit zeigt!

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joerge11 28.11.2016, 14:33
102.

Zitat von ausmisten
Weil sie den Trump Sieg nicht voraussahen? Das greift nicht weit genug. Man muss die Frage stellen, wieso berichten die Medien aus einen Paralleluniversum? In D scheinen die Medien mit der Politik fusioniert und sich mit der Rolle des "Hofberichtserstatters" zufrieden zu geben. Investigativer, neutraler Journalismus findet nicht mehr statt. Kostengruende? Denn haette etwa der Spiegel einen Reporter quer durch die USA geschickt, Scheuklappen ab, waere das Ergebnis der US-Wahlen auch in Hamburg zu erahnen gewesen. Stattdessen war der Sieg von Hillary Clinton, ganz im Sinne der eigenen Ideologie, reine Formsache, wie schon weiland beim Vorwahlkampf gegen Obama. Ich fuer meinen Teil, inzwischen geschult im Lesen zwischen den Zeilen, habe den Trump Sieg schon Monate im voraus in anderen Foren angesprochen und wurde, lol, als "Phantast" gescholten. Da scheint mir das Problem zu liegen, Phantasten halluzinieren in den Redaktionsstuben an der Realitaet vorbei.
Arme Medien !
Niemand darf es denken, noch weniger leise die Wahrheit sagen.
Den Medien fehlt die Unabhänggkeit, haben freilich eine begründete Angst.
Wir alle wissen, daß die Medien den Ausgang der Wahl sehr gut beeinflussen können. Das war weltweit organisiert. Hm, die Raffinesse von Trump haben sie nicht einmal hinterher erkannt.
Trump hatte den Unmöglichen ausgezeichnet gespielt, um die Medien gegen ihn aufzuhetzen. Diese Hetze war für ihn maßgeblich, weil sie ihm die Gelangweilten und tief Enttäuschten gebracht haben.
Hillary und ihre großen Ratgeber haben sich diese Strategie nicht einmal vorstellen können. Ich würde die großen Ratgeber nicht bezahlen, weil sie ihre Aufgabe nicht erfüllt haben. Wäre Hillary über die Anfeindungen lächelnd hinweggegangen und hätte sie zusätzlich ein detailliertes Programm für Arbeitsplatzbeschaffung aufgelegt, dann hätte spielend gewonnen. Hier liegt ganz schlechtes Wahlkampfmanagement vor. Hillary hat sämtliche Bürgeraufstände in den arabischen Ländern - mit Hilfe ihrer professionellen Dienste - angezettelt und uns daher mit den Flüchtlingen beglückt. Trotzdem kann ich sie dafür nicht loben.

Unsere Medien haben noch nie unabhängig die Meinung sagen dürfen - wie die Franzosen. Sie sind geknebelt und wer ausschert, der ist beruflich als Journalist erledigt, lebenslang und muß umlernen oder veröffentlicht unter einem Pseudonym ein Buch auf Französisch.

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chillig 28.11.2016, 14:45
103. Oha, nur ein kleiner Zahlendreher?

Romney mit Trump gleichzusetzen und dann zu behaupten es habe da keinen Rechtsruck gegeben ist doch Irrsinn. Da könnte man auch Merkel mit Petry gleichsetzen (die wären in den USA wohl beide bei den Republikanern). Auch der Hinweis auf die FAZ ist vollkommen schief. Wenn die FAZ von vorne herein einen Wahlsieg der Linken ausschließt und sie gewinnen dann doch, dann lag die FAZ nunmal daneben. Auch die FAZ müsste sich dann fragen lassen ob ihre Berichterstattung noch viel mit der Welt außerhalb der Redaktionsstube zu tun hat. Es ging doch auch nie um die "Trump-Kritik" an sich, es ging darum, dass ein Wahlsieg Trumps kategorisch ausgeschlossen wurde und man nur deshalb vorab extrem auf ihn einprügelte. Wäre die Kritik ehrlich gewesen, dann hätte sie jetzt nicht verstummen dürfen. Was da geschah war der Versuch eine Wirklichkeit herbeizuschreiben die es nicht gab. Und jetzt muss man sich schon fragen lassen wo denn der Fehler lag. War es die Arroganz in den Medienhäusern? Oder ist einfach nur die jüngere linke Theorie nicht ganz Wirklichkeitskompatibel? Eines ist jedenfalls sicher, eine kleine statistische Fehleinschätzung erklärt nicht was da los war. Man erinnere sich doch nur einmal an die ersten wackeligen Erklärungsmodelle als die Zahlen bekannt wurde und die immer noch anhaltende Unfähigkeit die Wahl der weißen Frauen, mancher "Gebildeter" und der Latinos erklären zu können (bei den "Ungebildeten" und den "Abgehängten" liegt man meiner Meinung nach auch meilenweit daneben). Nein, Herr Fleischhauer, es geht hier nicht um einen kleinen Irrtum der Presse gefolgt von übler Nachrede der Konkurrenz, es geht darum, dass die Presse nicht mehr in der Lage ist die Vorgänge in der Gesellschaft zu verstehen. Ich gebe Ihnen mal ein paar Stichworte: Brexit, EU, Trump, Hofer, Le Pen, Wilders, PiS, Erdogan, AfD. Und nun erklären Sie das mal anhand der neueren linken Paradigmen. Da kommt nicht viel dabei heraus...

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blogpe 28.11.2016, 14:45
104. Problem Feminismus

Der Meinungs-Journalismus im Spiegel betrifft im Übrigen nicht nur die US-Wahlen. Kritikwürdig ist auch die völlig unangebrachte Verbeugung vor dem Feminismus. Warum beschäftigt der Spiegel keine freche Gegenstimme zu Stokowski? Warum erscheinen reihenweise Artikel zu Gewalttaten im Sorgerechtsstreit, in denen Männer als Täter herausgestellt werden, ohne darauf hinzuweisen, dass Männer in Sorgerechtsfällen grundsätzlich benachteiligt werden? Warum biedert bento sich bei Prostituierten an, die dann ihren nymphomanen und völlig kaputten Lebensstil als Gedankenquark in Kolumnen verbreiten dürfen, als würden sie einer Philosophie und nicht ihren Trieben folgen? Warum werden weiße und männliche Wähler mittleren Alters auf ihre Hautfarbe, ihr Alter und ihr Geschlecht reduziert, und warum wäre eine ähnliche Entgleisung in Bezug auf weibliche Wähler undenkbar?

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Dengar 28.11.2016, 14:51
105. Eher nicht

Zitat von mostly_harmless
Im Fall Köln war entgegen der grassierenden VT's ganz schlicht und ergreifend Wochenende. Und ab Montag wurde berichtet. Ende der Legende.
Es lag wohl weniger am Wochenende als vielmehr an politischen Erwägungen.
http://www.ksta.de/politik/-sexuelle-uebergriffe-in-koeln-sote-herunterspielen-ist-falsch-23350824-seite2

Und Sie können sicher sein:
Die Leute mögen mit den genauen Daten durcheinanderkommen, aber dass hier vorsätzlich vertuscht werden sollte - das ist hängen geblieben.

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allesamt 28.11.2016, 14:52
106.

"...stelle ich fest, dass Leser überwiegend nur noch das lesen wollen, was ihre eigene Meinung bestätigt."
Wenn es nach Ihrer Aussage ginge, würde ich etliche Zeitungen nicht mehr lesen - trotzdem lese ich sie.
"Die meisten strampeln sich ab, um dennoch eine vernünftige Berichterstattung zu machen und werden dennoch als Lügen- oder Lückenjournalisten bezeichnet."
Auch wenn ich nie das Wort "Lü...-Journalist" benutze oder benutzen würde, so muss man doch den Eindruck haben, dass bewusst einseitig berichtet wird bzw. andere wichtige Fakten, die der Berichterstattung entgegenstehen, verheimlicht werden. Bei der Berichterstattung über Syrien und über den Ukraine-Krieg wird das sehr deutlich.

"Für mich hat Journalismus nie bedeutet, Politiker-Statements und andere Velautbarungen ungeprüft zu veröffentlichen."
Nur ein Beispiel zum Ukraine-Krieg: Da wird sogar in der Überschrift die Aussage eines hohen ukrainischen Militärs veröffentlicht und im Text noch vertieft - so, als wenn er die Wahrheit sagte. Dass diese Aussagen, wie sich im Nachhinein herausstellte, reine Kriegspropaganda war, wird nicht beschrieben. Und solche Texte gab und gibt es zuhauf - gerade auch bei SPON

"Aber auch nicht, Populismus wider besseren Wissens zu repetieren. Wie etwa in Ostdeutschland, wo die AfD mit dem Schreckgespenst hausieren geht, dass die Ausländer den Menschen die Arbeitsplätze wegnehmen würde. Bei einem Prozent Ausländeranteil ist das kaum anzunehmen. Und Unternehmen suchen händeringend Mitarbeiter. Sollte ich die AfD-Panikmache also nicht reflektieren?"

Da gebe ich Ihnen (fast) zu 100 % Recht. Aber muss denn jeder, der sachlich Kritik an der Merkelschen Flüchtlingspolitik übt, gleich als Rechter, AfDler oder Troll gebrandmarkt werden und seine Meinung von RT oder irgendeinen ähnlichen Sender beziehe, den ich gar nicht kenne, verunglimpft werden? Das verbittert und verstört viele Kritiker, auch mich. Dass darüber hinaus regelmäßig Beiträge zensiert werden, obwohl sie den Netiquetten entsprechen, spricht nicht für guten Journalismus.

"Ach ja, übrigens: Auch für Journalisten gilt die Meinungsfreiheit."
Das ist gut so und soll auch so bleiben. Nur sollte die Berichterstattung ausgewogener gestaltet werden. Wenn die Journalisten nur nach politischen Kriterien ausgesucht/gefiltert werden, kann nur selten eine Meinungsvielfalt entstehen. Und diese ist in der deutschen Medienlandschaft nicht mehr vorhanden.

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allesamt 28.11.2016, 14:53
107. Meinungsvielfalt fehlt

Zitat von claara
an Claara:
"...stelle ich fest, dass Leser überwiegend nur noch das lesen wollen, was ihre eigene Meinung bestätigt."
Wenn es nach Ihrer Aussage ginge, würde ich etliche Zeitungen nicht mehr lesen - trotzdem lese ich sie.
"Die meisten strampeln sich ab, um dennoch eine vernünftige Berichterstattung zu machen und werden dennoch als Lügen- oder Lückenjournalisten bezeichnet."
Auch wenn ich nie das Wort "Lü...-Journalist" benutze oder benutzen würde, so muss man doch den Eindruck haben, dass bewusst einseitig berichtet wird bzw. andere wichtige Fakten, die der Berichterstattung entgegenstehen, verheimlicht werden. Bei der Berichterstattung über Syrien und über den Ukraine-Krieg wird das sehr deutlich.

"Für mich hat Journalismus nie bedeutet, Politiker-Statements und andere Velautbarungen ungeprüft zu veröffentlichen."
Nur ein Beispiel zum Ukraine-Krieg: Da wird sogar in der Überschrift die Aussage eines hohen ukrainischen Militärs veröffentlicht und im Text noch vertieft - so, als wenn er die Wahrheit sagte. Dass diese Aussagen, wie sich im Nachhinein herausstellte, reine Kriegspropaganda war, wird nicht beschrieben. Und solche Texte gab und gibt es zuhauf - gerade auch bei SPON

"Aber auch nicht, Populismus wider besseren Wissens zu repetieren. Wie etwa in Ostdeutschland, wo die AfD mit dem Schreckgespenst hausieren geht, dass die Ausländer den Menschen die Arbeitsplätze wegnehmen würde. Bei einem Prozent Ausländeranteil ist das kaum anzunehmen. Und Unternehmen suchen händeringend Mitarbeiter. Sollte ich die AfD-Panikmache also nicht reflektieren?"

Da gebe ich Ihnen (fast) zu 100 % Recht. Aber muss denn jeder, der sachlich Kritik an der Merkelschen Flüchtlingspolitik übt, gleich als Rechter, AfDler oder Troll gebrandmarkt werden und seine Meinung von RT oder irgendeinen ähnlichen Sender beziehe, den ich gar nicht kenne, verunglimpft werden? Das verbittert und verstört viele Kritiker, auch mich. Dass darüber hinaus regelmäßig Beiträge zensiert werden, obwohl sie den Netiquetten entsprechen, spricht nicht für guten Journalismus.

"Ach ja, übrigens: Auch für Journalisten gilt die Meinungsfreiheit."
Das ist gut so und soll auch so bleiben. Nur sollte die Berichterstattung ausgewogener gestaltet werden. Wenn die Journalisten nur nach politischen Kriterien ausgesucht/gefiltert werden, kann nur selten eine Meinungsvielfalt entstehen. Und diese ist in der deutschen Medienlandschaft nicht mehr vorhanden.

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jethan 28.11.2016, 14:53
108. Nicht weil die den Sieg Trumps nicht vorhersagten

sondern weil sie versucht haben einen Sieg Clintons herbeizuschreiben sollte man die Medien kritisieren.

Das war eine Meinungskampagne und keine Berichterstattung mehr.

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irobot 28.11.2016, 14:56
109.

Zitat von Dengar
Ihre Behauptung entspricht nicht den Tatsachen. Dieses ist das Neujahrsresümee des KStA: http://www.ksta.de/koeln/bilanz-von-polizei-und-feuerwehr-zur-silvesternacht-sote-23371458 und: http://www.ksta.de/koeln/sote-danke-an-alle--die-an-silvester-und-neujahr-23394514 und dies die erste ausführliche Erwähnung der Vorfälle: http://www.ksta.de/koeln/polizei-koeln-spricht-von-80-opfern-sote-23474338 Drei ganze Tage liegen dazwischen.
Oder war es die Kölner Rundschau? Ich habe jedenfalls an Neujahr bei einer der beiden Zeitungen davon erfahren.

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