Forum: Politik
Medienschelte nach Trump: Die dunkle Seite der Macht
AP

Was hat der Wahlsieg Donald Trumps mit katholischen Nonnen und Herrenmagazinen zu tun? Sind Medien wirklich blind, weil sie den Wahlsieg des Republikaners nicht vorausgesehen haben?

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MotziLLa 28.11.2016, 15:26
120. Danke für Ihre Arbeit

Zitat von claara
stelle ich fest, dass Leser überwiegend nur noch das lesen wollen, was ihre eigene Meinung bestätigt. Verlage setzen auf Gewinnmaximierung, was neben dem Rückgang der Leserzahlen, weil ja Nachrichten umsonst im Internet zu haben sind, zu Personalknappheit und immer höherem Druck auf die einzelnen Kollegen führt. Die meisten strampeln sich ab, um dennoch eine vernünftige Berichterstattung zu machen und werden dennoch als Lügen- oder Lückenjournalisten bezeichnet. Im deutschen Fernsehen ist es inzwischen Normalität, dass Journalisten in jeder noch so dämlichen Serie entweder als aufdringlich oder schmierig dargestelt werden - finanziert über die öffentlichen Rundfunkgebühren. Es erfordert viel Engagement des Einzelnen, sich trotz all dem jeden Tag wieder dafür zu entscheiden, ein gutes Blatt zu machen. Denn irgendwie hat man das Gefühl, es will ohnehin keiner - schließlich sind Facebook-Gerüchte und Twitter-Shorties von Donald Trump ja so viel näher an der "Wahrheit". Für mich hat Journalismus nie bedeutet, Politiker-Statements und andere Velautbarungen ungeprüft zu veröffentlichen. Aber auch nicht, Populismus wider besseren Wissens zu repetieren. Wie etwa in Ostdeutschland, wo die AfD mit dem Schreckgespenst hausieren geht, dass die Ausländer den Menschen die Arbeitsplätze wegnehmen würde. Bei einem Prozent Ausländeranteil ist das kaum anzunehmen. Und Unternehmen suchen händeringend Mitarbeiter. Sollte ich die AfD-Panikmache also nicht reflektieren? Abgesehen davon entspricht die Berichterstattung zur US-Wahl den korrekten Verhältnissen. Clinton hat mehr Stimmen erhalten als Trump - allerdings weniger Wahlmänner. Ach ja, übrigens: Auch für Journalisten gilt die Meinungsfreiheit.
Danke für den authentischen Einblick in das heutige Arbeitsleben im Journalismus. Ich kann das voll und ganz nachvollziehen. Leider, leider wird das jedoch niemanden aus dem Mob der "Lügenpresse"-Schreihälse heraus holen und dazu bringen, ihre eigene, simplifizerte Weltsicht zu reflektieren. Es ist offensichtlich "schöner", sich über alles zu empören, was - zumindest scheinbar - nicht der eigenen, gefühlten Wirklichkeit entspricht. Besonders bemerkenswert finde ich, dass die "Lügenpresse"-Empörer Nachrichten nur dann als "objektiv" und "neutral" betrachten würden, wenn sie ihnen voll und ganz zustimmen können. Alle anderen journalistischen Arbeiten werden über einen Kamm geschert und als "Manipulation" abgekanzelt. Früher konnte man diesem Stammtisch-Empörungsgerede dadurch entgehen, dass man sich woanders hinsetzte oder die Kneipe wechselte. Heute verseucht dieses Gejammere die Foren und Diskussionen im Netz und man kann nicht mehr auseinander halten, was davon ein Mensch gepostet hat und was ein Bot.
Trotzdem: Danke für Ihre Arbeit!

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dietm65 28.11.2016, 15:31
121. Wenn Medienkritik

tatsächlich "in Augenblick in Mode ist", wie Herr Fleischhauer vermutet, dann hat der Spiegel sicher das Seine zu dieser Entwicklung beigetragen. 50 Jahre lang habe ich den "Spiegel" gelesen aber eine derart tendenziöse, regierungskonforme "Berichterstattung" wie seit Beginn der Migrantenkrise und der damit verbundenen Angst der Etablerten, ihre Macht zu verlieren, habe ich vorher nie erlebt. Dass dann auch noch die Foren zu bestimmten Themen geschlossen wurden, empfinde ich bis heute als Meinungszensur bzw. Einschränkung der Meinungsfreiheit auch wenn der "Spiegel" vorgab, es ginge um die Vermeidung justiziabler Beiträge. Andere Magazine waren ja sehr wohl inder Lage, solche Beiträge herauszufiltern. So, und nun bin ich gespannt, ob meine Meinung diesmal veröffentlicht wird.

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claara 28.11.2016, 15:31
122.

Zitat von ach
" Sind Medien wirklich blind, weil sie den Wahlsieg des Republikaners nicht vorausgesehen haben?" Blind, aber nicht, weil sie Trumps Sieg nicht vorausgesehen haben, sondern weil sie bei den Umfragen, die es gab, meinten, Clintons Sieg wäre damit sicher. Statistische Unfähigkeit also. Und besonders traurig, da sie kaum 6 Monate nach der Brexit-Votum passierte, als der selbe Fehler gemacht wurde.
Nun ja... statistisch gesehen liegt das Ergebnis in beiden Fällen nur unwesentlich auseinander. Mal polemisch: Vielleicht lagen die falschen Prognosen auch daran, dass Journalisten irgendwie doch immer noch an eine bessere Welt glauben.
Wenn Journalisten wahrsagen könnten, würden sie vermutlich auch schon VOR demokratischen Abstimmungen, das Ergebnis kennen. Da sie das aber nicht können, wäre vorheriges WISSEN eher ein Indiz dafür, dass Abstimmungsergebnisse bereits im Vorfeld feststehen. Und das will vermutlich keiner, oder?

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Normaler Wutbürger 28.11.2016, 15:33
123. Also ...

Wenn man sich mal anschaut, mit welch gewaltigem Aufgebot deutsche Medien Stimmung gegen Trump gemacht haben, dann brauch mir doch keiner mehr mit der Seriösität der "etablierten" Medien kommen. Das war eine einzige Clinton Maschinerie.
Über den "Sexismus" von Trum wurde nun wirklich Tagelang Seitenweise berichtet, aber über Clintons Vergangenheit als "Denunziantin", die ihrem Mann die lästigen Frauen mit sexuellen Belästigungsvorwürfen vom Hals geschafft hat, wurde im besten Fall in einer Fussnote berichtet.
Es geht nicht darum das man Trump nicht hätte kritisieren dürfen. Es Geht darum dass Clinton einfach kein Stück besser ist.

Ja, wir wissen alle das die jeweiligen Zeitungen/Medien ihre eigene tendenziöse Haltung haben. Dass der Herr Fleischhauer diesen Umstand jedoch ausdrücklich begrüsst, ist schon bemerkenswert.
Welchen Grund gibt es bitteschön in diesem Fall noch, die sozialen Netzwerke zu kritisieren, wo auch jeder nur seine eigene einfache Meinung/Wahrheit verbreitet ?
Zwischen Lügen, und einfach nicht die (ganze) Wahrheit sagen, besteht am Ende kein grosser Unterschied mehr ... .

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mostly_harmless 28.11.2016, 15:34
124.

Zitat von tpro
Träumen Sie weiter. Ihre Behauptung trifft vielleicht auf das "Hintertupfinger Bauernblatt" zu. Die Wahrheit sieht anders aus: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/s-p-o-n-der-schwarze-kanal-warum-sind-so-viele-journalisten-links-a-895095.html
Ich schrieb über das FAKTUM, dass die Medien dieses Landes zu weitestgehend Leuten gehören, die nachweislich der Union nahestehen.

Bertelsmann, Springer, Bauer, Burda, Holtzbrinck, Du Mont sind die Familien mit dem größten Besitzanteilen an Medien dieses Landes

Und ich schrieb, das die EIGENTÜMER und keineswegs - wie Sie unterstellen - die Angestellten die Linie einer Zeitung bestimmen. Was selbstverständlich ebenfalls der Faktenlage entspricht. Und Sie antworten mit einem Link auf einen KOMMENTAR? Tschuldigung, wie albern solls denn noch werden?

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Dengar 28.11.2016, 15:38
125.

Zitat von irobot
Oder war es die Kölner Rundschau? Ich habe jedenfalls an Neujahr bei einer der beiden Zeitungen davon erfahren.
Hm.
"Der Verlag verfügt in der Kölner Medienlandschaft über eine enorme Meinungsmacht, da – abgesehen von der Lokalausgabe der Bild-Zeitung – alle lokalen Tageszeitungen in Köln und den umliegenden Gemeinden im Verlag M. DuMont Schauberg erscheinen." aus:
https://de.m.wikipedia.org/wiki/DuMont_Mediengruppe

Nichts für ungut, das Gedächtnis pflegt einen gelegentlich zu trügen;-)

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lau 28.11.2016, 15:38
126. Viele Worte....

Viele Worte um allen Sinn herum, dabei ist es ganz einfach. Journalisten sollen berichten und keinesfalls kommentieren. Das kann ich besser. Insgesamt hat sich diese Branche zunehmend der Geschwätzigkeit hingegeben. Das ist das Problem. Und weil fast alle Journalisten mittlerweile und das stark vermehrt, so handeln, ist die Welt wie sie ist. Der Journalismus betreibt im Grunde Entwicklungshilfe für die Truppe der unseligen Populisten. Schweigt doch einfach mal.

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Spiegelkritikus 28.11.2016, 15:39
127. Berechtigte Medienkritik

Köppels Kritik an deutschen bzw. westlichen Mainstream-Medien ist natürlich absolut berechtigt: grassierende Propaganda statt objektiver Information (Sagen, was sein soll bzw. von der herrschenden Klasse gewünscht wird, statt sagen, was ist). Man wollte den Sieg von Clinton einfach herbeischreiben und -manipulieren.

Doch Propaganda und Erziehungsjournalismus funktionieren immer weniger, die Glaubwürdigkeit sowohl us-amerikanischer wie auch deutscher bzw. europäischer Mainstream-Medien ist im Keller. Immer mehr Bürger durchschauen diese Machenschaften aufgrund alternativer Informationsmöglichkeiten und konträrer Alltagserfahrungen, sie lassen sich nicht mehr an der Nase herumführen und bevormunden.

Die völlig einseitige und kritiklose mediale Parteinahme für die korrupte Clinton und die penetrante, noch immer anhaltende Dämonisierung und Diskreditierung von Trump hat den Verdruß an den Medien noch einmal gesteigert. Auch wird die offenkundige Symbiose von Politik und Medien immer schärfer kritisiert, so daß die Gegensätze klar hervortreten: hier eine arrogante, abgehobene politisch-mediale Elite, die sich linksliberal und politisch-korrekt geriert (eigentlich aber nur das eigene Wohl und die Selbsbestätigung verfolgt), dort eine große Zahl von renitenten Bürgern, die ihre ihre eigenen Interessen in den Mittelpunkt stellen. So kam es dann zur unbotmäßgen Wahl Trumps.

Einen arbeitslosen oder prekär beschäftigten Bürger interessiert es nicht die Bohne, ob es nur 100 oder doch 150 verschiedene Geschlechtertypen gibt. Er hat ganz ander Sorgen und Anliegen als jene selbsternannten Eliten, die sich auf dem postmateriellen Spielplatz der Identitäts- und Minoritätenpolitik tummeln. Vor allem will er sich von dieser abgehobenen, selbstreferentiellen Klasse nichts vorschreiben lassen, egal, ob es sich um Clinton, um illegale Massenzuwanderung oder generell um den politischen Korrektheitswahn handelt.

Es ist übrigens ein bitterer Treppenwitz der Geschichte, daß das westliche linksliberale Milieu die korrupte, kriegslüsterne Clinton hofiert und favorisiert, also die Fakten schlicht ignoriert und dabei am selben Strang zieht wie die globalistische Kapitalelite bzw. sich von selbiger vor den Karren spannen läßt (Soros und andere Oligarchen lassen grüßen). Warum? Weil Clinton seinen hehren Spielplatz angeblich nicht bedroht. Bei einem vom Zaun gebrochenen Atomkrieg mit Russland und/oder China würde auch der sich in Luft auflösen, aber daüber macht man sich in postfaktischen, identitätsfixierten und narzißtischen Kreisen keine Gedanken.

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claara 28.11.2016, 15:40
128.

Zitat von Bondurant
Der WDR jedenfalls hat ganz bewußt versucht, "die Sache kleinzuhalten", um nicht ausländerfeindliche Stimmungen zu bedienen. Erst als es nicht mehr anders ging, hat man groß berichtet.
Tatsache bleibt, es WURDE (also auch vom WDR) veröffentlicht. Vielleicht auch erst nach der Auseinandersetzung darüber, wie man berichten kann, ohne dass es zu Lynchjustiz und brennenden Asylheimen führt. Denn auch diesen Aspekt müssen Journalisten heute leider immer auf dem Schirm haben.

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IB_31 28.11.2016, 15:43
129.

Zitat von claara
Ich greife gerne Geschichten auf, bei denen "Ungehörten" Gehör verschafft wird. Aber ich lasse mich nicht zum Instrument von Volksverhetzung machen. Das ist natürlich nicht persönlich an Sie gerichtet, sondern der Unterschied, auf den ich hinweisen wollte.
Schon klar.
Aber nehmen wir mal ein etwas anderes Thema.
Dieses hier ,halte ich für herausragenden Journalismus.Alle Gesichtspunkte werden aufgegriffen und sachlich dargestellt, so dass sich der Leser selbst eine Meinung bilden kann.
Dafür bin ich dann auch gerne bereit zu zahlen.
So etwas werden Sie aber im Spiegel nicht finden.
Und wenn, dann auf einem vorsichtig gesagt üblen Niveau
(Googeln Sie einfach mal über das genannte Mädchen Hannah, und wie deutsche Medien das dargestellt haben.)

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